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Vorrichtung zum Sandstreuen an Kraftfahrzeugen.
Es ist bereits vorgeschlagen worden, Vorrichtungen verschiedener Art zum Sandstreuen auf Kraftwagen anzubringen, um ein Gleiten auf glatten Fahrbahnen zu verhindern. Eine bekannte Vorrichtung zu diesem Zweck ist z. B. so eingerichtet, dass der Sand der Fahrbahn besonders vor den Vorderund vor den Hinterrädern durch Rohre von einem hochliegenden Behälter zugeführt wird. Hiedurch wird aber das Äussere des Kraftfahrzeuges verunstaltet, weshalb diese Vorrichtung in Verbindung mit Personenwagen nicht gut verwendbar ist.
Im allgemeinen wird der Sand auf der Fahrbahn in einem schmalen Streifen abgelegt. Beim Sandstreuen vor den Hinterrädern ist aber auch z. B. vorgeschlagen worden, die Auslaufrohre schwingbar anzuordnen, so dass der Sand in einer gewissen Breite quer zur Fahrtrichtung abgegeben werden kann.
Für die Anbringung einer solchen Vorrichtung an Personenwagen unter dem Wagenboden ist indessen nur wenig Platz vorhanden, u. zw. weil die Sandbehälter unmittelbar oberhalb den Auslaufrohren angeordnet sind und die Übertragung der Bewegung vom Führerplatz zu den genannten Rohren umständlieh ist. Es ist auch bekannt, den Sand durch die Motorwärme zu erwärmen, u. zw. durch Anbringung der Benälter unter der Motorhaube.
Die Erfindung betrifft eine Sandstreuvorrichtung dieser Art, die zugleich den Sand über eine erhebliche Breite der Fahrbahn ablegt. Gemäss der Erfindung gibt die Streuanordnung den Sand zwischen den Vorder-und Hinterrädern, u. zw. in der Nähe der Vorderräder ab, so dass der Sand sowohl den Vorderrädern als auch den Hinterrädern zugeführt wird. Durch die Vorrichtung wird das Aussehen des Wagens nicht beeinträchtigt und die Anordnung ist besonders zweckmässig, da der Behälter und die eigentliche Streuvorrichtung im Wesen in derselben Querebene des Fahrzeuges liegen können. Dies gilt insbesondere für die weitere Ausbildung der Erfindung, bei der etwa von der Mitte des Sandbehälterbodens ein Rohr nach abwärts geht, das unter den Wagenrahmen herabgeführt ist und an dessen unterem Ende eine an sich bekannte, drehbare Streuscheibe angebracht ist.
In der Zeichnung sind zwei beispielsweise Ausführungsformen der Erfindung dargestellt. Fig. 1 zeigt ein Kraftfahrzeug mit der Sandstreuvorrichtung in Seitenansicht, Fig. 2 einen Querschnitt nach der Linie Il-Il der Fig. 1 und Fig. 3 eine andere Ausführungsform der Erfindung.
Bei der in Fig. 1 und 2 dargestellten Ausführungsform der Erfindung ist unter der Motorhaube a unmittelbar vor dem Instrumentenbrett b ein Sandbehälter c angebracht. Von diesem geht ein Rohr d nach abwärts, das unter den Wagenrahmen geführt ist und durch welches eine verhältnismässig dünne Welle e geht, die den Querschnitt des Rohres nicht ausfüllt. Die Welle reicht ein wenig weiter herab als das Rohr und trägt an ihrem unteren Ende eine Streuvorrichtung, die von einer Scheibe f gebildet wird, die an der oberen Fläche mit einer Anzahl radialer Rippen g versehen ist. Die Welle e ist in passender Weise gelagert und kann durch eine Handkurbel h vom Führersitz aus gedreht werden. Die Welle der Handkurbel trägt ein Schneckenrad i, das in eine auf der Welle e sitzende Schnecke k mit verhältnismässig grosser Steigung eingreift.
Am Boden des Behälters c kann eine (nicht dargestellte) Klappe vorgesehen sein, die gewöhnlich die Öffnung des Rohres d abdeckt. Wenn die Klappe geöffnet wird, fällt der Sand durch das Rohr herab und lagert sich in einem kleinen Haufen an der Mitte der Scheibe f ab. Dieser Haufen verhindert, solange die Scheibe nicht gedreht wird, ein Auslaufen des Sandes aus dem Rohr. Wenn hingegen die Scheibe durch die Handkurbel h in Umdrehung versetzt wird, wird der Sand
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des Haufens durch die Fliehkraft nach auswärts geschleudert, indem er von den Rippen g mitgeführt und dadurch über eine gewisse Breite der Fahrbahn, wie mit punktierten Linien angedeutet, gestreut wird.
Der gestreute Sand gerät zum Teil auch vor die Stelle, wo sich die Vorderräder befinden, die Hinterräder fahren späterhin über die sandbestreute Strecke. Die beschriebene Vorrichtung eignet sich am besten zur gelegentlichen Sandstreuung auf schrägen Fahrbahnen und in Wegbiegungen. Soll die Vorrichtung bei Glatteis zu fortgesetzter Sandstreuung über grössere Strecken angewendet werden, so kann die Streuscheibe f statt mit der Hand, vom Fahrzeugmotor durch ein Getriebe angetrieben werden, das nach Bedarf vom Fahrer ein-und ausgerückt werden kann.
Wenn der Brennstoffbehälter des Kraftwagens unter der Haube in der Nähe des Instrumentenbrettes vorgesehen ist, so kann der Sandbehälter unmittelbar vor oder hinter dem Brennstoffbehälter angebracht werden. Der Sandbehälter braucht nicht besonders gross zu sein, da das Streuen im Wesen nur unmittelbar vor einem plötzlichen Bremsen, auf schrägen Fahrbahnen und in Wegbiegungen erforderlich ist. Wenn ferner Sandstreuvorrichtungen auf Kraftwagen üblich werden, so wird vermutlich Sand bei den Benzintankstellen erhältlich sein, so dass ein ziemlich kleiner Vorrat auf dem Wagen genügen wird. Ausserdem wird man den Sandbehälter aus den Sandhaufen füllen können, die vom Strassenbauamt im Winter längs der Hauptstrassen zu Sandschüttzwecken oder wegen Strassenausbesserungen angelegt werden.
In Fig. 3 wird die Streuvorrichtung von einem Abzweigrohr o gebildet, welches den Sand gegen den hinteren Teil der Vorderräder in oder über der durch die Radachse gehenden waagrechten Ebene leitet, so dass die Räder während der Fahrt den zurückprallenden Sand über die Fahrbahn schleudern und selbst so viel Sand mitnehmen, dass sie nicht gleiten können. In Fig. 3 ist die Regulierklappe mit p bezeichnet.
Der Boden des Sandbehälters kann an allen vier Seiten nach abwärts in Richtung gegen das Auslassrohr schräg verlaufen, so dass der Austritt des Sandes erleichtert wird.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Vorrichtung zum Sandstreuen an Kraftfahrzeugen, die den Sand über eine erhebliche Breite der Fahrbahn ablegt, wobei der Sandbehälter zwecks Erwärmung der Sandladung durch die Motorwärme unter der Motorhaube angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Streuvorrichtung den Sand zwischen den Vorder-und Hinterrädern, u. zw. in der Nähe der Vorderräder abgibt, so dass der Sand sowohl den Vorderrädern als auch den Hinterrädern zugeführt wird.