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Handgerät zum gewaltsamen Öffnen versperrter Tureen.
Die Erfindung bezieht sich auf ein Handgerät für den Feuerwehr-und Rettungsdienst, das insbesondere dazu dienen soll, verschlossene Räume bei Gefahr mit den geringstmöglichen Beschädi- gungen der Türen oder sonstiger Verschlussmittel rasch zu öffnen, um an die Gefahrenstelle herankommen zu können.
Man hat für diesen Zweck bereits Geräte vorgeschlagen, bei welchen zwei Platten aneinander verschiebbar befestigt sind, von denen die eine einen Haken, die andere einen Stempel trägt. An der mit dem Haken versehenen Platte ist ein in eine Griffstange auslaufender Daumen verschwenkbar angeordnet, der die mit dem Stempel versehene Platte an der andern Platte verschiebt, wodurch eine Tür aus den Angeln gerissen oder angehoben werden kann. Der Nachteil dieses bekannten Gerätes besteht darin, dass die Griffstange sich in der Ebene der Platten versehwenkt, so dass die Anwendung des Gerätes durch vorstehende Teile an Türen u. dgl. verhindert werden kann. Ausserdem ist der in Führungen verschiebbare Teil einseitig und veränderlich beansprucht, da der Daumen im Wesen ausserhalb seiner Mittellinie an ihm angreift.
Demgegenüber besteht die Erfindung darin, dass die Spreizorgane in Form zweier hakenförmig gestalteter Platten am verbreiterten Handhebelende aus ihrer Ebene herausdrehbar angelenkt sind. Dadurch ergibt sich der Vorteil, dass beim Gebrauch der Hebel von dem zu öffnenden Objekte wegbewegt wird, wodurch ihm die nötige Bewegungsfreiheit gewährleistet ist.
Die Zeichnung zeigt eine beispielsweise Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes, u. zw. ist die Fig. 1 ein Schaubild des erfindungsgemässen Gerätes und die Fig. 2 bis 4 veranschaulichen schematisch verschiedene von dessen Anwendungsmöglichkeiten.
Mit 1 ist eine Stange mit einem Handgriff bezeichnet, die am vorderen Ende zwei hintereinanderliegende und seitlich versetzte Ausnehmungen besitzt, in welchen Bolzen 3, 4 gelagert sind. Diese Bolzen 3, 4 dienen zur Anlenkung zweier Platten 5, 6, von denen die eine 5 am freien Ende ein hakenartig umgebogenes Profil aufweist, wobei das Hakenende 5 a vorzugsweise zugesehärft ist. Die zweite Platte 6 ist bei 6 a ebenfalls umgebogen. An der Rückwand der Platte 5 ist ein Steg 7 vorgesehen, der zur Abstandhaltung der beiden Platten dient. Dabei ist die Platte 6 länger gehalten als die Platte 5.
Die Ebene der beiden Platten liegen in der Ausgangslage untereinander und mit der Achse der Stange 1 im wesentlichen parallel.
Der Gebrauch dieses Gerätes ist vielseitig. So zeigt die Fig. 2 sehematiseh das Aufsprengen einer Tür bei Gefahr im Verzug. Es wird vorerst durch einen leichten Handbeilsehlag an der Stelle der Türangel 8 zwischen Türstock 9 und Tür 10 ein kleiner Spalt vorbereitet, in welchen dann das verhältnismässig scharfkantige Hakenende 5 a der Platte 5 eingebracht wird. Hierauf wird die Stange 1 wie ein Hebel im Sinne des Pfeiles umgelegt, wobei die Platte 6 mit dem Ende 6 a die Befestigung der Türangel am Türstock löst. Dieser Vorgang geht unter Schonung der Tür ausserordentlich rasch vor sich.
Ist eine doppelflügelige Tür mit einer Bordschwelle zu öffnen, so kann der Vorgang noch einfacher gestaltet werden. Das Gerät wird dann mit dem scharfkantigen Teile nach Wegreissen der Deckleiste zwischen den Flügeln in den Spalt zwischen Tür und Bordschwelle eingeführt und durch leichten Hebeldruck der eine mit dem Schloss versehene Flügel soweit hineingedrückt, dass der Bodenriegel des andern Türflügels geöffnet werden kann, worauf dieser Vorgang am oberen Querteil des Türstockes wiederholt wird und die Tür ohne wesentliche Beschädigung eingedrückt werden kann.
Das Gerät kann auch bei Verspreizungen und Pölzungen angewendet werden, wie an Hand der Fig. 3 und 4 erklärt werden soll. Bei Baugebrechen kann unter Umständen bereits eine leichte
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Erschütterung der zu pölzenden Decke deren Einsturz hervorrufen. In diesem Falle wird das Gerät wie folgt verwendet : Unter den Steher 12 wird das Ende 5 a des Gerätes eingeschoben und hierauf der Hebel 1 im Sinne des Pfeiles umgelegt, wobei sich der Teil 6 auf dem Boden 14 abstützt und die Platte 5 samt dem Steher 12 gehoben wird, z, B. bis in die in Fig. 4 angedeutete Lage. Hierauf kann ein Keil 15 eingeschoben werden, wie Fig. 4 zeigt. Ist noch ein weiteres Anheben nötig, so kann unter den Umbug 6 a der Platte 6 eine Unterlage (Holz usw.) geschoben und der Vorgang wiederholt werden.
Auch für das schlaglose Auseinandertreiben von verkeilten Gegenständen ist das Gerät allgemein verwendbar.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Handgerät zum gewaltsamen Öffnen versperrter Türen mit einem Handhebel, der einen Endes zwei bei seiner Verschwenkung sich auseinanderspreizende- Teile trägt, dadurch gekennzeichnet, dass die Spreizorgane in Form zweier hakenförmig gestalteter Platten am verbreiterten Handhebelende aus ihrer Ebene herausdrehbar angelenkt sind.