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Verfahren zur Herstellung feuerfester Massen.
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung feuerfester Massen aus beliebigen indifferenten, nicht mehr schwindenden Magerungsstoffen. Die Erfindung besteht darin, dass als Bindemittel Gemische von einem oder mehreren Oxyden der alkalischen Erdmetalle (z. B. Magnesia, Kalk) mit organischen Stoffen der Eiweissgruppe (z. B. Casein, Fibrin u. dgl. ) verwendet werden. Zu der Grundmasse können im Bedarfsfalle noch andere feuerfeste Stoffe (z. B. Schamotte, Zirkonerz usw.) hinzugefügt werden.
Es ist zwar bekannt, feuerfesten Massen organisehe Stoffe, wie z. B. Teer, Dextrin, Tragant usw., zuzusetzen, wobei diese Stoffe als Bindemittel wirken. Hiebei besteht jedoch der Nachteil, dass diese organischen Zusätze schon bei ganz niedrigen Temperaturen, zirka 00- 200 C, ausbrennen, so dass die Masse ihre Bindung verliert. Die keramische Verfestigung tritt aber erst bei höheren Temperaturen ein.
In der Zwischenstufe besteht demnach so gut wie keine Bindung.
Bei dem Verfahren nach der Erfindung bilden die Eiweissstoffe mit den Oxyden der alkalischen Erdmetalle chemische Verbindungen, welche eine Bindung der gesamten Masse bewirken. Überraschender- weise hat sich gezeigt, dass aus diesen Verbindungen die organische Substanz erst bei wesentlich höheren Temperaturen ausbrennt als bei den bisher gebräuchlichen organischen Bindemitteln, wobei die Masse auch nach dem Ausbrennen noch eine erhebliche Festigkeit besitzt. Die Masse behält dadurch ihre Bindung und Formgestaltung bis zum Eintritt der durch einekeiamische Bindung erzielten Verfestigung.
Es ist immer eine bestimmte Menge der Erdalkalimetalloxyde in der Masse nötig, nämlich so viel, um mit den Eiweissstoffen eine chemische Verbindung einzugehen. Ferner müssen die Erdalkalien in einer
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alkalisch reagieren.
Im übrigen aber wird nach der Erfindung eine keramische Arbeitsweise vorgeschlagen ; dies besagt, dass die Masse nach dem Verformen hinreichend formbeständig sein soll, d. li. dass eine genügende Menge von Masseteilchen schwindungsfrei, also totgebrannt, sein muss. Es besteht demnach einerseits die Bedin- gung, dass ein Teil der Oxyde alkalische Reaktion zeigen soll-was bekanntlich nur infolge Hydratation möglich ist-und dass der Rest als Grundlage für die Herstellung keramischer Erzeugnisse dienen soll.
Diese zweite Forderung besagt, dass der Rest der Metalloxyde indifferent, also totgebrannt sein muss.
Das Verhältnis der verschiedenen Formen der Metalloxyde zueinander ist hienach einerseits durch ihre Reaktionsfähigkeit mit dem Eiweiss und anderseits durch ihre Eignung als feuerfeste Magerungs- mittel festgelegt.
Es gehören zwar Eiweissstoffe zu den bekannten organischen Klebemitteln. Anderseits ist auch
Magnesia ein bekanntes keramisches Magerungsmittel. Neu ist aber die Verwendung der Magnesia und überhaupt der Erdalkalimetalloxyde in hydratisierter Form mit Eiweissstoffen gemischt, wodurch allein die besonderen Vorteile gemäss der Erfindung erreicht werden.
Die Masse kann als Stampfmasse für Wände und Decken von Feuerräumen, als Mörtel für feuer- feste Steine sowie auch zur Herstellung feuerfester Steine selbst Verwendung finden.
Die chemischen Umsetzungen zwischen den Oxyden und den Eiweissstoffen treten bei Anwesen- heit von Wasser ein. An Stelle von Wasser oder neben Wasser können auch andere Flüssigkeiten, beispiels- weise Ammoniak, Elektrolytlösungen od. dgl. verwendet werden, durch welche die chemischen Umsetzungen gefördert werden können.
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