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Verfahren und Einrichtung zur Aufnahme von Parallaxstereogrammen.
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gegenüber besteht die Erfindung darin, dass die in bekannter Weise angeordneten Parallelführungen für den Objektiv-und Aufnahmsschichtträger in ihrem Abstand vom Aufnahmeobjekt und untereinander verschiebbar sind und dass das Objekt gegenüber seiner Parallelführung in dazu senkrechter Richtung gegen den Aufnahmegegenstand zu verstellbar ist.
Neben der dadurch ermöglichten Anpassung an verschiedene Gegenstandsentfernungen wird der Vorteil wesentlich kürzerer Hebellängen erzielt, da lediglich das Verhältnis Abstand des Gegenstandes vom Objektiv zum Abstand des Gegenstandes von der Aufnahmeschicht gleich dem Verhältnis der für die Objektivverschiebung massgebenden Hebellänge zu der für die Verschiebung der Aufnahmeschicht massgebenden Hebellänge unabhängig von der absoluten Hebellänge zu sein braucht.
In der Zeichnung ist die zur Durchführung des Verfahrens erforderliche Einrichtung in verschiedenen Ausführungsbeispielen in den Fig. 1-5 schematisch dargestellt. Fig. 6 stellt die geometrischen Beziehungen dar.
In Fig. 1 ist der Aufnahmeapparat 2 um den Gegenstand 1 schwenkbar, etwa, wie beispielsweise dargestellt, mit Hilfe eines Armes 3, der um einen unter dem Gegenstand befindlichen Zapfen 4 drehbar ist. Möglichst dicht vor der Aufnahmeplatte ist ein in einem Rahmen verschiebbarer Raster 6 (Fig. 4) angeordnet, dessen gedeckt Streifen vorteilhaft wesentlich breiter sind als die durchsichtigen Linien. Die Rasterfeinheit beträgt etwa 40--80 Linien pro Zentimeter. Der Raster wird mittels einer Feder 7 gegen das Ende einer Mikrometerschraube 8 gedrückt. Diese trägt am andern Ende eine grosse Schnurscheibe 9. Die um diese Scheibe laufende Schnur 10 ist durch eine an dem Aufnahmeapparat befestigte Öse 11 geführt und an einem festen Punkt 12 befestigt.
Der Umfang der Scheibe 9 ist unter Berücksichtigung der Steigung der Mikrometerschraube 8 so bemessen, dass der Raster 6 um einen Rasterlinienabstand verschoben wird, wenn der Apparat während der Aufnahme um den Betrachtung-
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analogen Betrachtungsraster überdeckt. Der Raster. M liegt in einem kleinen Abstand 16 über dem Diapositiv. Die Rasterlinienbreite ist etwas kleiner als die des Aufnahmerasters und diese und der
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entsprechenden Bildpunkten ausgehenden, durch die Rasterspalten fallenden Strahlen im Augpunkt 16' in der normalen Sehweite schneiden. Das zweite Auge 16"sieht infolge der Parallaxe Bildstreifen, die einer andern Aufnahmestellung entsprechen, so dass der Gegenstand körperlich erscheint.
Betrachtet man die Platte mehr von der einen oder andern Seite, so erhält man den Eindruck, als würde man den
Gegenstand mehr von rechts oder links betrachten, d. h. das Bild erscheint in jeder Beziehung körperlich, auch für Einäugige.
Fig. 2 zeigt eine Vorrichtung zur Aufnahme weiterentfernter Gegenstände. Sie besteht aus einer Führungsschiene 17 für den Kassettenrahmen 18 und einer hiezu parallelen Führungsschiene 19 für das Objektivbrett 20. Kassettenrahmen und Objektivauszug besitzen Führungsstreben 21 bzw. 22, die durch die Schwenkarme 23, 24 zu einem Parallelogramm verbunden sind. Die Einrichtung des Apparates mit dem verschiebbaren Raster ist analog der in Fig. 4 dargestellten und bereits beschriebenen.
Bei einer mit der Einrichtung nach Fig. 1 durchgeführten Aufnahme fällt das Bild mit Ausnahme der durch die stereoskopische Wirkung verursachten Änderung während der Verschwenkung des Apparates immer auf die gleiche Stelle der Aufnahmesehicht. Dies ist auch erforderlich, da sich sonst bei der beschriebenen Betrachtungsweise der Gegenstand bei Veränderung des Betrachtungwinkels zu verschieben scheint. Auch mit der in Fig. 2 dargestellten Einrichtung muss die Bedingung erfüllt sein, dass während der Verschiebung des Aufnahmeapparates das Bild von dessen stereoskopiseher Änderung abgesehen, stets auf die gleiche Stelle der Aufnahmeschicht fällt.
Dies wird, wie bereits in der Einleitung angeführt, in bekannter Weise dadurch erfüllt, dass die wirksame Länge des Hebels, die das Objektiv verschiebt, gleich dem Objektivabstand vom Gegenstand und die wirksame Hebellänge, die den Plattenträger verschiebt, gleich dem Abstand desselben vom Gegenstand gemacht wird.
Gemäss der Erfindung wird der gleiche Effekt durch Hebel erzielt, deren Länge L (Fig. 2) von dem Abstand des Gegenstandes 1 von der Aufnahmeplatte unabhängig ist, u. zw. dadurch, dass das Verhältnis von Objektivabstand A zum Abstand der Aufnahmeschicht B gleich dem Verhältnis der wirk-
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und 22 genügt natürlich auch z. B. der Hebel 23 allein.
Fig. 3 zeigt eine Anordnung, wenn statt des Linienrasters ein in einem Film 25 eingeprägter Zylinderlinsenraster verwendet wird, wie ihn z. B. das Berthon-Keller-Doriansche-Verfahren für den Farbenfilm verwendet. Das Objektiv 26 erhält eine verschiebbare Blende 21 mit einem schmalen
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Schlitz 28, der sich hinter jeder Zylinderlinse in einem schmalen Streifen 28'abbildet. Wird während der Aufnahme die Blende gleichmässig verschoben und gleichzeitig die Relativstellung zwischen Apparat und Gegenstand verändert, so bestreicht das Schlitzbild 28'die gesamte Linsenbreite. Es werden daher Systeme von schmalen Streifen abgebildet, deren jedes einer bestimmten Ansicht des Gegenstandes entspricht.
Die Schlitzblende kann in analoger Weise wie der Aufnahmeraster durch eine Mikrometerschraube verschoben werden. Bei der in Fig. 2 dargestellten Einrichtung kann die Blendenverschiebung jedoch auch von der Bewegung eines Punktes des Parallelogrammes abgenommen werden.
Wird die Blendenbewegung von einer zur Strebe 22 parallelen Strebe abgenommen, die näher oder weiter als jene vom Drehpunkt der Lenker 2. 3, 24 entfernt ist, so führt die Schlitzblende eine mit der Verschiebungsrichtung gegen-bzw. gleichsinnige Relativbewegung gegenüber dem Objektiv aus. Die Relativbewegung muss durch Wahl des Hebelpunktes, von dem sie abgenommen wird, so bemessen werden, dass die Schlitzöffnung sich so weit verschiebt, dass deren Abbildung durch die Zylinderlinsen die ganze Linsenbreite bestreicht, während der Aufnahmeapparat von seiner äussersten linken zu seiner äussersten rechten Stellung geführt wird. Je nachdem die Schlitzbewegung eine gegen-oder gleichsinnige war, muss der parallaktische Betrachtungsraster vor oder hinter dem Bild angeordnet werden.
Statt des Linsenrasters kann zur Aufnahme auch in einer der Fig. 5 analogen Anordnung auch der Linienraster angeordnet werden, der aber in diesem Falle eb'enso wie der Betrachtungsraster 15 in einem bestimmten Abstand vor der Aufnahmeplatte angeordnet wird, der ebenfalls ein Bild des Schlitzes 28 (Fig. 3) entwirft. Statt einer besonderen Schlitzblende kann in diesem Falle auch das ganze Objektiv verschoben werden. Denkt man sich an Stelle der Augen 16', 16"das Objektiv während der Aufnahme so verschoben, dass es von 16'nach 16"gelangt, so wandern die durch die Schlitze des Rasters 15 fallenden schmalen Bildstreifen auf der Aufnahmeplatte seitwärts. Hiebei muss natürlich der Apparat in der in Fig. 1 oder 2 dargestellten Weise verschwenkt bzw. verschoben werden.
In allen Fällen kann natürlich statt den Apparat zu bewegen, auch der Gegenstand gegenüber dem Apparat in seiner Stellung, allenfalls auch Entfernung geändert werden. Statt der Mikrometerschraube 8 (Fig. 4) kann beispielsweise auch ein durch die Apparatbewegung verschobener Keil auf den Raster verstellend einwirken. Statt des stereoskopischen Effektes kann auch in bekannter Weise ein Bewegungseffekt erzielt werden, wenn das Aufnahmeobjekt während der Aufnahme seine Stellung oder Gestalt ändert, da natürlich auch die Gestaltsänderung in schmale Streifen zerlegt wird, die bei der einäugigen Betrachtung bei stetiger Änderung des Betrachtungswil1kels nacheinander gesehen werden.
Einen besonderen Wert erhält das beschriebene Verfahren für die Gewinnung von Röntgenstereogrammen. Hiebei wird erfindungsgemäss ein Aufnahmematerial verwendet, das Aufnahmeschicht und Raster untrennbar vereint besitzt. Eine etwa einen halben Millimeter starke durchsichtige Folie aus Zelluloid od. dgl. wird auf der einen Seite mit eingepressten Rillen versehen, die mit einer für Röntgenstrahlen opaken Masse (Schwermetallverbindungen) ausgefüllt sind. Es können auch Niederschläge von Blei, Kupfer od. dgl. in Form von Rasterlinien allenfalls durch Ätzen auf der Folie hergestellt werden, die wesentlich schmälere, auch optisch durchsichtige Linien freilassen. Auf der andern Seite ist die Folie mit der lichtempfindlichen Emulsion überzogen. Bei der Aufnahme wird die Raster- seite dem Objekt und der Röntgenröhre zugekehrt.
Während der Aufnahme wird die Röhre oder die Folie mit dem Aufnahmeobjekt soweit verschoben, dass die durch die Rasterspalten fallenden Strahlen sich auf der Aufnahmeschicht durch die Parallaxe um eine Rasterlinienbreite verschieben. An der entwickelten Folie dient der Raster gleichzeitig als Betrachtungsraster.
Für den besonderen Fall der Röntgenaufnahme kann auch von der kontinuierlichen Verschiebung der durch die Rasterlinien fallenden Bildstreifen abgesehen werden. Es können in diesem Falle zwei Röntgenröhren in bestimmtem Abstand gleichzeitig verwendet werden, die durch die Rasterlinien, die in diesem Falle gleich breit wie die opaken Felder sein können, zwei gegeneinander stereoskopisch verschobene Bildsysteme werfen. Die Betrachtung der Röntgenstereogramme kann in diesem Falle allerdings nur unter einer bestimmten Stellung erfolgen.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Aufnahme von Parallaxstereogrammen, dadurch gekennzeichnet, dass bei dicht vor der lichtempfindlichen Schicht angeordnetem Linienraster der Aufnahmeapparat um den Aufnahmegegenstand geschwenkt oder gegenüber diesem geradlinig seitlich verschoben wird und der Raster während der Verschwenkung oder Verschiebung in Abhängigkeit von dieser um einen Rasterlinienabstand verschoben wird.