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Es wurde gefunden, dass neue wertvolle Produkte erhalten werden, wenn man niedrig molekulare aliphatische Alkohole oder Äther, die mindestens zwei Halogenatome an verschiedenen Kohlenstoffatomen enthalten oder, sofern die Äthergruppe eine Äthylenoxydbindung darstellt, mindestens ein Halogenatom enthalten oder Gemische dieser Alokhole bzw. Äther oder Alkohole und Äther mit einem Polysulfid zur Umsetzung bringt. Als Polysulfide kommen Di-, Tri-, Tetra-u. dgl. Sulfide, insbesondere der Alkalien, der Erdalkalien und des Ammoniums in Betracht. Die Reaktion kann in Gegenwart eines Lösungsmittels wie z. B. wässrigem Medium durchgeführt werden und kann durch Veränderung der Reaktionsbedingungen insbesondere der Temperatur derart geleitet werden, dass die Endprodukte entweder einen viskosen oder einen plastischen bis harten Charakter erhalten.
Auch kann die Umsetzung durch Zusätze wie z. B. von Alkalijodid oder organischen Basen modifiziert werden. Das Polysulfid wird in den meisten Fällen in wenigstens stöchiometrischen Mengen angewendet.
Als Ausgangsstoffe kommen z. B. in Betracht Epichlorhydrin, Diehlorhydrine, Halogenderivate
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äther, ss-ss'-Diehlorpropyläther u. dgl.
Die gemäss dem vorliegenden Verfahren erhältlichen Produkte können einer geeigneten Nachbehandlung z. B. Erhitzen auf höhere Temperatur für sieh oder im Gemisch mit geeigneten andern Stoffen ausgesetzt werden. Die gemäss dem vorliegenden Verfahren erhältlichen Produkte sind durch eine fast völlige Geruchlosigkeit ausgezeichnet.
Beispiel 1: In einer Lösung von 480 Gewichtsteilen Natriumsulfid (Na2S.9 H2O) in 240 Gewichts- teilen Wasser werden unter Erwärmen 64 Gewichtsteile Schwefel gelöst. Zu dieser Lösung von Na lässt man unter Rühren bei etwa 80-100 140 Gewichtsteile ss-ss'-Dichloräthyläther fliessen. Zur Beendigung der Reaktion erwärmt man sechs Stunden. Etwas unveränderter Dichloräthyläther und flüchtige Reaktionsprodukte werden durch Behandeln mit Wasserdampf entfernt. Man erhält eine hellfarbige, weiche, etwas klebrige, wachsartige Masse.
Beispiel 2 : In einer Lösung von 480 Gewichtsteilen Natriumsulfid (Na2S.9 H2O) in 240 Gewichtsteilen Wasser werden 128 Gewichtsteile Schwefel unter Erwärmen gelöst. Zu dieser Lösung von Nazis wurden unter Rühren bei etwa 80-100 140 Gewichtsteile ss-ss'-Dichloräthyläther gegeben und acht Stunden erwärmt. Spuren unveränderten Dichloräthyläthers und flüchtige Substanzen werden durch Behandeln mit Wasserdampf entfernt. Man erhält so 120 Gewichtsteile einer hellfarbigen, weichen, nicht klebrigen, plastischen Masse.
Beispiel 3 : In einer Lösung von 960 Gewichtsteilen Natriumsulfid (Na2. S. 9HaO) in 480 Gewichtsteilen Wasser werden unter Erwärmen 384 Gewichtsteile Schwefel aufgelöst. In dieser Lösung von Na2S4 werden bei annähernd Siedetemperatur unter Rühren 284 Gewichtsteile ss-ss'-Diehloräthyl- äther gegeben und sechs bis neun Stunden erwärmt. Nach der Behandlung mit Wasserdampf erhält man 320 Gewichtsteile einer hellgefärbten, zähen, kautschukähnlichen, plastischen Masse.
Beispiel 4 : 500 Gewichtsteile Natriumsulfid und 250 Gewichtsteile Schwefel werden unter Zugabe von etwa 80 Gewichtsteilen Alokhol im Wasserbad unter Einleiten von Wasserstoff geschmolzen.
Die erhaltene klare Schmelze wird mit 240 Gewichtsteilen Wasser verdünnt. In der so erhaltenen Lösung, die Na2S4 und Na, S, enthält, werden bei 80-100 unter Rühren 140 Gewichtsteile ss-ss'-Dichloräthyl-
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äther gegeben und sechs bis acht Stunden erwärmt. Nach dem Behandeln mit Wasserdampf erhält man 230 Gewichtsteile einer hellgefärbten zähen, elastischen, kautschukähnlichen Masse.
Beispiel 5 : In einer Lösung von 120 Gewichtsteilen Natriumsulfid (Na2S. 9 H2O) in 60 Gewichts-
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Beispiel 6 : In einer Lösung von 960 Gewichtsteilen Schwefelnatrium (NaS. OBLO) in 480 Ge- wichtsteilen Wasser werden 384 Gewichtsteile Schwefel unter Erwärmen gelöst. In der so erhaltenen
Lösung von Na, werden unter Rühren bei 80-1000230 Gewichtsteile asymmetrischer Dichlormethyl- äther gegeben und sechs bis acht Stunden erwärmt. Nach der Behandlung mit Wasserdampf erhält man 185 Gewichtsteile einer gelbgefärbten Masse, die in der Kälte hart ist, in der Wärme jedoch weich und plastisch wird.
Beispiel 7 : 210 Gewichtsteile der nach Beispiel 3 erhaltenen Masse werden vier Stunden im
Vakuum von 15 mm auf 170-1750 erwärmt. Man erhält so eine dunkelgefärbte elastische Masse von der Art des braunen Faktis.
Beispiel 8 : 210 Gewichtsteile der nach Beispiel 3 erhaltenen Masse werden auf der Mischwalze mit 4 Gewichtsteilen Zinkoxyd, 1 Gewichtsteil Tetramethylthiuramdisulfid und 10 Gewichstteilen
Schwefel gemischt und eine Stunde auf etwa 1500 erwärmt. Man erhält so eine plastische, weichgummiartige Masse.
Beispiel 9 : 48 Gewichtsteile kristallisiertes Natriumsulfid werden zusammen mit 19'2 Gewichtsteilen Schwefel in 48 Gewichtsteilen heissem Wasser gelöst. In die auf 300 C abgekÜhlte, filtrierte Lösung werden langsam unter Rühren 12'9 Gewichtsteile Glyzerindichlorhydrin zugegeben. Nach kurzer Zeit setzt Reaktion unter Temperaturerhöhung ein. Man hält die Temperatur unter 700 C. Nach dem Erkalten wird das Reaktionsprodukt mit Wasser durchgeknetet. Man erhält eine schwach gelbliche, geruchlose und unlösliche plastische Masse.
Beispiel 10 : 12 Gewichtsteile kristallisiertes Natriumsulfid werden zusammen mit 4'8 Gewichtsteilen Schwefel in 12 Gewichtsteilen Wasser gelöst. Man lässt unter Rühren bei Zimmertemperatur in diese Lösung langsam 4'6 Gewichtsteile Epichlorhydrin einlaufen, wobei starke Wärmeentwicklung stattfindet. Es entsteht eine weiche, hellgelb gefärbte, geruchlose plastische Masse.