AT151288B - Verfahren zur Herstellung dichter und widerstandsfähiger Verbindungen zwischen keramischen Körpern unter sich oder zwischen keramischen und metallischen Körpern. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung dichter und widerstandsfähiger Verbindungen zwischen keramischen Körpern unter sich oder zwischen keramischen und metallischen Körpern.

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AT151288B
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  Verfahren zur Herstellung dichter und widerstandsfähiger Verbindungen zwischen keramischen
Körpern unter sieh oder zwischen keramischen und metallischen Körpern. 
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 beispielsweise in kolloidaler Form, suspendiert in Alkohol oder Wasser auf die Lötstelle   aufstreieht   und dann erst die aufzulötenden Metallteile über dem Aufstrich anbringt. Hiedurch braucht bei Erhitzung das Lot nicht erst einen grösseren Weg zurückzulegen, sondern befindet sich bereits an der Lötstelle, wodurch eine gleichmässige Verteilung des Lotes über der ganzen Lötfuge gewährleistet wird.

   Als Lot hat man mit guten Erfolgen bei diesem Verfahren Kupferpulver, Kupfer-Zinn-und   Kupfer-Zink-L ? gierungen verwendet.   Gerade diese Kupfer-Zinn-und Kupfer-Zink-Legierungen haben sich als sehr vorteilhaft erwiesen, da wahrscheinlich durch frühzeitiges Herausdampfen der leichtflüchtigen Komponenten, z. B. Zink, die Lötfugen schon bei niedriger Temperatur durch Sublimation geschlossen werden. 



   Als weiteres Lötverfahren ist die   Tauchlötung   zu nennen, die sich besonders bei der Lötung von keramischen Teilen untereinander und mit Metallen bewährt hat. 



   Bei dieser   Tauchlötung   sind jedoch eine Reihe von   Vorsichtsmassnahmen   zu beachten, von denen das Gelingen der Lötung in starkem   Masse   abhängt. Bei den bisher beschriebenen Lötverfahren bestand die Gefahr der Lunkerbildung, d. h. das Bilden von Gasblasen im Lot. Um die durch das Gasen keramischer Baustoffe im Vakuum auftretende Lunkerbildung im Lötmetall zu verhindern, kann man auch durch Tauchen in flüssiges Metall an freier Atmosphäre keramische Teile metallisieren. Für die Tauchmetallisierung an freier Atmosphäre eignen sich ganz besonders naturgemäss die Edelmetalle, wie z. B. Gold, Silber u. dgl., die auch in flüssigem Zustande vollkommen blank bleiben.

   Es ist aber nicht unbedingt erforderlich, Edelmetalle   zur Lötung   zu verwenden ; es können vielmehr auch unedle Metalle benutzt werden, sofern man nur dafür Sorge trägt, dass keine Oxydation eintritt. Die Oxydation kann beispielsweise dadurch verhindert werden, dass man beispielsweise in einer inerten   Atmosphäre   arbeitet oder aber das geschmolzene Metall mit einer Schutzschicht in bekannter Weise bedeckt. 



   Das Verfahren der   Tauehlötung   kann beispielsweise so vorgenommen werden, dass man   zunächst   den keramischen Körper erhitzt, u. zw. auf eine Temperatur, die über   3000 C beträgt.   Der so erhitzte keramische Körper wird dann in das   flüssige Lötmetall, also   beispielsweise Silber, getaucht, u. zw. bis zu der Stelle, bis zu der er metallisiert werden soll. Bei diesem   Tauchprozess   dringt das Lötmetall in die Fugen ein, bei denen die Kapillarkräfte grösser sind als die   Kohäsionskraft,   bzw. die Oberflächenspannungen des Lotes. Von den andern Stellen tropft das Metall nach dem Herausziehen wieder ab. 



   Dieses Verfahren wendet man zweckmässig überall da an. wo es darauf ankommt, keramische Teile nur an bestimmten Stellen miteinander zu verbinden. Man kann bei dieser Methode bestimmte Öffnungen mit Metall   ausfüllen   ; so kann man beispielsweise Löcher von 1 bis 3   mm Durchmesser mit     entsprechenden Metallen verschliessen   oder sogar ganz ausfüllen. Gerade diese Methode ist für die 
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   durchführen   und die Drähte nach dem Tauchverfahren einlöten. Dieses Tauchverfahren mit nichtbenetzenden Loten kommtalso überall da in Frage, wo man   nur partielle Lotungen auf   einem   keramischen   Körper vornehmen will. 



   Kommt es jedoch darauf an, die ganze Fläche des keramischen Stoffes mit einer dichten Metallschicht zu überziehen, so muss n'an Lote anwenden, welche den keramischen Stoff benetzen. Reines Silber beispielsweise hat im flüssigen Zustand gegenüber keramischen Baustoffen niehtbenetzenden Charakter. So steht beispielsweise Silber in einem keramischen Tiegel mit konvexer Oberfläche. Setzt man jedoch diesem Silber eine geringe Menge, z. B.   1-le   Kupfer zu, so ist das flüssige Metall dann benetzend, was man dadurch erkennt, dass im Tiegel die   Oberfläche nicht   mehr konvex, sondern konkav ist. Taucht man jetzt in die benetzende Flüssigkeit einen vorgewärmten keramischen Körper ein, so wird der ganze Körper nach dem Herausziehen mit Metall bedeckt sein. 



   In den Fig.   2-4   sind Ausführungsbeispiele für   Tauchlötungen   dargestellt, u. zw. ist in der Fig. 2 eine Lötung mit einem nichtbenetzenden Lot und in den Fig. 3 und 4 Lötungen mit benetzendem Lot vorgenommen. 



   In der Fig. 2 stellt 7 ein keramisches Rohr dar, welches bei 8 einen Ansatz besitzt, in welches eine Platte 9 aus keramischem Stoff eingelassen ist. Die zwischen den beiden keramischen Teilen 8 und 9 vorhandene Fuge 10 hat beispielsweise eine Stärke von   l/lOmm   oder weniger. Taucht man diese Körper in ein nichtbenetzendes Lot, so wird sich nur infolge der   Kapillarkräfte   die Fuge 10 mit Lot füllen, während der übrige Teil des keramischen Körpers vom Lot frei bleibt. Nach dem Verfahren hat man dann eine vakuumdichte Verbindung zwischen den Teilen 8 und 9. 



   Bei dem Beispiel nach Fig. 3 ist auf ein keramisches Rohr 11 eine Metallkappe 12 aufgesetzt. 



  Taucht man nun die so vorbereiteten Teile bis zur Linie AB in ein benetzendes Lot, so bildet sich ein geschlossener   Überzug. ?-3 sowohl   über der   Metallkappe   als auch über dem keramischen Rohr 11. 



  Dieser Körper ist bezüglich seiner Dichtigkeit nur an der Verbindungsstelle 14, bei der die Metallkappe in das keramische Rohr übergeht, beansprucht. 



   Eine   ähnliche Ausführungsform   ist in der Fig. 4 gezeichnet. Hier ist ein keramisches Rohr   15   auf eine Metallkappe 16 aufgeschrumpft. Weiter ist ein Metallrohr 17 vorgesehen. Die Stossstellen der Metallkeramik sind durch eine Nickelspirale oder Nickel-Eisen-Spirale   18 bzw. 19 überdeckt,   

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 u. zw. in der Weise, dass die Hälfte der Spirale auf dem   keramischen   Körper, die andere Hälfte auf   dem Metall aufliegt. Taucht man diesen Körper nunmehr in eine benetzende Flüssigkeit bis zur Linie 1B,   so wird die gesamte Oberfläche sowohl des Metalles als auch der Keramik mit einem metallischen Überzug des Lotes versehen.

   Die Aufgabe der Spirale ist die, die Dichtungsstelle, die bei Fig. 3 lediglich an der Stelle 14 vorhanden war, auf eine grössere Länge auszudehnen. da nunmehr das Lot einerseits die Metallkappe und die Spirale verlötet, anderseits aber auch Gelegenheit hat, zwischen den einzelnen Windungen der Spirale auf eine grosse Länge durchzudringen und die Spirale mit der Keramik zu verlöten. Im Falle der Verwendung von derartigen Spiralen lassen sich auch nichtbenetzende Lote verwenden, was den Vorteil bietet, dass die nicht zu metallisierenden Stellen 20 zwischen der Kappe und dem Ring vom Metallüberzug frei bleiben, während diese Stellen bei Verwendung eines benetzenden Lotes später durch Schleifen von Metall frei gemacht werden müssen. 



   Auf Grund dieser oben beschriebenen   technischen Möglichkeiten   ist man imstande, Vakuumgefässe aus metallischen und keramischen Einzelteilen vakuumdicht zusammenzusetzen. 



   In der Fig. Ï ist ein Teil eines Metallgleichrichters gezeichnet, bei welchem eine Anordnung   - ähnlich der in Fig. 4 beschriebenen- Anwendung findet. Das Metallgefäss 21 enthält einen Deckel 22   mit einem Ring   23, welcher   etwa dem Ring 17 der Fig. 4 entspricht. Im Innern dieses Ringes 2. 3 ist ein keramisches Rohr 24 angebracht, welches an seinen Enden eine Kappe 25   trägt.   In diese Kappe 25 ist ein Metallstab 26 eingelassen, der als Stromzuleitung und Halterung für die Anode 27 dient. Die Lötung des keramischen Rohres 24 mit dem Ring 2. 3 einerseits und der Kappe 25 anderseits kann genau in der gleichen Weise erfolgen, wie es bei Fig. 3 bzw. 4 beschrieben ist.

   Man kann diese Tauchlötung 
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 Fall ist die Lötung nach dem Verfahren der vorliegenden Erfindung so dauerhaft, dass weitere Hartlötungen an bereits keramisch gelöteten Teilen ausgeführt werden können. 



   Als weiteres Verfahren kann ein Spritzlötverfahren Verwendung finden, ähnlich dem bekannten
Schoopschen Verfahren. Wichtig ist hiebei jedoch nur, dass der keramische Körper sich auf einer hohen Temperatur befindet. Man hat wohl bisher schon versucht, auf kalten keramischen Stoffen nach dem
Schoopschen Verfahren metallische Überzüge herzustellen. Es gelingt auch tatsächlich, solche Überzüge zu erhalten, jedoch ist die Haftung nur gering, vor allen Dingen ist keine   Vakuumdichtigkeit   vorhanden. Um eine gute Haftung und   Vakuumdichtigkeit   zu bekommen, ist es notwendig, den keramischen Stoff während des Aufspritzens auf Schmelztemperatur zu halten. Das Spritzverfahren wird am besten in einer inerten Atmosphäre   durchgeführt,   damit keine Oxydation des   Metallüberzugs   erfolgt.

   Das Spritzverfahren hat gegenüber den übrigen vorstehend beschriebenen Verfahren den Vorzug, dass ein Metallüberzug an beliebigen Stellen auch ausgedehnter Körper aufgebracht werden kann. 



   Als letztes Verfahren schliesslich kann man ein Aufstrichverfahren anwenden, bei dem auf dem erhitzten keramischen Körper das flüssige Lot mittels eines Metallpinsels aufgetragen wird. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung dichter und widerstandsfähiger Verbindungen zwischen   keramischen   Körpern unter sich oder zwischen keramischen und metallischen Körpern, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden zu verbindenden Körper auf eine Temperatur über   3000 C gebracht   und dann mit Hilfe eines Hartlotes miteinander verbunden werden.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Lotin kompakter Form, beispielsweise als Stab oder Drahtring, an die Lötstelle gebracht wird und beim Lötvorgang unter Ausnutzung der zwischen den zu verbindenden Körpern auftretenden Kapillarkräfte in die Lötfuge eindringt.
    3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Lötvorgang in einer inerten Atmosphäre, z. B. in Argon, Stickstoff oder Wasserstoff, erfolgt.
    4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass als Lot reine Metalle beispielsweise Nickel, Eisen, Silber oder deren Legierungen verwendet werden, die, mit den benetzten keramischen Baustoffen eine oberflächliche Bindung eingehen.
    5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Lot vor dem eigentlichen Lötvorgang, beispielsweise in kolloidaler Form, in Alkohol oder Wasser suspendiert auf die Lötstelle aufgestrichen wird.
    6. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 5, dadurch gekennzeichnet, dass als Lötmetall Kupfer, Kupfer-Zinn-Legierungen und Kupfer-Zink-Legierungen in Pulverform verwendet wird.
    7. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die zu verbindenden Körper in flüssiges Metall getaucht werden.
    8. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass flüssiges Metall mit benetzenden Eigenschaften verwendet wird.
    9. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 8, dadurch gekennzeichnet. dass als flüssiges Metall Silber mit einem Kupferzusatz von 1/2 bis 10% verwendet wird.
AT151288D 1935-03-09 1936-01-30 Verfahren zur Herstellung dichter und widerstandsfähiger Verbindungen zwischen keramischen Körpern unter sich oder zwischen keramischen und metallischen Körpern. AT151288B (de)

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