AT150633B - Gerät zur Bereithaltung und Anwendung von zur Entgiftung chemischer Kampfstoffe dienenden Mitteln. - Google Patents
Gerät zur Bereithaltung und Anwendung von zur Entgiftung chemischer Kampfstoffe dienenden Mitteln.Info
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Description
<Desc/Clms Page number 1> Gerät zur Bereithaltung und Anwendung von zur Entgiftung chemischer Kampfstoffe dienenden Mitteln. Ein Kampfmittel der modernen Kriegfiihnmg bilden die chemischen Kampfstoffe, die zur Erzielung der Reiz-oder Giftwirkung in den gasförmigen oder gasähnliehen Zustand oder in den Zustand schwerabsorbierbarer ultramikroskopisch feiner Pulver übergeführt werden. Die meisten chemischen Kampfstoffe, wie beispielsweise Phosgen, chlorierte Ameisensäuremethylester, Dichlordiäthylsulfid, Diphenylarsinehlorid, sind gegen Wasser empfindlich ; sie werden durch Wasser zu unschädlichen Produkten zersetzt, wobei insbesondere die Mitverwendung von Oxydationsmitteln, wie Chlorkalk, gute Dienste für die Vernichtung der Kampfstoffe leistet. Auch andere Chemikalien, wie z. B. Permanganat gleichfalls zur Oxydation von Dichlordiäthylsulfid, ferner Soda, Kalk, die neben oder an Stelle von Chlorkalk zur Vernichtung von S-Chlorvinyldichlorid verwendet werden, weiter Natriumsulfit zur Vernichtung des gegen Wasser beständigen Chlorpikrins werden zur Entgiftung der chemischen Kampfstoffe verwendet. Die übliche Methode zum Entgiften der chemischen Kampfstoffe besteht darin, die vergasten Stellen mit Chlorkalk oder sonstigen Mitteln zu bestäuben und hernach mit Wasser zu besprengen. Die vorliegende Erfindung löst nun die Aufgabe, ein leicht transportables, ständig verwendungbereites Gerät zu schaffen, welches einerseits die dauernde Bereithaltung der Entgiftungsmittel gewährleistet, anderseits bei der Verwendung sogleich wirksam wird. Ein solches Gerät besteht gemäss der Erfindung aus einem bombeiiähnliehen, in zwei oder mehrere voneinander unabhängigen Kammern unterteilten Behälter zur Aufnahme der Entgiftungsmittel, dessen Wände beim Auftreffen auf den Boden, allenfalls unter Mitwirkung einer zündbaren Sprengstoffladung zertrümmert werden. Beispielsweise kann eine solche Bombe für die Entgiftung von chemischen Kampfstoffen aus Ton, Zement, Glas, Steingut oder einem andern Werkstoff bestehen, der beim Aufschlagen auf dem harten Boden zerschellt. Ebenso können Behälter aus Blech u. dgl. Verwendung finden, wofern durch Anordnung beispielsweise eines Aufsehlagzünders in Verbindung mit einer geringen Sprengladung für eine Zerreissung der Wände beim Auftreffen auf den Boden Sorge getragen ist. In den Einzelkammern einer solchen Bombe werden die verschiedenen Entgiftungsmittel, welche erst im Verwendungsfalle miteinander in Berührung kommen sollen, untergebracht. In der Regel ist eine der Kammern, u. zw. eine obere Kammer, ein Wasserbehälter, während eine zweite Kammer, vorzugsweise eine untere Kammer, ungelöschten Kalk, Chlorkalk, Sulfide, Sulfite oder sonstige Entgiftungsmittel enthält, die in Gegenwart von Wasser entgiftend wirken. Insbesondere geeignet sind folgende Kombinationen : In der unteren Kammer eine Mischung von 80% ungelöschtem Kalk und 20% festem Natriumsuperoxyd, in der oberen Kammer Chlorwasser oder in der unteren Kammer ungelöschter Kalk 100%, in der oberen Kammer Chlorwasser oder in der unteren Kammer Chlorkalk oder ungelöschter Kalk, in der oberen Kammer Wasser. Ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes ist in der Zeichnung im Schnitt dargestellt. Die Bombe besteht aus einem hohlkugelförmig ausgebildeten Gefäss 1, auf dem ein trichterförmiges Gefäss 2 aufgesetzt ist. Die beiden Gefässe sind durch den Boden. 3 des Gefässes 2 getrennt und durch Stifte 4 und Ösen 5 sowie durch zahnartige Vorsprünge 6 an der Innenwand des Gefässes 1, die in Kerben an einem Ansatz 7 des Bodens") eingreifen, lösbar miteinander verbunden. Die Verbindung kann auch durch ein Sehraubengewinde oder Zusammenkitten der beiden Gefässe erfolgen. In letzterem Falle wird am oberen Rand des Gefässes 1 eine Leiste vorgesehen, auf die das Gefäss 2 aufgekittet wird. <Desc/Clms Page number 2> Um das Zerschellen beim Aufschlagen zu erleichtern, sind im Boden 3 und in den Wandungen der beiden Behälter Rillen 8 ausgenommen. Das trichterförmige Gefäss 2 weist an seinem verjüngten Ende einen konischen Hals 9 auf, in dem ein Verschlusspfropfen 10 aus Holz, Ton, Kork od. dgl. sitzt. Der Pfropfen wird mit Ton, Kitt, Lehm oder einem andern verlässlichen Bindemittel verkittet. Das Gefäss 1 dient zur Aufnahme von gebranntem Kalk, Chlorkalk u. dgl., allenfalls unter Zusatz anderer mit Kalk bzw. Chlorkalk nicht reagierender Oxydationsmittel, das Gefäss 2 zur Aufnahme von Wasser, Chlorwasser oder sonstigen wässrigen Lösungen oder Flüssigkeiten anderer Art. Dieses wird mit der Flüssigkeit nicht ganz gefüllt. Die Bombe soll in der Regel derart, beispielsweise in Ringe eingehängt, gelagert und transportiert werden, dass das Flüssigkeitsgefäss nach unten liegt. Der durch die unvollständige Füllung des Flüssigkeitsgefässes entstehende Zwischenraum verhütet ein etwaiges Aufsteigen der Flüssigkeit durch poröses Material der Zwischenwand. Um das Werfen der Bombe zu erleichtern, ist eine Schlinge 11 am Hals 10 als Handhabe befestigt, die allenfalls auch beim Transport der Bombe verwendet werden kann. Die Bombe kann als Hand-, Katapult-oder Fliegerbombe hergestellt werden. Im letzteren Falle besteht die Schlinge aus starkem Draht, der in einem Haken der Flugzeuggondel oder der Tragfläche eingehängt wird. Diese Form der Bombe kann auch mit Führungsflügeln nach Art der Fliegerbomben versehen sein. Der Vorgang beim Werfen soll so ablaufen, dass das den Kalk enthaltende Gefäss 1 im spitzen Winkel aufschlägt, so dass die beiden Gefässe bzw. vom Wassergefäss 2 wenigstens der Boden 3 zerschellt. Nicht zerschellte Bomben können durch Werfen weiterer Bomben oder Steine u. dgl. zerschlagen werden. Der Wurf wird bei Windstille gegen das Zentrum der Gaswolke oder des Gasgebildes, dagegen bei Wind gegen jenen Rand der Gaswolke gerichtet, der dem Winde abgekehrt ist, so dass der Wind das Gas möglichst über die Stellen bewegt, an denen die Bomben zerschellt sind. Auch vor Objekten, gegen welche chemische Kampfstoffe geschossen oder geworfen werden, wie Baulichkeiten, Schützengräben usw., können zur Abwehr von Gasangriffen Gasschutzbomben gemäss der Erfindung in entsprechender Anzahl zur Wirkung gebracht werden. Bomben gemäss der Erfindung können auch in Kanäle und Senkgruben mit Erfolg geworfen werden. Bei letzteren und überhaupt bei weicher Grundlage sind zweckmässig zuerst grössere Steine hineinzuwerfen, um das Zerschellen der Bombe zu erleichtern. Die Bomben sind insbesondere auch dort anwendbar, wo die Verhältnisse die Verwendung von Tankautos zum Aufspritzen der Entgiftungsmittel nicht zulassen, wie beispielsweise auf zerstörten oder beschädigten Strassen, in Innenräumen usw. PATENT-ANSPRÜCHE : EMI2.1
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