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Elektrische Leuchtröhre mit Gasnaehspeiseeinriehtung.
Die Erfindung bezieht sich auf solche elektrische Leuchtröhren, deren Gasfüllung, wie dies insbesondere bei unter sehr geringem Druck stehenden Füllungen aus unedlen Gasen der Fall ist, durch die Elektrodenzerstäubung und den Entladungsvorgang schnell aufgezehrt wird. Um den erforderlichen Gasdruckaufrecht zuerhalten, hat man bereits vielfach der Leuchtröhre einen Gasvorratsbehälter zugeordnet und durch ein bei unzulässigen Stromanstieg selbsttätig ansprechendes Schwimmerventil den Gasübertritt vom Vorratsbehälter zur Leuchtröhre geregelt.
Das Schwimmerventil besteht hiebei meist aus einem mit Quecksilber bedeckten Kohlekegel und mit einem in das Quecksilber eintauchenden, durch Elektromagnetwirk1 ; lng zur Hebung und Senkung kommenden Schwimmer, so dass bei Anhebung des Schwimmers die Spitze des Kohlekegels zum Durchtritt von Gas aus dem Vorratsbehälter zur Leuchtröhre freigegeben wird. Derartige Ventile sind zwar genügend zuverlässig in der Wirkung, aber sehr empfindlich, so dass sie leicht beim Transport beschädigt werden. Bekannt ist ferner auch, zwischen dem Vorratsbehälter und der Leuchtröhre eine einseitig geschlossene Hülse aus einem bei Erhitzung gasdurchlässig werdenden Stoff, wie etwa Platin oder Paladium, anzuordnen und die Erhitzung dieser Hülse von der sich mit änderndem Gasdruck auch selbsttätig ändernden Strombelastung zu machen.
Nachspeisevorrichtungen dieser Art haben jedoch für Leuchtröhren keine praktische Verwendung gefunden, da die sich bei Erhitzung der Metallhülse einstellende Porenaufschliessung Zufälligkeiten unterliegt und demgemäss keinen zuverlässigen Betrieb sicherstellt.
Den Gegenstand der Erfindung bildet eine Gasnaehlieferungseinriehtung, die zuverlässiger in der Wirkungsweise und dennoch sehr einfach ist, so dass sie unmittelbar an der Leuchtröhre angebaut
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ist erfindungsgemäss ein die Verbindung zwischen dem Gasvorratsbehälter und der Leuchtröhre herstellendes Kapillarrohr durch einen festen Ventilkörper abgeschlossen, der von einem bei Strom-oder Spannungsänderungen der Röhre selbsttätig zur Krümmung kommenden Bimetallstreifen getragen wird. Hat der Füllgasdruck die richtige Höhe, so dichtet der Ventilkörper das Verbindungskapillarrohr ab.
Sobald sich jedoch durch Sinken des Füllgasdmckes die elektrischen Verhältnisse der Röhre ändern, wird der als Träger für den Ventilkörper benutzte Bimetallstreifen durch elektrische Einwirkung, etwa Heizdrahtwicklung oder auch Stromdurchflüsse, gekrümmt, wobei sieh dann der Ventilkörper von dem Kapillarrohr abhebt und den Gasdurchtritt zum Leuehtrohrinnern gestattet. Sobald der Füllgasdruck wieder die normale Höhe erreicht hat, hört die elektrische Erhitzung oder auch die verstärkte elektrische Erhitzung des Bimetallstreifens auf. Dieser kehrt dann wieder in seine Normallage zurück, wobei der Ventilkörper dann das Kapillarrohr wieder von neuem abschliesst.
Auf der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäss ausgebildeten elektrischen Leuchtröhre mit angebauter Gasnachspeiseeinrichtung in Fig. 1 in Ansicht dargestellt. Die Fig. 2 zeigt die Gasnachspeiseeinrichtung in grösserem Massstabe in Seitenansicht, zum Teil im Schnitt. Die Fig. 3 ist eine Oberansicht zur Fig. 2.
An die Leuchtröhre a ist das Gasvorratsgefäss bunter Zwischenschaltung des Rohres c gasdicht angeschlossen. In dem Rohr c ist ein Kapillarrohr d eingeschmolzen, vor dessen Mündung ein platten-
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einem seitlichen Ansatz g des Rohres c untergebracht ist. Der Ventilkörper e besteht zweckmässig aus einem elastischen Stoff, z. B. Gummi, paraffiniertem Leder, Kork od. dgl., und wird durch eine den Bimetallstreifen f umfassende Hülse h an letzteren festgehalten. Das im Rohransatz g festgelegte Ende des Bimetallstreifens fist von einer Heizdrahtwicldung. umschlossen, der durch zwei Zuführungsdrähte k elektrischer Strom in Abhängigkeit von den Strom-oder Spannungsschwankungen der Röhre zugeführt wird.
Die Heizdrahtwicklung i kann hiebei normalerweise ausgeschaltet sein und nur bei veränderten Stromverhältnissen der Leuchtröhre durch Stromdurchfluss erhitzt werden, um dann eine Krümmung des Bimetallstreifens f und ein Abheben des Ventilkörpers e vom Kapillarrohr d zu veranlassen. Die Heizdrahtwicklung i kann aber auch ständig mit einem nur eine geringe Erwärmung hervorrufenden Strom geringer Stärke gespeist werden, in welchem Falle dann jedoch bei veränderten Strom-oder Spannungsverhältnissen der Leuchtröhre durch stärkere Erhitzung der Heizdrahtwieklung die notwendige Krümmung des Bimetallstreifens hervorgerufen wird.
Endlich kann die Krümmung des Bimetallstreifens auch, wie an sich bekannt, statt durch Wärmestrahlung einer Heizdrahtwicklung unmittelbar durch Stromdurchfluss hervorgerufen werden.
Da sich bei der Krümmung des Bimetallstreifens f der Ventilkörper e in vollem Ausmass von dem Kapillarrohr d abhebt, so besteht unter Umständen die Gefahr einer Überspeisung der Leuchtröhre. Damit dies nicht eintritt, ist es erforderlich, zwischen dem Gasvorratsbehälter b und der Leuchtröhre a ein sehr enges Kapillarrohr d anzuordnen. Man erhält dieses erfindungsgemäss auf sehr einfache und praktische Weise dadurch, dass man vorerst in ein als Ausgangskörper benutztes Glasrohr von kleinem Innendurchmesser einen sehr dünnen, genügend hitzebeständigen Draht einschiebt, der einen wesentlich grösseren Ausdehnungskoeffizienten als das Glasrohr besitzt und dessen Durchmesser kleiner ist als der Innendurchmesser des Glasrohres.
Das Glasrohr wird dann durch Flammeneinwirkung plastisch gemacht und allseitig zum festen Anliegen an den eingeschobenen Draht gebracht. Nach Erkalten des Glasrohres und auch des Drahtes löst sich letzterer von selbst von der Innenwandung des Glasrohres ab und kann er alsdann unter Herstellung einer kapillaren Durchtrittsöffnung bequem aus dem Glasrohr herausgezogen werden.