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Verfahren zur Herstellung von Radioröhren-Gittern.
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Erzeugung von Radioröhrengittern. Gemäss den gewöhnlich geübten Methoden werden in die Tragstäbe in Abständen Einkerbungen vorgesehen und um diese Einkerbungen wird der Draht gewunden ; die Einkerbungen sind dabei so geformt, dass die Drähte an den Stäben befestigt werden können. Dieses Verfahren des Umwickeln ist in der Praxis ebenso zeitraubend wie jene Methode, bei welcher Drähte zuerst auf der einen Seite eines Stabpaares angebracht werden, worauf der Vorgang wiederholt wird, um die Drähte auf der andern Seite der Stäbe aufzuschweissen.
Gemäss der Erfindung wird das Gitter in der Weise erzeugt, dass gesonderte Drahtgruppen in einem Arbeitsgang an entgegengesetzten Seiten der Stangen angebracht und die Drähte an die Stangen geschweisst werden, wobei das Anbringen auch durch Kerbung und entsprechende Formgebung der Stangen bewirkt werden kann. Die Drähte der einen Gruppe können, wenn erwünscht, auch so angeordnet werden, dass sie nicht in einer Linie mit den Drähten der andern Gruppe liegen. Erfindunggemäss kann das Gitter gedehnt und gespannt werden, bevor das Produkt fertig ist, wodurch das Ausdehnen und Spannen nach Fertigstellung des Produktes wegfällt.
Fig. 1 ist eine Ansicht der Gruppen der an einer Seitenstange befestigten Netzdrähte am Anfang des Herstellungsvorganges. Fig. 1 a ist ein Schnitt nach der Linie 1 a-1 a der Fig. 1, Fig. 2 ist eine Ansicht der Netzdrahtgruppen mit den dazugehörigen Vorrichtungen und zeigt den zweiten Verfahrenschritt. Fig. 2 ist ein Schnitt nach der Linie 2 a-2 a der Fig. 2, Fig. 3 ist eine der Fig. 2 ähnliche Ansicht, gemäss welcher Darstellung die beweglichen Teile an die Innenseite geschoben sind, um geschweisst werden zu können. Fig. 3 a ist ein Schnitt nach der Linie 3 a-3 a der Fig. 3, Fig. 4 ist ein Schnitt nach der Linie 3 a-3 a der Fig. 3, Fig. 4 ist ein der Fig. 3 a ähnlicher Schnitt. Fig. 5 ist eine der Fig. 2 ähnliche Ansicht bei zurückgezogener Welle.
Fig. 5 a ist ein Schnitt nach der Linie 5 a-5 a der Fig. 5, Fig. 6 ist eine Ansicht des teilweise fertiggestellten Gitters mit den dazugehörigen Teilen, wobei das Schneiden der Seitenstangen gezeigt ist. Fig. 6 a ist ein Schnitt nach der Linie 6 a-6 a der Fig. 6.
Fig. 7 ist eine der Fig. 2 ähnliche Ansicht, das Abschneiden der Drähte zwischen den Seitenstangen für die Anfertigung der Gitter zeigend. Fig. 7 a ist ein Schnitt nach der Linie 7 a-7 a der Fig. 7, Fig. 8 ist eine Ansicht der fertigen Gitter und schliesslich Fig. 9 ein Schnitt durch das Gitter.
Es sollen nun die Vorrichtungen für die Ausführung des Verfahrens beschrieben werden.
15 bezeichnet gegenüberliegende obere und untere Kämme mit Zähnen 16, zwischen welchen die oberen und unteren Gruppen der Netzplattendrähte 17 durchgeführt sind (Fig. 2-5 a, 6a-7 a). Diese Drahtsträhne sind auf Spulen gehalten, von welchen sie während des Arbeitsvorganges abgewickelt werden.
Die Zähne der Kämme halten die Drähte getrennt auseinander. Die Trennung dieser Drähte hängt von der gewünschten Form ab, welche dem fertigen Gitter erteilt wird. Das Gitter kann eine beliebige Anzahl von gegenüberliegenden Drähten haben. Auf einer Seite der Kämme 15 sind gegenüberliegende obere und untere bewegliche Klingen oder Messer. M von solcher Breite vorgesehen, dass sie über die Drahtgruppen reichen ; 19 bezeichnet obere und untere gegenüberliegende, zum Schweissen und Halten dienende bewegliehe Teile von einer ebenfalls über die Drähte reichenden Breite. 20 bezeichnet einen Dorn oder Schaft mit einer Öffnung 21, für die Aufnahme der Enden der Teile 19. Die Seitenwände des Durchlasses 21 weisen Rinnen 22 zur Aufnahme von zwei sich berührenden Stangen 23 auf.
Der
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Dorn besitzt eine dehnbare Verlängerung, welche den feststehenden Teil 24 und das seitlich bewegliche Organ 25 umfasst. Die Verbindung mit dem Teil 24 ist durch die Platte 26 hergestellt, welche mit dem Organ 25 zusammenhängt (Fig. 2,3 und 7) ; in der Platte 26 ist ein länglicher Schlitz 27, der eine Schraube 28 aufnimmt, welche fest mit 24 oder mit dem Dorn verbunden ist. Das bewegliche Organ 25 steht unter der Wirkung der Feder 29, welche durch einen beweglichen Keil 30, der zwischen 24 und 25 angeordnet ist, gedehnt wird. 25 ist daher zusammen mit dem Dorn bewegbar, aber seitlich verschiebbar in bezug auf das Organ 24 des Dorns. 31 bezeichnet obere und untere gegenüberliegende Klingen zum Schneiden der Stangen 23 (Fig. 2,3, 5-7).
Die Drähte 17 und die Stangen gehen durch einen Wasserstoffofen 32. Der erste Schritt bei Durchführung des Verfahrens ist der, dass die freien Enden der oberen und unteren Drahtgruppen 17 auf den gegenüberliegenden Seiten einer Stange 23'angeordnet und die Drähte an diese Stangen geschweisst werden (Fig. 1, 1 a). Sodann werden die Enden der Drähte in der Richtung des in der Fig. 2 lotrecht gezeichneten Pfeiles bewegt, bis die erwünschte Stellung in bezug auf den Dorn 20 erreicht ist ; der Dorn wird in der ebenfalls in der Fig. 2 mit waagrechtem Pfeil angedeuteten Richtung so verschoben, dass er zwischen den oberen und unteren Drahtgruppen 17 durchgeht, und die Stange 23' tritt in die Rinne 25'des Organs 25.
Die Stangen 23, welche in einer festen Lage gehalten sind, aber geführt werden können, werden in der Richtung bewegt, dass sie innerhalb des Durchlasses 21 gelangen und in den Rinnen 22 festgehalten werden (Fig. 2 und 2 a). Die schweissenden bzw. haltenden Organe 19 sind oberhalb und unterhalb der Drähte 17 vertikal zum Durchlass 21 angeordnet. Die schweissenden und haltenden Organe 19 werden zum Verklammern der Drähte 17 gegen diese bewegt und die freien Enden dieser Organe verklammern die Drähte 17 gegen die zwei Stangen 23, welche zusammengehalten werden.
Kurz vor der Verklammerung zwischen den Teilen 19 und den Drähten 17 wird Wasserstoffes auf die Drähte 17 und die Stangen 23 auf die Schweissstellen geblasen, und sobald die Organe 19 die Drähte mit den Stangen 23 verklammern, ein Strom selbsttätig eingeleitet und die Drähte an die Stangen 23 geschweisst : Der Schweissprozess dauert gerade nur so lange, dass die Drähte mit den Stangen verschmolzen werden, wonach der elektrische Strom aus den Teilen 19 wieder ausgeschaltet wird ; die Berührung dieser Teile mit den Drähten 17 wird aber weiter beibehalten.
Dies hat den Zweck, die Drähte in richtiger Stellung auf den Stangen 23 zu halten, bis die geschweissten Verbindungsstellen abgekühlt sind, und weiters, um das teilweise fertige Gitter während der weiteren Phasen des Verfahrens in seiner Stellung festzuhalten. All dies ist in den Fig. 3 und 3 a gezeigt.
Der nächste Schritt besteht in dem Ausdehnen und Spannen des teilweise fertigen Gitters, um dasselbe in passender Grösse zu erzeugen. Dies wird erreicht, indem der Keil 30 in Pfeilrichtung verschoben wird (Fig. 3), wobei das bewegliche Organ'25 seitlich bzw. auch aussen verschoben wird (Fig. 3, 3 a und 4). Der nächste Schritt besteht in der Zurückziehung des dehnbaren Teiles des Dornes, was durch die Verschiebung des Keiles 30 in entgegengesetzter Richtung bewirkt wird ; nachdem sich das Organ 25 nach innen bewegt hat, wird der ganze Dorn in entgegengesetzter Richtung verschoben und von dem teilweise fertigen Gitter weggezogen, worauf er entlang der Drähte 17 in der Richtung des Pfeiles verschoben wird (Fig. 5).
Der Dorn 20 befindet sich nun in der Stellung gemäss Fig. 5 und er wird in dieser Stellung gehalten, bis das Gitter fertig ist (Fig. 5 und 5 a).
Der nächste Schritt besteht im Schneiden der Stangen 23, was durch Bewegung der Klingen 31 bewirkt wird. Während all dieser Verfahrensschritte blieben die Organe 19 in festem Eingriff mit den Drähten 17 und hielten dadurch das teilweise fertige Gitter in Stellung. Der nächste Schritt besteht darin, den Dorn so zu bewegen, dass er zwischen den Drähten 17 durchgeht, wobei die Stange 23 in die Furche 25'des Organs 25 tritt. Der Dorn hält nun das teilweise fertige Gitter in Stellung, die Organe 19 werden in die offene Stellung verschoben, u. zw. in der Pfeilrichtung (Fig. 7 und 7 a), während die Klingen 18 so nach innen und vorwärts geschoben werden, dass sie die Drähte 17 zwischen den
Stangen schneiden und damit die nebeneinander angeordneten Stangen 23 voneinander als auch das fertige Gitter von den Drähten 17 trennen.
Während dieses Schneideprozesses werden die kurzen Enden der Drähte nach innen und um die Stangen gebogen, was eine weitere Behandlung unnötig macht. Das Gitter fällt auf die Fördervorrichtung 23, worauf der Dorn 20 in der Richtung der Drahtgruppen vorwärtsgeschoben wird (Fig. 7), um letztere für die Feststellung der Breite des nächstfolgenden
Gitters vorzubereiten, wobei die einzelnen Teile die Stellung, welche in der Fig. 1 gezeigt ist, einnehmen werden. Somit ist der gesamte Verfahrensvorgang beendet.
Bei der Ausführung des Verfahrens werden die Stangen 23, ehe sie zwischen die Gruppen der
Gitter gebracht werden, in einem feststehenden Führungsorgan gehalten, um die unterbrochene Bewegung der Drahtgruppen und die Breite der Gitter zu bestimmen. Nachdem mindestens ein Gitter fertig ist, kann man in folgender Weise vorgehen :
zwei Stangen werden zwischen den Drahtgruppen angeordnet, worauf das Schweissen der Drähte auf die Stangen erfolgt, hierauf folgt das Abschneiden der Stangen, das Schneiden der Drähte zwischen den Stangen, das Vorbewegen der Drahtgruppen um ein Stück in der Längsrichtung, um die Breite des Gitters zu bestimmen, das Einsetzen eines andern
Stangenpaare zwischen den Drähten an derselben Stelle, das Abschneiden des zweiten Stangenpaare, das Ausdehnen des teilweise fertigen Gitters (was aber gegebenenfalls entfallen kann) und endlich das Schneiden der Drähte zwischen dem zweiten Stangenpaar.
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Die Stangen, welche nebeneinander angeordnet sind, sollen in naher Berührung sein, da dies die gebogenen zu beschneidenden Enden der Drähte kürzt und ihr Einbiegen nach innen (um die Stangen) erleichtert, wodurch weitere Mehrarbeit unnötig wird ; die Entfernung zwischen den Stangenpaare kann jedoch verschieden sein.
Die Gitter können in beliebiger Form hergestellt werden, wobei der Dorn stets einen entsprechenden Querschnitt hat.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung von Radioröhren-Gittern, dadurch gekennzeichnet, dass aus in Abständen nebeneinander angeordneten Drähten Drahtgruppen gebildet werden, zwischen denen man die zum Halten der Drähte bestimmten Stangen quer anbringt, worauf man die Drahtgruppen auf entgegengesetzten Seiten der Stangen befestigt.