AT150633B - Gerät zur Bereithaltung und Anwendung von zur Entgiftung chemischer Kampfstoffe dienenden Mitteln. - Google Patents

Gerät zur Bereithaltung und Anwendung von zur Entgiftung chemischer Kampfstoffe dienenden Mitteln.

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AT150633B
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Ernst Dr Weizmann
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Ernst Dr Weizmann
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  Gerät zur Bereithaltung und Anwendung von zur Entgiftung chemischer Kampfstoffe dienenden
Mitteln. 



   Ein Kampfmittel der modernen   Kriegfiihnmg   bilden die chemischen Kampfstoffe, die zur Erzielung der Reiz-oder Giftwirkung in den gasförmigen oder   gasähnliehen   Zustand oder in den Zustand schwerabsorbierbarer   ultramikroskopisch   feiner Pulver übergeführt werden. Die meisten chemischen Kampfstoffe, wie beispielsweise Phosgen, chlorierte Ameisensäuremethylester,   Dichlordiäthylsulfid,   Diphenylarsinehlorid, sind gegen Wasser empfindlich ; sie werden durch Wasser zu unschädlichen Produkten zersetzt, wobei insbesondere die Mitverwendung von Oxydationsmitteln, wie Chlorkalk, gute Dienste für die Vernichtung der Kampfstoffe leistet. Auch andere Chemikalien, wie z. B.

   Permanganat gleichfalls zur Oxydation von   Dichlordiäthylsulfid,   ferner Soda, Kalk, die neben oder an Stelle von Chlorkalk zur Vernichtung   von S-Chlorvinyldichlorid   verwendet werden, weiter Natriumsulfit zur Vernichtung des gegen Wasser beständigen Chlorpikrins werden zur Entgiftung der chemischen Kampfstoffe verwendet. Die übliche Methode zum Entgiften der chemischen Kampfstoffe besteht darin, die vergasten Stellen mit Chlorkalk oder sonstigen Mitteln zu bestäuben und hernach mit Wasser zu besprengen. 



   Die vorliegende Erfindung löst nun die Aufgabe, ein leicht transportables, ständig verwendungbereites Gerät zu schaffen, welches einerseits die dauernde Bereithaltung der Entgiftungsmittel gewährleistet, anderseits bei der Verwendung sogleich wirksam wird. 



   Ein solches Gerät besteht gemäss der Erfindung aus einem   bombeiiähnliehen,   in zwei oder mehrere voneinander unabhängigen Kammern unterteilten Behälter zur Aufnahme der Entgiftungsmittel, dessen Wände beim Auftreffen auf den Boden, allenfalls unter Mitwirkung einer zündbaren Sprengstoffladung zertrümmert werden. 



   Beispielsweise kann eine solche Bombe für die Entgiftung von chemischen Kampfstoffen aus Ton, Zement, Glas, Steingut oder einem andern Werkstoff bestehen, der beim Aufschlagen auf dem harten Boden zerschellt. Ebenso können Behälter aus Blech u. dgl. Verwendung finden, wofern durch Anordnung beispielsweise eines Aufsehlagzünders in Verbindung mit einer geringen Sprengladung für eine Zerreissung der Wände beim Auftreffen auf den Boden Sorge getragen ist. In den Einzelkammern einer solchen Bombe werden die verschiedenen Entgiftungsmittel, welche erst im Verwendungsfalle miteinander in Berührung kommen sollen, untergebracht.

   In der Regel ist eine der Kammern, u. zw. eine obere Kammer, ein Wasserbehälter, während eine zweite Kammer, vorzugsweise eine untere Kammer, ungelöschten Kalk, Chlorkalk, Sulfide, Sulfite oder sonstige Entgiftungsmittel enthält, die in Gegenwart von Wasser entgiftend wirken. Insbesondere geeignet sind folgende Kombinationen : In der unteren Kammer eine Mischung von   80%   ungelöschtem Kalk und   20% festem   Natriumsuperoxyd, in der oberen Kammer Chlorwasser oder in der unteren Kammer ungelöschter Kalk   100%,   in der oberen Kammer Chlorwasser oder in der unteren Kammer Chlorkalk oder ungelöschter Kalk, in der oberen Kammer Wasser. 



   Ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes ist in der Zeichnung im Schnitt dargestellt. 



  Die Bombe besteht aus einem hohlkugelförmig ausgebildeten   Gefäss 1,   auf dem ein   trichterförmiges   Gefäss 2 aufgesetzt ist. Die beiden Gefässe sind durch den Boden. 3 des Gefässes 2 getrennt und durch Stifte   4   und Ösen 5 sowie durch zahnartige Vorsprünge 6 an der Innenwand des Gefässes   1,   die in Kerben an einem Ansatz 7 des   Bodens") eingreifen, lösbar   miteinander verbunden. Die Verbindung kann auch durch ein   Sehraubengewinde   oder Zusammenkitten der beiden Gefässe erfolgen.

   In letzterem Falle wird am oberen Rand des Gefässes 1 eine Leiste vorgesehen, auf die das Gefäss 2 aufgekittet wird. 

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 Um das Zerschellen beim Aufschlagen zu erleichtern, sind im Boden 3 und in den Wandungen der beiden Behälter Rillen 8 ausgenommen. Das trichterförmige Gefäss 2 weist an seinem verjüngten Ende einen konischen Hals 9 auf, in dem ein   Verschlusspfropfen   10 aus Holz, Ton, Kork od. dgl. sitzt. 



  Der Pfropfen wird mit Ton, Kitt, Lehm oder einem andern verlässlichen Bindemittel verkittet. 



   Das Gefäss 1 dient zur Aufnahme von gebranntem Kalk, Chlorkalk u. dgl., allenfalls unter Zusatz anderer mit Kalk bzw. Chlorkalk nicht reagierender Oxydationsmittel, das Gefäss 2 zur Aufnahme von Wasser, Chlorwasser oder sonstigen wässrigen Lösungen oder Flüssigkeiten anderer Art. Dieses wird mit der Flüssigkeit nicht ganz gefüllt. Die Bombe soll in der Regel derart, beispielsweise in Ringe eingehängt, gelagert und transportiert werden, dass das   Flüssigkeitsgefäss   nach unten liegt. Der durch die unvollständige Füllung des Flüssigkeitsgefässes entstehende Zwischenraum verhütet ein etwaiges Aufsteigen der Flüssigkeit durch poröses Material der Zwischenwand. 



   Um das Werfen der Bombe zu erleichtern, ist eine Schlinge 11 am Hals 10 als Handhabe befestigt, die allenfalls auch beim Transport der Bombe verwendet werden kann. Die Bombe kann als Hand-, Katapult-oder Fliegerbombe hergestellt werden. Im letzteren Falle besteht die Schlinge aus starkem Draht, der in einem Haken der Flugzeuggondel oder der Tragfläche eingehängt wird. 



  Diese Form der Bombe kann auch mit Führungsflügeln nach Art der Fliegerbomben versehen sein. 



   Der Vorgang beim Werfen soll so ablaufen, dass das den Kalk enthaltende Gefäss 1 im spitzen Winkel aufschlägt, so dass die beiden Gefässe bzw. vom Wassergefäss 2 wenigstens der Boden 3 zerschellt. 



  Nicht zerschellte Bomben können durch Werfen weiterer Bomben oder Steine u. dgl. zerschlagen werden. Der Wurf wird bei Windstille gegen das Zentrum der Gaswolke oder des Gasgebildes, dagegen bei Wind gegen jenen Rand der Gaswolke gerichtet, der dem Winde abgekehrt ist, so dass der Wind das Gas möglichst über die Stellen bewegt, an denen die Bomben zerschellt sind. Auch vor Objekten, gegen welche chemische Kampfstoffe geschossen oder geworfen werden, wie Baulichkeiten, Schützengräben usw., können zur Abwehr von Gasangriffen   Gasschutzbomben   gemäss der Erfindung in entsprechender Anzahl zur Wirkung gebracht werden. 



   Bomben gemäss der Erfindung können auch in Kanäle und Senkgruben mit Erfolg geworfen werden. Bei letzteren und überhaupt bei weicher Grundlage sind zweckmässig zuerst grössere Steine hineinzuwerfen, um das Zerschellen der Bombe zu erleichtern. Die Bomben sind insbesondere auch dort anwendbar, wo die Verhältnisse die Verwendung von Tankautos zum Aufspritzen der Entgiftungsmittel nicht zulassen, wie beispielsweise auf zerstörten oder beschädigten Strassen, in Innenräumen usw. 



   PATENT-ANSPRÜCHE : 
 EMI2.1 


AT150633D 1936-09-30 1936-09-30 Gerät zur Bereithaltung und Anwendung von zur Entgiftung chemischer Kampfstoffe dienenden Mitteln. AT150633B (de)

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