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Getreidenetzvorrichtung.
Die Erfindung betrifft eine Getreidenetzvorrichtung mit einem Flüssigkeitsmessbehälter und elektromagnetisch gesteuerten Sperrorganen für die Flüssigkeitsleitungen zu bzw. von diesem Behälter. Einrichtungen dieser Art sind bekannt, jedoch verhältnismässig umständlich und schwer ansprechend, weil bei diesen die elektrische Einrichtung lediglich zur Einleitung eines mechanischen Vorganges oder doch nur zur Ausführung einer Umschaltbewegung herangezogen wird, während der für die Wiedererreichung der Ausgangslage erforderliche weitere Umschaltvorgang auf mechanischem Wege erfolgt. Wegen des Erfordernisses einer ständigen Instandhaltung ausser den bereits geschilderten Nachteilen vermochte sich die vorgeschlagenen Einrichtungen eine nennenswerte Anwendung in der Praxis nicht zu sichern.
Gemäss der Erfindung wird hier durch besondere Anordnung an sich bekannter Kontaktwippen Abhilfe geschaffen, indem eine durch die Getreidewaage od. dgl. beeinflusste Kontaktwippe mit je einem auf das Zuflusssperrorgan bzw. auf das Abflusssperrorgan für die Flüssigkeitszu-bzw.-ableitung einwirkenden elektrischen Leitungssystem wechselweise je nach ihrer Stellung zusammenwirkt. In der Zeichnung ist eine beispielsweise Ausführungsmöglichkeit durch ihr Schaltschema veranschaulicht.
Bei Belastung der Getreidewaage od. dgl. wird der mit dieser unmittelbar oder mittelbar verbundene Hebel M, an welchem ein Stromschlusskontakt 4 angebracht ist, nach abwärts in der Richtung des Pfeiles 15 bewegt ; der Stromschlusskontakt 4 ist beim Ausführungsbeispiel nach dem System einer Kontaktwippe ausgebildet, u. zw. beispielsweise mit zwei hintereinander geschalteten Quecksilberkontaktröhren 16, 17, von denen die eine, 17, an einem Ende 18 verlängert sein kann, um einen Stromschluss lediglich in einer Schwenkrichtung zu ermöglichen ; diese Ausbildung ist jedoch nicht unbedingt erforderlich und kann gegebenenfalls durch eine Einzelröhre, z. B. 16, ersetzt sein.
Der Stromschlusskontakt 4 ist mit den Klemmen 1, mit einer weiteren, von einem im Gehäuse 8 des Flüssigkeitsmessbehälters befindlichen Schwimmer 9 beeinflussten Kontaktwippe 10 und einem Relais 5 in Reihe geschaltet ; parallel zum Stromschlusskontakt 4 ist hingegen ein ebenfalls als Wippe vorteilhaft mit verlängertem Röhrenende 22 ausgebildeter Hilfskontakt 6 angeordnet, welcher somit seinerseits mit den Teilen 1, 5 und 10 ebenfalls in Reihe geschaltet ist.
Das Relais 5 wirkt auf einen Hebel 13 ein, auf welchem beim Ausführungsbeispiel die mit den Leitungsanschlüssen 19, 20 und 21 ausgestattete Kontaktwippe 2 sitzt, von welcher zwei elektrische Leitungssysteme ausgehen ; eines davon weist ein Relais 7 auf, welches das Zuflusssperrorgan 11 beeinflusst, das in die zum Flüssigkeitsmessbehälter 8 führende Flüssigkeitszuleitungsröhre eingeschaltet ist ; das andere elektrische Leitungssystem enthält das Relais 3, welches das Flüssigkeitsabflusssperrorgan 12 beeinflusst, das in dem vom Flüssigkeitsmessbehälter 8 zur Getreidetransportschnecke od. dgl. führenden Flüssigkeitsleitungsrohr eingebaut ist. Die Wippen 2 und 6 sind vorteilhaft auf dem gleichen Hebel 13 angeordnet.
Die Wirkungsweise ist nun folgende :
Wird die Getreidewaage belastet, so wird der Hebel 14 und mit diesem der Stromschlusskontakt 4 in der Richtung des Pfeiles 15 nach abwärts bewegt und hiedurch ein Stromschluss bewirkt. Dieser würde bei Vorhandensein nur der oberen Röhre 16 so lange erhalten bleiben, als der Ausschlag des Waagebalkens 14 anhält und naturgemäss auch die Schwankungen desselben mitmachen müssen ; zur Vermeidung dieses Nachteiles ist beim Ausführungsbeispiel die zweite Röhre 17 vorgesehen, in deren verlängertes Ende 18 beim Herabschwenken der Röhre das Quecksilber, nachdem es einen Augenblick lang als Kontaktbrücke gewirkt hat, einfliesst und den Stromweg somit neuerdings unterbricht.
Während der Dauer des Stromschlusses fliesst ein Strom von den Klemmen 1 über den Stromschluss-
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kontakt 4 und die Wippe 10 zum Relais 5, wodurch dieses den Hebel 13 nach aufwärts zieht. Die Kontaktwippe 2 gelangt hiedurch gleichzeitig in jene Stellung, in welcher die Leitungsanschlüsse 19 und 20 vom Quecksilber überbrückt werden, wodurch das Relais 7, das in einem Leitungssystem mit den Klemmen 1 und den Anschlüssen 19 und 20 liegt, betätigt wird, was ein Öffnen des Flüssigkeitssperrorgans 11 zur Folge hat ; gleichzeitig ist infolge Unterbrechung zwischen den Anschlüssen 20 und 21 der Kontaktwippe 2 das andere, das Relais 3 enthaltende elektrische Leitungssystem stromlos und somit das Organ 12 in Sperrstellung.
Daher ist der Flüssigkeitszufluss zum Flüssigkeitsmessbehälter 8 geöffnet, der Abfluss von diesem zur Getreideschnecke dagegen gesperrt. Da der Stromschlusskontakt 4 entweder beim Aufhören der Gewichtswirkung auf die Waage oder, wie beim Ausführungsbeispiel, infolge der Röhre 17 schon nach ganz kurzer Zeit den Stromfluss unterbricht, ist zur Vermeidung eines sofortigen Herabsinkens des Hebels 13 in die Ausgangslage der Hilfskontakt 6 vorgesehen, welcher, infolge seiner Parallelschaltung mit Stromschlusskontakt 4, die Stromleitung in dem Augenblicke übernimmt, als der Hebel 13 durch das Relais 5 nur einmal angezogen wurde.
Das Relais 5 bleibt somit unter Strom, der Hebel 13 damit angehoben und das Organ 11 - bei gleich- zeitiger Sperrung von 12 - geöffnet. Der im Behälter 8 steigende Flüssigkeitsspiegel hebt nun den Schwimmer 9 an, welcher über ein Gestänge mit der Wippe 10 verbunden ist, die bei einer z. B. durch Einstellung des Gestänges vorbestimmbaren Flüssigkeitsspiegelhöhe in eine stromunterbrechende
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und dem Hilfskontakt 6 in die in der Zeichnung dargestellte Lage ; der Kontakt 6 ist unwirksam ; die Anschlüsse 20 und 21 sind'überbrückt, das Relais J wird unter Strom gesetzt, das Sperrorgan 12 geöffnet. Die vorbestimmte Flüssigkeitsmenge strömt aus dem Behälter 8 dem Getreidestrom zu.
Mit dem Sinken des Flüssigkeitsspiegels fällt der Schwimmer, der Kontakt 10 wird in die Schliessung-
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Die beschriebene, erfindungsgemässe Einrichtung hat den Vorteil, dass die nach dem Getreidegewicht eingestellte prozentuale Flüssigkeitsmenge auch dann gewährleistet ist, wenn die Intensität des Getreidestromes zeitlich schwankt. Jedwede Ableitung überschüssiger Flüssigkeit erübrigt sich.
Rein mechanisch wirkende Teile sind in denkbar grösstem Ausmass erspart.
Zahlreiche weitere Verwirklichungen des Erfindungsgedankens sind möglich.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Getreidenetzvorrichtung mit einem Flüssigkeitsmessbehälter und elektromagnetisch gesteuerten Sperrorganen für die Flüssigkeitsleitungen, dadurch gekennzeichnet, dass eine durch die Getreidewaage od. dgl. beeinflusste Kontaktwippe (2) mit je einem auf das Zuflusssperrorgan (11) bzw. auf das A, bflusssperrorgan (12) einwirkenden elektrischen Leitungssystem wechselweise je nach ihrer Stellung zusammenwirkt.