<Desc/Clms Page number 1>
Schaltung für Relais in Wechselstromkreisen.
EMI1.1
<Desc/Clms Page number 2>
spulen zu vergleichen. Soll bei einer derartigen Schaltung die Auslösung sowohl bei positiven als auch bei negativen Spannungsabweichungen der einen Leitung gegen die andere erfolgen, so sind im allgemeinen
EMI2.1
je zwei von derselben Phase herrührende gegenläufige Hilfswechselspannungen werden einem Differenzrelais nach Fig. 1 zugeführt.
Ein Differenzrelais, das bei Unterschreitung eines gewissen Impedanzwertes anspricht, wird dadurch erhalten, dass an Stelle des Stromwandlers 11 der Fig. 1 ein Spannungswandler gesetzt wird. Die Ladung des Kondensators 9 (U9) ist dann dem Strom J, die Ladung des Kondensators 19 (pu) der Spannung U der abzuschaltenden Leitung proportional. Liegt nun die Charakteristik der Röhre so, dass die Änderung des Anodenstromes bei der Gitterspannung Null einsetzt, dann spricht das Relais an, wenn :
EMI2.2
c und c'sind zwei Konstanten, die von den Übersetzungsverhältnissen der Hilfswandler 1 und 2 abhängig sind.
Das Relais löst also aus, wenn die Impedanz einen bestimmten Festbetrag, der von den Übersetzungsverhältnissen der Hilfswandler 1 und 2 abhängt, unterschreitet.
Fig. 2 zeigt ein Relais, das durch algebraische Differenzbildung die Energierichtung unterscheidet.
Die Sekundärspannungen der Wandler 1 und 11 sind hintereinander geschaltet und laden über den Gleichrichter 18 den Kondensator 19 auf eine der geometrischen Summe der Sekundärspannungen proportionale Gleichspannung auf. Im Gitterkreis der Röhre 3 liegt ausserdem noch die vom Hilfswandler 1 herrührende, dem Strom in der zu schützenden Leitung proportionale Spannung des Kondensators 9. Die Wirkungweise der Schaltung soll an Fig. 2 a und 2 b erläutert werden. Die an den Sekundärwicklungen der Wandler 1 und 11 auftretenden Hilfsspannungen sind mit J und U bezeichnet.
Bei normalen Energiefluss schliessen die Vektoren J und U einen Winkel ein, der kleiner als 900 ist. Die geometrische Summe V dieser Spannungen wird im Gleichrichter 18 gleichgerichtet und lädt den Kondensator 19, dessen Ladung also proportional der Strecke PI, Pg ist, auf. Die Spannung des Kondensators 9, die der Strecke PI, P2 entspricht, ist der des Kondensators 19 entgegengeschaltet. Im Gitter liegt also eine resultierende Spannung proportional der Strecke P2, Pa, die dasselbe Vorzeichen wie die Ladung des Kondensators 19 besitzt, also eine negative Gitterspannung darstellt. Der Entladungsstrom der Röhre 3 ist gesperrt.
Kehrt sich die Energierichtung um, so schliessen die Vektoren J und U einen Winkel ein, der grösser als 90 ist, wie in Fig. 2 b dargestellt. Am Gitter der Röhre 3 liegt also die negative Spannung des Kondensators 19 und in Reihe damit die positive Spannung des Kondensators 9. Die Differenz beider ist positiv. Die Entladung in der Röhre setzt also ein, und die Ölschalterspule 5 wird erregt.
In Fig. 3 ist eine Differentialschutzeinrichtung dargestellt, die bei einer positiven sowie negativen Differenz der Ströme in den beiden parallelen Leitungen A und B anspricht. Für eine derartige Einrichtung sind zwei Röhren J und 7. 3 erforderlich. Die Stromwandler und die angeschlossenen Gleichrichterkreise sind ebenso geschaltet wie in Fig. 1. Der Gleichrichter 8 ist aber sowohl an die Kathode der Röhre 3 als an das Gitter der Röhre. M geführt, während der Gleichrichter 18 umgekehrt an die Kathode der Röhre 13 und an das Gitter der Röhre. 3 angeschlossen ist.
Die Anodenkreise beider Röhren sind voneinander getrennt an je eine Spule 5 und 15 geführt, die auf einen gemeinsamen Eisenkern eines Relais oder einer Schalterbetätigungseinrichtung einwirken. Dementsprechend sind für diese Einrichtung zwei besondere Anodenstromquellen 6 und 16 erforderlich. Je nachdem, ob nun der Strom in der Leitung A oder in der Leitung B überwiegt, spricht die Röhre 3 und l') an, die die positive Gitterspannung erhält. Die Enrichtung ist in allen Fällen anzuwenden, wo es sich um den Vergleich von elektrischen Grössen handelt und wo sowohl die positive als auch die negative Differenz der zu überwachenden Grössen das Auslösen herbeiführen soll, also auch bei einer Differentialsehutzeinrichtung einer einzelnen Leitung, die von zwei Seiten gespeist wird.
In Fig. 4 ist eine Schaltung zur Lösung derselben Autgabe gezeigt wie die der Fig. 3 zugrunde liegende. Bei dieser Ausführung sind Doppelgitterröhren und Spezialwandler erforderlich ; eine Anodenbatterie kommt dafür in Fortfall. Die Stromwandler 1 und 11 besitzen geteilte Sekundärwicklungen, an welche je zwei Kondensatoren 9, 9'und 19, 19'über Gleichrichter angeschlossen sind. Die Schaltung der Gleichrichter ist derart getroffen, dass an den Kondensatoren Gleichspannungen mit den in der Figur eingezeichneten Vorzeichen auftreten. Die Gitter der beiden Entladungsröhren 3 und 13 sind an beide Stromwandler 1 und 11 angeschlossen. Am Gitter 23 der Entladungsröhre 3 liegt die negative Spannung des Kondensators 9', die dem Strom JA proportional ist.
Am zweiten Gitter 24 der Röhre 3 liegt eine positive Spannung, die vom Kondensator 19 herrührt und dem Strome Js proportional ist. Überwiegt die Spannung des Kondensators 19 diejenige des Kondensators 9', so herrscht an der Röhre 3 ein resultierendes, positives Gitterpotential, die Entladung setzt ein und die Auslösespule 5 des Ölschalters wird erregt. Die Röhre 3 spricht also an, wenn der Strom Jg grösser ist als der Strom JA. Im
<Desc/Clms Page number 3>
EMI3.1
EMI3.2
EMI3.3
das Ansprechen massgebend ist. Die Abhängigkeit von dem Verhältnis Fehlerstrom zu Belastungsstrom kann bei den bekannten Differentialschutzeinrichtungen nur mit Hilfe von besonderen Haltespulen, die ine unerwünschte Komplikation der Einrichtung darstellen, erreicht werden.
Bei dem Differentialschutzsystem gemäss der Erfindung lässt sich dagegen die gewünschte Abhängigkeit lediglich durch eine besondere Unterteilung der Wandler 1 und 11 erzielen, wie an folgender Rechnung gezeigt werden soll.
EMI3.4
EMI3.5
EMI3.6
JA (l-m) - JB (l+m) = 0; diejenige für einen Stromunterschied des entgegengesetzten Vorzeichens : JB (l-m) - JA (l+m) = 0.
Die zwei letzten Gleichungen lassen unmittelbar erkennen, dass die gewünschte Verhältnisabhängigkeit sich ohne weiteres erreichen lässt. Es braucht z. B. nur die Sekundärwicklung der Wandler 1 und 11 derart unterteilt zu werden, dass die an-den Kondensatoren 9 und 9'bzw. 19 und 19'auftretenden Span- nungen sich wie - und K (l + m) zu den entsprechenden Primärströmen verhalten, wobei K eine vom Übersetzungsverhältnis der Stromwandler abhängige Konstante bedeutet.
Um die Auslösung bei Strömen in der Nähe von-Null zu vermeiden, ist es zweckmässige am Gitter 24 und dem entsprechenden Gitter der Röhre 13 noch eine kleine Gittervorspannung vorzusehen.
Für Differenti. alschutzeinrichtungen von Kabeln besitzt das neue Relais ausser den eingangs erwähnten Vorteilen und abgesehen von der sehr erwünschten geringeren Stromwandlerbelastung noch den zusätzlichen Vorteil, dass die Einrichtung durch Einbau von Sperrkreisen leicht gegen die von der zu schützenden Leitung induzierten Störspannungen der Frequenz 50 Hertz oder einer Oberwelle geschützt werden kann. Dies ist gerade bei Längsdifferentialschutzeinrichtungen von Kabeln von grosser Bedeutung, bei denen die Prüfadern auf lange Strecken dem Kabel parallel laufen, da in fast allen Fällen, in denen die Schutzeinrichtung zu arbeiten hat, extrem grosse Ströme und entsprechend starke Störfehler vorhanden sind.
Bei all den beschriebenen Relais, mit einer Ausnahme der Relaiseil1richtung nach Fig. 4, kann die Gleichrichtung. der einen der zu. vergleichenden Grössen erspart werden und statt dessen der Rohre 3 eine Wechselspannung zugeführt werden. Die im Gitterkreis liegende Spannung negativen Vorzeichens, also die Sperrspannung, muss jedoch stets eine Gleichspannung sein. Beim Differentialschutz nach Fig. 4 muss die Femübertragung stets mit Gleichstrom geschehen, in diesem Falle muss also auch die im Gitterkreis liegende positive Spannung eine Gleichspannung sein.
Die Erfindung eignet sich besonders für derartige Relaiseinrichtungen, bei denen die Auslösung
EMI3.7
EMI3.8
EMI3.9
an dem Gitter der Röhre 3 steigt demnach in Abhängigkeit von der Zeit geradlinig an und führt dann, wenn sie die Gröss e en + egl überwiegt, zum Ansprechen der Einrichtung. Der Spannungswandler 1
<Desc/Clms Page number 4>
darf aber nicht dauernd an die Einrichtung angeschlossen sein, sondern erst beim Überschreiten eines bestimmten Stromwertes. Dazu ist ein besonderes stromabhängiges Ansprechglied erforderlich.
Wird der Widerstand 25 in eine Relaiseinrichtung nach Fig.], also ebenfalls in Serie zu dem Gleichrichter 8, eingebaut und an Stelle des Stromwandlers 11 ein Spannungswandler eingesetzt, dann erhält man eine zeitimpedanzabhängige Relaiseinrichtung. Am Kondensator 9 wird eine Spannung erzeugt, die proportional dem Strom, am Kondensator 19 eine Spannung, die proportional der Spannung der zu
EMI4.1
spannungen der Kondensatoren 9 und 19. Bei Beginn der Störung werden durch nicht eingezeichnete von den Störungserscheinungen abhängige Ansprechrelais die Transformatoren 1 und 11 eingeschaltet.
Die Spannung am Kondensator 19 stellt sich dann augenblicklich auf einen Betrag ein, welcher der Spannung der zu schützenden Leitung proportional ist. Die Spannung am Kondensator 9 ist dagegen im Einschaltmoment Null und steigt erst allmählich proportional mit der Zeit an. Sie besitzt das entgegengesetzte Vorzeichen wie die Spannung am Kondensator 19, und erst wenn beide Spannungen sich das Gleichgewicht halten, dann liegt am Gitter die Spannung Null, d. h. die zum Einsetzen des Entladungs-
EMI4.2
EMI4.3
EMI4.4
kann man in den Stromkreis der zu überwachenden Netzgrösse auch einen von einer unabhängigen Hilfskraft angetriebenen Regulierwiderstand oder Reguliertransformator anordnen. Eine derartige Ausführung ist in Fig. 6 gezeigt.
Die Gleichrichtung des zu verändernden Stromes ist dabei überflüssig. Es kommt also der Gleichrichter 8 sowie der Kondensator 9 in Fortfall. An deren Stelle tritt parallel zur Sekundärwicklung des Stromwandlers 1 ein Spannungsteiler 21, dessen Gleitkontakt 26 durch einen Motor 27 bewegt wird. Die Spannung, die zwischen dem Gleitkontakt 26 und einem Endpunkt des Spannungsteilers 21 abgenommen wird, wird dann in Serie zur Spannung des Kondensators ? 9 geschaltet und dem Gitter der Entladungsröhre 3 zugeführt. Wenn die Bewegung des Motors 27, der durch das Ansprechen des Anregegliedes eingeschaltet wird, gleichmässig erfolgt, dann ist die Auslösezeit ebenso wie bei der vorher beschriebenen Anordnung der Impedanz proportional.
Der Vorteil des Spannungsteilers besteht darin, dass durch eine entsprechende Abstufung seines Widerstandes die Auslösecharakte- ristik des Relais in beliebiger Weise beeinflusst werden kann.
Ein Impedanzrelais, bei dem die zeitliche Veränderung der einen der charakteristischen Grössen durch Resonanzwirkung hervorgerufen wird und bei dem ebenfalls nur ein Gleichrichter erforderlich ist, ist in Fig. 7 dargestellt. An den Hilfstransformator 1 ist ein Resonanzkreis, bestehend aus einer Drosselspule 28, einem Kondensator 9 und einem Widerstand 16, angeschlossen, der auf die Frequenz des Netzstromes abgestimmt ist. Die Wirkungsweise der Anordnung soll an Hand der Fig. 7 a erläutert werden.
Die Spannung am Kondensator 19 verläuft vom Moment des Kurzschlusses (t = 0) geradlinig und ist der Kurzschlussspannung proportional. Die Spannung am Widerstand 21 verläuft nach einer Sinuskurve mit ansteigender Amplitude, deren Endwert und deren Hüllkurventangente im Anfangspunkt dem Kurzschlussstrom proportional ist. Die Auslösung des Ölsehalters erfolgt, wenn am Gitter der Röhre 3 das erstemal die resultierende Spannung Null auftritt, also nach der Zeit t', die aus denselben Gründen, wie bereits erläutert, dem Verhältnis von Kurzsehlussspannung zu Kurzsehlussstrom, also der Impedanz proportional ist.
Die zeitliche Veränderung der Netzgrössen kann statt im Stromkreise auch im Spannungskreise vorgenommen werden. Fig. 8 zeigt ein Beispiel einer derartigen Schaltung. Parallel zum Kondensator 19 ist ein Widerstand 22 und ein Widerstand 21 geschaltet, die durch den Kontakthebel 29 abwechselnd an den Kondensator 19 geschaltet werden können. Im Kurzschlussfall nimmt der Kondensator 19 augenblicklich eine der Kurzschlussspannung entsprechende Ladung an, sodann wird beispielsweise durch das Ansprechrelais der Kontakthebel 29 in die punktiert gezeichnete Lage umgelegt. Der Strom i durch den Widerstand 21 verläuft dann nach der Gleichung :
EMI4.5
Die Spannung am Gitter der Röhre 3 wird Null, wenn der Spannungsabfall i.
R am Widerstand 21 de Spannungsabfall Uu am Kondensator 9 entgegengesetzt gleich geworden ist, also
EMI4.6
Daraus folgt :
EMI4.7
<Desc/Clms Page number 5>
Die Auslösecharakteristik dieses Relais hat also den in Fig. 8 dargestellten Charakter, der bei manchen Arten von Kraftleitungen Vorteile bietet.
Ein Reaktanzrelais ist in der Fig. 9 dargestellt. Der Transformator 1 besitzt zwei Sekundärwicklungen l'und l", deren jede über einen Gleichrichter 8'bzw. 8"einen Kondensator 9'bzw. 9" auflädt.
Der Transformator 11 arbeitet auf einem Resonanzkreis, bestehend aus dem Kondensator 29, der Drosselspule 28 und dem Widerstand 25, Die geometrische Summe der Wechselspannungen an der Sekundärwicklung T des Transformators- ? und an der Drosselspule 28 wird im Gleichrichter 18 gleichgerichtet, der Kondensator 19 nimmt also eine dieser geometrischen Summe entsprechende Gleichspannung an.
Im Gitterkreis der Röhre 3 liegen demnach in Serie die Kondensatoren 19, 9'und 9".
Die Wirkungsweise der Schaltung soll am Vektordiagramm (Fig. 9 a) erläutert werden. J und U bedeuten die dem Strom bzw. der Spannung der Leitung proportionalen Sekundärspannungen der Transformatoren 1 und 11, also die Spannungen an der Sekundärwicklung 1'bzw. 1"des Transformators 11.
Der zwischen diesen Spannungen bestehende Phasenwinkel T entspricht dem Phasenwinkel zwischen Kurzschlussstrom und Kurzschlussspannung. Die dem Strom J proportionale Spannung'ist in Reihe geschaltet mit dem Spannungsabfall U längs der Drosselspule 28, der seinerseits um 900 gegen die Spannung U phasenverschoben ist. Der Kondensator 19 wird über den Gleichrichter 18 auf eine der geometrischen Summe, also dem Vektor V proportionale Gleichspannung, aufgeladen (Strecke Pli Pa in Fig. 9 a). Dieser Gleichspannung ist diejenige des Kondensators 9'entgegengeschaltet, die dem Strom J in der zu schützenden Leitung proportional ist, so dass als Resultierende dieser beiden Kondensatorspannungen die Differenz wirksam ist (Strecke Pu, fa in Fig. 9 a).
Diese Differenz ist, wie aus der Figur ersichtlich, ungefähr U eos (tp-90 ) = U sin (p.
(p wird in den praktisch vorkommenden Fällen so klein bleiben, dass diese Näherung zulässig ist. Wegen des Widerstandes 5 im Gleichrichterkreis steigt die Spannung am Kondensator 9"proportional mit der Zeit an. Wenn diese Spannung der Differenzspannung der Kondensatoren 19 und 9'gleich geworden ist, setzt die Entladung ein, und die Spule 5 wird erregt.
In Fig. 9 b ist der zeitliche Verlauf der Gitterspannungen dargestellt. Der Punkt, bei dem die Entladung einsetzt, sei mit a = 0 bezeichnet. Positive Spannungen sind nach oben, negative nach unten aufgetragen. Uj'ist die proportional der Zeit ansteigende positive Spannung am Kondensator 9", py, die ebenfalls positive Spannung am Kondensator 19. Auf das Gitter der Röhre 3 wirkt die Resultierende aus diesen drei Gleichspannungen. Diese Resultierende vermindert sich, während die Spannung Uj' ansteigt ; ist sie Null geworden, so setzt die Entladung ein.
Eine ähnliche Betrachtung, wie sie bei der Beschreibung des Impedanzzeitrelais durchgeführt
EMI5.1
EMI5.2
weise in Kabelnetzen mit geringer Reaktanz verwendet, während reaktanzabhängige Relais in Leitungen mit starker Induktivität, also beispielsweise in Freileitungen, verwendet werden.
In den Fig. 10-12 sind einige besonders zweckmässige Ausbildungen von Teilen der beschriebenen Schaltanordnung dargestellt.
Bei den Ausführungsformen, bei denen das Verhältnis zweier Netzgrössen für das Ansprechen massgebend ist, muss die Kennlinie der Entladungsröhre 3 durch eine Gittervorspannung derart korrigiert werden, dass das Einsetzen der Entladung genau dann stattfindet, wenn die Differenz der im Gitterkreis wirksamen Kondensatorspannungen gerade Null geworden ist. In Fig. 10 a bedeutet die Kurve b die Kennlinie einer Röhre, bei welcher die Entladung erst bei positiver Gitterspannung einsetzt. Eine dieser Kennlinie angepasste Schaltung zeigt Fig. 10 b. Der Kondensator 9 ist im Gegensatz zu früheren Figuren nicht an den Glühdraht der Röhre 3 angeschlossen, sondern an einen passend gewählten Punkt des Widerstandes, der zwischen dem Pluspol und dem positiven Glühdrahtende liegt. Eine Kennlinie nach Kurve e in Fig. 10 a wird durch eine Schaltung entsprechend Fig. 10 c korrigiert.
Der Kondensator 9 ist an einen passend gewählten Punkt eines Widerstandes, der zwischen dem Minuspol und dem negativen Glühdrahtende liegt, angeschlossen.
EMI5.3
Gleichspannungsquelle, sondern an einen Punkt des Widerstandes, der zwischen dem Pluspol und dem positiven Glühdrahtende liegt, angeschlossen. Durch diese Anordnung werden Spannungsschwanlungen der Gleichspannungsquelle in ihrer Wirkung auf die Röhre 3 ausgeglichen, da sieh die Anodenspannung und die Gittervorspannung in gleichem Masse ändern.
Die Unveränderlichkeit der Röhrencharakteristik ist gerade bei Distanzrelais von besonderer Wichtigkeit, da stets mehrere Relais längs derselben zu schützenden Leitung angeordnet sind und die Eigenschaften der einzelnen Relais möglichst unveränderlich
<Desc/Clms Page number 6>
sein müssen, um im Störungsfalle das Ansprechen in richtiger Reihenfolge zu gewährleisten. Die Anforde- rungen an die Konstanz der Auslösecharakteristik sind ausserdem deshalb besonders gross, da es häufig vorkommt, dass der Widerstand des abzuschaltenden Lichtbogens gross gegenüber dem Widerstand des zwischen zwei Relaisstationen liegenden Leitungsstückes ist. Die Auslösezeiten zweier im Zuge der
Leitung aufeinanderfolgender Relais sind dann ohnehin sehr wenig voneinander verschieden.
Ist die
Auslösecharakteristik des einen Relais jedoch fälschlich etwas verändert, so kann es vorkommen, dass das der Kurzschlussstelle zunächst liegende Relais nicht auslöst, wohl aber ein ferner liegendes, also die selektive Sehutzwirkung, nicht eintritt.
Die Auslösecharakteristik der beschriebenen Relais ist, wenigstens solange im linearen Teil der
Spannungskurve des Kondensators 9 gearbeitet wird, geradlinig. In manchen Fällen sind jedoch gewisse
Abweichungen von dieser Geradlinigkeit erwünscht, wie bereits bei Fig. 6 und 8 erwähnt. Diesen Forderungen kann zweckmässig dadurch entsprochen werden, dass die Transformatoren 1 und 11 eine Ein- schnürung im Eisenweg (Seriensättigung) bzw. einen magnetischen Nebenschluss zur Sekundärwicklung (Parallelsättigung) erhalten. In den Fig. 11 a-11 cl ist diese Ausführung der Transformatoren zusammen mit den sich daraus ergebenden Formen der Auslösecharakteristik gezeigt. Ähnliche Wirkungen können auch durch spannungsabhängige Widerstände (z. B. Widerstand 25) erreicht werden.
Die Ansprechrelais können zweckmässig dazu herangezogen werden, um das Zeitrelais im Ruhezustand vor Störungen durch Kriechströme u. dgl. zu bewahren. Einige derartige Einrichtungen zeigt die Fig. 12. Die Kondensatoren 9 und 19 werden im Ruhezustand des Zeitrelais von Ruhekontakten 31 und 32 des Ansprechrelais überbrückt, das Gitter der Entladungsröhre 3 erhält im Ruhezustand ein negatives Potential (Sperrpotential) gegenüber dem Glühdraht durch den Ruhekontakt 33 des Ansprechrelais. Der Anodenkreis der Röhre 3 wird im Ruhezustand durch den Arbeitskontakt 34 des Primärrelais geöffnet.
Steht in der Relaisstation keine Gleichspannung zur Verfügung, so kann die Röhre 3 auch durch ein polarisiertes Relais und einen weiteren Gleichrichter ersetzt werden. Die entsprechende Schaltung zeigt Fig. 13 am Beispiel des Impedanzzeitrelais. Die Spannung am Kondensator 9 und am Kondensator 19 verläuft, wie bei Fig. 5 beschrieben. Ist die Spannung am Kondensator 19 höher als diejenige am Kondensator 9, so sperrt der Gleichrichter 35 den Stromdurchfluss durch das Relais 36. Ist dagegen die Spannung am Kondensator 9 höher, so wird Relais 36 erregt und schliesst den Stromkreis der Auslösespule 5. Zweckmässig werden für diesen Fall besonders empfindliche Relais, z.
B. polarisierte Relais, nach dem Drehspulprinzip verwendet, um den Stromwandler nicht zu stark zu belasten bzw. nicht mit zu grossen Kondensatoren 9 und 19 arbeiten zu müssen.
Um das Zeitrelais, hauptsächlich seine Trockengleichrichter und Kondensatoren auch gegen starke Temperaturschwankungen unempfindlich zu machen, ist die Verwendung von temperaturabhängigen Korrektionswiderständen zweckmässig. Das Relais wird dadurch insbesondere geeignet für unbediente Unterstationen oder Freiluftstationen.
Zur Beseitigung des Einflusses von Spannungsschwankungen der Anodenspannung können ferner auch mit Vorteil spannungsabhängige Vorwiderstände im Heizkreis der Röhre verwendet werden.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Schaltung für Relais, die von zwei dem Steuerkreis eines Gleichrichterrelais zugeführten Netzgrössen abhängig sind, dadurch gekennzeichnet, dass von diesen Netzgrössen mindestens die eine über einen Gleichrichter in den Steuerkreis eingefügt ist, während die andere unmittelbar oder über einen zweiten Gleichrichter in den Steuerkreis eingefügt ist.