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Verfahren und Anlage zur Belüftung von Luftschutz- und anderen geschlossenen Räumen.
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Anlage zur Belüftung von Luftschutz-und andern geschlossenen Räumen mittels durch Erdfilter gereinigter Luft. Zu derartigen Zwecken ist es bekannt, die aus dem Freien, d. h. aus der Atmosphäre, angesaugte Luft durch eine als Filter dienende Erdschicht hindurch zu leiten, wobei die Filterwirkung, namentlich auf die Dauer, abhängig von der Dicke und der
Beschaffenheit der an der Saugstelle angeordneten Erdschicht ist.
Es wurde nun die überraschende Beobachtung gemacht, dass man eine wirksame Belüftung von Luftschutz- und andern geschlossenen Räumen dadurch erreichen kann, dass man als Erdfilter für
Aussenluft das in der Umgebung des zu belüftenden Raumes vorhandene gewachsen Erdreich selbst benutzt, indem man aus einem aus diesem ausgehobenen, nach oben luftdicht abgeschlossenen Schacht mit luftdurchlässigen Wänden mittels eines einerseits mit dem Schacht und anderseits mit den zu be- lüftenden Räumen verbundenen Luftbewegers, z. B. eines Ventilators oder einer Luftpumpe, Aussenluft ansaugt und in die zu belüftenden Räume drückt, wobei der Innendruck in diesen Räumen die Aussenluft und die mit ihr vermischten Verunreinigungen bzw. Giftgase fernhält.
Der Schacht kann gleichzeitig noch mit Mitteln zum Reinigen und zum Kühlen der durch den gewachsenen Erdboden hindurch an- gesaugten Luft versehen sein, z. B. mit einem im Schacht mündenden Wasserzerstäuber.
Bei diesem mit einer ausserordentlich grossen Filtermasse und einer sehr grossen Ansaugfläche arbeitenden Verfahren ist eine dauernd einwandfreie Filterwirkung unter Ermöglichung des Absaugens verhältnismässig grosser Luftmengen per Zeiteinheit gewährleistet. Infolge des Wärmeunterschiedes zwischen der Aussenluft und der aus der Sammelkammer bzw. aus dem Erdreich angesaugten Luft ergibt sich auch die Möglichkeit, das Verfahren zu Kühlzwecken anzuwenden.
Der von der Aussenluft im Erdreich bis zum Schacht zurückgelegte Weg richtet sich nach der
Bodenbeschaffenheit und kann ohne besonders grossen Kraftaufwand zum Ansaugen bis 50 m und mehr betragen. Die Geschwindigkeit der Luft im gewachsenen Erdboden soll v = 0'9 m per Minute nicht überschreiten.
Die aus dem Erdreich gesaugte Luftmenge hängt von der Grösse des Luftschachtes und von der
Bodenbeschaffenheit in seiner Umgebung ab. Aus einem Schacht in leichtem Boden von 2'5 m3 Raum- inhalt wurden stündlich 2600 m3 Aussenluft mittels eines Mitteldruckventilators von 200 mm Saugrohr- weite herausgezogen.
Die Zeichnung veranschaulicht in zwei senkrechten Schnitten zwei Ausführungsbeispiele einer zur Ausführung des Verfahrens dienenden Anlage.
1 bezeichnet einen aus dem Erdreich unter dem Gebäude ausgehobenen Schacht von z. B. etwa 1'5 bis 2'5 m3 Inhalt mit luftdurchlässigen Wänden. In Fig. 1 bestehen Boden und Seitenwände aus einem
Eisengerippe2mit Drahtgeflecht3und in Fig. 2 aus einer mit etwa 5 cm breiten Fugen versehenen Zement- oder Backsteinausmauerung 21. 4 ist eine Kiesschicht unter dem Boden und ausserhalb der Seitenwände des Schachtes.
In diesen mündet ein Wasserzerstäuber 5, um die aus der Erde angesaugte Luft mit zer- stäubtem Wasser zu reinigen und gegebenenfalls auch zu kühlen. 6 bezeichnet einen Motor zum Antrieb eines Ventilators 7 oder einer andern Luftpumpe, deren Saugrohr 8 mit dem Schacht und deren Druck- rohr 9 mit den zu belüftenden geschlossenen Räumen in Verbindung steht. 10 ist der Schachtdecke mit Glasfenster.
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Die verwendete Luftpumpe oder der Ventilator kann durch einen elektrischen, einen Wasseroder einen Verbrennungsmotor, sogar von einem Fahrrad aus, angetrieben werden. Sie saugt die Aussenluft von den Seiten und von unten her durch das umgebende Erdreich hindurch in den Schacht und drückt sie in die zu belüftenden, geschlossenen Räume des Gebäudes, wobei diese unter Überdruck stehende Frischluft die verbrauchte oder giftstoffhaltige Luft zurückdrängt und die Räume mit Frischluft erfüllt.
PATENT-ANSPRÜCHE : 1. Verfahren zur Belüftung von Luftschutz- und andern geschlossenen Räumen mittels eingesaugter und durch Erdfliter gereinigter Aussenluft, dadurch gekennzeichnet, dass man das in der Umgebung des zu belüftenden Raumes vorhandene gewachsene Erdreich als Filter benutzt.