AT144028B - Verfahren zur Herstellung von Preßlingkoks. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Preßlingkoks.

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  • Production Of Liquid Hydrocarbon Mixture For Refining Petroleum (AREA)

Description


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  Verfahren zur Herstellung von   Pressimgkoks.   



   Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Umwandlung von Presslingen, die aus den an sich nur schwer verwertbaren pulverförmigen Destillationsprodukten von Brennstoffen,   z.   B. aus Halbkokspulvern, mit bituminösen Bindemitteln, wie   z.   B. Teer, geeigneter Rohkohle usw. hergestellt sind, in Presslingkoks, also in ein nicht russend brennbares Material. 



   Bekannt ist die Verkokung derartiger Presslinge unter Anwendung eines Spülstromes aus einem gegenüber glühender Kohle indifferenten Gase, das von ungebundenem Sauerstoff praktisch frei ist. 



   Das erfindungsgemässe Verfahren unterscheidet sich von diesem bekannten Verfahren einerseits dadurch, dass im Destillationsraume während der Verkokung der Presslinge bei Atmosphärendruck durch gleichzeitige Einführung von Wasserdampf und kohlenoxydhaltigen Gasen ein, naszenten Wasserstoff liefernder Spülgasstrom geschaffen wird, und anderseits dadurch, dass die   Einführung   derart erfolgt. dass die Strömungsrichtung des hydrierenden Gas-Dampf-Gemisches mit der Richtung des Temperaturanstieges im Destillationsraume übereinstimmt (Gleichstromprinzip). 



   Das erfindungsgemässe Verfahren bietet gegenüber dem bekannten Verfahren den Vorteil, dass die Umwandlung der Presslinge der angegebenen Art in Presslingkoks mit der gleichzeitigen Gewinnung von   leichtsiedenden   Kohlenwasserstoffen, wie Benzin, bewirkt wird, u. zw. unter Sicherung   möglichst   wirtschaftlicher Betriebsbedingungen und   möglichst   hoher Ausbeuten.

   Durch den im   Spülgasstroms   gemäss der bekannten Formel der Wassergasreaktion 
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 sich fortlaufend entwickelnden naszenten Wasserstoff wird nämlich ermöglicht, eine Veredlung der während der Schwelung aus den Presslingen in Dampfform entweichenden Teerbestandteile bei Temperaturen zu bewirken, wo die Verkrakung noch kein wesentliches Ausmass annimmt, während durch Anwendung des Gleichstromprinzipes erreicht wird, dass der aus Kohlenoxyd und Wasserdampf nach der obigen Gleichung entbundene, naszente Wasserstoff in der wirtschaftlichsten Weise auf die Teerbestandteile einwirkt.

   Würde nämlich das Gas-Dampf-Gemisch im Gegenstrome in die heisseste Zone des Kokungsraumes eintreten, so müsste sich seine Dampfkomponente bereits hier zersetzen, und es wäre nur durch die Anwendung eines grossen   Dampfüberschusses   oder durch bedeutende   Strömungsgeschwindigkeit   erreichbar, dass auch in die Zonen der Teerentbindung noch die erforderliche Dampfmenge hingelangt. Ein weiterer Vorteil des Gleichstromes besteht darin, dass hiebei der in die weniger heissen Zonen ein- 
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 Menge des entbundenen Wasserstoffes mit steigender Temperatur immer grösser wird. Es entstehen hiebei nämlich auch durch die bekannte Wechselwirkung von Wasserdampf und Kohlenstoff neuere Wasserstoffmengen.

   Es liegt nun auf der Hand, dass im Laufe dieser Vorgänge um so mehr naszierender Wasserstoff verfügbar wird, je mehr Wasserstoff überhaupt entsteht, und dies ist nicht nur darum von Wichtigkeit, weil durch denselben   hochungesättigte   Verbindungen (Diolefine) leicht hydriert werden, sondern auch, weil naszierender Wasserstoff die Abspaltung von Seitenketten erleichtert, z. B. gemäss der Gleichung 
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 Der möglichst ausgiebigen Hydrierung zuliebe wird man daher erfindungsgemäss das   Gleiehstromprinzip   nicht nur in den Zonen der Teerentbindung, sondern auch iiber dieselben hinausgehend soweit anwenden, das die thermische Spaltung ein erträgliches Mass nicht überschreitet. 

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   Das soeben kurz besprochene Verfahren sollen die Fig. 1 und 2   veranschaulichen,   wobei A eine mit Formlingen gefüllte, von aussen beheizte Vertikalretorte darstellt. Die durch einen Verschluss m aufgegebenen rohen Formlinge gelangen allmählich in immer heissere Zonen und werden zuletzt durch einen Verschluss   n     gezogen. Zur Aussenbeheizung wird bei ;   Gas zugeführt, und die Rauchgase ziehen 
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 dampf und kohlenoxydhaltiges Gas (z. B. Generatorgas) eingeblasen. Die mit den Resten des eingeblasenen Gas-Dampf-Gemisches vermengten gas-und dampfförmigen Reaktionsprodukte werden zum 
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 im Destillationsraume selbst durch Wasserdampfzufuhr entbunden.

   Der   zweckmässig   angewandte Gegenstrom begünstigt nebst seiner   Spülwirkung auch   die   Kühlung des auszutragenden Presslingkokses.   



   Die Möglichkeit des gleichzeitigen   Gleich-und Gegenstromes   sollen die Fig. 3 und 4 veranschaulichen. Bei s wird auch in diesem Falle Dampf und Generatorgas in die Zone von   2000 C Temperatur   eingeführt, in die heisseste Zone mit 650  C aber wird   bei t'zur KÜhlung   des   Presslingkokses   ein wenig gesättigter Dampf eingeleitet. Bei t werden alle eingeblasenen und gebildeten Gase und Dämpfe abgezogen. 



  Im übrigen haben die   Bezugsbuelhstaben   die gleiche Bedeutung wie in den Fig. 1 und 2. 



   In manchen Fällen kann es von Vorteil sein, die Hilfsstoffe der Hydrierung in Zonen verschiedener Temperatur, sogar an mehreren Stellen und voneinander getrennt und nach Bedarf vorgewärmt ein- 
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 dem angestrebten Zwecke entsprechend immer eine Lösung zur Verfügung steht, welche im gegebenen Falle am wirtschaftlichsten ist. Enthält das einzublasende Gas z. B. ausser dem   erforderliehen   Kohlenoxyd auch Dampf, so muss man trachten, die   Einführung an solchen   Stellen vorzunehmen, deren Temperatur über dem Taupunkte des Gas-Dampf-Gemisehes liegt, oder man wärmt soweit vor. dass trotz einer gewissen Abkühlung die Temperatur über dem Taupunkte bleibt.

   Ist das Gas so arm an Wasserdampf. dass die Kondensation keinesfalls zu befürchten ist. so führt man es   zweckmässig in   die Zonen niederster Temperatur ein, den   Wasserdampf hingegen entsprechend vorerhitzt   in Zonen, wo seine   Wirkung   sogleich zur Geltung kommt. 
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 oder an mehreren solchen Stellen aus dem Destillationsraume, wo die Teerdämpfe nicht auf den Presslingen kondensiert werden, damit in heisseren Zonen kein   Zusammenbacken   der Presslinge erfolge. was nicht nur unerwünschte Betriebsstörungen, sondern auch Verunstaltungen des Produktes herbei-   fuhren wurde.   



   In gewissen Fällen wird es angezeigt sein. die im   Destillationsraume befindlichen Gase   und Dämpfe nicht aus einer einzigen Zone. sondern aus mehreren Zonen verschiedener Temperatur abzuführen.   Verfährt   man in dieser Weise, so hat man es in der Hand. die entbundenen   ÖI- oder Teerdämpfe nach   ihrem Siedepunkte in Anteile zu zerlegen und durch rechtzeitige Abfuhr ihre Zersetzung in heissen Zonen zu ver- 
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 Veredlung der bituminösen Spaltungsprodukte vorgesehene Höchsttemperatur bis ungefähr   ao (P C   gewährleistet die Teerfreiheit des Presslingkokses, ohne denselben vollständig zu entgasen.

   Der beim   Gebraurhe   bei höheren Temperaturen noch reichlich daraus entweichende Wasserstoff verbürgt nicht nur die   Leichtentzundlichkeit.   sondern auch das Brennen mit heisser Flamme. Dieser Vorzug ist im   Haushalte   sehr erwünscht, insbesondere wegen der Verwendbarkeit zur Herdheizung. Ist hingegen die grosse Reaktionsfähigkeit des anfallenden   Presslingkokses   unerwünscht, so bringt man denselben allein 
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 schreitung. 



   Einzelne   Aschebestandteile   (z. B. der Kalk) steigern nicht nur die Festigkeit des Presslingkoks, sondern sie fördern auch die   Hydrierung   der Teerbestandteile. Sofern das Rohmaterial der Presslinge zu arm an solchen Asehebestandteilen wäre. so wird man zweckmässig die von Fall zu Fall als erforderlich ermittelten Mengen gelegentlich der Brikettierung zuschlagen. Auch solche   anorganische   Zuschläge wirken im   Gleichstrome,   in niedrigeren Temperaturen am lebhaftesten. So wirkt z. B. der soeben erwähnte Kalk durch Bindung des   Kohlendioxydgases um   so förderlicher auf die obige Wassergasreaktion, also auch auf die Bildung naszenten Wasserstoffes, je tiefer die Temperatur unter der   Dissoziationstemperatur   des Kaleiumkarbonates liegt.

   Die Bildung des Kalciumkarbonates hat sogar die günstige   Wirkung, dass   hiedurch die in den Presslingen vorhandenen primären Kokskörnchen schon vor der vollständigen Ver-   kokung   des Bindemittels miteinander verkittet werden. Allerdings zersetzt sich dieser Kalk in den heisseren 
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   Ausfuhrungsbeispieh   
Die zur Bereitung der Rohpresslinge verwendeten Stoife sind : a) Halbkoksklein 0 bis 30 mm, welcher bei der Schwelung einer Eozänglanzkohle anfiel, b) Der über 200  C siedende anteil des Urteeres derselben Kohle.   c)   Kalkhydratmehl. 



   Mischungsverhältnis in Gewichtsprozenten : a) Koksklein   88-2%. )   Teer   10-61", e) Ca   (OH)   21'2 o.  
Die aus dieser Mischung gepressten Formlinge wurden bis zur   Höchsttemperatur   von   550'0 C   geschwelt. Bei der Schwelung wurden je 100 kg Rohformlinge, 14 kg Wasserdampf und 13 m3 eines Gases eingeblasen, welches 25 Volumprozente Kohlenoxvdgas enthielt. Die eingeführten Stoffe haben im Gleichstrome eingewirkt. 



   Ausbringen in Gewichtsprozenten bezogen auf Rohpresslinge :   86-4%     Presslingkoks, 2-2%   Teer, 
 EMI3.1 
 
Der erzeugte   Presslingkoks hatte   eine Druckfestigkeit von 42 kg/cm2, war leicht entzündlich, brannte mit kurzer Flamme und einem Heizwert von 6400 Kalorien pro Kilogramm. 



   Erfahrungsgemäss büssen die Presslinge im   Destillationsraume schon   unter jenen Temperaturen, wo die Verkokung des Bindemittels beginnt, infolge Verminderung der Viskosität desselben so viel von der Festigkeit ein. dass ein grösserer Druck zu ihrer Zerquetschung führen würde. Aus demselben Grunde würde auch das Rollen der Presslinge ein gegenseitiges Zerreiben derselben herbeiführen. Zur Abwendung 
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 die Verkokung des Bindemittels nicht ein. die hinreichende Festigkeit gewährleistendes Koksskelett geliefert hat.

   Es wird daher die Kokung zweckmässig auf einem Förderbande, oder in Teilmengen der Charge fassenden Behältern bewerkstelligt, wobei diese   Beförderungsmittel   durch einen unbewegten   Destillationsraum   wandern, was einen   kontinuierlichen   Betrieb   ermöglicht,   oder man verkokt die unbewegt lagernden Presslinge in Ringöfen mit wanderndem Feuer, d. h. mit wandernden Zonen tiefster und höchster Temperatur, wodurch ebenfalls ein kontinuierlicher Betrieb ermöglicht wird. Bei all diesen praktischen Lösungen muss natürlich auch bei der   Schiitthöhebestimmung   die Gefahr der   Zerdrüekung   berücksichtigt werden. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Umwandlung   von Presslingen,   die aus pulverförmigen Destillationsprodukten von Brennstoffen, z. B. Halbkokspulver mit bituminösen Bindemitteln. wie Teer. hergestellt sind, in Presslingskoks durch Verkokung   der Presslinge   in einem von ungebundenem Sauerstoff freien Spülgasstrome, dadurch gekennzeichnet, dass zur gleichzeitigen Gewinnung von leichtsiedenden Kohlenwasserstoffen, wie Benzin, während der   Verkokung   der Formlinge bei   Atmosphärendruck   im Destillationsraume durch Einführung von Wasserdampf und einem kohlenoxydhaltigen Gase ein naszenten Wasserstoff liefernder   Spülgasstrom   geschaffen wird.

   wobei die Einführung derart erfolgt, dass die   Strömung-   richtung des hydrierenden Gas-Dampf-Gemisches mit der   Richtung des Temperaturanstieges   im Destil-   lationsraume   übereinstimmt   (Gleichstromprinzip).  

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass unter Beibehaltung des Gleichstromes in den kälteren Zonen in den heisseren Zonen. zweckmässig in jenen, wo keine Teerentbindung mehr erfolgt, durch Einführung von Spülgas bzw. Dampf eine nach dem Gegenstromprinzipe verlaufende Gasströmung aufrechterhalten wird.
    3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das im Destillationsraum strömende, hydrierende Gas-Dampf-Gemisch vor seiner Einführung im ganzen. oder seine Komponenten einzeln, in entsprechenden Verhältnissen vorgewärmt werden.
    4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Gemische aus den Resten der eingeblasenen Gase mit den entstandenen Destillationsgasen und Dämpfen aus einer, oder aus mehreren Zonen des Destillationsraumes abgeführt werden. EMI3.3 förmigen Produkte der trockenen Destillation aus mehreren Zonen des Destillationsraumes weggeleitet werden.
    6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass Presslinge ruhend in einem Destillationsraume mit wandernden Zonen tiefster und höchster Temperatur (Ringofen) verkokt werden.
    7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6. dadurch gekennzeichnet, dass die Wasserstoffentwicklung bei der Wassergasreaktion durch den zu kokenden Formlingen bei deren Herstellung zugegebene unorganische Zuschläge (z. B. gebrannter Kalk oder Löschkalk) begünstigt wird.
AT144028D 1931-12-22 1932-12-20 Verfahren zur Herstellung von Preßlingkoks. AT144028B (de)

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