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SteIl- und Verriegelungsvorrichtung für Eisenbahnsignale, Weichen u. dgl.
Im Patente Nr. 145909 ist ein Übersetzungsgetriebe beschrieben, das zwischen dem Stellhebel und einer Stell- oder Verriegelungsvorrichtung für Eisenbahnsignale, Weichen u. dgl. eingeschaltet wird und das den vollständigen Hub des Drahtzuges in drei Phasen zerlegt, von denen die erste das
Entriegeln der Stellrollen od. dgl., die zweite das Umstellen derselben und die dritte ihr Verriegeln bewirkt. Gemäss einer im Stammpatent beschriebenen Ausführungsform erfolgt der Antrieb der mit einer umlaufenden Aussenverzahnung versehenen Stellrollen in der zweiten Phase mit Hilfe einer vom
Stellhebel über den Drahtzug angetriebenen Übersetzungsrolle, die längs eines Teiles ihres Umfanges mit einer Aussenverzahnung versehen ist, die während dieser Bewegungsphase in die Stellrollenverzahnung eingreift.
Die Verriegelung der Stellrollen in der ersten und dritten Bewegungsphase erfolgt hiebei mittels eines Sperrelementes, das sich über einen Teil des nicht verzahnten Umfanges der Übersetzungsrolle erstreckt und in Ausnehmungen eines Bordes an den Stellrollen eingreift.
Die Erfindung bezweckt eine Verbesserung der Vorrichtung nach dem Stammpatent, insbesondere durch Herabsetzung des Material-und Raumbedarfes und Schaffung einer kompakten, allseits geschlossenen Bauart sowie durch neuartige, sicher wirkende und in mehreren Stellungen verwendbare Verriegelungseinrichtungen für die erste und dritte Phase.
Die erfindungsgemässe Einrichtung ist ebenso wie die nach dem Stammpatent zum Stellen von Vorrichtungen der verschiedensten Art verwendbar, wie Eisenbahnsignale, Weichen, Weichenriegel (Spitzenversehlüsse) usw., bei denen die richtige Umstellung auch über lange Drahtzüge stets mit Sicherheit gewährleistet sein soll. Die angetriebenen Teile können daher Stell-oder Riegelrollen sein oder mit solchen Teilen in Verbindung stehen. Erfindungsgemäss sind die mit Aussenverzahnung versehenen Stell-bzw. Riegelrollen innerhalb der Übersetzungsrollen. u. zw. desaxiert zu diesen, drehbar angeordnet, und es sind die Übersetzungsrollen längs eines Teiles ihres Umfanges mit einer Innenverzahnung versehen, die in der zweiten Phase mit der Verzahnung der Stell- bzw. Riegelrollen zum Eingriff kommt.
Die Verriegelung in der ersten und dritten Phase wird durch ineinandergreifende Leisten und Ausnehmungen an den Übersetzungsrollen einerseits und den Stell-oder Riegelrollen anderseits bewirkt.
Als Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung ein Weichenriegel dargestellt, dessen Riegelrolle von der Übersetzungsrolle, die vom Stellwerk aus mittels eines Drahtzuges angetrieben wird, in drei Phasen entriegelt, bewegt und verriegelt wird. Die Erfindung ist natürlich nicht auf dieses Beispiel beschränkt und kann ebensogut auch als Stell-wie als Verriegelungseinrichtung dienen. In diesem Falle treten bloss Stellrollen an die Stelle der Riegelrollen und treiben über Drahtzüge oder andere Triebwerksteile das Signal oder die sonstige zu stellende Einrichtung an.
In der Zeichnung zeigt Fig. 1 einen Schnitt nach der Linie 1-1 in Fig. 2 der vom Drahtzug angetriebenen Übersetzungskettenrolle, Fig. 2 zeigt diese Rolle in Draufsicht. Fig. 3 zeigt im Schnitt nach 111-111 in Fig. 4 die angetriebene Rolle. Fig. 4 zeigt in Draufsicht die in drei Phasen angetriebene Rolle, die bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel gleichzeitig als Riegelrolle eines Weichenverschlusses dient. Fig. 5 ist ein Schnitt nach der Linie V-V in Fig. 6 und zeigt die zusammengebaute Einrichtung gemäss der Erfindung. Fig. 6 ist eine Draufsicht auf diese Einrichtung bei abgenommenem Deckel. Fig. 7 zeigt schematisch die in Fig. 5 und 6 in der verriegelten Grundstellung dargestellten Teile bei Anfang der zweiten Bewegungsphase (Beginn des Zahnradeingriffes).
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Wie die Fig. 1 und 2 zeigen, ist die Übersetzungsrolle 1 längs ihres äusseren Umfanges mit einem Kettenkranz 2 versehen, an dem der vom Stellhebel oder Stellwerk kommende Drahtzug in üblicher Weise angreift. Ein Teil des Umfanges dieser Rolle 1 trägt einen mit Innenverzahnung versehenen erhöhten Rand 3 mit zwei Stiften 4 und 5. Gegenüber diesem Rand ist eine bogenförmige Sperrleiste 6 vorgesehen, deren Krümmungsmittelpunkt in der Rollendrehachse liegt.
Die in den Fig. 3 und 4 im einzelnen dargestellte angetriebene Rolle 10 besitzt einen scheibenförmigen Rand 9 und ist unterhalb dieses Randes längs ihres ganzen Umfanges mit einer Verzahnung 11 versehen. Zwei Zapfen 14 und 15 ragen von der Rolle 10 nach unten und arbeiten mit den Zapfen 4 und 5 der Rolle 1 in später genau zu beschreibender Weise zusammen. Die Rolle 10 trägt ferner an ihrer Unter- seite, zweckmässig an einem auswechselbaren Einsatzstück 16, einen im wesentlichen zylindrischen Kranz 1'l, der die Nabe 8 der Rolle 10 umgibt und von Einschnitten 18, 19 und 20 durchsetzt ist. Jeder dieser Einschnitte, die gegeneinander um zirka 450 versetzt sind, ist so geformt, dass er die Sperrleiste 6 der Rolle 1 aufzunehmen vermag, wobei diese Leiste an der Nabe 8 vorbeigeht.
Die Oberseite der Rolle 10 ist bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel als ringförmiger Riegel 21 mit den üblichen Anschlägen 22 und 23 ausgebildet und greift, wie noch beschrieben werden wird, in Ausnehmungen der Riegelschienen eines Weichenspitzenverschlusses ein.
Wie aus Fig. 5 und 6 hervorgeht, ist die Rolle 1 auf einem Zapfen 31 drehbar gelagert, der im Gehäuse 30 befestigt ist. Die Rolle 10 ist um einen Zapfen 33 drehbar, der auf einem Querstück ; 32 befestigt ist, das seinerseits mit dem Gehäuse 30 verschraubt ist. Das Gehäuse 80 ist oben durch den Deckel 34 abgeschlossen, der mit Durchtrittsöffnungen für die Riegelschienen 35, 36 üblicher Bauart versehen ist. Ausser diesen Öffnungen und den nicht dargestellten Durchtrittsöffnungen für die in den Kettenkranz 2 eingelegte Kette des Drahtzuges kann das Gehäuse 30 ganz geschlossen ausgebildet sein und schützt alle Teile des Mechanismus.
Die in den Fig. 5 und 6 gezeichnete Stellung ist die Grundstellung, bei der die Rolle 10 durch Eingriff der Leiste 6 in die Ausnehmung 18 (Fig. 4) verriegelt ist. Die Rolle 10 steht in Fig. 5 und 6 so, dass die Regelschieber 35,36 verstellt werden können. Sollen nun nach erfolgter Umstellung der Weiche die Regelschieber 35,36 gesperrt werden, so muss die Rolle 10 entriegelt, verdreht und wieder verriegelt werden. Hiezu wird die Übersetzungsrolle 1 durch den Drahtzug vom Stellwerk aus nach der einen oder andern Richtung verdreht. Es wird nun zunächst die Sperrleiste 6 der Rolle 1 aus der Ausnehmung 18 der Rolle 10 herausgeschwenkt und die Rolle 10 dadurch entriegelt (l. Phase). Die Triebwerksteile nehmen nun die in Fig. 7 schematisch gezeichnete Lage ein, und es beginnt der Eingriff der Verzahnungen 3 und 11.
Um eine sichere Bewegungsübertragung in dieser Stellung zu erzielen, arbeiten Stifte oder Rollen 4 und 14 zusammen und halten auch den ersten Anprall von der Verzahnung fern.
Nun bewegen sich die beiden Rollen 1 und 10 gemeinsam im selben Sinne weiter (2. Phase), die Übersetzungsrolle 1 langsamer, die Rolle 2 rascher, u. zw. solange, als sich die Verzahnungen 3 und 11 in Eingriff befinden. Verlässt nun die Verzahnung 3 der Rolle 1 die Verzahnung 11 der Rolle 10, so bleibt die Rolle 10 stehen und bei weiterer Drehung der Rolle 1 tritt deren Verriegelungsleiste 6 in eine der Ausnehmungen 18, 19 oder 20 des Randes 16 an der Rolle 10 ein. Hiedurch wird die Rolle 10 und bei dem gezeichneten Beispiel der Riegel 20 in der Endlage verriegelt (3. Phase). Dadurch, dass drei Ausnehmungen 18, 19, 20 vorgesehen sind, ergibt sich die Möglichkeit, die Einrichtung verschiedenen Endlagen anzupassen. In manchen Fällen genügt auch ein und dieselbe Ausnehmung 19 zur Sperrung in der Grundstellung und in den Endlagen.
Bei der Rückstellung in die Grundstellung erfolgen die Vorgänge in umgekehrter Reihenfolge ; bei Bewegung der Rolle 1 nach der andern Richtung ist die Wirkungsweise ganz analog der früher beschriebenen, nur kommen die Stifte oder Rollen 5 und 15 zum Anschlag.
Die Verriegelung der Regelschieber 35 und 36 durch den Siegelring 21 auf der Rolle 10 erfolgt in üblicher Weise. Die Einrichtung gemäss der Erfindung gewährleistet ein sicheres Stellen bzw. Verriegeln der durch den Drahtzug betätigten Einrichtung auch auf grosse Entfernungen mit langen Drahtzügen und hat ausserdem den Vorteil, dass die Veränderungen in der Drahtleitung (Ausdehnung, Durchhang) nicht direkt auf die Stell-bzw. Riegelrolle zur Auswirkung kommen.
Die erwähnten ungünstigen Drahtzugverhältnisse können sich nur in der Weise auswirken, dass die Leiste 6 der Rolle 1 nicht ganz in die Ausnehmungen 18, 19, 20 des Randes 1'1 an der Rolle 10 eingreift, was keinesfalls einen Nachteil bietet, da die Einrichtung so ausgeführt wird, dass auch bei der grössten Abweichung infolge der Dehnung des Drahtzuges noch immer eine vollkommene Verriegelung der Rolle 10 erzielt wird.
Da diese Rolle in ihren Endlagen immer in dieselbe Stellung gelangt, so kann z. B. der Riegelring 21 an ihr so ausgestaltet werden, dass er auch bei einer geringen Bewegung sofort in die Riegelschieber 35,36 eingreift.
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