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Verfahren zur Versorgung geschlossener Räume mit gereinigter Luft.
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Ein Vorgehen gemäss der Erfindung gestattet nun, eine ebenso einfache wie sichere, praktisch in jeder Baulichkeit durchführbare und jederzeit betriebsbereite Schutzmöglichkeit bzw. Anordnung zur Versorgung von Menschen und Tieren mit gereinigter Luft in geschlossenen Räumen zu schaffen.
Das Verfahren zur Versorgung geschlossener Räume mit gereinigter Luft durch mit der Aussenatmosphäre in Verbindung stehende, in den Räumen oder deren Wandungen angeordnete Reinigungsfilter besteht gemäss der Erfindung dann, dass durch diese mit Hilfe von an sie im Bedarfsfalle anschliessbaren, für Haus- haltszwecke üblichen Gebläsen, z. B. Staubsaugern, Föhnapparaten u. dgl., Aussenluft in die Räume gesaugt bzw. gedrückt wird.
Es ist offensichtlich, dass ein derartiges Vorgehen praktisch überall leicht und ohne grosse Kosten durchführbar ist und sich durch jederzeitige Betriebsbereitschaft und Betriebsfähigkeit auszeichnet, also den vorerwähnten stationären Bewetterungsanlagen gegenüber ganz erhebliche Vorteile und vor allem eine tatsächlich für die Gesamtbevölkerung realisierbare Schutzmöglichkeit bietet. Ein Gerät, das im regelmässigen Hausgebrauch seine beständige Betriebsfähigkeit beweisen muss und daher zwangs- läufig dauernde Pflege und Überwachung erfährt, bietet eine ganz andere Gewähr gegen etwaiges Ver- sagen wie ein ausschliesslich im Ausnahmefall in Gang zu setzender und wohl meist an einem seiner Kon- servierung wenig zuträglichen Standort befindlicher Spezialapparat.
Weitere wesentliche Sicherheitsfaktoren schliesst das Verfahren gemäss der Erfindung auch insofern ein, als die Einspeisung der für die jeweils vorhandenen Rauminsassen erforderlichen Luftmengen und die elastische Bedarfsregelung besser gewährleistet sind als bei einem einheitlichen ortsfesten Gerät.
Ein Staubsauger normaler Grösse liefert z. B. je Minute etwa einen halben Kubikmeter Luft, also bei einem maximalen Luftbedarf des Menschen von 20 bis 30 Litern je Minute ein für die normale Personenzahl eines Haushalts weit mehr als ausreichendes Quantum. Der Kraftbedarf eines normalen Staubsaugers beträgt etwa 100-150 Watt, was der Dauerleistung eines Erwachsenen entspricht und daher auch durch
Handbetrieb ununterbrochen gedeckt werden kann.
Ein Zufluchtsraum für die gesamte Bewohnerschaft eines Miethauses kann demnach stets reichlich belüftet werden, wenn die Mietparteien unter Mitnahme und
Betätigung ihrer zweckmässig gleichzeitig auch mit einem Handantrieb ausgestatteten Staubsauger od. dgl. in ihn flüchten. In dem Raum selbst braucht dabei ausser den selbstverständlichen Vorkehrungen gegen Splitterwirkung der Gasbomben und gegen das Eindringen von Giftgas durch grobe Undichtig- keiten nichts anders vorbereitet zu sein, als Steckdosen für die Stromzuleitungen und Rohrstutzen, die gegebenenfalls in gemeinsame, mit der Aussenluft kommunizierende Kanäle oder Schächte münden, an welche die Reinigungsfilter angeschlossen sind, an die ihrerseits wieder die Ansaugschläuche oder
Saugstutzen der Staubsauger od. dgl. angeschlossen werden können.
Je nach der Zahl der Rauminsassen können dabei ein oder mehrere Vorrichtungen zeitweilig oder dauernd in Betrieb bzw. in Reserve gehalten werden, womit eine auf anderem Wege schlechthin unerreich- bare Anpassungsfähigkeit bezüglich des zugeführten Luftvolumens erzielt wird. Es entfällt auch im
Gegensatz zu den bisher vorgeschlagenen Schutzmassnahmen die Notwendigkeit, eine grosse Menschen- menge auf engem Raum zusammenzudrängen, man kann vielmehr eine der Zahl der verfügbaren Saug- vorrichtungen entsprechende Zahl von Zufluchtsräumen, die nicht unbedingt im Keller zu liegen brauchen, in Bereitschaft setzen und mit Atemluft versorgen.
In welcher Weise die in dem Raume vorzusehende Zapfstelle mit der Aussenluft in Verbindung steht, ist von untergeordneter Bedeutung. Man kann also ein unmittelbar in die Aussenwand des Gebäudes mündendes, zur Fernhaltung von Splittern zweckmässig in Bogen oder Winkeln geführtes Rohr od. dgl. vorsehen, kann aber auch die einzuführende Luft, um sie besser zu temperieren, aus dem Innern des
Gebäudes in geeigneter Weise ansaugen, wobei man überdies im allgemeinen mit einem geringeren Gift- stoffgehalt wird rechnen dürfen.
Da ein längerer Aufenthalt in einem dicht belegten Raume wegen der menschlichen Ausdünstungen unter Umständen unzuträglich wird, kann es sich auch empfehlen, neben der Zuführung gereinigter Aussen- luft durch Vermittlung von entsprechenden Zweigleitungen Raumluft anzusaugen und zu reinigen und dann wieder in die geschlossenen Räume zurückzuführen. Man kann so einen mehr oder minder grossen
Teil der Raumluft im Kreise zirkulieren lassen und durch die damit verbundene Abgabe der lästigen
Beimengungen an das Filter deren Menge in erträglichen Grenzen halten.
Die Pressung der von z. B. Staubsaugern ausgestossenen Luft genügt durchaus, um in dem Raum einen Überdruck aufrechtzuerhalten, der das Eindringen unfiltrierter Luft durch die meist unvermeid- lichen Undichtigkeiten des Mauerwerks, der Türen, Fenster u. dgl. verhindert.
Als Reinigungsfilter können im Rahmen des vorliegenden Verfahrens alle derartigen Vorrichtungen bekannter Art, wie z. B. Filterdosen, Filterbeutel, Gaswaschflaschen u. dgl. m., verwendet werden.
Sie können dabei entweder fest mit den nach aussen führenden Wandungsöffnungen verbunden bzw. eingebaut oder auch derart eingerichtet sein, dass sie durch entsprechende Anschlussstutzen, z. B. jeweils erst im Bedarfsfalle, mit diesen verbunden werden können. Im ersteren Falle empfiehlt es sich, für den I Nichtgebrauch Abdichtungsverschlüsse vorzusehen, um eine möglichste Konservierung der Reinigungs- massen sicherzustellen. In letzterem Falle kann man solches in gleicher Weise durch Aufbewahren der
Filterdosen od. dgl. in dicht verschlossenen Behältern erreichen. Beides lässt sich auch vereinigen, derart,
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dass stationäre Filtervorrichtungen vorgesehen werden, die erst im Bedarfsfalle mit den bis dahin verschlossen aufbewahrten Reinigungsmassen, z. B. Filterpatronen, gefüllt werden.
Als solche Reinigungsmassen lassen sich alle bekannten festen bzw. körnigen oder flüssigen Adsorptions-oder Absorptionsmittel verwenden, die zu Erzielung spezifischer Wirkungen auch noch mit geeigneten Substanzen getränkt oder gemischt werden können. Um die Wirksamkeit der Filter gegen nebelförmige Giftstoffe u. dgl. zu verstärken, kann man sie auch noch durch Schichten oder Polster aus Faser-oder Textilmaterialien ergänzen, die bei genügender Luftdurchlässigkeit infolge ihrer Engporigkeit eine Zurückhaltung der Nebelteilchen u. dgl. bewirken. Ebenso kann man zu dem gleichen Zweck auch aus derartigen Materialien gefertigte Säcke zur Unterbringung der festen Gasreinigungsmittel verwenden.
Beispiel :
An den Anschlussstutzen einer nach aussen führenden Wandungsöffnung eines allseitig geschlossenen, sonst nur mit einer kleinen Abzugsöffnung versehenen Versuchsraumes von 10 cm3 Inhalt wurde ein Filterrohr angeschlossen, das mit 12 kg in Tüllbeutel eingenähter Aktivkohle von im Mittel 4 mm Korngrösse beschickt war. An das freie Ende dieses Filterrohres wurde dann ein Protosstaubsauger grossen Typs der Siemens-Schuckert-Werke A. G. mit einer stündlichen Luftfördermenge von 40 m3 bei einer Pressung von 400 mm Wassersäule, der mit einem von Hand zu betätigenden Übersetzungsgetriebe ausgerüstet war, angeschlossen.
Mit Hilfe desselben wurde hierauf Aussenluft angesaugt, in die mittels einer aus Gaswaschflaschen bestehenden Sättigungsapparatur dauernd 10 mg Tetrachlorkohlenstoff pro Liter bzw. 5 mg Chlorpikrin pro Liter in Dampfform eingespeist wurden. Bei voller Gebläseleitung war innerhalb des Versuchsraumes Tetrachlorkohlenstoff erst nach 6 Stunden, Chlorpikrin erst nach 24 Stunden in Spuren nachzuweisen. Während dieser Zeit beobachteten die in dem Versuchsraum untergebrachten 10 Personen, die während mehrerer Stunden das Gebläse nach Abschaltung des Stromes von Hand betrieben, keinerlei Beeinträchtigung ihres körperlichen Befindens.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Versorgung geschlossener Räume mit gereinigter Luft durch mit der Aussenatmosphäre in Verbindung stehende, in den Räumen oder deren Wandungen angeordneten Reinigungsfilter, dadurch gekennzeichnet, dass durch diese mit Hilfe von an sie im Bedarfsfalle mittels entsprechender Anschlussstutzen anschliessbaren, für Haushaltungszweeke üblichen Gebläsen, z. B. Staubsaugern, Aussenluft in die Räume gesaugt bzw. gedrückt wird.