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Platine für Kettenfadenwächter.
Die Erfindung betrifft die Formgebung der mit den mechanisch oder elektrisch arbeitenden Kettenwächtervorrichtungen zusammenwirkenden Lamellen oder Platinen, durch die die Kettenfäden beim Weben, Zetteln u. dgl. hindurchgezogen werden.
Die bekannten Platinen von geschlossener oder offener Art werden aus sehr dünnem Metall hergestellt und sind mit einem Fadenauge für den Durchgang des Fadens versehen. Dieses Fadenauge ist aus dem Metall der Platine derart ausgeschnitten, dass dessen Rand ganz in der Platinenebene liegt.
Es wurde verschiedentlich vorgeschlagen, das Fadenauge in der Weise zu formen, dass es vom Scheitel aus einseitig oder beiderseitig, ähnlich dem Fadenauge einer Flachgeschirrlitze, ausgebogen wird, so dass in der Richtung des durchgehenden Fadens gesehen, das ausgebogene Fadenauge eine spitzovale Form zeigt. Eine solche Platine zeigen die Fig. 17 und 18 von vorne und von der Seite. Da aber das Fadenauge a mit dem oberen Teil auf dem Faden c aufliegt, kann die Ausbiegung, die ja in der Mitte des Fadenauges am grössten ist, nicht voll zur Geltung kommen. Der Kettenfaden wird hier keilförmig im Fadenauge eingeklemmt und reibt sich an zwei Stellen d, wie dies auch bei den Platinen mit glattem, ungepresstem Fadenauge der Fall ist.
Ausserdem liegt bei solchen Platinen nicht der ganze obere Rand des Fadenauges auf dem Faden auf, sondern es findet nur eine Berührung an zwei gegenüberliegenden Randstellen statt ; schliesslich werden sich die Platinen, wie in Fig. 19 dargestellt, schräg zur Kettenrichtung einstellen und den Faden an den beiden Berührungsstellen ausknicken und reiben, namentlich, wenn eine dichte Kette verwendet wird. Durch diese Reibung werden die Kettenfäden aufgerauht, wodurch Fadenbrüche verursacht werden. Insbesondere aber wird die Schlichtmasse vom Faden abgestreift, was für die Weiterverarbeitung nachteilig ist. Da jede Platine gegenüber dem Kettenfaden und somit auch gegenüber der Kettenfadenwächterstange eine schräge Stellung annimmt, kann unter Umständen die.
Platine durch die Fadenwächterstange festgeklemmt werden, wodurch diese dann am Herunterfallen gehindert wird.
Gemäss der Erfindung beginnen bei Platinen, bei denen der das Fadenauge umgebende Platinenteil ebenfalls an einer Seite der Platine nach vorn und an der andern Seite nach hinten aus der Platinenebene herausgedrückt ist, die Ausdrückungen bereits oberhalb des Fadenauges, so dass für die Fäden eine freie, ungehinderte Führung entsteht. Von grossem Vorteil ist es auch, wenn diese Ausdrückungen so geformt sind, dass sie unter sich parallele oder nahezu parallele Flächen bilden, die selbst wieder parallel oder nahezu parallel zur Platinen ebene liegen und durch eine geradlinige oder nahezu geradlinige, in einer zur Platinenebene senkrecht verlaufender Ebene liegende Kante verbunden sind.
Beispielsweise Ausführungsformen des Erfindungsgegenstandes sind in der Zeiehnung dargestellt, u. zw. zeigen : Fig. 1 eine erfindungsgemäss verbesserte Platine von der geschlossenen Art in Vorderansicht, Fig. 2 einen waagrechten Schnitt in einer durch das Fadenauge geführten Ebene, die Fig. 3 und 4 entsprechen den Fig. 1 bzw. 2 und zeigen eine erfindungsgemäss verbesserte Platine von der offenen Art, Fig. 5 ist eine Teilansicht der Platine nach Fig. 1 und 3, Fig. 6 zeigt im waagrechten Schnitt eine Gruppe von erfindungsgemäss verbesserten, auf die Kettenfäden aufgesetzten Platinen, die Fig. 7,8 und 9 zeigen in vergrössertem Massstab eine Platine mit rundem Auge von vorn, von oben und von der Seite, Fig. 10 zeigt eine weitere Ausführung einer erfindungsgemäss verbesserten Platine der offenen Art, die Fig.
11 und 12 zeigen vergrössert das rechteckige Fadenauge von vorn und von der Seite. Fig. 13 entspricht der
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Fig. 11 und zeigt eine verbesserte Platine der geschlossenen Art, die Fig. 14, 15 und 16 zeigen vergrössert ein etwa viereckiges Fadenauge gemäss Fig. 13 von vorne, von oben und von der Seite, die Fig. 17,18 und 19 zeigen, wie bereits erwähnt, die bekannte Platine.
In den Figuren bedeutet 1 die Platine und a das Fadenauge ; 2, 3 sind die Ausdrückungen aus der
Platinenebene, die unter sich und mit der Platinenebene parallel sind, und c ist schliesslich der Faden.
Aus den Fig. 1-9, die Platinen mit runden Fadenaugen darstellen, ist ersichtlich, wie der Faden c geführt ist und zwischen den Stellen d (Fig. 7) an dem oberen Rand des Platinenauges anliegt, wobei er stets in der Platinenebene bleibt (s. Fig. 2 und 4), ohne an den benachbarten Platinen (s. Fig. 6) zu schleifen. Die Berührung des Fadens mit der eigenen Platine verursacht nur eine ganz geringe Reibung.
Um die Reibung zwischen der Platine und dem Kettenfaden noch weiter zu vermindern, im besonderen bei der Verarbeitung gröberer Garne, kann erfindungsgemäss das Fadenauge a rechtwinklig ausgebildet werden (Fig. 10-16). Die Platine liegt dann auf dem Kettenfaden c nur an einer Stelle d, dem Übergang der vorderen zur hinteren Ausbiegung auf, wie in Fig. 11, IS, 14 und 15 angedeutet.
Das seitliche Spiel im obersten Teil des Fadenauges gewährt dem Kettenfaden einen vollständig freien und reibungslosen Durchgang.
Bei allen Ausführungsformen kann die Länge der Ausdrüekungen 2, 3 über die Platinenbreite hin gleich sein oder sich von der Platinenmitte nach den Rändern zu vergrössern.
Betrachtet man das Fadenauge von der Längsseite der Platine aus, so soll es bei viereckiger Form des Auges rechteckige oder nahezu rechteckige Gestalt haben (Fig. 16) und seine obere Kante bei runder
Form gradlinig oder nahezu flach abgedacht sein (Fig. 9).
PATENT-ANSPRÜCHE : 1. Platine für Kettenfadenwächter, bei der der das Fadenauge umgebende Platinenteil an einer
Seite der Platine nach vorn und an der andern Seite nach hinten aus der Platinenebene herausgedrückt ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausdrückungen oberhalb des Fadenauges beginnen.