AT134620B - Verfahren zur Herstellung von gefüllten und gehärteten Kunstharzmassen. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von gefüllten und gehärteten Kunstharzmassen.Info
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Description
<Desc/Clms Page number 1> EMI1.1 Die technische Herstellung gefüllter und gehärteter Kunstharzmassen geschah bisher ausschliesslich mit Hilfe von Pressen, vorwiegend in Heisspressen, aber auch in Autoklaven oder Trockenofen. Bei dieser Erzeugungsweise ist man naturgemäss an die Grösse der Pressen bzw. Autoklaven oder Öfen sowie auch an den Ort gebunden. Im folgenden wird nun ein Härteverfahren beschrieben, welches gestattet, unabhängig von der Presse, Autoklav oder Ofen Kunstharzgegenstände in jeder Grösse und an jedem Ort mittels Widerstandsdrähten, die elektrisch geheizt werden, zu erzeugen. Die Verwendung von elektrischem Strom bei der Erzeugung von Kunstharzprodukten ist bereits in der schweizerischen Patentschrift 125012 erwähnt, u. zw. wirdhier mit Hilfe desselben das Kondensations- produkt gereinigt. In der amerikanischen Patentschrift 1473347 wird die Erzeugung des Zwischenproduktes, also des ungehärteten Harzes, unter Anwendung des elektrischen Stromes beschrieben, ähnlich geschieht die Erzeugung des Harzes in der britischen Patentschrift Nr. 130608. Bei allen diesen Patenten besteht die Anwendung des elektrischen Stromes darin, dass man zwischen zwei Elektroden mit Hilfe des elektrischen Gleichstromes die Mischung von Phenol und Formaldehyd unter Anwendung eines Kontaktmittels zur Reaktion bringt. Im vorliegenden Verfahren werden jedoch keine Elektroden verwendet, sondern Widerstandsdrähte, welche durch elektrischen Strom, gleichviel ob Dreh-, Wechsel-oder Gleichstrom, erhitzt werden, wodurch dann die Mischung von Phenolformaldehyd bzw. des Zwischenproduktes in den Endzustand übergeführt wird. Zu diesem Zwecke wird flüssiges Kunstharz, welches mit saurem oder alkalischem Kontaktmittel hergestellt ist oder nach einem sonst üblichen bekannten Verfahren, mit Asbest, Holz, Baumwolle, Papier oder sonstigen verwendbaren Fiillstoffen gemischt. Diese Mischung wird dann in Formen gestampft oder gegossen, so wie es beim Betonieren mit Zement üblich ist, wobei man einen Widerstandsdraht oder Band aus Nickelin, Konstantan, Eisen od. dgl. mit einbettet. Es ist natürlich nicht unbedingt nötig, dass die Drähte in die Kunstharzmasse eingebettet werden, sie können auch so auf die Gegenstände angebracht werden, dass sie nach der Härtung wieder entfernt werden können. Die Entfernung bzw. Windungen der Drähte untereinander kann zwischen 2-100 mm, eventuell auch noch mehr betragen, je nach Stärke des verwendeten Widerstandsmaterials und auch des verwendeten Kunstharzes. Will man z. B. einen Kasten oder ein Rohr erzeugen, so verfährt man folgendermassen : man stellt EMI1.2 harzmischung, dann umwickelt man das Ganze mit einem Widerstandsdraht in Abständen von beispielsweise 10 mm. Hierauf gibt man wiederum eine Lage von gefüllter Kunstharzmischung. Damit nun das Ganze einen Halt hat, umgibt man die äussere Schicht mit Holz oder auch mit Leinen oder Papier, damit die Kunstharzmisehung sich nicht verschieben kann. Nun schliesst man die Enden der Widerstandsdrähte an die elektrische Leitung an und reguliert den Strom so, dass die Drähte auf 50-80'erhitzt werden. Nach etwa 12-24 Stunden, je nach Temperatur der Drähte, wird die Masse fest. Bei Verwendung von sauren Harzen ist die Erhärtung meist schneller als bei alkalischen Harzen. Ist die Masse hart, so kann man die Umhüllung bzw. die Form entfernen. Der Gegenstand ist dann fertig, doch ist es ratsam, den Gegenstand auch ohne Form noch einige Zeit mit Hilfe der Widerstandsdrähte weiter zu erhitzen, um alle Spuren von Wasser zu entfernen. <Desc/Clms Page number 2> EMI2.1 diesem Verfahren Rohre. Platten, Blöcke von beliebiger Grösse herzustellen. Man kann ohne weiteres das Verfahren auch dazu benutzen, nahtlose Dachbedeekungen, Strassen-und Fussbodenbeläge, Wände u. dgl. herzustellen, wobei ausserdem noch der Vorteil vorhanden ist, dass man durch die eingeschlossenen Widerstandsdrähte jederzeit mit Hilfe des elektrischen Stromes die Gegenstände bzw. Wände und Beläge erhitzen kann, denn bekanntlich ist ja gehärtetes Kunstharz, insbesondere wenn es mit Asbest vermengt ist, unbrennbar und kann, ohne seine Festigkeit zu verlieren, auf 200-2500 erhitzt werden. Bei Verwendung von saurem Harz als Bindemittel sind die erzeugten Gegenstände ausserordentlich hart und von besserer physikalischer Eigenschaft als die mit alkalischem Harz hergestellten. Beispiel : 100 Teile Phenol oder eines seiner Homologen werden mit 200 Teilen 30% igem Form- aldehyd mit Hilfe einer Säure so kondensiert, dass die Reaktion nach zirka 2'-3 Stunden beendet ist ; man lässt dann das Gemisch noch zirka Stunde weiterkochen, destilliert im Vakuum bis 550. Das erkaltete Gemisch wird dann mit Holz, Asbest oder sonstigen üblichen Füllstoffen in einem Verhältnis gemischt, dass die Mischung immer noch plastisch ist und sieh in eine Form, wie oben angegeben, stampfen lässt. Die Weiterbehandlung geschieht wie oben beschrieben. Das Härteverfahren mit Hilfe von Widerstandsdrähten und des elektrischen Stromes hat den Vorteil, dass die Kosten der Formen, die beim Pressen notwendig sind, wegfallen. Ein weiterer Vorteil ist der, dass die Erhärtung bei diesem Verfahren von innen nach aussen erfolgt, wodurch das frei werdende Wasser nach aussen treten kann und daher niemals zu Rissbildungen der fertigen Gegenstände führen kann, wie es bei grossen Stücken aus gepresstem Material vorkommen kann. Eine weitere Anwendungsmöglichkeit des Verfahrens besteht darin, dass man ein Gemisch von Phenol und Formaldehyd in äquimolekularem Verhältnis, ein saures oder basisches Kontaktmittel und einem Füllstoff herstellt und diese Mischung in gleicher Weise wie oben beschrieben mit Hilfe von Wider- standsdrähten und des elektrischen Stromes härtet. PATENT-ANSPRÜCHE : 1. Verfahren zur Herstellung von gefüllten und gehärteten Kunstharzmassen, dadurch gekenn- zeichnet, dass man die aus ungehärteter Kunstharzmischung hergestellten Platten, Blöcke, Röhren oder sonstige Gegenstände mit Widerstandsdrähten durchzieht.
Claims (1)
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennziehnet, dass man mit Hilfe von elektrischem Strom die Drähte erwärmt und dadurch die Masse härtet.3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass man saures Harz, welches mit mehr als l Mol Formaldehyd auf l Mol Phenol erzeugt wird, als Bindemittel verwendet.4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass man alkalisches Harz als Bindemittel verwendet.5. Verfahren, dadurch gekennzeichnet, dass man äquimolekulare Mengen von Formaldehyd und Phenol mit einem Kontaktmittel und gleichzeitig mit einem Füllstoff miseht und nach den Ansprüchen 1 und 2 härtet.
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