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Vorrichtung zur Druckabstellung für Schnellpressen.
In dem Patente Nr. 101485 und dessen Zusatzpatent Nr. 107031 sind Handdruckmaschinen beschieben, bei welchen die auf einer verhältnismässig dünnen Metallunterlage befindlichen Druckformen zwischen zwei geriffelten harten Walzen hindurch gewalzt werden. Die Druckform wird beim Druckgang ausschliesslich durch die Reibung transportiert, welche infolge des von oben und unten ausgeübten Druckes der beiden Presswalzen entsteht. Die auf einem Satzbettrahmen od. dgl.. aufliegende, mit demselben nicht starr verbundene, leichte Druckformunterlage, welche dem bei den bisher bekannten Schnellpressen verwendeten schweren Karren entspricht, kann beim Druckvorgang durch die untere Presswalze etwas von dem Rahmen abgehoben werden und läuft beim Druck in genauer Übereinstimmung mit der Druckzylinderumfangsgeschwindigkeit mit.
Um die Vorteile dieser bekannten Handdruckmaschine mit der höheren Druckgeschwindigkeit und der bequemeren Bogenlage der bekannten Haltzylindermaschinen zu vereinigen, wurde beispielsweise der obere Presszylinder mit Bogenhaltegreifern und Bezug versehen. Der Antrieb erfolgt bei diesem neugeschaffenen Typ einer Stopzylindermaschine über geeignete Getriebe vom Hauptantrieb auf die Druckzylinderwelle, auf der fest verkeilt Zahnräder sitzen, die mit den in besonderer Weise angeordneten Zahnstangen des Satzbettrahmens in Eingriff stehen.
Den Gegenstand der Erfindung bilden nun weitere Vervollkommnungen dieser Druckmaschine.
Bei den bisher bekannten Maschinen der vorbezeichneten Art waren die beiden übereinander gelagerten Presszylinder gegeneinander einstellbar, d. h. die untere der beiden Walzen war fix oder federnd und die obere Walze mittels der in Schlitzen der Seitengestelle eingesetzten und als Gleitstücke ausgebildeten Lager durch eine Schraube od. dgl. in der Höhe verstellbar gelagert. Dieser ungenügenden Stellmöglichkeit gegenüber soll erfindungsgemäss einerseits eine Vorrichtung zur Druckabstellung und anderseits eine Vorrichtung zur Feineinstellung und Regulierung der Druckstellung geschaffen werden.
Erfindungsgemäss wird der unter dem Druckzylinder sitzende Gegendruckzylinder parallel zur Druekzylinderaehse in seiner Höhenlage verstellbar, u. zw. sowohl zwecks Druckan-und-abstellung mit einem Handgriff od. dgl. ab-und anstellbar als auch zwecks Druckfeineinstellung oder-regulierung innerhalb festgesetzter Grenzen beliebig fein einstellbar angeordnet. Die Druckregulierung ist unabhängig von der ersteren Einrichtung. Der Weg für die Druekan-und-abstellung ist mindestens in der Druckstellung durch Anschläge begrenzt.
Es kann einerseits die Druckabstellung bzw.-anstellung durch einen einzigen Handgriff erfolgen, wobei der Abstand zwischen der Tiefst- und Höchststellung des Zylinders verstellbar ist, anderseits bei der gleichen Einrichtung die Dl1lckfeineinstellung innerhalb festgelegter Grenzen beliebig erfolgen.
Zu diesem Zweck ruht beispielsweise der Gegendruckzylinder mit seinen Gleitlagern auf abge- schrägen Keilen od. dgl., die durch eine über die ganze Breite der Maschine gehende, mit Rechts-und Linksgewinde in ihnen sitzende Gewindespindel oder in ähnlicher Weise derart miteinander verbunden sind, *) Erstes Zusatzpatent Nr. 107031.
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dass sie mit einem und demselben Handgriff, z. B. durch Verdrehen eines auf der Spindel sitzenden Handrades, beide gleichzeitig und in einander entgegengesetzter Richtung verschoben werden und durch Einwirkung der Keilschrägflächen den unteren Gegendruckzylinder an-bzw. abstellen oder auch genau nachund einstellen, wobei die Druckstellung jeweils mittels eines Anschlages od. dgl., der verstellbar sein kann, fixiert ist.
Die Druckab-und-anstellung kann aber auch mittels einer ausser den obigen Keilen angeordneten Spindel od. dgl. erfolgen, auf deren beispielsweise mit ovalem Querschnitt ausgestatteten zwei Zapfen die
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- abstellung mittels exzentrischer Büchsen erfolgt, in denen die Druckwalzenzapfen liegen, oder dass sowohl die Feineinstellung wie auch die An-und Abstellung durch Verdrehen von Büchsen geschieht, deren Bohrungen ausser Mitte liegen.
Die durch Verstellung des unteren Presszylinders erzielte Druekan-und-abstellung sowie Fein-
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konstruktiv vereinfachenden Vorteil, dass der mit den Anlege-und Auslegevorrichtungen in Verbindung stehende Druckzylinder nicht an-und abgehoben werden muss. Da der Druckzylinder immer in derselben
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Massen kleiner als bei der üblichen Druckzylinderabstellung.
Mit derselben Vorrichtung können aber auch gleichzeitig geringere Unterschiede in den Schriftsatzhöhen, die sich aus der vielseitigen Verwendung der Maschine ergeben, leicht ausgeglichen werden.
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Den Druckzylinder wird man gleichwohl auf Keile legen können, um beispielsweise eine durch Lagerverschleiss bedingte geringe Nachstellung zu ermöglichen. Doch braucht der Druckzylinder auch bei unterschiedlicher Bezugstärke nicht in seiner Höhenlage verstellt zu werden.
Mit einer Einrichtung nach der Erfindung ist für die Druckmaschinen der betrachteten Bauart eine möglichst vielseitige Verwendbarkeit, wie z. B. für verschiedenste Druckverfahren, Buchdruck, lithographische und Lichtdruckverfahren, und auch eine bequeme Handhabung für unterschiedliche Schriftsatzhöhen und Bezugsstärken erreicht.
Die Zeichnung gibt einige beispielsweise Anordnungen von verschiedenen der Erfindung entsprechenden Vorrichtungen wieder, u. zw. zeigt Fig. 1 einen Querschnitt durch eine Dl1lckstellvorrichtung mittels zwei Stellspindeln und Keilwirkung, Fig. 2 eine Druekstellvorrichtung mittels in Rohrspindel
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stellvorrichtung mittels nur einer Spindel und Keilwirkung, Fig. 5 eine Druckstellvorrichtung mittels nur einer Spindel und Exzenterbüchsenverstellung. Die Fig. 6,7, 8 zeigen Schemen für die Exzenterbüchsen in der höchsten, mittleren und tiefsten Stellung der Gegendruckwalze. Fig. 9 zeigt ein Handrad für die Spindelverstellung.
Die in Fig. 1 zwischen Druckzylinder 1 und Presszylinder 17 hindurchgeführte Schriftform liegt auf einer leichten Druckformtragplatte 16, die auf einem die Zahnstangen 14, 15 tragenden Rahmen 23, 24 lose aufsitzt. Während des Druckvorganges wird die Tragplatte 16 durch den unteren Presszylinder 17 etwas von dem Rahmen 23, 24 abgehoben und mit der Schriftform an den den Bogen haltenden Druckzylinder 1 herangepresst.
Die den Presszylinder 17 tragenden Gleitlager 85, 86 sind an ihrer Unterfläche abgeschrägt und liegen mit dieser Schrägfläche auf je einem mit Rechts-bzw. Linksgewindebohrung versehenen Stellkeil 87, 88 auf, die ihrerseits mittels einer mit Rechts-und Linksgewinde ausgestatteten und über die Breite der Maschine hinwegführenden Stellspindeln 89 verbunden sind, so dass die beiden Keile 87, 88 bei Verdrehung der Spindel 89 mittels des auf derselben festsitzenden Handrades 90, gleichzeitig in einander entgegengesetzter Richtung bewegt werden, um die Lager 85, 86 mit der Walze 1'/in der Höhe zu verstellen.
Das mit dem Lager 86 verbundene Haltestück 91 hält die Spindel 89 seitlich in ihrer Lage fest.
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förmig ausgesparten Lagern 95, 96 zum Schutz gegen seitliche Verschiebung der Spindel geführt sind und für die aufliegenden Keile Tragflächen 97, 98 mit ellipsenförmigem oder ähnlichem Querschnitt besitzen, die sich auf die festliegenden Lagerstücke 95, 96 aufstützen.
Beim Druckvorgang und normalerweise liegen die Keile auf dem hochkant gestellten ellipsenförmigen Zapfen 97, 98 auf. Durch Verdrehen der Spindel 92 um 90 wird der ellipsenförmige Querschnitt der Tragzapfen flachgestellt, und nun können die Keile 87, 88 um den Unterschied zwischen dem grössten und dem kleinsten Ellipsendurchmesser herabfallen, so dass. der Presszylinder und damit die Dl1lckgebung abgestellt ist.
Das Verdrehen der Spindel 92 zwecks Druckabstellung geschieht hier durch den auf der Keilstellspindel frei schwingbar gelagerten Stellhebel 99, der beim Abschwenken mittels eines an dem Doppelhebel 99 angebrachten Führungsschlitzes 100 den Mitnehmerstift 701 bewegt, welcher in dem auf dem
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Zapfen der Stellspindel 92 festsitzenden kurzen Arm 102 befestigt ist. Durch federnde Rasten 103 oder verstellbare Anschläge wird der Hebel 102 in seinen Endstellungen festgehalten.
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abstellung mit einem Handgriff durch den Stellhebel 99 geschieht. An diesem Hebel kann unter Anordnung eines einfachen Gestänges die Einwirkung auch durch einen Fusstritthebel erfolgen.
Während bei der vorgenannten Ausführung durch die Anordnung von zwei untereinander liegenden und über die ganze Breite der Maschine gehenden Stellspindeln ein erheblicher Platzbedarf in der Maschine. entstand, nimmt die folgende Vorrichtung weniger Platz ein und erfordert geringere Aussparungen der Gestellwände. Bei der Ausführung gemäss der Fig. 2 sitzt auf der mit Links-und Rechtsgewinde versehenen Stellspindel 89 eine zweiteilige, d. h. fernrohrartig in sieh verschiebbare Hohlspindel 104, 105, deren Bohrungen an den beiden äusseren Lagerstellen der Spindel 89 entsprechende Rechts-bzw. Linksgewinde besitzen, während die äusseren Rohrspindelenden mit Links-bzw. Rechtsgewinde in den Lagerkeilen 87, 88 sitzen.
Gegen ein gegenseitiges Verdrehen sind die beiden Rohre 104, 105 durch einen Keil 106 gesichert.
Bei Verdrehen der Stellspindel 89 werden die beiden die Lagerkeile 87, 88 mitnehmenden Rohrspindeln, ohne sich zu drehen, ineinander verschoben, wodurch die Druckfeineinstellung erreicht wird.
Wird dagegen die Stellspindel 89 von Hand oder selbsttätig festgehalten und gleichzeitig der auf der Spindel 89 sitzende Schalthebel 99 von Hand oder durch Fusstritthebel ein-oder ausgeschaltet, so nimmt der Führungsschlitz 100'des Doppelhebels 99 den Stift 101 mit, der in einem auf einem Spindelchen 107 befestigten Arm 102 festsitzt. Da der Hebelarm 102 kleiner ist als der ihn bewegende 99, ist sein Anschlagwinkel im Verhältnis grösser. Die Bewegung überträgt er mittels eines innerhalb des Gestells auf dem Spindelchen sitzenden Zahnsegmentes 108 auf die eine Rohrspindel 104, die mit Stirnradzähnen 109 versehen ist.
Durch die somit erfolgende Drehung der Rohrspindeln verschieben sich dieselben ineinander, wobei sie sich drehen und dadurch den beiden Keilen 87, 88 ausser ihrer eigenen seitlichen Bewegung noch eine weitere erteilen, die durch ihren Sitz im Keilgewinde erzeugt wird. Dieses Gewinde kann eine gegenüber dem Spindelgewinde jeweils entgegengesetzt laufendes, gegebenenfalls mit grösserer Ganghöhe geschnittenes sein, so dass die seitliehe Bewegung der Keile 87, 88 für die Druekabstellung vollkommen genügt.
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in hervorragender Weise auch für eine ganz einfache und billige Bauart geeignet ist, stellt die Ausführung der Erfindung nach Fig. 4 die hiefür in Betracht kommende sehr vereinfachte Druckabstell-und-einstellvorrichtung dar, bei welcher nur eine einzige Stellspindel verwendet wird.
Sowohl die Feinstellung der Druckgebung wie auch die Druckan-und-abstellung werden durch eine einzige Spindel, die Keilstellspindel 89, erzielt ; doch trägt das auf der Stellspindel festsitzende Handrad 110 nach Fig. 9 einen in einem kreisförmig angeordneten Schlitz 111 verschiebbaren Stift 112, der in der Druckanstellung an einem im Gestell sitzenden Anschlag 113 anliegt, so dass jederzeit beim Wiederdruckanstellen die genaue erfoderliche Einstellung des Handrades und der Keile erreicht werden kann. Wenn der Stift 112 federnd zurückziehbar
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kann die Druckstellung in jedem Falle durch einen einzigen Anschlagstift markiert werden.
Eine mit einem der beiden Keile verbundene Vorrichtung nach Fig. 3 ermöglicht eine Nachstellung eines einzelnen Keiles für sich, um die genaue Parallellage des Presszylinders 17 zum Druckzylinder 1 zu sichern. Eine im Keil sitzende Büchse 114 mit Stellring 115 hat eine der Spindel 89 entsprechende Gewindebohrung und wird nach dem erfolgten seitlichen Einstellen dieses Keiles, beispielsweise durch eine viereckige Scheibe 116, deren eine flache Seite auf der Gestellaussparung aufsitzt, gegen Verdrehen dem Keil gegenüber gesichert.
Bei einer weiteren Ausführung der Vorrichtung nach Fig. 5-8 sind die benötigten Aussparungen im Maschinengestell nur einfache Bohrungen ; weder für diese noch für die Bearbeitung anderer Teile der Vorrichtung sind noch zeitraubende Stoss-oder Fräsarbeiten nötig. Die Gestaltung der Gestellrahmen wird denkbar einfach.
Die Lagerzapfen der Druckwalze 17 liegen in exzentrischen Büchsen 117, die ihrerseits in ebenfalls exzentrischen Büchsen 118 angeordnet sind. Beide Büchsenbohrungen liegen um das gleiche Mass ausser Mitte, und um das gleiche Mass sind auch die Schwenkachsen der beiden Büchsen voneinander entfernt.
Auf der Stellspindel 119 sitzen zwei Räder 120, die mit den auf den Büchsen 117 befindlichen Zahnkränzen in Eingriff stehen. An beiden Maschinengestellen sind auf Bolzen 121 Räder 122 angeordnet, die einerseits mit den Rädern 120 und anderseits mit den auf den Büchsen 118 eingeschnittenen Zahnkränze in Eingriff stehen. Durch Verdrehen der Stellspindel erfolgt gleichzeitiges, aber einander entgegengesetztes Verdrehen der Büchsen 117, 118 ; die Walze 17 wird an-bzw. abgestellt oder auch eingestellt, wobei die Bewegungsrichtung der Walzen stets genau senkrecht zur Karrenlaufrichtung bleibt.
Eine mit den Büchsen in
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Es ist auch möglich, besonders bei schmalen Maschinen, zur Druckfeineinstellung die Anordnung nach Fig. 4 mit den durch die Stellspindel bewegten Keilen zu betätigen, während die Druckabstellung und-anstellung durch eine nur auf einer Seite angebrachte exzentrische Büchse erfolgen kann unter Verwendung von schwenkbaren Lagern. Die abgestellte Druckwalze liegt hiebei schräg zu ihrer Arbeitsstellung.
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Die Vorrichtungen zur Druckabstellung können auch mit in bekannter Weise auf dem Anlegetisch oder am Druckzylinder angeordneten mechanisch oder elektrisch schaltenden Tastern od. dgl. in Verbindung stehen, so dass die untere Gegendruckwalze bei Störungen in der Bogenführung automatisch abfällt.
Haben die ineinanderliegenden Gewinde auf der Spindel 89 und auf dem zweiteiligen Rohr 104, 105 der Einrichtung nach Fig. 2 entgegengesetzte Steigerungsrichtung, so addieren sich ihre Wirkungen beim
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liegenden Gewinde, wenn ihre Steigungsrichtung gleich ist, also beide Gewinde entweder rechtsgängig oder linksgängig sind. In diesem Fall müssen folglich die Steigungswinkel verschieden gewählt werden, wenn überhaupt beim Verdrehen des zweiteiligen Rohres ein Verschieben des Keiles eintreten soll.
Wegen dieser Differentialwirkung empfiehlt es sich, bei Verwendung von Gewinden gleicher Steigungsrichtung die Spindel 89 zur Druckan-und-abstellung zu benutzen und die Feineinstellung über die zweiteilige Rohrspindel 104, 105 zu bewirken. Dementsprechend ist dann der Hebel 102 (Fig. 2) auf der Gewindespindel ? zu befestigen und das Handrad 90 auf der Spindel 107, an deren anderem Ende statt eines Zahnsegmente 108 ein Zahnrad anzubringen ist.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Vorrichtung zur Druckabstellung für Schnellpressen nach dem Patente Nr. 101485 oder Nr. 107031, dadurch gekennzeichnet, dass der unter dem als Druckzylinder ausgebildeten oberen Presszylinder (1) sitzende Gegendruckzylinder (17) in seiner Höhenlage verstellbar u. zw. sowohl zwecks Drucken-un - abstellung mit einem Handgriff (99, 110) od. dgl. ab-und anstellbar, als auch unabhängig von ersterer Einrichtung zwecks Dl1lckfeineinsteIlung oder-regulierung innerhalb festgesetzter Grenzen beliebig fein einstellbar angeordnet ist.