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Gelenk für Prothesen.
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mittel, Staufferfett od. dgl. enthält, das bei belastendem Druck durch Poren oder feine Löcher gepresst wird und so das Gelenk dauernd schmier. Die Abrollfläche des Oberschenkels A zeigt, dem natürlichen Knochen entsprechend, im Seitenquerschnitt eine elliptische Form, die nach hinten in eine Kreisform
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weiterer Beugung gelangt die Kugelform in die Gelenkspfanne, in die sie sich satt einpasst, es entsteht eine dem natürlichen Gelenk entsprechende Verkürzung des ganzen Beines. Die aus Fig. 4 ersichtliche konvexe Wölbung des Unterschenkels korrespondiert mit einer konkaven Wölbung am Oberschenkel, sie verhindert seitliches Ausgleiten des Gelenkes und gibt die natürliche Führung.
Diese der Natur abgelauschten Knochenflächen des Gelenks bieten eine so grosse Sicherheit, dass starre Verbindungen überflüssig werden und die Verbindung entsprechend der natürlichen Bänder und Muskeln mit flexiblen Bändern erfolgen kann. Die Bänder werden dabei so geführt, dass sie einerseits eine Bewegung im Sinne der Kniebeugung zulassen, anderseits eine Überstreckung des Knies verhindern.
Im Ausführungsbeispiel sind im wesentlichen zwei Arten Bänder vorgesehen, u. zw. die seitlichen Bänder zur Führung des Gelenks 1 bzw. 2 und die die Überstreckung verhindernden Bänder 3. Die seitlichen Bänder 1 und 2 laufen je um einen Ring 4 bzw. 5 und sind mit freien Enden an beiden Seiten des Unterschenkels B befestigt. Zur Naehspannung sind die Ringe 4 und 5 auf Muttern 8 und 9 befestigt, deren Schraubenspindeln 10 und 11 durch entsprechende Lager am Oberschenkel A in ihrer räumlichen Lage festgehalten werden. Durch Drehen der Schrauben 10 und 11 werden demnach die Muttern 8 und 9 mit den bänderführenden Ringen angezogen oder nachgelassen und damit der Spannungszustand ver- ändert.
Alle Bänder werden in Führungsschlitzen 6 und 7 geführt und werden am Unterschenkel B zweckmässigerweise in Ausnehmungen eingelassen und in beliebiger Art befestigt.
Zum Schutz vor Überstreckung ist das Band 3 vorgesehen, dessen freie Enden an der Hinterseite des Unterschenkels in beliebiger Weise befestigt sind und gleichfalls durch entsprechende Führungschlitze 12 des Oberschenkels A durch einen Spannring 13 gezogen werden. Dieser wieder gehört der Mutter 14 mit Spindelschraube 15 an. Letztere findet ihren Halt an einem an der Vorderseite des Oberschenkels angebrachten Lager. Das Band 3 entspricht der natürlichen hinteren Sehne des Kniegelenkes und lässt sich durch Drehen der Schraubspindel so regulieren, dass der gewünschte Anschlagschutz vor Überstreckung erzielt wird.
Als Material für die Bänder 1, 2 und. 3 können besonders verfertigte zähe Lederstreifen, aber auch Darmsaiten, Spiralfedern od. dgl. verwendet werden. An Stelle der beschriebenen Befestigung bzw. Umschlingung kann die Anordnung auch so erfolgen, dass die Bänder am Oberschenkel fest und am Unterschenkel nachstellbar befestigt werden. Auch können die Bänder durch Führungsschlitze vollkommen im Inneren des Gelenkes laufen und von beliebiger Länge sein. Ausserdem können an Stelle oder neben der beschriebenen Bänder auch andere Verbindungen entsprechend den mehrfachen Bändern des gesunden Gelenkes angebracht werden. Alle Züge werden im Prothesenmaterial eingelassen und so verkleidet, dass eine vollkommen abgeschlossene Aussenform entsteht.
Die Vorteile des beschriebenen Gelenkes bestehen in erster Linie in seiner wirklichen Natürlichkeit. Dadurch, dass die breite Fläche des Oberschenkels auf der natürlichen Pfanne des Unterschenkels ruht, entsteht eine äusserst stabile sichere Auflagefläche, die grösste Sicherheit beim Stehen bietet.
Durch die natürlich nachgebildet Knorpelschicht mit der Schmierung läuft das Gelenk leicht und geräuschlos. Die Verbindung mit den flexiblen nachstellbaren Bändern gibt nicht nur eine gewisse Elastizität, sondern bietet auch vollkommene Geräuschlosigkeit. Durch die Verstellbarkeit kann die Stellung des Knies nach Bedarf reguliert werden. Das Aufliegen der ganzen Fläche des Gelenkes aber gibt eine Haltbarkeit, die jedes andere Gelenk weit überdauert und fast unverbrauchbar ist. Durch die Anordnung der flexiblen Bänder, entsprechend der gesunden Bänder, spielt die Verbindung gleichsam in den Gang, auch dann, wenn ein kurzer oder schwacher Stumpf keine aktive Mitarbeit gestattet.
Der Patient erhält dabei das Gefühl eines organischen Ganzen. Die Aussenform kann stets der anatomischen des gesunden Beines restlos angepasst werden.
Die natürliche Gelenkskonstruktion kann nun beliebig ausgebaut werden. So können z. B. die Bänder genau wie beim gesunden Bein bis zum Fuss oder Hüfte übertragen werden. Die Befestigungsbandage kann so erfolgen, dass sie nicht mehr wie bisher aussen an der Prothese, sondern im Innern derselben angebracht wird, in gleicher oder ähnlicher Anordnung wie bei gesunden Bändern. Dadurch, dass keine raumbeanspruchenden Achsen und Verbindungsschienen vorhanden sind, kann der Aufbau des Kunstbeines ungehemmt in natürlicher Weise erfolgen. Die gleiche Lösung ist auch für Armprothesen und Fussgelenke durchführbar.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Gelenk für Prothesen, dadurch gekennzeichnet, dass das Gelenk der anatomischen Knochenform räumlich nachgebildet ist und seine Verbindung in an sich bekannter Art ausschliesslich durch flexible Bänder erfolgt.