AT144512B - Verfahren zur Herbeiführung oder Steigerung der Resorbierbarkeit von an sich nicht oder nicht genügend resorbierbarem Material. - Google Patents

Verfahren zur Herbeiführung oder Steigerung der Resorbierbarkeit von an sich nicht oder nicht genügend resorbierbarem Material.

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AT144512B
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  Verfahren zur   Herbeiführung   oder Steigerung der Resorbierbarkeit von an sieh nicht oder nicht genügend resorbierbarem Material. 



   Es ist bekannt, die Resorbierbarkeit von Polyvinylverbindungen durch geeignete Zusätze zu steigern. Bei andern Materialien war dies bisher nur in sehr beschränktem Masse möglich. Wenn man sich mit der naturgegebenen Resorbierbarkeit, z. B. von Gelatine, Muskelfasern, Catgut u. dgl., nicht begnügen konnte und auch andere Materialien, wie beispielsweise Cellulosederivate, heranziehen wollte, so gab es keinen andern Ausweg, als die auf Fäden, Kapseln u. dgl. zu verarbeitenden Materialien mit Verdauungssekreten vorzubehandeln oder ihnen grosse Mengen von Fetten, Wachsen u. dgl. zuzusetzen oder im besonderen Falle der Gelatine dieser gelatinelösende Enzyme oder Fermente einzuverleiben. 



  Diese behelfsmässigen Methoden besitzen eine nur sehr beschränkte Anwendbarkeit und sind nicht geeignet, die für die chirurgische Verwendung wichtige Resorbierbarkeit innerhalb des Gewebes in befriedigender Weise zu steigern. Es wurde gefunden, dass durch Einverleibung von zweckentsprechend aus der Klasse der wasserlöslichen Elektrolyte ausgewählten Zusätzen auch die Resorbierbarkeit von nicht aus Polyvinylverbindungen bestehenden fadenbildenden Materialien befriedigend erhöht werden kann.

   Als resorptionsbefördernd haben sich beispielsweise erwiesen : organische Säuren, wie Oxalsäure, Apfelsäure,   Milchsäure,   und besonders Substitutionsprodukte, wie   Sulfosalicylsäure,   Benzolsulfosäure, Triehloressigsäure, Toluolsulfosäure, Aminosäuren, wie Glykokoll, Asparaginsäure, ferner Phenylhydrazin-Chlorhydrat, Borax, Nickelnitrat,   Kaliumbiehromat   u. a. 



   Beispielsweise wird eine Resorbierbarkeit von   Aeetyleellulosefäden   durch Zusatz von Trichlor-   essigsäure, Sulfosalicylsäure.   Benzolsulfosäure,   Oxalsäure, Phenylhydrazinchlorhydrat   und andere erreicht. 



  Auf diese Weise ist für die Ester und Äther der Cellulose und auch für Viskose u. dgl. die Verwendung für chirurgische Zwecke erschlossen bzw. erweitert und damit die Gruppe der chirurgischen Verschlussmaterialien bereichert, bei denen die erforderliche Sterilität mit Sicherheit gewährleistet werden kann. 



  Die Auswahl an für diese Zwecke neuen Stoffen wird noch dadurch vergrössert, dass nicht nur Gemische von Cellulosederivaten, sondern auch Umesterungsprodukte, beispielsweise das aus Celluloseacetat mit Sulfosalicylsäure erhaltene Umesterungsprodukt, verwendbar sind. Ferner sind selbstverständlich auch Gemische mit Polyvinylverbindungen verwendbar. Diese Erzeugung einer hinreichenden   Resoibier-   barkeit kann auch für natürliche Fäden u. dgl. in Betracht kommen, bespielsweise durch kräftige Imprägnierung von Seide mit den oben genannten Stoffen durch entsprechende Behandlung von Catgut, beispielsweise mit einer gesättigten Lösung von Nickelnitrat. 



   Die Festigkeit der aus Lösungen hergestellten Fäden u. dgl. kann in ähnlicher Weise wie bei den Polyvinylverbindungen durch Zusätze verstärkt werden. Als solche kommen z. B. Rhodanide und Traubenzucker in Betracht. Es können auch bakterizide Zusätze einverleibt werden, beispielsweise Metallverbindungen oder Ester organischer Säuren, wie Propylbenzoat. Diese verstärken unter Umständen zugleich die mechanische Festigkeit. 



   Ausser für chirurgische, können die resorbierbar gemachten Stoffe auch für andere medizinische Zwecke dienen, beispielsweise in Form von Kapseln, Pillen, Zäpfchen u. dgl. mit therapeutisch wirksamen Zusätzen oder Einschlüssen. Im übrigen kommt eine Verwendung auf nicht medizinischem Gebiet überall da in Betracht, wo die erfindungsgemässe Modifikation der Cellulosederivate, Seide u. dgl., zweckdienlich ist. 

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   Beispiel 1. Eine aus 35 Teilen-Methyleellulose, 50 Teilen Wasser, 9 Teilen Essigsäure und 6, Teilen Natriumacetat hergestellte-Paste wird unter einem Druck von ungefähr 120 Atm. durch eine'-Spinndüse gepresst und der austretende Faden in ein aus kaltem Alkohol bestehendes Fällbad geführt. Der Faden wird dann weiter mit kaltem Alkohol behandelt, bis sein Essigsäuregehalt auf ungefähr 5% zurückgegangen ist. Er erweist sich als resorbierbar. 



   Beispiel 2. Eine Paste aus 40 Teilen Acetylcellulose, 2 Teilen Natriumacetat und 58 Teilen Essigsäure wird bei etwa   100  und   120 Atm. in ein aus Spiritus bestehendes Fällbad versponnen. Der Faden wird mit Spiritus weiter behandelt, bis der Essigsäuregehalt auf etwa   5% zurückgegangen   ist. 



  Er ist resorbierbar
Beispiel 3. Eine aus 20 Teilen Methyleellulose, 15 Teilen Polyvinylalkohol, 50 Teilen Wasser, 9 Teilen Essigsäure und 6 Teilen Natriumacetat hergestellte Paste wird unter einem Druck von ungefähr 120 Atm. durch eine Spinndüse gepresst und. der austretende-Faden in ein aus kaltem Alkohol bestehendes Fällbad geführt. Der Faden wird dann weiter mit kaltem Alkohol'behandelt, bis sein Essigsäuregehalt 
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   Beispiel 4. Der in Beispiel 1 beschriebenen Paste wird 1 Teil Glukose einverleibt. Indem man im übrigen gemäss Beispiel 1 verfährt, erhält man einen resorbierbaren Faden von gesteigerter Reissfestigkeit. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur   Herbeiführung   oder Steigerung der Resorbierbarkeit von an sich nicht oder nicht genügend resorbierbarem Material, insbesondere für chirurgische Fäden, Zäpfchen, Kapseln, Pillen u. dgl., dadurch gekennzeichnet, dass man fadenbildenden Materialien, ausgenommen Polyvinylverbindungen, als 
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 Benzolsulfosäure, Trichloressigsäure,   Toluolsulfosäure,   Aminosäuren, wie Glykokoll, Asparaginsäure, gegebenenfalls in Form von Salzen solcher Säuren, ferner Phenylhydrazin-Chlorhydrat, Borax, Nickelnitrat, Kaliumbichromat mit oder ohne sonstige zweckdienliche Zusätze einverleibt.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man die Steigerung der Resorbierbarkeit durch die in Anspruch 1 genannten Stoffe durch Einverleibung von Polyvinylverbindungen unterstützt.
    3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass man mit der Steigerung der Resorbierbarkeit durch die in Anspruch 1 genannten Zusätze eine Steigerung der Festigkeit durch Zusatz von festigkeitserhöhenden Stoffen verbindet.
AT144512D 1932-10-17 1933-10-16 Verfahren zur Herbeiführung oder Steigerung der Resorbierbarkeit von an sich nicht oder nicht genügend resorbierbarem Material. AT144512B (de)

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