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Die Erfindung betrifft Münzkassierer für die Lieferung von strömenden Medien, z. B. Gas, Wasser u. dgl. Derartige Münzkassierer arbeiten in der Weise, dass sie nach dem Einwurf einer Münze es dem
Abnehmer gestatten, die Lieferung, z. B. durch Öffnen des Gashahnes, einzuleiten. Nach Ablauf einer gewissen Zeit oder nach dem Verbrauch einer gewissen Menge des strömenden Mediums wird die Lieferung selbsttätig unterbrochen und kann erst durch Neueinzahlung einer Münze wieder eingeleitet werden.
Der Münzkassierer kann auch in der Weise arbeiten, dass die Abschaltung sowohl abhängig von der Zeit als auch abhängig vom Verbrauch ist.
Bei einem bekannten Gasselbstverkäufer steuert die Gasuhr mittels eines Kontaktgebers eine elektromagnetische Hemmvorrichtung eines Uhrwerks. Das Uhrwerk steuert ein auch von der Münze- schleuse betätigtes Organ für eine Anzeige-und eine Steuervorrichtung, die das Gasventil betätigt, u. zw. werden diese Vorrichtungen von der Uhr in dem einen Sinne, von der Münzschleuse im entgegengesetzten
Sinne betätigt. Dieser bekannte Selbstverkäufer ist in seinem Aufbau umständlich, auch besteht die
Gefahr, dass beim gleichzeitigen Zusammenwirken des Uhrwerks und der Münzschleuse das Ventil bzw. die Anzeigevorrichtung falsch betätigt werden.
Ein weiterer Nachteil dieses bekannten Selbstverkäufers besteht darin, dass das Uhrwerk fortgesetzt aufgezogen werden muss ; wird das Aufziehen versehentlich unterlassen, so kann der Verbraucher auch dann noch Gas entnehmen, wenn der Münzvorrat aufgebraucht ist. Dieser Mangel ist hauptsächlich dadurch begründet, dass das als Hilfsmotor dienende Uhrwerk zwischen dem Messgerät und dem Kassiergetriebe eingeschaltet ist, die Wirkungsweise des Kassiergetriebes also unmittelbar vom richtigen Arbeiten des Uhrwerks abhängt. Wohl aber hat dieser Selbstverkäufer den Vorteil, dass die Gasuhr selbst, nicht aber das für den richtigen Lauf des Kassiermechanismus mass- gebende Uhrwerk, von der bei der Öffnung und Schliessung des Ventils zu leistenden Arbeit durch das
Uhrwerk entlastet ist.
Die vorliegende Erfindung bezweckt unter Beibehaltung dieses Vorteils die Mängel des oben be- schriebenen Selbstverkäufers zu vermeiden.
Erfindungsgemäss dient zur Betätigung des Ventils ein elektrischer Kleinmotor, der durch ein
Organ gesteuert ist, das einen Schalter zum Einschalten des Motors betätigt. Dieses Organ wird von der
Vorgabewelle eines mit einer Einsehleusvorrichtung sowie mit Rückstellantrieb für das Ventil versehenen
Kassierwerks angetrieben.
Die Erfindung bietet den Vorteil, dass für den Münzkassierer die üblichen Kassierwerke verwendet werden können, dass ein Aufziehen des Hilfsmotors fortfällt und der Kassiermechanismus in seiner Arbeit- weise nicht unmittelbar vom Hilfsmotor abhängig ist, da der Kassiermeehanismus selbst nicht von diesem
Motor angetrieben wird. Ein besonderer Vorteil besteht noch darin, dass für Gas-und Wasserselbst- verkäufer die für den Verkauf von elektrischen Strömen bekannten Selbstverkäufer übernommen werden können.
Aber auch bei Münzkassierern, die abhängig von dem Verbrauch sind, bringt die Erfindung Vor- teile, weil man zu ihrem Aufbau im wesentlichen die Teile verwenden kann, die bei Münzkassierern für elektrische Zwecke benutzt werden. Durch die vorliegende Erfindung wird also die Fabrikation von
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der Münzkassierer für elektrische Ströme auf Gas, Wasser u. dgl. erweitert. Auch kann man auf bequeme Weise die Schliessung des Ventils mit einer geringen Geschwindigkeit vornehmen, so dass der Abnehmer in der Lage ist, eine neue Münze einzuzahlen, noch bevor die Lieferung ganz unterbrochen ist.
Die Kontakte am Auslöseorgan des Münzkassierers werden zweckmässig in der Weise angeordnet, dass sich die Kontakte schliessen, wenn die Lieferung unterbrochen werden soll. In den Stromkreis der Kontakte kann man einen Motor einschalten, der auf ein Ventil einwirkt und dieses Ventil allmählich schliesst. Man kann zu diesem Zwecke die Schaltung so treffen, dass der Münzkassierer bei der Einleitung der Lieferung den einen, bei der Unterbrechung der Lieferung den andern Kontakt schliesst. Diese Kontakte können so an den Motor angeschlossen werden, dass er in der einen oder anderen Richtung umläuft, je nachdem welcher Kontakt geschlossen worden ist.
Der Motor kann mit Endausschaltern
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durch einen andern Kontakt des l\1ünzkassierers in Gang gesetzt werden kann.
Eine einfachere Ausführungsform erhält man, wenn man Kleinmotoren, z. B. Synchron-oder Asynehronkleinmotoren oder Ferrarismotoren, verwendet, die so bemessen sind, dass sie sich auch im Stillstande nicht unzulässig erwärmen ; dann kann man auf besondere Endausschalter verzichten und den Motor dauernd unter Strom lassen. Bei der Verwendung derartiger Motoren kann man auch mit einem einzigen Kontakt am Münzkassierer auskommen, wenn auf das zu steuernde Ventil od. dgl. in der einen Richtung die Antriebskraft des Kleinmotor, in der entgegengesetzten Richtung eine Gegenkraft (Feder, Gewicht od. dgl.) einwirkt, bei solcher Abgleichung der beiden Kräfte, dass bei eingeschaltetem Motor dessen Antriebskraft überwiegt. Die Feder muss so bemessen sein, dass sie nach der Abschaltung des Motors das Ventil in seine Ausgangslage zurückstellt.
Wenn man die Schaltung so trifft, dass bei der Unterbrechung der Lieferung ein Kontakt geschlossen wird und der Kleinmotor das Ventil entgegen der Kraft einer Feder schliesst, so wird der Vorteil erreicht, dass das Ausbleiben der Netzspannung die Gasoder Wasserlieferung nicht unterbricht. Demgegenüber ist der Nachteil sehr gering, dass die Gas-oder Wasserlieferung nach der Abschaltung durch den 1\1ünzkassierer wieder einsetzt, wenn durch irgendwelche Zufälle die Netzspannung wegbleibt ; sie wird aber selbsttätig wieder unterbrochen, sobald die Spannung wiederkehrt.
Um die unbefugte Entnahme von Gas, Wasser, Dampf od. dgl. durch Abschalten der Spannung zu vermeiden, empfiehlt es sich, die Stromzuleitung zum Verstellmotor an einer Stelle anzuschliessen, die der Abnehmer nicht spannungslos machen kann. Der Anschluss muss also vor den dem Stromabnehmer zugänglichen Schaltern oder Sicherungen geschehen.
An Hand der Zeichnung soll die Erfindung näher erläutert werden.
1 ist das Münzwerk mit dem Handgriff 2,3 der den Verbrauch überwachende Zähler. Das Münz- werk 1 treibt beim Durchschleusen einer Münze das Sonnenrad 4 des Differentialgetriebes in dem durch Pfeil angedeuteten Sinn an, der Zähler 3 treibt das andere Sonnenrad 5 bei Entnahme des Verbrauchsmittels im entgegengesetzten, ebenfalls durch einen Pfeil angedeuteten Sinn an. Die Kreuzwelle 6, die das Planetenrad 7 trägt, ist mit dem Schaltarm 8 verbunden, der mit dem Schalter 9 für den Kleinmotor 10 zusammenarbeitet. Der Läufer des Motors treibt über das Zahnrad 11 das Segment 12 an, das die Feder 13
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ist der Hahn 16 der Verbrauchsmittelleitung 17 verbunden.
Die Vorrichtung arbeitet auf folgende Weise :
Der Schaltarm 8 sei durch Hineinwerfen von Münzen in das Münzwerk j ! unter Drehung in dem durch Pfeil angedeuteten Sinn in die gezeichnete Stellung gebracht worden. Wird nun das Verbrauchsmittel entnommen, so treibt der Zähler 3 über die Teile 5, 6 und 7 den Arm 8 im entgegengesetzten Sinne an. Sobald der eingeworfene JIr1ünzvorrat verbraucht ist, schliesst der Arm 8 den Schalter 9 und schaltet dadurch den Kleinmotor 10 ein. Dieser Motor treibt unter Spannung der Feder 13 das Segment 12 in dem durch Pfeil angedeuteten Sinn an, bis es auf den Anschlag L ? trifft. Dadurch wird der Hahn 16 geschlossen.
Wird nun durch das Einwerfen neuer Münzen der Schalthebel 8 wieder von dem Schalter 9 ent-
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zurück und öffnet dadurch den Hahn 16.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. 1\1ünzkassierer fÜr die Lieferung von strömenden Medien, wie Gas, Wasser od. dgl., bei dem zwecks Entlastung des den Ventilsehluss überwachenden Laufwerks (Verbrauchsmesser oder Zeitwerk) eine von diesem elektrisch gesteuerte Antriebsvorrichtung für das Ventil vorgesehen ist, dadurch gekenn- zeichnet, dass zum Antrieb des Ventils (16) ein elektrischer Kleinmotor (10) dient, der durch ein von der Vorgabewelle eines (mit Einschleusvorrichtung j !, 8 sowie Rückstellantrieb 3 versehenen) Kassierwerks angetriebenes Organ (8) gesteuert ist, das einen Schalter (9) zum Einschalten des Motors (10) betätigt.