<Desc/Clms Page number 1>
Röhrpnpriifgerät.
Vorliegende Erfindung betrifft eine Schaltungsanordnung zum Prüfen von Elektronenröhren, welche ohne Verwendung von Messinstrumenten eine Kontrolle auf richtige Funktion derselben, auf Elektrodenschluss im Inneren des Rohres sowie eine Isolationsprüfung ermöglicht.
Man hat zwar schon vorgeschlagen, Glimmlampen zur Prüfung von Elektronenröhren mit Wechselstrom, der einem Netztransformator entnommen wird, zu benutzen, hat jedoch dabei stets nur einen einzigen Betriebszustand des Rohres erfasst. Gemäss vorliegender Erfindung ist ein Umschalter vor-
EMI1.1
Die Schaltungsanordnung besteht entsprechend Fig. 1 aus einem Netztransformator 1, welcher primärseitig umschaltbar für verschiedene Netzspannungen eingerichtet sein kann. Die Sekundärseite weist zwei Wicklungen auf, von welchen eine als Anodenspannungsquelle für das zu prüfende Rohr dient, während die zweite Wicklung die Heizspannung für das zu prüfende Rohr abgibt.
Ziffer 2 stellt dieses Rohr, 3 einen Schalter dar, mit welchem wahlweise Gitter und Anode des zu prüfenden Rohres kurzgeschlossen werden oder das Gitter von der Anode abgetrennt werden kann. Diese zwei Stellungen des Schalters 3 sind in Fig. 1 durch die Buchstaben a (Gitter und Anode kurzgeschlossen) und b (Gitter von Anode getrennt) bezeichnet. Ziffer 4 stellt eine Glimmlampe dar, welche zweckmässig zwei Elektroden enthält, die durch verschiedene Form oder Grösse leicht unterscheidbar sind. Als solche Glimmlampen haben sich beispielsweise die im Handel befindlichen mit einer kreisplattenförmigen Elektrode und einer diese umgebende Ringelektrode bewährt.
Im folgenden sollen die Elektroden deshalb kurz als "Platte" und "Ring" bezeichnet werden, wobei vorausgesetzt wird, dass die einmal festgelegte Anordnung der Polanschlüsse der Glimmlampe 4 in den Anodenkreis der Schaltungsanordnung bei allen folgenden Prüfbeispielen festgehalten wird.
Der Prüfvorgang ist folgender : Die zu prüfende Elektronenröhre wird in den Sockel gesteckt, nachdem das Prüfgerät an die entsprechende Netzspannung geschaltet wurde.
I. Wenn die zu prüfende Elektronenröhre in Ordnung ist, wird sie in Sehalterstellung < : als Halb- weggleichrichter wirken, da Gitter und Anode kurzgeschlossen sind, und wird einen Gleichstrom liefern, welcher nur die eine der Elektroden der Glimmlampe 4, u. zw. z. B. die "Platte" zum hellen Aufleuchten bringt. In Stellung b wird das Gitter von der Anode abgetrennt, die auftreffenden Elektronen können daher nicht abfliessen, wodurch eine negative Ladung auf dem Gitter entsteht. Dadurch wird der Elektronenstrom je nach der Grösse des Durchgriffes mehr oder weniger gebremst. Der im Verhältnis zur Schalterstellung a merklich schwächere.
Elektronenstrom erregt die "Platte" der Glimmlampe nur zu
EMI1.2
Wenn das zu prüfende Rohr defekt ist, so ergibt sich ein abweichendes Verhalten. Insbesondere lassen sich folgende Fehler des zu prüfenden Rohres rasch erkennen : II. Bei Glühfadenbrueh lässt das Rohr in keiner Richtung Strom hindurch. Es bleiben infolgedessen sowohl in Stellung a als b beide Elektroden der Glimmlampe 4 dunkel ; das gleiche Verhalten zeigt ein Rohr, dessen Kathode zwar nicht unterbrochen, aber desaktiviert (emissionslos) ist.
III. Ein Schluss zwischen Gitter und Glühfaden wird bewirken, dass in Schaltstellung a sowohl die "Platte" als auch der "Ring" der Glimmlampe 4 hell aufleuchten werden, da in diesem Falle das zu prüfende Rohr als Kurzschluss für beide Stromrichtungen wirkt. In Schaltstellung b wird nur die
<Desc/Clms Page number 2>
"Platte"leuchten, u. zw. etwas stärker als im Fall Ib, da durch den Schluss zwischen Gitter und Glühfaden die negative Aufladung verhindert wird.
IV. Bei einem Schluss zwischen Glühfaden und Anode wird das zu prüfende Rohr in beiden Schaltstellungen als Kurzschluss für beide Stromrichtungen wirken. "Platte" und "Ring" der Glimmlampe 4 werden daher in beiden Schaltstellungen hell aufleuchten.
V. Ein Schluss zwischen Gitter und Anode hat die Folge, dass die Leuehterseheinung der "Platte" sowohl in Schalterstellung a als b die gleiche ist. Wenn in diesem Fall kein weiterer Fehler des Rohres
EMI2.1
prüfung zu. Ist der Isolationswiderstand zwischen Gitter und Heizung kleiner als zirka O'l Megohm, so nähert man sich theoretisch einem Schluss zwischen Gitter und Glühfaden. Dies bewirkt, dass in Schalterstellung a, wobei Gitter und Anode verbunden sind, ausser der einen Wechselstromhalbwelle, welche durch die Gleichriehterwirkung der Röhre durchgelassen wird, auch ein geringer Anteil der zweiten Halbwelle über den Isolationsfehler fliessen kann.
Es wird daher in Abweichung von der Leuchterscheinung, wie im Falle la, sich auch ein schwaches Mitglimmen des "Ringes" bemerkbar machen, In Schalter-
EMI2.2
aufladung eintritt, als wenn das Gitter isoliert ist.
VII. Ist der Isolationswiderstand zwischen Anode und Heizung des zu prüfenden Rohres geringer als zirka 0'1 Megohm, so nähert man sich einem Schluss zwischen Glühfaden und Anode. In Schalter- stellung a wirdj die"Platte"hell leuchten wie sub Ia. Der"Ring"wird jedoch je nach Grösse des Isolations- widerstandes schwach mitalimmen. Diese Leuchterscheinunsr des "Ring"es" ist auch in Sehalterstellun b bemerkbar und ist durch das Durchfliessen eines geringen Teiles der zweiten Wechselstromhalbwelle über den Isolationsfehler erklärt. Die "Platte" wird in dieser Sehalterstellung wie sub Ib schwach aufleuchten.
Die erfindungsgemässe Sehaltungsanordnung beschränkt sich nicht allein auf die hier angeführten Prüfbeispiele. Sie lässt unter anderem auch die Prüfung von Gleichrichterröhren, indirekt geheizten Röhren und Mehrgitterröhren zu. Bei Prüfung von Mehrgitterröhren durch die vorliegende Sehaltungsanordnung hat sich die Verwendung von mehreren Glimmlampen, die in den Anoden-und in die Gitterkreise geschaltet werden können, als zweckmässig erwiesen. Die Glimmlampen in den Gitterkreisen gestatten unter anderem eine Kontrolle des aus dem Verhalten der Anodenglimmlampe erschlossene Befundes. Aber auch andere Fehler, die durch die Anodenglimmlampe allein nicht erfasst werden, zeigen sich, so z. B. ein Schluss zwischen zwei Gittern einer Mehrgitterlampe.
Zu diesem Zweck wird ein weiterer Schalter vorgesehen, der die wahlweise Trennung und Verbindung der beiden Gitter bewirkt. Haben die Gitter einen Schluss, so ändert sich bei Betätigung des Schalters nichts an der Glimmerscheinung.
Besteht jedoch kein Schluss, so verändert sich bei Betätigung des Schalters die Leuehtintensität der
EMI2.3
andern Gitters.
Zur Prüfung von indirekt geheizten Röhren ist ein Anschluss für indirekt geheizte Kathoden
EMI2.4
indirekt geheizte Kathode, welcher mit den Heizanschlüssen leitend verbunden ist.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Prüfgerät für Elektronenröhren mit einer in den Anodenkreis geschalteten Glimmlampe, dadurch gekennzeichnet, dass durch einen Schalter Anode und eines der Gitter der zu prüfenden Röhren wahlweise getrennt oder kurzgeschlossen werden können.
2. Prüfgerät für Elektronenröhren, dadurch gekennzeichnet, dass sowohl im Anodenkreis als auch in einem oder mehreren Gitterkreisen Glimmlampen eingeschaltet sind.