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Verfahren zur Darstellung substituierter Säurenitrite.
Die Versuche, aliphatische Nitrile mittels Halogenalkyle zu alkylieren, scheiterten daran. dass diese Nitrile von Alkalimetallen bzw. Alkalialkoholaten leicht polymerisiert werden. Dies wird bei Verwendung von Natriumamid (Ramart C. 1926, II, 193) vermieden. In diesem Falle wird derart verfahren, dass man zu einer ätherischen Suspension von Natriumamid allmählich das Nitril zugibt, sodann kocht bis die Natriumverbindung sich gebildet hat und nach Zusatz eines Alkylhalogenids noch einige Stunden kocht. Auf diese Weise wurden unter Verwendung von Benzylchlorid folgende Nitrile hergestellt : Butyl-benzylaeetonitril, n-Hexyllwnzylaeetonitril, Diäthylbenzylacetonitril.
Es ist weiters bekannt, tertiäre Nitrile in der Weise herzustellen, dass man sekundäre aliphatische Nitrile durch Umsetzung mit Alkalimetallen oder-amiden bei Gegenwart oder Abwesenheit von Lösungsmitteln zunächst in die entsprechenden Alkaliverbindungen überführt und diese dann in einem zweiten Arbeitsgang alkyliert oder aralkyliert (deutsche Patentschrift Nr. 473329).
Es wurde nun gefunden, dass substituierte Säurenitrile ganz allgemein derart hergestellt werden können, dass man auf Säurenitrile der allgemeinen Formel R'R"CH. CN (worin R'Wasserstoff, einen gesättigten bzw. ungesättigten Alkyl-, einen Aralkyl- oder einen alicyclischen Rest, R"ebenfalls Wasserstoff bzw. einen der angegebenen Reste oder R'und R"gemeinsam mit den benachbarten Kohlenstoffatomen einen alicyclischen Rest bedeuten) Natriumamid in Anwesenheit von Halogenverbindungen der Formel R. Hal (worin R einen gesättigten bzw. ungesättigten Alkyl-, einen Aralkyloder einen alicyclisehen Rest bedeutet, der gegebenenfalls durch Amino-, Alkoxy-, Aryloxy-bzw.
Arylmereaptogruppen substituiert ist) einwirken lässt. Die letztgenannten Substituenten müssen solcher Art sein, dass sie mit Natriumamid nicht oder nur sehr langsam reagieren.
An Stelle von Natriumamid können auch andere Amide, wie Lithiumamid, CaJciumamid, sowie organisch substituierte Alkali-und Erdalkaliamide, z. B. Aminoeyelohexan-Natrium, Magnesiummethylamid oder Brommagnesiumäthylamid, verwendet werden. Das Natriumamid kann auch durch Alkali-oder Erdalkalimetallhydride ersetzt werden.
Mittels des geschilderten Verfahrens werden im Gegensatz zu den bekannten Verfahren durch die gleichzeitige Einwirkung der Alkali-bzw. Erdalkaliamide oder-hydride und der Halogenverbindungen auf die Säurenitrile Ausbeuten an alkylierten Nitrilen erzielt, die in den meisten Fällen 70% der Theorie übersteigen. In vielen Fällen können leicht 90% der theoretischen Ausbeute und mehr erreicht werden. Dieser technische Effekt war deswegen nicht vorauszusehen, weil befürchtet werden musste, dass Natriumamid und Halogenverbindung in anderer Weise miteinander reagieren würden, was aber tatsächlich höchstens in ganz untergeordnetem Masse stattfindet.
Nach vorliegendem Verfahren gelingt es, teilweise oder vollständig am zur Cyangruppe x-ständigen Kohlenstoffatom substituierte Nitrile herzustellen. Es können so die verschiedenartigsten bisher schwer oder nur umständlich zugänglichen Nitrile ausserordentlich leicht und in sehr guten Ausbeuten erhalten werden. Diese Nitrile sollen als Zwischenprodukte für die Herstellung von Arzneimitteln, insbesondere von Schlafmitteln, Verwendung finden.
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3-Chlorpropen- (1) in 100 ct trockenem Benzol unter Rückfluss gekocht. Im Verlauf von 15 Minuten bis einer Stunde, je nach dem Zerteilungsgrad des Amids mehr oder weniger, entweicht fast die theo-
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retisehe Menge Ammoniak.
Nach Schluss der Ammoniakentwicklung wäscht man mit Wasser, trennt die Benzolsehicht ab und isoliert das Reaktionsprodukt in üblicher Weise. Bei der Rektifikation erhält man neben einem Vorlauf von 7-8 g des unveränderten Ausgangsnitrils, das ohne weiteres wieder verwendungsfähig ist, 16-17 g Diäthylallylacetonitril vom Kp = 780. Nimmt man zu Beginn
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Vorlauf wesentlich, während die Ausbeute auf 22-23 g (ungefähr 80% der Theorie) steigt.
Beispiel 2 : 19-7 g Diäthylacetonitril werden in 50 cm Benzol gelöst und unter Rühren am RÜckflusskÜhler auf 70-800 erhitzt. Dann lässt man allmählich ein Gemisch von 15#7 g 3-Chlor- propen-(1) mit 300 cm3 einer benzolischen Suspension von 8 g Natriumamid einlaufen. Die Suspension stellt man zweckmässig durch längeres Verreiben des Natriumamids unter Benzol in einer Kugelmühle, Kolloidmühle oder einer ähnlich wirkenden Vorrichtung her ; sie wird im Gemisch mit dem Allylchlorid während des Einlaufens zwecks dauernder Homogenisierung gerührt. Man regelt die Einlaufgesehwindigkeit nach der Lebhaftigkeit der Reaktion. Das entweichende Ammoniak kann aufgefangen und wieder verwendet werden. Zum Schluss kocht man noch einige Zeit.
Die Aufarbeitung ergibt 22-23 g Diäthylallylacetonitril. Durch Anwendung eines geringfügigen Überschusses an Natriumamid und Allylchlorid kann die Ausbeute auf 26-27 g, d. h. auf nahezu die theoretische, gesteigert werden. In diesem Falle kann man das Diäthylallylacetamid unmittelbar aus dem nach dem Abdestillieren des Lösungsmittels verbleibenden Rückstand ohne jede Rektifikation durch Verseifung erhalten.
Ersetzt man das Diäthylaeetonitril durch 14 g But) Tonitril und wendet die doppelte Menge 3-Chlorpropen- (1) und Natriumamid an, so erhält man 26-27 g = 85-90% der Theorie reines Äthyl-
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rechnet für C10H1sN N = 9-4%).
Die Verseifung mit propylalkoholischem Kali liefert das Äthyldiallylacetamid, das ein ausgezeichnetes Hypnotikum darstellt, in Form farbloser Nadeln vom F = 660, die am besten aus heissem Petroläther umkristallisiert werden.
Verwendet man an Stelle des Butyronitrils die entsprechende Menge Allylacetonitril (hergestellt nach Beispiel 11) und an Stelle des 3-Chlorpropens- (1) Bromäthan, so erhält man mit vorzüglicher Ausbeute das in den Beispielen 1 und 2 beschriebene Diäthylallylacetonitril.
Aus Isovaleronitril wird analog Isopropyldiallylacetonitril in einer 80% der Theorie betragenden Ausbeute gewonnen. Wegen des Gehaltes der handelsüblichen Isovaleriansäure an Methyläthylessig- säure siedet das Reaktionsprodukt infolge einer geringen Beimengung von Methyläthylallylacetonitril nicht ganz konstant bei 89-96 unter 12 mm Druck.
In den Beispielen 1 und 2 kann an Stelle von Natriumamid mit gleichem Erfolg Calium-oder Lithiumamid verwendet werden.
Aus Diäthylaeetonitril und den entsprechenden Halogenalkylen lassen sich in analoger Weise und mit ähnlich guten Ausbeuten darstellen : Diäthylbenzylacetonitril, dickes farbloses Öl, Kpl = 120-122'bzw. Kp"= 152-153' ; Diäthylcyelohexen- (l)-ylaeetonitril, farbloses Öl, Kip, 2= 129 ; Diäthylbutylacetonitril, Kp11 = 86 ; Diäthylisopropylacetonitril, farbloses Öl, Kp== 71-73' ; Allylomethyldiäthylacetonitril, Kp26=106-107 .
Beispiel 3 : 123 g 2-Brompropan werden mit 56 Äthylisopropylacetonitril und 200 cm3
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mittel suspendiert, allmählich zufliessen. Auch kann man das Natriumamid vorher mit Kochsalz, Natriumsulfat oder einer anderen indifferenten festen Substanz in bekanntem Verhältnis fein zerreiben. Man kocht bis zur Beendigung der Ammoniakentwieklung und destilliert dann das Lösungsmittel zusammen mit dem im Überschuss verwandten 2-Brompropan ab. Das Destillat kann nach entsprechender Ergänzung des verbrauchten Isopropylbromids einem neuen Ansatz zugeführt werden. Alles über 1400 Siedende wird mit Wasser gewaschen und in üblicher Weise aufgearbeitet.
Das dabei erhaltene Äthyl-bis-isopropylacetonitril ist eine farblose, angenehm riechende Flüssigkeit vom Kp13 == 85 .
Beispiel 4 : 69 q Isobutyronitril werden mit 77 g 3-Chlorpropen-(1) vermengt und in einer für wirksame Wärmeabfuhr eingerichteten Apparatur sehr vorsichtig und allmählich unter Riihren mit 40 g feinverteiltem Natriumamid, das auch mit indifferenten festen Stoffen vermengt sein kann, versetzt. Man regelt die Temperatur und die Schnelligkeit des Eintragens so, dass bei flotter Ammoniakentwicklung die Reaktion einerseits nicht zu stürmisch wird, anderseits Reaktionsverzögerungen tunlichst vermieden werden.
Am besten hält man ungefähr 60-80'ein und erhitzt die dicke Masse nach dem vollständigen Eintragen des Natriumamids noch kurze Zeit auf 100-1200. Hierauf scheidet man das in guter Ausbeute entstandene Dimethylallylacetonitril, das eine farblose Flüssigkeit vom Kp = 1500 und von angenehmem aromatischem Geruch darstellt, durch Wasserzugabe ab.
Man kann diese Umsetzung auch in einer drehbaren, zur Temperaturregelung eingerichteten und mit Kugeln oder ähnlichen Filllkörpern teilweise gefüllten Trommel ausführen. Das Natriumamid wird dann in grob zerkleinerter Form beigemischt und während der Reaktion allmählich zer-
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der Drehung der Trommel beeinflussen. Schliesslich kann man auch den Ansatz von Anfang an mit dem als Reaktionsprodukt zu erwartenden Dimethylallylacetonitril aus einem früheren Ansatz verdünnen. Man spart so den Zusatz eines besonderen indifferenten Verdünnungsmittels.
Beispiel 5 : 12 g Nitril der 2-Methylcyclohexen- (4)-earbonsäure- (1)
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(Kp28 = 950 ; hergestellt aus der Säure in üblicher Weise über das bei 156-167 schmelzende Amid) werden wie im Beispiel 2 mit 12#6 g Benzylehlorid und 4 g Natriumamid umgesetzt. Es entsteht in
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(berechnet für C1sH17N N = 6-63%).
Analog ist das Nitril der 3-Methyl-2-butyl-bicyclo-[1. 2. 2]-hepten-(5)carbonsäure-(2)
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aus der butylfreien Stammsubstanz zu erhalten (dickes farbloses 01 vom Kpl2 = 135-1360).
Beispiel 6 : In einem Druckkessel werden 41 Acetonitril mit 600 g Chloräthan vermischt.
Dann drückt man allmählich 120 g Natriumamid, die mit der zur Bildung einer viskosen Paste gerade nötigen Menge eines hochsiedenden Paraffinöls bzw. neutralen Teeröls od. dgl. fein verrieben wurden, ein. Das Reaktionsgemisch wird lebhaft gerührt und die Temperatur zunächst zweckmässig auf 40-50 , nach Zugabe der ersten zei Drittel Amids auf 60-70 gehalten. Das entstehende Ammoniak wird durch einen unter Druck stehenden Rückflusskühler einem Ablassventil zugeführt oder aber in der Apparatur belassen, wobei der Druck entsprechend ansteigt. Nach Schluss der Umsetzung
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der ersten gleiche Apparatur, in der es nach Ergänzung der verbrauchten Menge für einen neuen Arbeitsgang verwendet werden kann.
Das als Reaktionsprodukt entstehende Triäthylacetonitril destilliert man schliesslich aus dem hochsiedenden Gemengteil ab ; Kplo = 6200 Kp760 = 165-1700.
Statt Chloräthan kann auch Bromäthan verwendet werden.
Beispiel 7 : 120 g Natriumamid werden mit 11 absolutem Äther zu einer feinen Suspension verrieben. Das Gemisch wird mit 270-280 g 3-Chlorpropen- (1) versetzt und in einem mit Rührer und Rückflusskühlung versehenen Gefäss zum Sieden erhitzt. Dann lässt man allmählich 41 g Acetonitril zufliessen ; unter sehr lebhafter Ammoniakentwieklung siedet das Gemisch freiwillig weiter. Wenn alles eingetragen ist, so prüft man, ob nach Zugabe einer weiteren kleinen Menge neuer Amidsuspension noch Ammoniak entwickelt wird ; ist dies der Fall, so gibt man vorsichtig weitere kleine Mengen der Suspension zu. Der Endpunkt der Reaktion ist am Ausbleiben der Wärme- und Ammoniakentwicklung fast mit der Schärfe eines Indikators zu erkennen. Wenn dieser Punkt erreicht ist, so arbeitet man durch Wasserzugabe usw. auf.
Das Triallylacetonitril (Kp12 = 93-94 ) ist eine farblose Flüssigkeit von angenehm aromatischem Geruch ; Ausbeute : 140 g oder 87% der Theorie. N = 8"73% (berechnet für CnH15N N = 8-7%).
Die Verseifung mit propylalkoholisehem Kali ergibt das Triallylacetamid in Gestalt farbloser Nadeln vom F = 63-650, die in Wasser und kaltem Petroläther schwer löslich sind und aus heissem Petroläther umkristallisiert werden können. N = 7-94% (berechnet für CnH170N N = 7-81%).
Beispiel 8 : 55 g Propionitril, gelöst in 100 cm3 trockenem Dioxan, werden mit einer Mischung von 80 g mit 500 g Dioxan zerriebenem Natriumamid und 252 g Benzylehlorid, wie im Beispiel 2 beschrieben, umgesetzt. Die beiden letztgenannten Stoffe oder alle drei Reaktionspartner können auch getrennt in den Reaktionsraum eingebracht werden, wenn man dafür sorgt, dass sie jeweils in sich entsprechenden Mengen zusammenkommen oder dass zum mindesten bei der Reaktionstemperatur von ungefähr 80-100 eine vorübergehende Anreicherung des Amids vermieden wird. Nach Beendigung der Umsetzung bringt man das ausgeschiedene Kochsalz durch Zugabe von Wasser in Lösung und scheidet gleichzeitig das Methyldibenzylacetonitril als ein nach kurzer Zeit erstarrendes Öl ab.
Die Kristallmasse wird abgesaugt und mit Methanol gewaschen. Man erhält 210 g (90% der Theorie) des fast richtig schmelzenden Produktes, das sich aus Methanol gut umkristallisieren lässt. F = 101 bis 102 . N = 5-67% (berechnet für C17H17N N = 5-95%).
Dioxan kann durch wasserunlösliche tertiäre Amine, wie Dimethylanilin od. dgl., ersetzt werden. Die Temperatur wird dann, ohne dass die Mischung siedet, auf ungefähr 80" gehalten. Das Nitril kann zum Schluss durch verdünnte wässerige Säure abgeschieden werden, aus der sich das Lösungsmittel durch Alkalizusatz leicht wieder gewinnen lässt.
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vermindertem Druck sieden, so dass sieh eine Temperatur von 70-100 einstellt, darauf tropft man eine Suspension von 8 g Natriumamid in 100 cm3 desselben Lösungsmittels im Verlaufe von 30 Minuten ein und lässt unter gleich gehaltenen Bedingungen noch zwei Stunden lang weitersieden. Nach dem Zersetzen mit Wasser destilliert man das Verdünnungsmittel im Vakuum ab und rektifiziert den Rück-
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Menge Ammoniak. Es wird kurze Zeit nachgekocht und dann aufgearbeitet.
Bei der sehliessliehen Rektifikation erhält man 68 (70% der Theorie) einer Fraktion vom Kp == 51 , die aus reinem Capronitril besteht. Als Nachlauf werden 15 g Dibutylacetonitril vom Kp"= 97-100'erhalten.
Dieses bisher noch nicht bekannte Nitril ist eine farblose Flüssigkeit von nicht unangenehmem Geruch.
Verwendet man das Acetonitril in geringem Überschuss, so kann die Entstehung des Dibutylacetonitrils weitgehend unterdrückt und die Ausbeute an Capronitril, bezogen auf das eingesetzte 1-Halogenbutan, wesentlich verbessert werden.
An Stelle von Äther lassen sich andere indifferente Lösungsmittel verwenden. Auch kann man, um die Reaktionstemperatur leicht konstant zu halten, als Verdünnungsmittel eine wohlfeile schwer flüchtige Substanz verwenden, der man eine kleinere Menge Äther als Temperaturregler zusetzt.
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Beispiel 11 : Man mischt 300 y Acetonitril mit 77 g 3-Chlorpropen-(1) oder 122 q 3-Brompropen- (1) und trägt bei 50-60 unter kräftigem Rühren 40 g feinstens zerriebenes Natriumamid ein.
Man erwärmt schliesslich noch bis zur Beendigung der Ammoniakentwieklung und destilliert dann das als Lösungsmittel verwandte überschüssige Acetonitril durch eine Kolonne ab. Es kann nach entsprechender Ergänzung einem neuen Ansatz zugeführt werden. Aus dem über 100" siedenden Destillationsrückstand beseitigt man zweckmässig vor der endgültigen Rektifikation das beigemengte Natriumhalogenid durch Auswasehen mit Wasser und erhält schliesslich das bekannte Allylacetonitril.
Beispiel 12 : 69 g Butyronitril werden mit 150 g Bromäthan und 60 cm3 Äther unter Rückfluss gekocht. Dann tropft man langsam eine Suspension von 40 g Natriumamid in 300 cm3 Äther ein.
In sehr lebhafter Reaktion entweicht die theoretische Menge Ammoniak. Das Gas kann durch Tiefkühlung oder durch Waschen mit gekühltem Wasser oder durch Berieselung mit hochsiedenden organischen Wasehölen oder in anderer passender Weise vom mitgerissenen Äther und Bromäthan befreit und zu anderen Zwecken, beispielsweise zur Herstellung einer neuen Menge Natriumamid verwendet werden. Man destilliert nach Beendigung der Reaktion den Äther im Gemisch mit dem im tbersehuss verwandten Bromäthan ab, vereinigt das Gemisch mit den aus dem Ammoniak zurückgewonnenen Anteilen, ergänzt es zweckentsprechend und führt es einem neuen Ansatz zu. Aus dem Destillationsrückstand beseitigt man durch Filtration oder durch Auswaschen mit Wasser das Bromnatrium und rektifiziert schliesslich. Es geht zunächst ein geringfügiger Vorlauf von Butyronitril über.
Dann folgen nach einer Zwischenfraktion 67-68 (70% der Theorie) Diäthylaeetonitril, das zwischen 141-14T, in der Hauptsache bei 144-145 , siedet. Nach einer weiteren Zwisehenfraktion folgen als Nachlauf 4 g Triäthylacetonitril vom Kp = 165-170 . Durch nochmalige Rektifikation der Zwischenfraktionen erhöht sich die Ausbeute an Diäthylaeetonitril auf 74 g (76-5% der Theorie, berechnet auf die Gesamtmenge des eingesetzten Butyronitrils).
Das Diäthylacetonitril kann leicht und mit vorzüglicher Ausbeute zur Diäthylessigsäure verseift und in die bekannten pharmakologisch als Hypnotika bewährten Abkömmlinge der Bromdiäthyl- essigsäure umgewandelt werden. Auch kann es als Ausgangsmaterial für die Herstellung des sehr
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Natriumhydrid und 1300 g Benzylehlorid so lange unter Rückfluss gekocht, bis kein Natriumhydrid in der Mischung mehr nachweisbar ist. Man zersetzt mit Wasser, destilliert das Toluol ab und rektifiziert den Rückstand im Vakuum, wobei man in guter Ausbeute das Dimethylbenzylacetonitril erhält, das zu einer farblosen Kristallmasse vom F = 57 erstarrt.
In diesem Beispiel lässt sich das Toluolals Lösungsmittel durch andere indifferente Lösungsmittel, wie Dioxan, Xylol, Cyclohexylmethyläther, ersetzen. Das Natriumhydrid kann gegen Hydride anderer Alkali-oder Erdalkalimetalle, wie z. B. Calciumhydrid, ersetzt werden. Auch in diesen Fällen erweist sieh die Anwendung feiner Suspensionen der Metallverbindungen in indifferenten Lösungsmitteln als ausserordentlich zweckmässig. Sie werden, wie für das Natriumamid beschrieben, durch längeres Verreiben mit dem Lösungsmittel in einer Kugel-oder Kolloidmühle oder einer ähnlich wirkenden Vorrichtung hergestellt.
So werden beispielsweise 30 y 80% iges Natriumhydrid bei 100-120 mit
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300 g trockenem Aminocyclohexan zusammengeknetet. Nach Beendigung der Wasserstoffentwicklung gibt man ein indifferentes Lösungsmittel, wie z. B. Äther oder Benzol, zu und bekommt nach gutem Durchmischen eine sehr feine Suspension von Aminocyclol1exan-Natrium in dem betreffenden Lösungmittel, mit der man ohne weiteres die in den Beispielen 2, 5, 7 beschriebenen Reaktionen mit ähnlich guten Ausbeuten durchführen kann. Das Aminocyclohexan kann nach Beendigung der Reaktion leicht durch Ausschütteln mit Säuren wiedergewonnen werden.
Die gleichen Synthesen lassen sich auch mit Suspensionen von Erdalkali-oder andern Alkalimetallamiden, wie z. B. Lithium-bzw. Magnesiumamid, sowie von Substitutionsprodukten derselben durchführen, wie man sie beispielsweise durch Einleiten von Ammoniak oder Aminen in Lösungen von Lithiumalkylen oder Grignard'schen Magnesiumverbindungen erhält.
Nach dem erfindungsgemässen Verfahren können u. a. noch dargestellt werden :
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<tb>
<tb> Dimethylbutylaeetonitril <SEP> Kp <SEP> = <SEP> 68-70
<tb> Dimethylisopropylacetonitril <SEP> Kp <SEP> = <SEP> 156-158
<tb> Dimethyl-[3039-chlorpropyl]-acetonitril <SEP> Kp16 <SEP> = <SEP> 103-104
<tb> γ-Methoxy-α.α-dimethylbutyronitril <SEP> Kp14 <SEP> = <SEP> 67
<tb> γ-Phenoxy <SEP> α-äthylbutyronitril <SEP> Kp14 <SEP> = <SEP> 170-171
<tb> Äthyl- <SEP> [ss-phenoxyäthyl-]benzylacetonitril <SEP> Kp0.4 <SEP> = <SEP> 170-175
<tb> γ-[S-(p-Tolyl)-mercapto]-α.α
-dimethylbutyronitril <SEP> Kp14 <SEP> = <SEP> 186-188
<tb> Diallylacetonitril <SEP> Kip"= <SEP> 73-74'
<tb> Dipropylacetonitril <SEP> Kpo <SEP> = <SEP> 183-184
<tb> Isobutylacetonitril <SEP> Kip760 <SEP> = <SEP> 183-184
<tb> Methylpropylacetonitril <SEP> Kp760 <SEP> = <SEP> 1460
<tb> Methyldipropylacetonitril <SEP> Kpl <SEP> == <SEP> 68-70
<tb> Methylbenzylacetonitril <SEP> Kip17 <SEP> = <SEP> 130-135
<tb> Äthylisopropylallylacetonitril <SEP> KplU <SEP> = <SEP> 80-810
<tb>
PATENT-ANSPRÜCHE :
1.
Verfahren zur Darstellung substituierter Säurenitrile durch Umsetzung von Säurenitrilen mit Natriumamid und organischen Halogenverbindungen, dadurch gekennzeichnet, dass man auf Säurenitrile der allgemeinen Formel R'R"CH. CN (worin R'Wasserstoff, einen gesättigten bzw. ungesättigten Alkyl-, einen Aralkyl-oder einen alicyclischen Rest, R"ebenfalls Wasserstoff bzw. einen der angegebenen Reste oder R'und R"gemeinsam mit dem benachbarten Kohlenstoffatom einen alicyclischen Rest bedeuten) Natriumamid in Anwesenheit von Halogenverbindungen der Formel R. Hal (worin R einen gesättigten bzw. ungesättigten Alkyl-, einen Aralkyl-oder einen alicyelischen Rest bedeutet, der gegebenenfalls durch Amino-, Alkoxy-, Aryloxy-bzw. Arylmereaptogruppen substituiert ist) einwirken lässt.