AT148999B - Verfahren zur Schädlingsbekämpfung. - Google Patents

Verfahren zur Schädlingsbekämpfung.

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   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zur   Schädlingsbekämpfung.   
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 eine vortreffliche Wirkung besitzt, ist das Verfahren in der Praxis nicht häufig zur Anwendung gelangt. 



   Der Grund hiefür ist   hauptsächlich   in folgendem zu suchen : Die praktischste Anwendungform für diese Phosphide ist naturgemäss die Pulverform. Ein Pulver lässt sich nicht nur mit   Messbecher,   
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 insbesondere   bezüglich   Giftgehalt, beste Gewähr. Infolgedessen hat man versucht, die angeführten Phosphidverbindungen in Pulverform in den Handel zu bringen. Es zeigte sich aber bald, dass diese gepulverten Phosphidverbindungen nicht beständig sind. Blechdosen, in welchen die Chemikalien verpackt und verschickt wurden, zerplatzten infolge starker   Phosphorwasserstoffentwieklung   innerhalb der   Verpackungsbehälter.   Die Mittel mussten infolgedessen aus dem Handel gezogen werden. 



   Man hat auch schon versucht, derartige Phosphorverbindungen in karbidähnlichen   haselnuss-   
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 stückige Phosphide in Blechdosen besser haltbar. Das   stückige   Phosphorkalzium besitzt aber den ausserordentlich grossen Nachteil, dass es sehr schlecht dosierfähig ist. Eine   Zerkleinerung   vor der Anwendung mittels Mörser u. dgl. kommt für den Anwender nicht in Frage, da die   Phosphorkalzinm-     stücke   sehr hart sind. Ausserdem besitzen die einzelnen   Phosphorkalziumstückchen   einen ganz ver-   schiedenen   Phosphidgehalt. Analysen zeigten im Phosphidgehalt der einzelnen   Stückchen   Schwankungen zwischen 5-33%.

   Dieser unterschiedliche Phosphidgehalt erklärt sich aus der   üblichen   Herstellungmethode, nach der   Kalkstückchen   und Phosphor in Wechsellage   übereinandergesehiehtet   werden. 



  Die dem Phosphor am nächsten befindlichen Kalkstückehen besitzen einen höheren Phosphidgehalt als die weiter entfernt liegenden Stückchen. 



   Die Herstellung eines pulverigen Phosphids, indem man als Ausgangskomponenten statt Kalk-   stückchen   Kalkpulver verwendet, ist, wie die Praxis gezeigt hat,   unmöglich. Um   ein   gepulvertes   Phosphid zu erhalten, ist es vielmehr notwendig, die Kalzium-,   Magnesium-oder Bariumphosphid-     stückchen   nach der Herstellung zu pulvern. Wie gross die Schwierigkeiten sind, diese bei Gegenwart von Luftfenchtigkeit leicht zersetzlichen Phosphidstückchen zu pulvern, geht aus der Literatur hervor, wonach zum Mahlen dieses Produktes eine indifferente Gasatmosphäre, z. B.   Stickstoffatmosphäre,   erforderlich ist. 



   Eine höchst unangenehme Eigenschaft der Phosphide des Kalziums, Magnesiums und Bariums ist ferner die bekannte Tatsache, dass diese Stoffe bei   Berührung   mit Wasser oder Luftfeuchtigkeit auch den   selbstentzündlichen   Phosphorwasserstoff bilden, der bei der praktischen Anwendung des Verfahrens sehr unangenehme Folgen haben kann. Deshalb konnten diese Phosphide bisher in geschlossenen Räumen, Speichern u. dgl. keine Anwendung finden. In der Literatur wird daher immer nur von Erdhöhlen, die mit den Phosphiden belegt werden sollen, und von Erdfeuehtigkeit. die den Phosphorwasserstoff frei machen soll, gesprochen.

   Anderseits wird   ausdrücklich   darauf hingewiesen, dass wesentliche Nachteile dieser Präparate die verhältnismässig schnelle Zersetzung an feuchter Luft und die Selbstentzündlichkeit des entwickelten Phosphorwasserstoffs seien. 



   Beim Vergasen derartiger   Phosphidstückehen   aus festen Behältern zeigt sieh weiterhin, dass die während der Vergasung entstehenden Zersetzungsprodukte sieh sehr beträchtlich aufblähen. Es wurde eine Volumenvergrösserung der   Rückstände   gegenüber dem unzersetzten Phosphid bis zu   30%   beobachtet. Infolge dieser Volumenvergrösserung werden die   Vergasungsbehälter   häufig auseinandergetrieben, so dass das giftige Material austreten kann. 



   All diese oben geschilderten Nachteile besitzt Aluminiumphosphid nicht. Aluminiumphosphid ist eine spröde, pulverige, manchmal schlackenartige, poröse Masse, die sich schon bei ganz schwachem Druck sehr leicht gleichmässig zerkleinern lässt, ohne dass dabei eine starke Phosphorwasserstoffentwicklung auftritt. Aluminiumphosphid ist daher sehr gut dosierfähig. Das Präparat lässt sich gut mischen, so dass für einen gleichbleibenden Phosphidgehalt garantiert werden kann. Der bedeutsamste Vorteil gegenüber den Phosphiden von Kalzium, Magnesium und Barium ist aber die ausgezeichnete Haltbarkeit des Aluminiumphosphids in Blechdosen. In Dosen abgefüllt, bleibt es unzersetzt erhalten. 



  Beim gepulverten Aluminiumphosphid tritt nicht die höchst gefährliche und deshalb sehr gefürchtete Phosphorwasserstoffentwieklung während der Aufbewahrungszeit innerhalb der Dosen ein. 



   Im Vergleich zu den übrigen Phosphiden ist Aluminiumphosphid mit Wasser oder Luftfeuchtigkeit etwas langsamer   reaktionsfähig.   Trotzdem wird es aber restlos umgesetzt, u. zw. so weit, dass die Rückstände praktisch nicht mehr giftig sind. Aluminiumphosphid bildet bei   Berührung mit Feuchtigkeit   

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 ausschliesslich gasförmigen Phosphorwasserstoff der Formel   PH3.   Die Bildung von   selbstentzündlichem  
Phosphorwasserstoff findet bei diesem Produkt nicht statt. Das Chemikal kann daher unbedenklich auch in geschlossenen, mit Holz oder anderem brennbaren Material ausgestatteten Räumen Anwendung finden. 



   Die   Rückstände   des Aluminiumsphosphids besitzen gegenüber dem unzersetzten Produkt nur ein um zirka   15%   grösseres Volumen. Die   Volumenvergrösserung ist   also nur etwa halb so gross als bei den Phosphiden des Kalziums, Magnesiums und Bariums. Ein Auseinandertreiben der Vergasung- dosen wurde deshalb beim Aluminiumphosphid nicht beobachtet. Die Phosphidpräparate aus   Kalzium,  
Magnesium und Barium enthalten übrigens stets nur etwa 30% reines Phosphid, im   Höchstfalle   60%, da eine Herstellung in konzentrierterer Form technisch erhebliche Schwierigkeiten bietet. Aluminiumphosphid hingegen lässt sich ohne besondere Schwierigkeiten hochgradig mit etwa   90-98O Phosphid-   gehalt herstellen. 



   Da es für manche Fälle   erwünscht   ist, dass der entstehende Phosphorwasserstoff auch in grössten
Verdünnungen von jedermann leicht wahrgenommen werden kann, bietet sich bei der Herstellung des Aluminiumphosphids leicht die Möglichkeit, durch Zusatz von Schwefel die Bildung von Aluminiumsulfid zu veranlassen, welches sich in gleicher Weise wie Aluminiumphosphid unter Abspaltung des intensiv riechenden Schwefelwasserstoffs zersetzt.   Die Geruehssehwelle   des Schwefelwasserstoffs liegt bekanntlich wesentlich höher als die des Phosphorwasserstoffs, so dass Unbeteiligte rechtzeitig vor dem Phosphorwasserstoff gewarnt werden können. 



   Ein Schwefelzusatz zu einem fertigen Phosphid ist an sich bereits vorgeschlagen worden. Dieser Zusatz soll jedoch nur zum Umkrusten der einzelnen   Phosphidstüekchen   dienen, um damit gegenüber den gewöhnlichen   Phosphidstüekchen   einige Vorteile zu erreichen, die bei Verwendung von Aluminiumphosphid von vornherein gegeben sind, z. B. Beständigkeit an der Luft, Beseitigung der Selbstentzündlichkeit, Granulierung des Produktes usw. Es ist aber nicht erkannt worden, dass die Bildung des Schwefelwasserstoffs bei Zersetzung der Sulfide durch Luftfeuchtigkeit ein   ausgezeichnetes   Warnmittel für den weit weniger wahrnehmbaren Phosphorwasserstoff ist.

   Da Schwefelwasserstoff fast das gleiche spezifische Gewicht wie Phosphorwasserstoff besitzt, ist für gleiche Verbreitung des Schwefelwasserstoffs in einer mit Phosphorwasserstoff geschwängerten Atmosphäre volle Gewähr vorhanden. 



   Der Schwefel wird erfindungsgemäss dem Aluminium-Phosphor-Gemisch vor der Herstellung beigefügt. Es wird besonderer Wert darauf gelegt, dass das Aluminiumsulfid im   Aluminiumphosphid   gleichmässig verteilt ist. 



   Aluminiumphosphid besitzt also folgende Vorteile gegenüber den Phosphiden von Kalzium, Magnesium und Barium : 1. Es lässt sich leicht in Pulverform bringen, ist daher leicht dosierbar. 



  2. Es kann leicht und gefahrlos verpackt und versandt werden. 3. Es ist leicht mit gleichmässigem Phosphidgehalt lieferbar. 4. Es ist höehstgradig, da auch technische Produkte ohne weiteres einen Phosphidgehalt von 90% und darüber aufweisen. 5. Es ist nicht feuergefährlich, weil bei Gegenwart von Feuchtigkeit nur eine Bildung von gasförmigem PH3 und keine Bildung von selbstentzündliehem Phosphorwasserstoff stattfindet. 6. Bei Zersetzung durch Feuchtigkeit tritt nur eine geringe   Volumen-   vergrösserung ein, die kein Zerplatzen der   Vergasungsbeh Iter verursacht.   7.   Die Zersetzungsrückstände   sind praktisch ungiftig. 



   Auf Grund dieser Eigenschaften eignet sich das Aluminiumphosphid nicht nur zur Bekämpfung der einleitend genannten höhlenbewohnenden Nagetiere, sondern vor allem auch für die Bekämpfung von   Vorratsschädlingen,   wie Kornkäfer, Reiskäfer, Maiskäfer, Vierhornkäfer, Speckkäfer, Messingkäfer, Pelzkäfer, Getreidenager, Kornmotte, Mehlkäfer, Diebkäfer, Milben in allen Entwicklungsstadien, aber auch Sperlinge usw. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur   Schädlingsbekämpfung   mit festen, an feuchter Luft Phosphorwasserstoff entwickelnden Stoffen, gekennzeichnet durch die Verwendung von Aluminiumphosphid.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch die Verwendung eines aluminiumsulfidhaltigen Aluminiumphosphids.
AT148999D 1935-07-02 1936-06-30 Verfahren zur Schädlingsbekämpfung. AT148999B (de)

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