<Desc/Clms Page number 1>
Verfahren und Form zur Herstellung von Versteifungsstoffen, insbesondere von Steifkappen für
Schuhwerk.
EMI1.1
<Desc/Clms Page number 2>
der Platte 13 eingelegt und dann eine genau bestimmte Menge der Versteifungslösung in Form eines grossen Tropfens auf die Mitte der Schicht 54 aufgetragen. Sodann wird die Schicht 50 auf die Schicht 54 aufgelegt. Mittels des Druckwerkzeuges 11 wird dann der grosse Tropfen der hochviskosen Versteifungslösung nach den Randteilen der Steifkappe hin gleichmässig ausgebreitet und durch Druck in die Mittelschicht 50 der Steifkappe eingearbeitet, wobei, wie erwähnt, die Randteile der Steifkappe jedoch, da sie über die Vertiefung 15 herausragen, zusammengepresst werden und somit ein Auslaufen der Ver- steifungslösung aus der Steifkappe heraus verhindert wird.
Die so imprägnierte Steifkappe, die vorzugsweise noch mit der bereits beschriebenen Papierschicht 52 abgedeckt wird, kann, in Kannen verpackt, verschickt werden, ohne dass die Kappen in der Kanne aneinanderkleben, und ist somit in der Schuhfabrik beim Öffnen der Kanne gebrauchsfertig. Vorzugsweise wird vor dem Einsetzen der Steifkappe in das Schuhwerk die die Versteifungslösung nicht durchlassende Schicht 54 abgezogen, zu welchem Zwecke die Schicht, einen kleinen, von dem Arbeiter erfassten Lappen 56 besitzt (Fig. 4).
Beim Imprägnieren der Steifkappe auf der in Fig. 7 dargestellten Vorrichtung wird in ähnlicher Weise verfahren. Die Vorrichtung besteht aus einer gewöhnlichen Presse, deren oberes Pressglied 85 an einem festen Träger 88 befestigtist und deren bewegliches Pressglied 86 von einem auf und ab beweglichen Trägerteil 87 getragen wird. Der Trägerteil 87 wird in bekannter Weise mittels eines Knickhebels 89 od. dgl. betätigt. Die Presse trägt auf einer Seite einen Tisch 81, auf den die in Fig. 6 im Querschnitt dargestellte Form 60 aufgesetzt wird. Die Form 60 ist mit einem Handgriff 69 (Fig. 7) versehen, mittels dessen sie von dem Tisch abgenommen und zwischen die Pressglieder 85, 86 eingesetzt wird. Die genaue Lage der Form 60 auf dem Tisch 81 wird durch Bolzen 80 (Fig. 7 und 8) bestimmt.
In dieser Lage ist die Form 60 unmittelbar unter einer mit der Presse festverbundenen Vorrichtung 10 eingestellt, die eine genau bemessene, einstellbare Menge der Versteifungslösung auf die in die Form 60 eingelegte Steifkappe aufträgt.
Die Form 60 (Fig. 6) ist bei 68 ausgehöhlt. Weiterhin sind in auf beiden Seiten der Aushöhlung angeordneten Bohrungen 61 durch eine Feder 63 abgestützte Bolzen 62 eingesetzt, die eine Platte 65 tragen. Zum Imprägnieren der Steifkappe wird zunächst die undurchlässige Schicht 54 in die Aushöhlung 68 eingelegt. Wie dargestellt, ist die Schicht 54 sowohl wie die später aufgelegten Schichten 50, 52 der Steifkappe grösser als die Aushöhlung, so dass die Randteile 66 der Schichten über die Aushöhlung hinausragen und bei Ausübung von Druck auf die aufgesetzte Platte 65 zusammengepresst werden (Fig. 5).
Vor dem Aufsetzen der Platte 65 und nach dem Einlegen der Schicht 54 in die Aushöhlung 68 der Form 60 wird auf die Schicht 54, die in der durch den Tisch 81 genau unter der Auftragevorrichtung 10 eingestellten Form 60 liegt, ein genau bemessener Betrag der Versteifungslösung in Form eines in Fig. 6 bei 57 angedeuteten grossen Tropfens aufgetragen. Sodann wird die zu imprägnierende Mittelschicht 50 über den Tropfen aufgelegt und schliesslich die Deckschicht 52 aufgebracht. Die Randteile der Schichten liegen gegen die Bolzen 62, so dass die Bolzen nicht nur die Platte 65 tragen, sondern ebenfalls als Einstellmittel für die Steifkappenschichten dienen. Sodann wird die Platte 65 auf die Bolzen 62 aufgesetzt, wobei der Tropfen 57 etwas ausgeflacht wird (s. bei 58, Fig. 6).
Die Form 60 wird samt der Platte 65 nunmehr in die Presse 85, 86 eingesetzt. Bei Betätigung der Presse wird die Platte 65 fest gegen die Form 60 gedrückt, wobei die in Form eines ausgeflachten Tropfens 57 zwischen den Schichten der Versteifungskappe anwesende Versteifungslösung nach den Randteilen hin ausgebreitet und in die Mittelschicht 50 eingearbeitet wird. Dadurch, dass die Randteile 66 der Versteifungskappe ausserhalb der Aushöhlung 68 auf der Form 60 aufliegen und somit unmittelbar von der Platte 65 gegen die Form gepresst werden, kann die Versteifungslösung nicht zwischen den Schichten der Steifkappe auslaufen. Nach dem Imprägnieren der Steifkappe hat diese die in Fig. 5 im Querschnitt dargestellte Form.
Die bereits erwähnte Vorrichtung 10 zum Auftragen einer bemessenen einstellbaren Menge der Versteifungslösung ist durch eine Schlauchleitung 82 mit einem Behälter 83 (Fig. 7) verbunden, in dem die Versteifungslösung in bekannter Weise unter Druck aufgespeichert wird. Der Behälter 88 ist, wie dargestellt, mit einem Manometer 84 versehen. Die Leitung 82 mündet bei 22 (Fig. 3) in die zylinderförmige Auftragvorrichtung 10 ein. Im Innern des Zylinders 10 ist ein Kolben 12 samt Kolbenstange 14 beweglich. Ferner ist im Innern des Zylinders eine Muffe 16 angeordnet, die an ihrem Unterende einen genau in das Zylinderinnere einpassenden Kopf 30 trägt, durch dessen Axialbohrung die Kolbenstange 14 gleitbar ist. Beide Enden des Zylinders 10 sind durch Kappen 18 bzw. 20 verschlossen.
Beide Kappen sind mit Mittelöffnungen versehen. Auf der der Einmündung 22 entgegengesetzten Seite des Zylinderinneren ist eine Umleitung 24 vorgesehen, die das Oberende des Zylinders mit dem Unterende verbindet. Zwischen einer Schulter 28 der Kappe 18 und dem Kopfteil 30 der Muffe 16 ist eine Feder 26 eingesetzt, die bestrebt ist, die Muffe 16 samt dem Kopfteil 30 nach unten zu schieben.
Das schraubenförmige Oberende der Muffe 16 trägt Muttern 32,34, die durch die Feder 26 fest gegen das Oberende der Kappe angehalten werden. Durch die Muttern kann somit der Zwischenraum 36 zwischen dem Kolben 12 und dem Kopfstück 30 entsprechend vergrössert oder verkleinert werden.
Die Einstellung der Muttern 32,34 und somit der Abstand zwischen dem Kopfstück 30 und dem
Kolben 12 ist mittels eines Zeigers 38, der mit der Muffe 16 verbunden ist und über einer Skala 40 beweglich ist, ablesbar.
<Desc/Clms Page number 3>
Die Arbeitsweise dieser Auftragsvorrichtung ist wie folgt : Die durch die Zuleitung 22 in den Zylinder unter Druck eindringende Versteifungslösung gerät in den Zwischenraum 36 zwischen dem Kolben 12 und dem Kopfstück 30, wobei der Kolben 12 seine Tieflage (Fig. 3) einnimmt und beide Enden der Umleitung 24 durch Kolben 12 bzw. Kopfstück 30 verschlossen sind. Mittels eines Handgriffes 42 zieht der Arbeiter den Kolben 12 hoch, wobei der Kolben die Zuleitung 22 verschliesst und somit die in dem Raum 36 anwesende Versteifungslösung von der Zuleitung 22 abgeschlossen wird.
Da die Versteifungslösung nicht oder fast nicht zusammendrückbar ist, wird durch weitere Hochbewegung des Kolbens 12 und den dadurch erzeugten Druck das Kopfstück 30 und somit die Muffe 16 gegen den Druck der Feder 26 hochgeschoben, so dass das Kopfstück 30 schliesslich das Oberende der Umleitung 24 öffnet und somit die in den Raum 36 eingeschlossene Versteifungslösung durch die Umleitung 24 nach unten läuft. Da durch das Hochschieben des Kolbens 12 auch das Unterende der Umleitung 24 offen ist, wird somit die durch die Einstellung der Muffe 16 genau bemessene Menge der Versteifungslösung durch die Mittelöffnung der Kappe 20 hindurch auf das Werkstück aufgetragen.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung von Versteifungsstoffen, insbesondere Steifkappen für Schuhwerk, die aus mehreren Schichten bestehen, wobei zumindest eine Schicht die Versteifungslösung aufsaugen kann, dadurch gekennzeichnet, dass eine bemessene Menge der Versteifungslösung, die zur Behandlung aller Schichten der Steifkappe ausreicht, auf eine Schicht aufgetragen wird, ehe die nächste Schicht darauf aufgelegt wird, worauf nach Auflegen der nächsten Schicht die hochviskose Versteifungslösung durch Druck in die aufsaugfähige Schicht eingearbeitet und über die Oberflächen sämtlicher Schichten der Steifkappe gleichmässig verteilt wird.