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Pilgersehrittwalzwerk.
EMI1.1
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Nach den Fig. 3 und 6, die die Entnahmeseite des Walzwerkes darstellen, ist ein Paar Walzen 10 und 11, deren jede aus zwei auf einer Antriebswelle aufgekeilten Teilen besteht, angeordnet. Die Antriebswellen 12 und 13 sind in einem Walzenständer gelagert und werden durch einen in der Zeichnung nicht dargestellten Motor gegenläufig angetrieben. Auf der unteren Welle 13 ist ein Kurbelarm 14 mit einem, in seiner Exzentrizität verstellbaren Kurbelzapfen 15 angeordnet. Eine Pleuelstange 16 verbindet den Kurbelzapfen 15 mit dem Drehpunkt j ! ? eines Winkelhebels 18 (s. Fig. 2,5 und 7). Der Drehpunkt 17 ist an seinen Enden mit Gleitflächen 19 versehen, die auf geraden Führungen 20 des mit dem Maschinenbett a verbundenen Rahmens 21 gleiten.
An dem einen Schenkel des Winkelhebels 18 sind Rollen 22 angeordnet, die in einer Kurvenführung 23 des Rahmens 21 laufen. An dem andern Schenkel des Winkelhebels 18 ist eine Pleuelstange 24 gelenkig befestigt, die mit der Stange i gekuppelt ist. Die Stange i ist an einer Seite des Maschinenbettes in Auslegern geführt und mit dem Schlitten b, an dem auch das Ende des Dornes e und der Vorschubschnecke c befestigt sind, verbunden. Der erwähnte Kurbeltrieb dient zur Bewegung der Stange i. Wäre die Pleuelstange 16 direkt mit der Stange i gekuppelt, so wäre die lineare Bewegung des Schlittens b, des Dornes e und der Vorschubschnecke c zufolge der Kurbelübertragung verschieden von der linearen Bewegung des auszuwalzenden Rohres, während es die Walzen in der Walzperiode nach rückwärts schieben.
Durch Einschaltung des Winkelhebels 18, der Kurvenführung 23 und der Pleuelstange 24 zwischen der Pleuelstange 16und der Stange i ist es jedoch möglich, dem Schlitten b eine Bewegung zu erteilen, die im wesentlichen die gleiche wie die dem Rohre s durch die Walzen 10, 11 erteilte ist. Ein genauer Bewegungsausgleich wäre jedoch praktisch nicht durchführbar, wenn die Walzen über einen grösseren Winkel als etwa 1200 auf das Rohr einwirken würden. Aus diesem Grunde sind die in der Fig. 10 dargestellten Walzen so ausgebildet, dass sie das Rohr während einer Winkelbewegung von etwa 1200 bearbeiten, während für den restlichen Teil der Bewegung die Walzenoberfläehe von dem Rohr absteht.
Die Kurbel 14 ist gegenüber der L3itkante der Walze 11 um einen Winkel von etwa 300 zurück- gesetzt. Durch diese Stellung der Kurbel 14 braucht lediglich der flachere Teil der Kreisbewegung des Kurbelzapfens 15 durch die Kurvenführung 23 ausgeglichen werden.
Die Stange i bewegt weiters einen Schlitten 25 hin und her (s. Fig. 3 und 6), der an der Entnahmeseite der Walzen angeordnet ist und welcher ein Spannfutter 26 trägt. Das Spannfutter 26 wird auf dem Rohr s durch die Bewegungen eines der Trägheit unterworfenen durch Lenker 28 und Hebel 29 auf das Futter 26 wirkenden Schlitten 27 geöffnet und geschlossen. Das Futter 26 wird durch die Zahnräder 30, 31 gedreht, deren letzteres auf der Schnecke 32, die durch die Mutter 33 in Drehung versetzt wird, federnd aufgekeilt ist. Der Umfang der Mutter 33 ist als Sperrad ausgebildet, welches mit einer Klinke zusammenwirkt, so dass bei einer Rechtsbewegung des Schlittens 25 das Futter 26 gedreht wird, bei einer Linksbewegung des Schlittens aber in Ruhe bleibt.
Der Schlitten 27 wirkt folgendermassen : Wenn der Schlitten 25 nach rechts bewegt wird, verzögert sich der Schlitten 27 und bewirkt über die Lenker 28 und die Hebel 29 ein Schliessen der Spann- futterbacken. Die zwei Schlitten bewegen sich nun gemeinsam und nehmen hiebei das Rohr s mit.
Wenn sich der Schlitten 25 nach links bewegt, verzögert sich der Schlitten 27 wieder und verdreht dieses Mal die Hebel 29 im entgegengesetzten Sinn, so dass sich die Spannfutterbacken öffnen.
Das Futter 26 dient dazu, das Rohr s zwischen den einzelnen Walzvorgängen zu drehen, nachdem es von dem Spannfutter q freigegeben wurde. Das Futter 26 wirkt ausserdem mit dem ausgewalzten Rohr s zusammen, wenn dessen rückwärtiges Ende das Spannfutter q verlassen hat und durch das nachfolgende Rohr vorgeschoben wird. Hiedurch wird ein Abgleiten des Rohres s vermieden.
Die Wirkungsweise des Walzwerkes ist die folgende :
Das zu walzende Rohr s wird von links über den Dorn e geschoben, wobei das Spannfutter d geöffnet ist. Das Spannfutter d wird hierauf über dem Dorn e geschlossen und das Rohrende in das Spannfutter q eingeklemmt. Das rechte Dornende liegt zwischen den Walzen 10 und 11, wie dies in den Fig. 3 und 10 dargestellt ist.
Während des Walzvorganges wird der Dorn e zu Beginn jedes Walzenhubes mit Hilfe der Kurbel 14, des Kurbelzapfens 15, der Pleuelstange 16, des Winkelhebels 18, der Pleuelstange 24 und der Stange i, die eine hin-und hergehende Bewegung des Schlittens b bewirken, zurückgezogen. Beim Vorwärtsgang der Stange i wird unter Einwirkung der Vorschubschnecke c, die durch das Sperrad p verdreht wird und so in Ergänzung der hin-und hergehenden Bewegung eine Vorschubbewegung des Schlittens r und somit auch des Rohres s bewirkt, der Dorn e und das Rohr s um einen Winkel von etwa 900 verdreht. Das Rohr s bewegt sich schrittweise über dem Dorn e fort und wird von den Walzen 10, 11 abwechselnd gewalzt und wieder freigegeben.
Wenn es freigegeben ist, wird es vorgeschoben und gedreht, wobei jedoch der Dorn e zwischen den gleichen Grenzlagen hin-und hergeht und beim Vorwärtsgang verdreht wird. Das Rohrende bewegt sich gegen das Futter 26 fort und wird schliesslich von demselben während eines Vorwärtshubes erfasst und so lange gehalten, bis es ganz durchgewalzt ist und die Walzen verlässt.
Sobald ein Rohr zum Grossteil ausgewalzt ist, wird sein Ende von dem Spannfutter q freigegeben, worauf ein weiteres Rohr eingeführt wird, dessen äusseres Ende durch das Spannfutter q geklemmt wird. Das Spannfutter q wird entlang dem Maschinenbett mit Hilfe des Motors m zurückbewegt, indem das Sperrad p freigegeben wird.
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Während des Auswalzen des Rohres durch die gleichmässig in gegenläufiger Richtung gedrehten Walzen 10, 11 bewegt sich der Kurbelarm 14 über einen Winkel von etwa 1200 entsprechend der Winkelerstreckung der Walzfläche. Dieser Winkel von 120 ist zu gleichen Teilen in bezug auf die durch die Walzenachsen gehende lotrechte Ebene angeordnet.
Der Winkelhebel-M und die anschliessenden Teile können unter Umständen erspart werden, wenn der Dorn e mit einem gewissen Spiel e1 in dem Spannfutter d gelagert ist (Fig. 11). Der Dorn e kann sich dadurch bis zu einem gewissen Grade unabhängig von dem Spannfutter d entsprechend dem Unterschiede der Bewegungen des Dornes und des von der Stange i bewegten Schlittens b verschieben. In gleicher Weise ist ein begrenzter Betrag einer verhältnismässigen Bewegung zwischen dem Rohr s und seinem Schlitten r durch die Anordnung eines Spieles v1 neben dem Zahnrad v vorgesehen (Fig. 12), so dass sich das durch die Hülse w mit dem Zahnrad v verbundene Spannfutter q axial im Verhältnis zu dem Schlitten r bewegen kann.
Auf diese Weise wird ein Bewegungsausgleich zwischen dem Schlitten b, dem Schlitten r und dem unter der Einwirkung der Walzen stehenden Rohre s erzielt.
Nach einer andern Ausführungsform kann der Ausgleich dadurch erzielt werden, dass lediglich die Vorwärtsbewegung des Schlittens b durch die Pleuelstange 16 erfolgt, während die Rückwärtsbewegung durch die Einwirkung der Walzen auf das Rohr und somit auf den Dorn bewirkt wird. In diesem Falle ist ein Abstand zwischen dem Teil, der den Schlitten b auf seinem Vorwärtshub bewegt, und dem Schlitten am Ende der Umkehr des Rückwärtshubes vorgesehen.
Durch das erfindungsgemässe Pilgerschrittwalzwerk ist es möglich, Rohre über einem einzigen Dorn fortlaufend auszuwalzen, indem die Rohre an dem Ende des Dornes aufgesetzt und an dem andern Ende abgezogen werden.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Pilgerschrittwalzwerk, dadurch gekennzeichnet, dass der Dorn (e) in einem gleichbleibenden Weg vor-und rückwärts hin-und hergeht, während das Rohr (s) in einem Futter (q) gehalten wird, welches nach jeder Walztätigkeit zwangläufig vorwärtsbewegt wird und ausserdem an der hin-und hergehenden und drehenden Bewegung des Dornes teilnimmt.