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Österreichische
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MAX STEINBERG m LEIPZIG.
Kartoffellegmaschine.
Bei einer Kartoffellegmaschine muss die Zuführungsvorrichtung zum Fördermittel (Legrad oder dgl.) so eingerichtet sein, dass das zur Anwendung kommende Fördermittel die Kartoffeln einzein und unversehrt ohne Unterbrechung und in gleichen Abständen zur Aussaat bringt. Die bisher gebräuchlichen Vorrichtungen erfüllen diese Bedingungen nur unvollständig. Ks muss das Fördermittel entweder durch den mit Kartoffeln angefüllten Saatkasten selbst hindnrchstreichen oder dieselben werden mittels einer Rinne dem Fördermittel zugeführt.
In dem ersteren Falle kommen leicht Verstopfungen und zugleich Beschädigungen von Kartoffeln vor. Im letzteren Falle werden die Kartoffeln nur in einer Reihe dem Förderungsmittel zugeführt. Findet dabei durch die Form der Kartoffeln oder durch irgendein anderes Hindernis eine Hemmung der Reihe statt, so wird das Fördermittel durch die Rinne öfter hindurchtreten, ohne eine Kartoffel zu erhalten, und eine mangelhafte Aussaat wird die Folge sein. Die Kartoffeln würden aber bei alledem in ungleichen Abständen ausgelegt werden, wenn nicht durch die Anordnung der Ablegevorrichtung und ihrer Gestaltung dafür gesorgt wird, dass die Kartoffel stets in derselben Ebene und quer zur Vorrichtung ausgelegt wird.
Diese Übelstände sollen nach vorliegender Ertindung dadurch beseitigt werden, dass zur Entnahme der Kartoffeln ein Vorrat-n des Saatkastens dient, in welchem die Kartoffeln in mehreren Reihen nebeneinander, aber in stets gleich dünner Schicht sich ausbreiten, unabhängig davon, ob viel oder wenig Kartoffeln im Saatkasten sind, aus welchem sie der Entnahmestelle, von mehreren Seiten gleichzeitig beständig in demselben Masse zufliessen, wie hier die Entnahme erfolgt.
Man wird dem Vorraum eine nach der Entnahmestelle etwas geneigte, zu dieser von mehreren Seiten mässig abfallende Form geben, so dass der Boden derart geneigte Auflageflächen für die Kartoffeln bietet, dass ein beständiges Zurollen derselben von mehreren Seiten gleichzeitig zur Entnahmestelle ermöglicht wird.
Dazu wird man die Seitenwände des Bodens nach der Entnahmestelle hin geneigt ausbilden, so dass der Boden die Form eines flachen Troges, einer Mulde oder dgl. hat, oder wie es hier kurz bezeichnet werden soll, muldenartig gestaltet ist.
Tritt dann das Fördermittel in einen derartigen Vorraum ein und entnimmt man aus diesem eine Kartoffel, so werden die zurückbleibenden der Entnahmestelle von mehreren Seiten her leicht zufliessen können, so dass die Entnahme einer neuen Kartoffel stets gesichert bleibt. Die Fördermittel werden dadurch, dass sie eine nur dünne Schicht von Kartoffeln zu durchstreifen haben, dieselben dabei nicht beschädigen : Der Zweck des Mittels wird durch eine an der Übergangsstelle vom Saatkasten zum Vorraum angeordnete mit Stiften oder dgl. besetzte Walze unterstützt.
Es ist zwar bekannt, bei Säemasehinen durch ähnliche Walzen das Saatgut aufzulockern und das Ausströmen desselben zu unterstützen. Bei vorliegender Anwendung einer mit Stiften besetzten Walze hat diese die Aufgabe, das Nachfliessen der Kartoffeln aus
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Die Ablegevorrichtung soll ans einem mittels einer Quorklappe abgeschlossenen Aussaatrohr bestehen, u. zw. soll die Querklappe rinnenförmig gestaltet sein, so dass die Kartoffel, welche in das Aussaatrohr fällt, in der Rinne eingebettet liegen bleibt und auch bei ErschütterungeB der Maschine seitlich nicht entweichen kann.
In der beiliegenden Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand veranschaulicht, u. zw.
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Kartoffellegmaschine dieser Art, Fig. 4 den Grundriss, Fig. 5 die Rückansicht des Aussaatrohres, Fig. 6 und 8 zwei Längsschnitte, Fig. 7 einen Querschnitt des Saatkastens, Fig. 9-13 zeigen in schematischer Darstellung weitere Ausführungsformen des Vorraumes in Längsschnitt, Querschnitt und Grundriss.
Das dargestellte Ausführungsbeispiel zeigt eine zweirädrige Maschine. Von dem Wagengestell wird der Saatkasten A getragen, von dem durch eine Scheidewand B ein muldenförmiger Vorraum C abgetrennt ist. Beide sind so schräg gestellt, dass die Kartoffeln, indem sie durch ihr Eigengewicht nach vorn rollen, durch die Öffnung D in der Scheidewand B in den Vorraum gelangen. Die Kartoffeln werden-entgegengesetzt den bisher bekannten Einrichtungen-in mehreren Reihen nebeneinander aber in einer dünnen Schicht von gleicher Stärke in dem Vorraume C sich ausbreiten, unabhängig von der Füllung des Saatkastens A. Sie werden aber auch von allen Seiten her der Entnahmestelle zurollen, sobald einzelne Kartoffeln entnommen werden.
An dem Wagengestell ist in bekannter Weise ein Löffelrad A'drehbar gelagert. Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel hat es vier Löffelarme. Es können deren aber auch weniger oder mehr sein. Angetrieben wird die Achse des Löffelrades von der Radachse aus mittels Kettenantrieb oder in anderer bekannter Weise, so dass eine Drehung gleichzeitig mit der Fortbewegung des Wagens erfolgt.
Jedenfalls muss das-Löffelrad E so gelagert sein, dass die Löffel bei der Drehung des Rades durch den Vorraum C hindurchstreichen und die Kartoffeln von diesem Vorraum entnehmen. Die Löffel des Rades werfen die entnommenen Kartoffeln in das Saatrohr F, dessen untere Öffnung von einer Klappe G verschlossen wird. Durch periodisches Öffnen der letzteren werden die Kartoffeln ausgesät. Es fallen also die Kartoffeln nicht unmittelbar aus dem Löffel in die Furche, sondern von der Klappe G aus, die unmittelbar über dem Boden angeordnet ist. Bekanntermassen haben die Kartoffeln bei der geringen Fallhöhe fast keine Neigung zum Rollen und bleiben vielmehr dort liegen, wo sie ausgelegt werden.
Das Öffnen der Klappe G geschieht bei dem vorliegenden Ausführungsbeispiel durch die Arme des Löffelrades selbst. Wenn ein Löffelarm in das Saatrohr eintritt, soll die Klappe G, auf welcher die vorher eingeführte Kartoffel ruht, geöffnet und die Kartoffel dem Boden zugeführt werden. Vor dem oben und unten erweiterten Schlitz. J auf der Rückseite des Saatrohros F (Fig. ist dazu ein Hebel H gelagert. Auf diesen trifft bei der Umdrehung des Löffelrades E der Arm des jeweilig eintretenden Löffels auf, drückt den Hebel herunter, öffnet, da der Hebel H und die Klappe G mittels einer Kette K verbunden sind, die Klappe G, indem beid, in die punktierte Stellung (Fig. 3) kommen und lässt die auf der Klappe liegende Kartoffel zur Erde fallen.
Durch Gegengewicht wird sich die Klappe sofort wieder schliessen. Diese Einrichtung zum periodischen Auslegen der Kartoffeln gehört indessen nicht unmittelbar zur vorliegenden Erfindung.
Beim Entnehmen der Kartoffeln aus dem Vorraum werden trotz der begrenzten Schichtstärke, je nachdem die Saatkartoffeln grösser oder kleiner sind, bald eine, bald zwei Kartoffeln in den Löffel sich einlegen und sie werden sich dabei festklemmen können. Es müssen aber die überflüssigen Kartoffeln (in der Regel soll nur immer eine Kartoffel gepflanzt werden) aus dem Löffel entfernt werden, bevor er in das Aussaatrohr eintritt.
Zu diesem Zwecke wird auf dem schräg ansteigenden Boden N, welcher den Vorraum begrenzt, unabhängig von der vorliegenden Erfindung, eine Abstreichvorrichtung vorgesehen, u. zw. besteht diese aus den beiden federnden Armen P und Q, die in die Zinken des Löffels von hinten eintreten, sobald sich dieser über sie hinbewegt und dabei die überzähligen Kartoffeln herauswerfen, welche alsdann auf die schräge Fläche auffallen und in den Vorraum zurückrollen.
Nach der vorliegenden Erfindung wird dem Schöpfraum die Form einer Mulde gegeben. sf, dass die unterste Schichte im Saatkasten nur eine geringe, jede höhere aber eine grössere Breite hat. Bei einer solchen Form der Mulde werden die Kartoffeln stets nach dem tiefsten Punkt gleiten, ohne aufgehalten zu werden, und es werden die Lücken, welche durch Herausnehmen von Kartoffeln in der Entnahmestelle entstehen, von allen Seiten her schnell ausgefüllt werden.
Wenn bei ansteigendem oder abfallendem Boden gesät werden soll, wobei die schräge
Stellung des Saatkastens A sich ändert, so würden unter der Zwischenwand B hinweg ungleiche Mengen von Kartoffeln nach dem Vorraum C befördert werden. Eine ungleiche Förderung wird auch dann eintreten ! wenn nur halbe Kartoffeln zur Saat benutzt werden.
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regeln, dass hier unter allen Verhältnissen immer nur eine dünne Schicht sich ansammeln kann, ist eine Förderwalze W unterhalb der Zwischenwand B angeordnet (also in der Durchgangsöffnung nach dem Vorraum), weiche bei der Stellung Fig. ( ! den Durchgang freigibt, bei der Stellung Fig. 8 ihn verengt. Durch Drehung dieser Walze, bezw.
Stillstand mittels Aufhaltens der Antriebsvorrichtung kann die Förderung der Kartoffeln nach dem Vorraum leicht geregelt werden. Der Boden kann einen Rost zum Durchlässen der Walzenstifte erhalten.
Wie die schematischen Darstellungen Fig. 9-13 zeigen, kann der Vorraum gegen- über dem Saatkasten auch in anderer Weise angeordnet sein. Der Saatkasten A hat dabei an seinem unteren Ende eine Auslauföffnung D, welche unmittelbar über einen tellerförmigen oder muldenförmigen Vorraum C mündet, so dass die Kartoffeln nicht nur nach vorn, sondern auch nach der Seite hin in den Vorraum gelangen können. Durch eine derartige Anordnung wird die gleichmässige Zuführung der Kartoffeln zu der Schöpfvorrichtung auch dann gesichert sein, falls nach einer Seite hin die Kartoffeln an ihrer Fortbewegung gehindert werden. Wie der Grundriss (Fig. 12) erkennen) lässt, werden die Kartoffeln in der Pfeilrichtung, also nach drei Seiten hin, ans dem Saatliasten in den Vorraum C gelangen.
Das Ausführungsbeispiel, das in Fig. 11 und 13 wiedergegeben ist, zeigt die gleiche
Anordnung für eine doppelte Kartoffellegmaschine, bei welcher ein gemeinschaftlicher Vor- raum C die Schöpfer von zwei Schöpfvorrichtungen speist.
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beim Öffnen der Klappe leicht seitlich zur Klappenrichtung ausweichen könnte, besteht die Klappe nach der vorliegenden Erfindung ans zwei zweckmässig in der wagrechten Ebene gebogenen Zinken (Fig. 4) oder sie ist als muldenförmige Schaufel ausgebildet. Die Kartoffel wird durch eine derartige Gestalt der Klappe stets in der Ebene gehalten, in welcher sie ausgelegt werden soll, und damit wird die Aussaat in stets gleichen Entfernungen weiterhin gesichert.
Bei der dargestellten Kartoffellegmaschine ist an dem Aussaatrohr F ferner noch
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nur die Löcher einstossen, in welche die Kartoffeln hineingelegt werden sollen.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Kartoffellegmaschine, dadurch gekennzeichnet, dass ein vom Saatkasten (A) j alge- trennter, zur Entnahmestelle für die Kartoffeln dienender Vorraum (C) muldenförmig gestaltet ist, derart, dass über dessen gegen die Entnahmestelle geneigten Boden die aus dem Saatkasten zuströmenden Kartoffeln beständig in mehreren Reihen nebeneinander und in dünner Schicht sich ausbreiten und der Entnahmestelle von mehreren Seiten gleichzeitig
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