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Verfahren und Vorrichtung zum Enthaaren von Fellen.
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Enthaaren tierischer Felle zur Gewinnung von Haar- wolle, wie sie z. B. in der Hutfabrikation verwendet wird, sowie eine Vorrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens, wobei die Haarverluste gegenüber früher wesentlich geringer sind. Bei solchen
Verfahren und Vorrichtungen werden die Felle in einem gegebenen Weg geführt und mittels eines gestreckten oder bandförmigen, an diesen Weg anliegend angeordneten Messers geschnitten. Gemäss der Erfindung wird ein konzentrierter, kontinuierlicher Luftstrom auf jene Stelle geblasen, wo die
Haarwolle von dem Fell abgeschnitten wird. Diesem Zweck dient vorteilhafterweise eine Blaseinrichtung.
Besonders zweckmässig ist es, die abgeschnittene Haarwolle durch Saugen von oberhalb der Schnittstelle zu sammeln, was durch eine an der Vorderseite in nächster Nähe der Schnittstelle angeordnete Saugeinrichtung erfolgen kann. Es wird dadurch das abgeschnittene Haar unverzüglich und vollkommen von der Schnittfläche entfernt, dadurch ein nochmaliges Zerschneiden der bereits vom Fell getrennten Haare vermieden und eine beträchtliche Verringerung der Abfälle erzielt. Die Felle können brauchbar und wirkungsvoll enthaart werden, ohne dass es erforderlich wäre, sie in Stücke oder Streifen zu zerschneiden. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass die hinter dem Schneidwerkzeug angebrachte Vorrichtung die Felle zwangsmässig und selbsttätig durch die Sehneidevorrichtung zieht.
Die bisher zum Vorwärtsschieben der Fellenden benötigten Vorrichtungen fallen daher weg. Weitere Einzelheiten der Erfindung betreffen die Zuführungs- und Auswurfvorrichtungen für die Felle.
Zur Erläuterung ist in den Zeichnungen eine Ausführungsform der Erfindung dargestellt.
Fig. 1 ist ein lotrechter Schnitt durch eine erfindungsgemäss gebaute Enthaarungsmasehine, Fig. 2 ist ein lotrechter Schnitt nach der Linie 2-2 der Fig. 1. Fig. 3 ist ein lotrechter Schnitt nach der Linie 3-3 der Fig. 1 einzelne Teile sind dabei weggebrochen. Fig. 4 ist ein waagrechter Schnitt nach der Linie 4-4 der Fig. 3. Fig. 5 ist eine Endansicht.
Der Fuss 5 und die Seitenträger 6 bilden ein Fachwerk, welches das Triebwerk der Maschine trägt. Die obere Führungswalze 7 und die untere Führungswalze 8, zwischen denen das Fell A läuft, sind in den Seitenträgern gelagert. Die Walzen sind als volle Körper dargestellt und in der Längsrichtung gerippt oder gerillt (s. 7'bzw. 8'). Die dadurch am Umfange entstehenden Zähne greifen in das Fell ein und ermöglichen so eine Führung des letzteren. Ein Walzenpaar 9 und 10, das sich hinter den Walzen 7 und 8 befindet, ist ebenfalls in den Seitenträgern 6 gelagert. Die obere Walze 9 besitzt eine Anzahl runder Scheiben 11, an deren Umfläche mehrere flachköpfige Zähne 12 angebracht sind.
Die untere Walze 10 besitzt in ähnlicher Weise einen Satz runder Scheiben 13, an deren Um-
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Von den Walzen 9 und 10 aus gelangt das Fell in den Bereich des Messers 15, welches quer zur Bewegungsrichtung des Felles angebracht ist und genügend tief in das Fell hineinragt, um Haare von diesem entfernen zu können, ohne jedoch das Fell selbst zu beschädigen. Unter dem Messer befindet sich ein nachgiebiges Bett längs der Schnittkante, so dass ungeachtet etwaiger wesentlicher Unterschiede in seiner Dicke das Fell in seiner ganzen Länge gleichmässig gegen die Schnittkante des Messers gedrückt wird. Die das Bett bildenden Blöcke 16 liegen unten auf einer federnden Platte 19 aus Gummi oder anderem geeigneten Werkstoff auf und sind durch Zwischenwände 17 und 18 geführt.
Jeder der Blöcke 16 hat die Form eines verkehrten T, dessen waagrechter unterer Schenkel, wie aus Fig. 1 ersichtlich, unter die Führungswände 17 und 18 reicht. Die erwähnten Führungswände sind zwischen den Seitenträgern 6 des Faehwerkes befestigt und ruhen mittels waagreehter Flanschen 17'bzw 18'
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auf Stützbalken 20,20. Die letzteren sind auf einer Grundplatte 21 und diese wiederum auf Leisten 22, 22 des Fachwerkes befestigt. Die Wände 17 und 18 können an den zugehörigen Stützbalken 20,20 und an der Grundplatte 21, z. B. mittels Schrauben, angebracht sein.
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Verschiebung des Felles unter dem Einfluss der weiter unten noch beschriebenen seitlichen Sehwingbewegungen des Messers 15.
Der Messerhalter 24, der das Messer 15 festhält, gleitet in Nuten 25 der Seitenträger 6. Der
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können z. B. mit Schrauben 28 verstellbar an den Seitenträgern angebracht werden. Wie aus Fig. 3 ersichtlich, kann z. B. jede Schraube 28 mit ihrem unteren Ende in den zugehörigen Träger eingeschraubt sein und durch eine Lasche 29 des zugehörigen Seitenträgers 6 hindurchragen. An der oberen und unteren Seite der Lasche liegen Muttern 30 bzw. 31 der Schraube 28 an. Die Träger selbst können nun ebenfalls mittels der durch Nuten 32, 32 hindurchgesteckten Schrauben 33, 33 an dem Seitenträger 6 befestigt werden.
Durch Verstellen der Träger kann jede gewünschte Höhe des Messers 15 über dem Bett genau eingehalten werden.
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Diese Walzen sind voll ausgeführt, jedoch mit ringsumlaufenden Nuten 35 versehen. Die zwischen den Nuten übriggebliebenen Stege sind in der Längsrichtung gerippt oder gerillt, so dass die Zähne : 14' in das Fell eingreifen können. Ein an einem der Stützbalken 20 befestigter Kamm 36 ist mit in die Nuten 35 der unteren Walze 34 eingreifenden Abstreiffingern 36'versehen, während die Abstreiffinger 37'eines ähnlichen Kammes 37 in die Nuten 35 der oberen Walze eingreifen. Die Abstreiffinger verhüten, dass sich das Fell um diese Walze herumwickelt.
Jede dieser Zuführwalzen 7, 9 und die obere Walze 34 können gewünschtenfalls unter Federdruck nachgiebig gelagert werden, so dass sie sieh um ein geringes Stück heben können ; diese Lagerung ist an sich bekannt.
Die verschiedenen Zuführwalzen und das Messer 16 können von einer Kraftquelle aus ange- trieben werden. Zu diesem Zweck ist der dargestellte Messerhalter 24 durch einen Hebel 38 mit einem
Kurbelzapfen 38'der Welle 39 verbunden. Die Welle 39 wird mit Hilfe eines über die Scheibe J0 laufenden Riemens 41 von einer Kraftquelle aus angetrieben. Beim Betrieb der Zuführungsvorriehtung wird demzufolge das Messer 15 in beiden Richtungen rasch quer über das Fell hin-und hergeführt.
Die Zuführungsvorrichtung wird in Abhängigkeit von dem Messer, jedoch mit geringerer Geschwindig- keit angetrieben. Zu diesem Zweck wird die Walze 10 ununterbrochen über ein Untersetzungsgetriebe von der Welle 39 aus angetrieben. Das Untersetzungsgetriebe besteht aus dem Rad 42 auf der Welle 39, den Rädern 43 und 44 auf der Welle 45 und dem Rad 46 auf der Welle 47. Auf der letzteren Welle sitzt ein Kegelrad 48, das mit einem Kegelrad 49 der Walze 10 kämmt. Am andern Ende der Walze kämmt das Rad 50 zum Antrieb der Walze 9 mit dem Rad 51. Ein Zwischenrad 52 kämmt mit dem
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Richtung wie diese angetrieben wird. Gleichzeitig wird die obere Walze 34 in derselben Richtung wie die Walze 9 durch das Rad 54, welches mit dem Rade. 63 kämmt, angetrieben.
Ein Zwischenrad 5J, das mit dem Rade 50 kämmt, treibt die untere Walze 8 über das Rad 56 in derselben Richtung wie die Walze 10 an. Die Walze 7 wird gleichzeitig über ein mit dem Rade 56 kämmendes Rad 57 in derselben Richtung wie die Walze 9 angetrieben. Die Übersetzung zwischen der Welle 39 und den Zuführwalzen ist so, dass das Fell zwischen zwei aufeinanderfolgenden Schwingbewegungen des Messers 1. 5 eine kleine Strecke vorgeschoben wird. Ein Hub von 0'8 mm zwischen zwei aufeinanderfolgenden Schwingbewegungen wurde als befriedigend befunden. Selbstverständlich kann dieser Hub nötigenfalls auch geändert werden. Kurz hinter dem Messer 15 ist ein Luftgebläse mit einem an das Maschinengestell angebauten Luftförderkanal 58 und einem geeigneten Gebläse (nicht dargestellt) versehen.
Vom Luftförderkanal 58 erstreckt sieh ein nach unten schmaler werdender und dadurch mit einer beschränkten Öffnung 59'versehener Luftausströmkanal 59, der sich nahe der Arbeitslinie des Messers 1. 5 über die ganze Breite des Felles hinzieht. Das äussere Endstück des Ausströmkanals 59 ist (wie eingezeichnet) so gerichtet, dass die ausströmende Luft über die Schnittlinie des Messers 15 streichen muss und dabei die abgeschnittene Haarsehicht aus dem Bereiche des nächsten Schnittes entfernt. Auf diese Weise kann das Messer mit einer sehr hohen Geschwindigkeit über das sich ununterbrochen um kurze Wegstrecken vorwärtssehiebende Fell gleiten. Sobald eine Schicht Haare abgetrennt ist, wird diese aus dem Arbeitsbereiche des Messers entfernt und dadurch vor einem nochmaligen Zerschneiden bewahrt.
Auf diese Weise werden wesentliche Ersparnisse erzielt und die Maschine sorgt zugleich für eine äusserst rasche Enthaarung der Felle.
Über den Walzen 7,9 vor dem Messer 15 befindet sich ein mit einem geeigneten Sauggerät (nicht eingezeichnet) verbundenes Saugrohr 60, durch dessen Öffnung 61 die Luft infolge der Saugwirkung eintritt. Das durch den aus dem Kanal 59 austretenden Luftstrom vom Messer 15 weggeblasene Haar
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Riemen 62 aus luftdurchlässigem Material weggeführt werden. Um den Abtransport der auf dem
Riemen 62 liegenden Haare zu ermöglichen, ist nahe des letzteren noch ein Riemen 63 angebracht.
Das Haar wird, wie in Fig. 1 dargestellt, zuerst vom Riemen 62 ein Stuck allein, dann von beiden
Riemen zusammen aufwärts und von der Walze 64 an auf dem oberen waagrechten Stück des Riemens 63 bis zu der jenseits der Walze 65 liegenden Abnahmestelle befördert. Mittels dieser Einrichtung kommt das vom Fell abgetrennte Haar auf den Riemen 62, wird zwischen den Riemen 62 und 63 zu einem fortlaufenden Band zusammengepresst und zur Abnahmestelle gefördert. Der Riemen 63 ist durch
Walzen 64, 65, 66 und 67 in Eingriff ; er wird in entsprechender Weise angetrieben, z. B. durch eine
Kette 68 (Fig. 5), die sich von einem Kettenrad 69 auf der unteren Walze 34 bis zu einem Kettenrad 70 auf der Walze 65 erstreckt.
In ähnlicher Weise kann der Riemen oder das Sieb 62 durch eine Kette 71 angetrieben werden, die sich von einem Kettenrad 62 auf der Walze 7 zu einem Kettenrad 7. 3 auf der
Walze 74, über welche der Riemen 62 geführt ist, erstreckt. Die Riemen 62 und 63 werden somit ununterbrochen mit den Fellzuführwalzen und dem Messer 15 angetrieben. Nachdem das Fell die
Zuführwalzen 9, 10 verlassen hat, wird es von den Walzen 84, 34 weiter über das unter dem Messer 15 liegende Schneidbett 16 geführt und zuletzt aus der Maschine entfernt.
Der Kamm 37 kann, wie eingezeichnet, zweckmässig am Luftkanal 58 befestigt werden.
Die beschriebene Vorrichtung wirkt wie folgt : Die Felle werden den Walzen 7 und 8 nach- einander zugeführt. Sobald jedes Fell von den Walzen erfasst ist, wird es dem hinteren Teil der Maschine zugeführt. Zunächst kommt es mit den Zuführwalzen 9, 10 in Eingriff, worauf es zwischen dem Messer 15 und dem Schneidbett 16 hindurchwandert, um sodann den Ablegewalze 34, 34 zugeführt zu werden.
Das rasch hin-und hergehende Messer schwingt abwechselnd in entgegengesetzten Richtungen quer zum Fell. Bei jeder Schwingbewegung des Messers erfolgt ein Einschnitt quer zum Fell längs einer
Linie, die einen geringen Abstand von der Schneidlinie der nächstfolgenden Schwingbewegung hat und schneidet dabei die angrenzenden Haare nahe an den Wurzeln ab.
Das bei jeder Schwingung abgetrennte Haar wird sofort durch den Luftstrom des Kanals 59 aus dem Arbeitsbereich des Messers 15 entfernt und durch die Saugwirkung des Rohres 60 auf das Sieb 62 oder, wenn dieses weggelassen ist, unmittelbar in das Rohr 60 gebracht. Der aus dem Kanal 59 austretende Luftstrom führt das Haar nicht nur aus dem Arbeitsbereich des Messers 15, sondern drückt das noch nicht abgeschnittene Haar auch noch in eine mehr waagrechte Lage, wodurch der Enthaarungsvorgang wesentlich erleichtert wird.
Die federnden Blöcke des Bettes 16 halten das Fell trotz wesentlicher Unterschiede in seiner
Dicke in gerader Lage zur Schnittlinie des Messers, wodurch ein gleichmässiger Schnitt erzielt wird.
Das aus den Walzen 9 und 10 austretende Endstück des Felles wird von den Walzen-M, 34 zwangs- mässig zwischen dem Messer 15 und dem Bett 16 durchgeführt. Das enthaarte Fell wird von den Walzen.'34, 84 aus der Maschine entfernt. Bei der Anwendung der Riemen 62 und 63 wird das abge- schnitten Haar in Form eines ununterbrochenen Bandes zur Abnahmestelle befördert.
Der vom Kanal 59 kommende Luftstrom bewirkt neben der sofortigen Entfernung des abge- schnittenen Haares nach jedem Schnitt auch noch ein Niederdrücken des vorderen, aus den Walzen 9 und 10 austretenden Fellendes. Wenn dieses durch die erwähnten Walzen geführt ist, zeigt es unter dem Einfluss der Saugwirkung des Rohres 60 und der Wirkung des Messers 15 das Bestreben, sich vom Bett 16 abzuheben. Der aus der Leitung 69 nach unten austretende Luftstrom drückt jedoch das Fell gegen das Bett 16 und verhütet dadurch zu Betriebsstörungen führende Verwicklungen mit der Walze 9.
Sobald das vordere Fellende von den Walzen-M, 34 erfasst wird, ist die Gefahr der Verwicklung mit der Walze 9 beseitigt, während vor dem Eintritt des Fellendes in die Walzen 34 die niederdrÜckende Kraft des Luftstromes jede Betriebsstörung infolge Verwicklungen des Felles mit der Walze 9 verhütet.
Die Geschwindigkeit der Walzen 7 und 8 wird zweckmässig kleiner gehalten als diejenige der Walzen 9 und 10. Dadurch entsteht in dem zwischen diesen beiden Walzenpaaren liegenden Fellabschnitt ein Zug, der ein Ausstrecken der Falten des Felles zur Folge hat.
Es sind in verschiedener Hinsicht Änderungen und Abweichungen von dem dargestellten Ausführungsbeispiel möglich, ohne dass dadurch der Sinn der Erfindung verlassen würde.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum Enthaaren von Fellen, bei dem die Felle in einem gegebenen Weg geführt und mittels eines gestreckten oder bandförmigen, anliegend an diesen Weg angeordneten Messer geschnitten werden, dadurch gekennzeichnet, dass ein konzentrierter, kontinuierlicher Luftstrom auf jene Stelle geblasen wird, wo die Haarwolle von dem Fell abgeschnitten wird.