<Desc/Clms Page number 1>
Österreichische PATENTSCHRIFT N 15613. LOUIS CHRISTIAN DE PREVILLE IN PARIS.
Schiffshebewerk mit schwingender Kammer.
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Schiffshebewerk mit schwingender Kammer und Gewichtsausgleichung durch Wasser, bei weichem durch eine Drehbewegung der Kammer um eine feste Achse die Oberfläche des Wassers im Innern derselben gehoben wird, so dass dadurch ein Schiff aus dem unteren Kanal in den höher liegenden oberen Kanal gebracht werden kann.
In der Zeichnung ist die Schleuse dargestellt, und zwar zeigt Fig. 1 einen schematischen Längsschnitt durch dieselbe, Fig. 2 einen Querschnitt nach der Linie A-B der Fig. 1 ; Fig. 3 ist in grösserem Massstabe ein Aufriss des Wälzlagers und Fig. 4 ein Querschnitt durch dasselbe. Fig. 5 zeigt in gleicher Weise wie Fig. 1 einen Längsschnitt der Schleuse, jedoch mit anderer Stellung der Schleusenkammer.
Die schwingende Kammer A ist in einem Schleusenbett B angeordnet und wälzt sich bei C auf einem besonderen Lager. Dieses Lager (Fig. 1, 3 und 4) besteht aus einem Widerlager a, welches auf der Grundmauer des Bettes B befestigt ist und dessen Ob (r-
EMI1.1
Die verschiedenen Punkte der Kammer beschreiben daher nicht Kreisbögen, sondern Evol- venten, welche stets ein Anlegen der Schleusenkammer an die Schleusenhäupter zwang- häufig bewirken, so dass die Verbindung mit den festen Teilen hergestellt wird. Die seitlichen Teile des festen Widerlagers a sind ebenso wie diejenigen des beweglichen Teiles b mit Vorsprüngen in Gestalt von Zähnen ausgerüstet, welche jedes Gleiten dieser Stücke aufeinander verhindern und somit die feste Lage der Schleusenkammer und damit das genaue Anlegen an den Kanal, mit dem die Kammer verbunden werden soll, sichern.
Die Fig. 1 und 5 zeigen die in den Seitenwänden der schwingenden Kammer A enthaltene Wassermasse c, welche als Ballast oder Gegengewicht dient. Diese Wassermasse nimmt je nach der Stellung der Kammer A die in Fig. 1 oder die in Fig. 5 dargestellte Lage ein.
Die Kammer A kann in ihren Endstellungen durch eine Verriegelungsvorrichtung festgestellt worden, die aus einem Balken d besteht, welcher zweckmässig an jedem Ende in einen schmäleren Toil e endigt, der einen Keil bildet. Dieser Balken liegt auf Rollenf auf, welche von auf den Seitenmauern der Schleuse an geeigneten Punkten vorspringend gelagerten Trägern getragen werden. Der Balken kann auf den Rollen durch Zug an einer Doppelkette, welche durch eine geeignet angeordnete Winde betätigt wird, nach rechts oder links verschoben werden. Die bewegliche Kammer A trägt an ihrer hinteren unteren Ecko einen durchgehenden Träger j, der, wenn die Kammer ihre aufsteigende Bewegung vollendet hat (Fig. 5), über den beiden Trägern k, k, zwischen welchen er hindurchgegangen ist, zu liegen kommt.
In dieser Stellung der Kammer kann dann der Kopf e des Balkens d bei seiner Verschiebung zwischen den Träger j und die Träger k, k ein- treten ; der keilförmige Kopf l'liegt alsdann an dem Träger i an (Fig. 5) und verhindert jedes Niedergehen der Kammer A so lange, bis er zurückgezogen ist. In der zweiten, durch Abwärtsdrehen herbeigeführten Grenzstellung der Kammer kann das eine Ende eines vor-
EMI1.2
<Desc/Clms Page number 2>
EMI2.1
in Vorbindung treten, wenn der Balken d nach der entgegengesetzten Seite verschoben wird (Fig. 1) ; hiebei legt sich derselbe zwischen die Konsole I und die beiden anderen Träger m, welche in geeigneter Weise in dem Soitenmauerwerli der Schleuse angeordnet sind.
Der Balken d stellt somit eine Keilverbindung entgegengesetzt zu der vorigen dar, indplll er in sicherer Weise verhindert, dass die Kammer A eine Aufwärtsbewegung machen kann, bevor der Balken zurückgezogen wird.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Ein Schiffshebewerk mit schwingender Kammer und Gewichtsausgleichung durch Wasser, gekennzeichnet durch in den Doppelwandungen der Kammer untergebrachte, oberhalb des Unterwasserspiegels angeordnete, über die ganze Länge der schwingenden Kammer sich erstreckende, teilweise mit Wasser gefüllte Abteilungen c, zum Zwecke, die Kammer in jeder der beiden Endlagen durch das ständig oberhalb des Unterwasserspiegels befindliebe Wasserquantum im Gleichgewichte zu erhalten.