AT154649B - Verfahren zur Herstellung von basischem Magnesiumkarbonat. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von basischem Magnesiumkarbonat.

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   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zur Herstellung von basischem Magnesiumkarbonat. 



   Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von basischem Magnesiumkarbonat aus
Sintermagnesit, vorteilhaft aus Abfällen der Sintermagnesitfabrikation. 



   Es ist bekannt, Magnesiumkarbonat aus nass gemahlener oder nass vorgerührter kaustischer
Magnesia durch Druckbehandlung mit Kohlensäure zu gewinnen. Dieses Verfahren ist jedoch un- wirtschaftlich, da eigens zu diesem Zweck gebrannter Magnesit verwendet werden muss und sieh darüber hinaus gezeigt hat, dass dieses Verfahren zu unreinem Magnesiumkarbonat führt, wenn man nicht besonders reine und völlig eisenfreie und daher teure Magnesite verwendet. Die Gründe hiefür werden weiter unten dargelegt. Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur wirtschaftlichen Her- stellung von basischem Magnesiumkarbonat aus Abfällen der Sintermagnesitfabrikation. 



   Um die in der Sortierung der Sintermagnesitfabrikation anfallenden Stäube zur Herstellung von basischem Magnesiumkarbonat zu verwerten, hat man vorgeschlagen, diese sehr reaktionsträgen
Substanzen mit Säuren aufzuschliessen. Dabei entstehen Magnesiumsalze, die dann in Karbonat umgewandelt werden. Man hat ferner versucht, gargebrannte oder geglühte Magnesia dadurch reaktionsfähig zu machen, dass man sie mit strömendem Dampf bei   Atmosphärendruck   oder bei einem Druck von 5 Atm. hydratisierte und danach mit Kohlensäure behandelte. Man hat des weiteren vorgeschlagen, auch die bei der Sinterfabrikation anfallenden magnesiareiehen Stäube sowie die gesinterten   dolomitischen     "Berge" dadurch aufzuschliessen,   dass man sie mit gespanntem Wasserdampf von   8-10   Atm. Druck behandelte.

   Die letztgenannten Wege führen jedoch nicht zum Ziel, weil bei diesen Behandlungsarten der grösste Teil des im Sintermagnesit oder im kaustischen Magnesit enthaltenen Eisenoxyds gleichfalls hydratisiert wird und bei der darauffolgenden Kohlensäurebehandlung in Form von Eisenkarbonat zusammen mit dem Kalk und der Magnesia in Lösung geht. Um dann das Eisen aus den Lösungen restlos zu entfernen, müssen diese unter Umrühren erwärmt werden, wobei jedoch der grösste Teil der Magnesia mitausfällt und zu grosse Verluste an Magnesia eintreten. Meist genügt auch die mit grossen Ausbeuteverlusten verbundene Wärmebehandlung nicht und grosse Teile des Eisenbikarbonates bleiben in Lösung, so dass das Endprodukt dann nicht schneeweiss, sondern gelblich gefärbt ist. 



   Es wurde daher auch versucht, die Sinterstäube zunächst mit gespanntem Wasserdampf von mindestens 6 Atm. zu hydratisieren und dann die so hydratisierten Stäube in einem Drehofen auf dunkle Rotglut (ungefähr   6000 C)   zu erhitzen, um auf diese Weise die Reaktionsfähigkeit des Eisenoxydes herabzumindern. Es wurde jedoch durch Versuche festgestellt, dass die Reaktionsfähigkeit des Eisenoxydes bei dieser Temperatur in keiner Weise herabgemindert wird und dass vielmehr Temperaturen von weit über 12000 C notwendig sind, um das   Eisenoxyd"tot"zu   brennen. 



   Durch die Aufwendung von Wasserdampf und die dann folgende Wärmebehandlung des Materials bei Temperaturen von weit über   12000 C   wird dieser Vorschlag jedoch vollkommen unwirtschaftlich. 



   Es wurde nun gefunden, dass man die Sinterstäube in einem gewünschten Ausmass reaktions-   fähig machen und für   den Angriff der Kohlensäure richtig vorbereiten kann, wenn man die feingemahlenen Sinterstäube oder die dolomitischen Abfälle der Sinterfabrikation vor der Kohlensäureeinwirkung im Druckautoklaven mehrere Stunden lang in einem Bottich mit kaltem oder nur wenig erwärmtem, keinesfalls aber über 100  C heissem Wasser, zweckmässig unter starker Rührung behandelt. Es hat sich gezeigt, dass hiebei das Eisenoxyd   überraschenderweise   in einer Form verbleibt, in der es von der nachfolgend einwirkenden Kohlensäure noch nicht angegriffen wird, während das Magnesiumoxyd an der Oberfläche der Kornteilchen hydratisiert und so dem Angriff der Kohlensäure zugänglich gemacht wird.

   Durch diese selektiv wirkende und sehr wirtschaftliche Wasserbehandlung konnte nur nicht 

 <Desc/Clms Page number 2> 

 ein schneeweisses, eisenoxydfreies, basisches Magnesiumkarbonat erzielt werden, sondern auch die Ausbeute an basischem Magnesiumkarbonat um das zehnfache gegenüber einigen der bekannten Verfahren gesteigert und so die Verwertung der Sinterstäube usw. für die genannten Zwecke besonders wirtschaftlich gestaltet werden. 



   Beispiel : Es wurde beispielsweise Sinterstaub folgender Zusammensetzung verwendet : 
 EMI2.1 
 
<tb> 
<tb> I <SEP> II
<tb> MgO................... <SEP> 86-1 <SEP> 80-8
<tb> CaO................... <SEP> 2-6 <SEP> 6-0
<tb> Fe2O3 <SEP> .................. <SEP> 8#8 <SEP> 8#5
<tb> Al, <SEP> 0,.................. <SEP> 0-8 <SEP> 0-7
<tb> SiO2 <SEP> ................... <SEP> 1#6 <SEP> 4#0
<tb> 
 7 kg feingemahlener. Sinterstaub werden in einem Rührwerk mit zirka 10 Liter Wasser von   200 C   2 Stunden lang lebhaft gerührt und dann die Mischung mit weiteren 50 Liter Wasser versetzt und die Suspension in einem Autoklaven 2 Stunden lang mit Kohlensäure unter etwa 10 Atm. Druck behandelt.

   Während der   Kohlensäureeinwirkung   wird zweckmässig gekühlt, derart, dass die Temperatur im Autoklaven nicht über 30  C, vorzugsweise nicht über   150 C   steigt. Danach wird die Suspension unter Druck abgezogen, unter Druck geklärt und dann unter Druck rasch filtriert und die filtrierte klare Lösung in einem Bottich stehengelassen, wobei das Kalziumkarbonat ausfällt. Die filtrierte Lösung wird sodann mit Dampf bis zu 5 Atm. behandelt, wodurch das Magnesiumbikarbonat sich zersetzt und Magnesiumkarbonat ausfällt.

   Das erhaltene basische Magnesiumkarbonat hat folgende Zusammensetzung : 
 EMI2.2 
 
<tb> 
<tb> Feuchtigkeit........................ <SEP> 1-4 <SEP> %
<tb> & lühverlust........................ <SEP> 57-0 <SEP> %
<tb> . <SEP> MgO............................... <SEP> 41-0%
<tb> Cas <SEP> 0 <SEP> 5 <SEP> %
<tb> Fez
<tb> 
 
 EMI2.3 
 nach der Wasserbehandlung bis zu etwa   10%   Alkalien, Säuren oder Salze, wie z. B. auch Ammoniak, Natronlauge, Natriumkarbonat, Ammoniumkarbonat oder Schwefelsäure usw., zwecks Erhöhung der Reaktionsfähigkeit zuzusetzen. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung von basischem Magnesiumkarbonat durch Druckeinwirkung von Kohlensäure oder   kohlensäurehaltigen   Abgasen auf hydratisierte Magnesia, dadurch gekennzeichnet, dass als Ausgangsmaterial Abfälle der Sintermagnesitfabrikation, wie z. B. Sinterstaub oder genahlene   "Berge"verwendet   werden, welche durch eine mehrstündige Behandlung mit Wasser bei Temperaturen wesentlich unter 100  C hydratisiert werden.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Wasserbehandlung unter starker Rührung erfolgt.
    3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass dem Sinterstaub bzw. den dolomitischen Bergen vor, während oder nach der Wasserbehandlung bis zu etwa 10% Alkalien, Säuren oder Salze zugesetzt werden.
AT154649D 1936-11-17 1936-11-17 Verfahren zur Herstellung von basischem Magnesiumkarbonat. AT154649B (de)

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