AT151241B - Verfahren zum Abbau zellulosehaltiger Materialien mittels konzentriertem Fluorwasserstoff. - Google Patents

Verfahren zum Abbau zellulosehaltiger Materialien mittels konzentriertem Fluorwasserstoff.

Info

Publication number
AT151241B
AT151241B AT151241DA AT151241B AT 151241 B AT151241 B AT 151241B AT 151241D A AT151241D A AT 151241DA AT 151241 B AT151241 B AT 151241B
Authority
AT
Austria
Prior art keywords
reaction
hydrogen fluoride
water
degradation
hydrofluoric acid
Prior art date
Application number
Other languages
English (en)
Inventor
Georg Dr Mayrhofer
Hans Dr Bohunek
Heimo Dr Hoch
Original Assignee
Georg Dr Mayrhofer
Hans Dr Bohunek
Heimo Dr Hoch
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Georg Dr Mayrhofer, Hans Dr Bohunek, Heimo Dr Hoch filed Critical Georg Dr Mayrhofer
Application granted granted Critical
Publication of AT151241B publication Critical patent/AT151241B/de

Links

Landscapes

  • Polysaccharides And Polysaccharide Derivatives (AREA)

Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zum Abbau zellulosehaltiger Materialien mittels konzentriertem Fluorwasserstoff. 



   Im Stammpatente Nr. 147494 ist ein Verfahren zum Abbau von vorzugsweise praktisch wasserfreien zellulosehaltigen Materialien zu wasserlöslichen Produkten mittels konzentriertem Fluorwasser- stoff bei niederen Temperaturen beschrieben, welche sich im wesentlichen dadurch kennzeichnet, dass vorerst aus dem das Zellulosematerial enthaltenden Reaktionsraum die Luft möglichst weitgehend evakuiert und damit auch aus den Zellen des Materials weitestgehend entfernt wird und dass hierauf der konzentrierte Fluorwasserstoff bei Abwesenheit   verdünnender   Gase oder Dämpfe in das evakuierte
Gefäss einströmen gelassen wird. Es ist hiebei vorteilhaft, das Vakuum auch während der weiteren Einwirkung des Fluorwasserstoffes auf das Zellulosematerial zumindest teilweise in der ersten Phase des Prozesses zu erhalten.

   Wie bereits im Stammpatent beschrieben, lassen sich mit Hilfe dieses Verfahrens in einfacher und billiger Weise grosse Ausbeuten an   wasserlöslichen   Produkten gleichmässiger Beschaffenheit erzielen, wobei gegenüber den bekannten Verfahren, die mit konzentrierter Flusssäure arbeiten, nur verhältnismässig geringe Mengen in Anwendung gelangen und Säureverluste praktisch vermieden werden. 



   Es hat sich nun überraschenderweise gezeigt, dass man bei diesem Verfahren mit der Flusssäuremenge unter 70% der Gewichtsmenge des   aufzuschliessenden   Zellulosematerials gehen kann, u. zw. bis zu etwa   10%   Flusssäure, berechnet auf trockenes Zellulosematerial. 



   Die im Stammpatent beschriebene, gegebenenfalls wiederholt angewendete Verdichtung und Verdünnung des Fluorwasserstoffgases während der Reaktion kann erfindungsgemäss auch durch wiederholte Abkühlung bzw. durch wiederholte Zufuhr von Wärme erfolgen. 



   Es hat sich weiter als zweckmässig erwiesen, die Reaktionsmasse nach   durchgeführter   Reaktion vor der Entgasung einer Zerkleinerung zu unterwerfen. Die Zerkleinerung der Reaktionsmasse lässt sich, da die Masse bereits ein morsches Gefüge besitzt, sehr leicht durchführen und erleichtert und beschleunigt die Entgasung sehr wesentlich, da das Fluorwasserstoffgas aus der zerkleinerten Masse rascher und widerstandsloser austreten kann als aus der kompakten Reaktionsmasse. Zweckmässigerweise wird auch die Zerkleinerung im Vakuum durchgeführt, so dass sie gleichzeitig mit der Entgasung erfolgt. 



   Die nachträgliche Zerkleinerung der Reaktionsmasse hat auch den Vorteil, dass man ein verhältnismässig grobstückiges Ausgangsmaterial verwenden kann, da sich nach dem vorliegenden Verfahren auch grobstückiges Gut leicht und gleichmässig   aufsehliessen   lässt. Zufolge der morschen Beschaffenheit der Reaktionsmasse lässt sich aber die Zerkleinerung derselben mit weit geringerem Kraftaufwand durchführen als die des harten Ausgangsmaterials, das zu einer weitgehenden Zerkleinerung einen unverhältnismässig hohen Kraftaufwand benötigt. Die Wirtschaftlichkeit des Verfahrens wird daher durch die   nachträgliche   Zerkleinerung in mehrfacher Weise wesentlich gesteigert, dies um so mehr, als durch die Zerkleinerung auch die Extraktion des entgasten Reaktionsgutes beschleunigt wird. 



   Bei Verminderung der für die Reaktion in Anwendung gebrachten Flusssäuremenge wird der Anteil der   wasserlöslichen   Produkte immer geringer, bis schliesslich bei zirka   10% Flusssäure, berechnet   auf die   Troekenholzsubstanz,   im wesentlichen nur noch   wasserunlösliche   Produkte entstehen. Es wurde nun überraschenderweise gefunden, dass man auf diese Weise eine wesentliche Ersparnis an Flusssäure erzielt, da die so hergestellten   wasserunlöslichen   Produkte sehr leicht in an sich bekannter 

 <Desc/Clms Page number 2> 

 Weise durch Erhitzen mit verdünnten Mineralsäuren in wasserlösliche Produkte übergeführt werden können.

   Die Nachbehandlung mit verdünnten   Mineralsäuren   wird beispielsweise durch Erhitzung mit   l% iger Schwefelsäure durchgeführt, doch   kann hiefür auch verdünnte Flusssäure in Anwendung gelangen, am zweckmässigsten in der Weise, dass man geringe Mengen Flusssäure in der Masse zurückbehält und sodann mit Wasser versetzt und erhitzt. Die Erhitzung kann bis   1200 vorgenommen   werden, wobei die Reaktionszeit mit Erhöhung der Temperatur abgekürzt wird. 



   Ausführungsbeispiele :
1. 500 g   Fichtenholz   in Form von Hobelspänen, die bis zur praktischen Wasserfreiheit getrocknet wurden, werden in ein Gefäss eingefüllt, das Gefäss evakuiert und sodann 200 g   96%ige Fluorwasserstoff-   säure einströmen gelassen. Nachdem die Reaktion eingeleitet ist, wird die Dampfdichte durch Kühlung erhöht und nach einiger Zeit durch Zufuhr von Wärme wieder vermindert. Dieser Vorgang kann mehrmals wiederholt werden, wobei die Änderung der Dichte auch noch durch Volumsänderung herbeigeführt oder unterstützt werden kann. Nach beendeter Reaktion wird die Fluorwasserstoffsäure durch Vakuum abgesaugt und hiebei gegebenenfalls das Reaktionsprodukt gleichzeitig zerkleinert. Man erhält auf diese Weise ungefähr 240 g wasserlösliche verdauliche Abbauprodukte. 
 EMI2.1 
 beschriebenen Weise aufgeschlossen.

   Hierauf wird die Flusssäure im Vakuum fast vollständig abgesaugt und das entstandene   wasserunlösliche   Produkt mit   l% iger Schwefelsäure   erhitzt, wobei ungefähr 200 g Abbauprodukte in wasserlöslicher Form erhalten werden. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum Abbau zellulosehaltiger Materialien mittels konzentriertem Fluorwasserstoff nach Stammpatent Nr. 147494, gekennzeichnet durch die Verwendung von Flusssäuremengen, die unter 70% der Gewichtsmenge des   aufzuschliessenden   Zellulosematerials bis zu etwa   10%   Flusssäure, berechnet auf trockenes Zellulosematerial, liegen.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die gegebenenfalls wiederholt angewendete Verdichtung und Verdünnung des Fluorwasserstoffgases während der Reaktion durch Abkühlung bzw. durch Zufuhr von Wärme erfolgt.
    3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Reaktionsmasse nach durchgeführter Reaktion vor der Entgasung einer Zerkleinerung unterworfen wird.
    4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass bei Verwendung geringer Flusssäuremengen, die im wesentlichen noch wasserunlösliche Produkte entstehen lassen, diese in an sich bekannter Weise durch eine Nachbehandlung mit verdünnten Mineralsäuren (z. B. l% igue Schwefelsäure) bei erhöhter Temperatur in wasserlösliche Produkte übergeführt werden.
AT151241D 1935-08-13 1936-03-06 Verfahren zum Abbau zellulosehaltiger Materialien mittels konzentriertem Fluorwasserstoff. AT151241B (de)

Applications Claiming Priority (2)

Application Number Priority Date Filing Date Title
AT147494T 1935-08-13
AT151241T 1936-03-06

Publications (1)

Publication Number Publication Date
AT151241B true AT151241B (de) 1937-10-25

Family

ID=29271194

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
AT151241D AT151241B (de) 1935-08-13 1936-03-06 Verfahren zum Abbau zellulosehaltiger Materialien mittels konzentriertem Fluorwasserstoff.

Country Status (1)

Country Link
AT (1) AT151241B (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
AT151241B (de) Verfahren zum Abbau zellulosehaltiger Materialien mittels konzentriertem Fluorwasserstoff.
DE2242713C3 (de) Verfahren zum Stabilisieren und Verfestigen von Böden mit Hilfe einer wäßrigen Silicatlösung unter Zusatz eines Esters einer organischen Säure als gelbildendes Mittel
DE647913C (de) Verfahren zur Gewinnung von Pentosen aus stark pentosanehaltigen Pflanzenteilen
DE577764C (de) Verfahren zur Umwandlung von Polysacchariden
DE941789C (de) Verfahren zum Austreiben von Wasser aus einer konzentrierten Calciumnitratloesung
DE537352C (de) Verfahren zur Gewinnung von Zucker aus Cellulose bzw. cellulosehaltigen Stoffen
DE642246C (de) Verfahren zur Darstellung von Furfurol
CH288726A (de) Verfahren zur Herstellung von Pyromellithsäure.
DE714937C (de) Verfahren zur Herstellung von Halbzellstoff aus Holz, Bambus, Stroh, Graesern und sonstigen cellulosehaltigen Pflanzen
AT143281B (de) Verfahren zur Herstellung von festen hochprozentigen Perverbindungen.
AT33969B (de) Verfahren zur Herstellung von Amyloid.
DE543875C (de) Herstellung von Aluminiumsulfat
AT55181B (de) Verfahren zur Gewinnung von Leim.
AT83026B (de) Verfahren zur Behandlung von vegetabilischen Stoffen.
DE339303C (de) Verfahren zur Herstellung von Zellstoff aus Holz
DE97238C (de)
AT150277B (de) Verfahren zum absatzweisen Extrahieren von pflanzlichen Materialien.
DE710495C (de) Verfahren zur Gewinnung von Titanverbindungen aus titanhaltigem Ausgangsmaterial
AT87294B (de) Verfahren zur Überführung von Zellulose in inversionsfähige, wasserlösliche Abbauprodukte.
DE544868C (de) Herstellung von geformtem Kieselsaeuregel
AT83338B (de) Verfahren zur Gewinnung von Zucker und ähnlichen Produkten aus Holz und anderen zellulosehaltigen Materialien.
AT7277B (de) Verfahren zur Überführung von Holz und anderem cellulosehaltigen Material in Zucker (Dextrose).
DE396380C (de) Verfahren zur Verzuckerung von Holz, Torf und anderen pflanzlichen Stoffen mit verduennten Saeuren
AT117857B (de) Verfahren zum Aufschließen von zellulosehaltigem Material mittels Mineralsäuren.
AT112643B (de) Verfahren zur Verzuckerung von Holz.