AT155808B - Verfahren zur Herstellung von geformten Gegenständen. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von geformten Gegenständen.

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AT155808B
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  Verfahren zur Herstellung von geformten Gegenständen. Durch Mischpolymerisation von Vinylestern mit Verbindungen der Formel 
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 (worin Ri und R2 Wasserstoff, Halogen, die Sulfogruppe oder einen Alkyl-, Aryl- oder Aralkylrest und X und Y die Hydroxylgruppe, 0-Alkyl, 0-Aryl oder Halogen oder X und Y zusammen Sauerstoff bedeuten) lassen sich nach dem Verfahren der Patentschrift Nr. 130660 wertvolle Produkte herstellen, wobei das   Mengenverhältnis   beider Komponenten in weiten Grenzen schwanken kann. 



   Weiter ist es bekannt (Patentschrift Nr. 130660, deutsche Patentschriften Nr. 540101 und Nr. 565633), die nach dem genannten Verfahren hergestellten Mischpolymerisate, soweit sie verseifbare Gruppen enthalten, mit Hilfe verseifender Mittel in Verbindungen   ÜberzufÜhren,   deren Kette vermutlich abwechselnd Carboxylgruppen und Hydroxylgruppen enthält. Z. B. gelingt es bereits, durch längeres Kochen mit Wasser das Mischpolymerisat aus   Maleinsäureanhydrid   und Vinylchlorid in einen   wasserlöslichen   Körper überzuführen. 



   Dieser   wasserlösliche   Körper, der vermutlich die Konstitution einer   Oxycarbonsäure   besitzt, verwandelt sich jedoch rasch in einen im Wasser unlöslichen Körper, wobei anzunehmen ist, dass hiebei Vernetzungen der einzelnen Ketten miteinander erfolgen, da sonst der hohe Grad der   Unlöslichkeit   (besonders durch Erwärmen) selbst in schwachem Alkali bei Annahme einfacher   unverknüpfter   Ketten nicht   verständlich   wäre. 



   Ganz allgemein können alle aus der Patentschrift Nr. 130660 bekannten Polymerisate Verwendung finden, bei denen die eine Komponente ein organischer oder anorganischer Vinylester ist, wobei stets Körper von   ähnlichen,   nur je nach der Art der Komponenten und ihrem Mengenverhältnis zueinander etwas abweichenden Eigenschaften entstehen. Sie stellen weissliche, fein-bis grobpulverige oder auch körnige bis faserige, Cellulosederivaten ähnliche Massen dar, die sowohl in Wasser als auch in allen andern Lösungsmitteln unlöslich und zudem unschmelzbar und praktisch kaum formbar sind. 



  Die Verseifung kann in an sich bekannter Weise, z. B. mit Hilfe starker Säuren, wie Salzsäure, Schwefelsäure, oder starker Alkalien, wie Natrium-und Kaliumhydroxyd und Natrium-und Kaliumcarbonat, durchgeführt werden, wie dies aus der deutschen Patentschrift Nr. 565633 entnommen werden kann. Man kann in wässrigen oder in organisehen Lösungsmitteln, z. B. in Alkohol, arbeiten. 



   Es wurde nun gefunden, dass es unerwarteterweise gelingt, diese   laktonartigen   Hochpolymeren zu verformen, wenn man ihnen geeignete Weichmacher, wie schwer oder nichtflüchtige,   wasserlösliche   oder wenigstens wasserquellbare mehrwertige Alkohole wie Glykole, insbesondere Glycerin, ferner Sorbit, Pentaerythrit, Polyglykole oder auch Oxycarbonsäuren, wie Glykolsäure,   Milchsäure,   Zucker-   säure, wasserlösliche aromatische   Alkohole, z. B. Dioxybenzylalkohole, usw., also Alkohole, welche neben der einen Hydroxylgruppe noch mindestens eine zweite Hydroxyl-oder auch Carboxylgruppe enthalten, zusetzt.

   Mischt man diese Weichmacher mit der polymeren Verbindung, wobei man noch   ; ine   gewisse Menge Wasser zusetzen kann, so erhält man eine plastische Masse, die sich glatt in der   liblichen   Weise formen lässt. Man kann daraus durch geeignete mechanische Vorrichtungen (Pressen   . tsw.) Stränge,   Platten, Bänder, Röhren oder auch andere geformte Gegenstände herstellen. Man kann msser dem Weichmacher natürlich auch noch Füllstoffe verschiedenster Art, wie z. B. Russ, Zink. 



  Zinkoxyd, Magnesiumoxyd, Mennige, Eisenoxyd, zusetzen. Beim Verpressen wendet man zweckmässig Temperaturen von etwa 80   bis etwa 120   an, man kann aber auch bei höheren Temperaturen arbeiten, beispielsweise bei etwa   140 .   Die erforderlichen Drucke schwanken je nach der   Zusammensetzung     ler Gemische,   sie können beispielsweise etwa zwischen 5 und 150   y/em betragen.   



   Die Menge des zugesetzten Weichmachers kann ebenfalls innerhalb weiter Grenzen schwanken,   zweckmässig   nimmt man höchstens die gleiche Menge Weichmacher wie festes Mischpolymerisat, man kann aber auch   20-100%   verwenden. 



   Ähnlich ist es mit der Menge des Wassers, die zwischen   10% und 120%   des Polymerisates be- 
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Die nach diesem Verfahren erhaltenen Gegenstände haben vor bisher bekanntgewordenen Kunstmassen den grossen Vorteil, neben einer auffallend hohen Elastizität und Widerstandsfähigkeit gegen starke mechanische Beanspruchung auch gegen sehr stark wirkende Lösungsmittel sowie gegen   Losungsmittelgemische   beständig zu sein.

   Dies ist sehr erstaunlich, denn die meisten plastischen Massen bzw. die aus ihnen geformten Gegenstände sind, wenn sie eine hohe Elastizität besitzen, gegen Lösungsmittel empfindlich (Kautschuk, Cellulosederivate, andere synthetische Polymere) oder sind im Falle der   Unlöslichkeit   relativ spröde   (Phenol-Aldehyd-sowie Casein-Aldehyd-Massen, Vulkanfiber,   Harnstoffpressmassen). 



   Diese auffallenden Eigenschaften machen die nach vorstehendem Verfahren   erhältlichen   geformten Massen für besonders hohe Anforderungen stellende Verwendungszwecke der Technik als Behälter,   Leitungseil1l'ichtungen, Dichtungsstoffe.   die mit Lösungsmitteln, insbesondere Triebstoffen   (Benzin usw.)   in Berührung kommen, geeignet. 



   Beispiele :
1. 100 Gewichtsteile des Verseifungsproduktes eines Mischpolymerisates aus Vinylchlorid und Maleinsäureanhydrid werden mit 30 Gewichtsteilen wasserfreiem Glycerin gemischt und unter hohem Druck bei 120  zu Platten verpresst, die ein sehr elastisches und gegen Lösungsmittel widerstandsfähiges festes Dichtungsmaterial sind. 



   2.100 Gewichtsteile des Verseifungsproduktes eines   Mischpolymerisates   aus Vinylacetat und Maleinsäureanhydrid werden mit 25 Gewichtsteilen Dibutylenglykol und 50 Gewichtsteilen Wasser innig gemischt und bei etwa 80  aus einer   Strangpresse zu Schläuchen   verformt. Die Schläuche sind ausserordentlich elastisch bei hoher Zugfestigkeit und unempfindlich gegen organische Lösungsmittel oder Treibstoffgemische. 



   3.100 Gewichtsteile des Verseifungsproduktes eines Mischpolymerisates aus Vinylacetat mit   Maleinsäuredimethylester   werden mit 30 Gewiehtsteilen Glykolsäure, 80 Gewichtsteilen Wasser und 50 Gewichtsteilen Russ innig vermischt. Diese Mischung wird wie in Beispiel 2 beschrieben zu Schläuchen verpresst, die neben einer sehr hohen mechanischen Festigkeit vollkommene Beständigkeit gegen organische Lösungsmittel besitzen und auch gegen Wasser sehr unempfindlich sind. 



   4.100 Gewichtsteile eines Verseifungsproduktes eines Mischpolymerisates aus 4 Gewichtsteilen Vinylformiat und 1 Gewichtsteil Maleinsäuredimethylester werden mit 45 Gewichtsteilen   Triäthan-     olamin   und 100 Gewichtsteilen Wasser innig vermischt und bei   80- 900 zu Schläuchen   verpresst. Dieselben haben nach dem Trocknen eine ausserordentlich hohe Zugfestigkeit und Elastizität und sind gegen organische Lösungsmittel und Treibstoffe unempfindlich. 



   5. Eine Mischung nach vorstehendem Beispiel wird noch mit 30 Gewichtsteilen zerfaserten Lederabfällen versetzt und gemischt. Die aus dieser Mischung hergestellten Schläuche zeichnen sich durch ihre hervorragende Festigkeit aus. Diese Schläuche können zur Erhöhung ihrer Widerstandsfähigkeit gegen äusseren Einfluss von Wasser noch mit einem geeigneten Lack, z. B. einem solchen aus Acetylcellulose oder aus Polyvinylformiat, überzogen werden. Dem Lack können Pigmente verschiedener Art, u. a. Aluminiumbronze, zugesetzt werden. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung von geformten Gegenständen aus Weichmacher enthaltenden Verseifungsprodukten der nach der Patentschrift Nr. 130660 erhältlichen Mischpolymerisate, dadurch gekennzeichnet, dass als Weichmacher solche Alkohole zugesetzt werden, die mindestens zwei Hydroxylgruppen oder mindestens eine Carboxylgruppe besitzen, worauf die erhaltene plastische Masse in üblicher Weise verformt wird.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man ausser den genannten Weich- machern noch Wasser zusetzt.
AT155808D 1936-01-16 1937-01-08 Verfahren zur Herstellung von geformten Gegenständen. AT155808B (de)

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