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Zusammenleghares Fahrzeugverdeck, insbesondere für Kraftfahrzeuge.
Die Erfindung bezieht sich auf ein insbesondere für Kraftfahrzeuge bestimmtes zusammenlegbares Fahrzeugverdeck, bei dem die zum Stützen des Verdeckstoffes dienenden Spriegel durch Zugglieder, beispielsweise durch mittels Handkurbel oder motorisch angetriebene Ketten, nach vorne gezogen und nacheinander in Spannstellung gebracht werden. Das Zusammenklappen des Verdeckes erfolgt durch Drehung der Kurbel od. dgl. im umgekehrten Sinne.
Die Erfindung betrifft insbesondere Vorrichtungen zum Aufziehen und Fuhren der Spriegel, durch die erzielt wird, dass während der Betätigung eine sichere Führung ohne Klemmen der einzelnen Spriegel erfolgt, ferner dass in der Spannstellung die einzelnen miteinander gelenkig verbundenen Teile derart unter Spannung gesetzt sind, dass ein Klappern des Mechanismus verhindert und eine vollkommene Spannung des Verdeckstoffes gesichert ist.
Auf der Zeichnung ist ein nach der Erfindung hergestelltes Fahrzeugverdeck in einer beispiels-
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hinteren Spriegeln 6 und 7 verbundenen Stoff ha Itern-M sowie endlich hinten am Wagenkasten 1 befestigt.
Zur Befestigung des hinteren Verdeekstoffendes am Wagenkasten 1 dient die AbseMussleiste-M (Fig. l).
Im übrigen liegt aber der Verdeckstoff 10 lose über dem Spriegelgerippe, so dass er in jeder Richtung frei gespannt werden kann.
Die an beiden Seiten des Wagens angeordneten Spriegel 4--7 sind mit Schlitten 15 (Fig. 7 und 8), 15' (Fig. 2) und JJ" (Fig. 2 und 6) versehen, welche je zwei Laufrollen Jss tragen. Diese Rollen sind unten in Rillen 17 geführt (Fig. 7 und 8) und besitzen oben wenig Spiel gegen die Führungsschienen 3, so dass die Rollen beim Laufen je nach der Kraftrichtung immer nur entweder oben oder unten anliegen und daher unbehindert abrollen können. Neben den Laufrillen 17 sind Kettenführungsschienen 18 und 19 vor- gesehen, in denen die beiden Stränge der endlosen Kette 20 sich mit wenig Spiel bewegen können.
Die Anordnung der Ketten 20 in engen Führungen hat den Zweck, eine genaue Bewegung der mit ihnen
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zusammenarbeitenden Glieder zu gewährleisten und im Betrieb das Klappern zu verhüten. Die Rollen 21 der Ketten 20 sind hinsichtlich ihres Durchmessers etwas grösser als die Höhe der Kettenlaschen, so dass die Ketten besonders an den Stellen, an denen die Führungsschienen 3 und 18 gebogen sind, mit Hilfe der Rollen 21 laufen und nicht mit Hilfe der Laschen gleiten.
Die Ketten 20 laufen vorn über Kettenräder 22 (Fig. 9) und hinten über Kettenräder 23 (Fig. 1).
Die letztgenannten Kettenräder sind durch eine Querwelle 24 (Fig. 4) miteinander verbunden und können durch eine aufgesteckte Handkurbel 25 oder durch ein geeignetes Getriebe mit Hilfe eines von der Wagenbatterie gespeisten Elektromotors oder auch vom Wagenmotor selbst gemeinsam angetrieben werden.
Etwas vor dem vordersten Spriegel 5 sind in die in der Stellung nach den Fig. 2 und 3 oben liegenden Stränge der Ketten 20 Mitnehmer 26 (Fig. 9) eingenietet. Zur Verbesserung der Geradführung und Erhöhung der Widerstandsfähigkeit gegen einseitige Kräfte ragen die Mitnehmer 26 mit ihrem hinteren Ende 26a möglichst weit in das benachbarte Kettenglied hinein. An den Mitnehmern 26 sind Schleppstangen 27 angelenkt. Die hinteren Augen dieser Schleppstangen sind mit dem Schlitten 15'des vordersten Spriegels 5 gelenkig verbunden, so dass die Bewegung der oberen Kettenstränge auf den vorderen Spriegel 5 übertragen wird. Alle andern Spriegel sind nicht dauernd mit den Ketten verbunden und werden beim Aufspannen des Verdeckes durch die Spreizen 9 mitgezogen (vgl.
Fig. 2) bzw. beim Zurüek-
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das Vorwärtsdrehen der Kurbel 25 (Fig. l) wird hienach da s Aufspannen und durch Rückwärtsdrehen dieser Kurbel das Zurückklappen des Verdeckes herbeigeführt.
Je zwei Spreizen 9 sind mittels Zapfen 28 (Fig. 6) an den Hilfsspriegel 8 angelenkt. Ferner sind die Spreizen 9 durch Laschen 29 und gemeinsame Zapfen 30 miteinander verbunden. Die Zapfen 30 sind in Schlitzführungen 31 ! der Hinsspriegel S gerade geführt, so dass die Ebene der Hilfsspriegel 8 immer senkrecht auf der Verbindungslinie der unteren Augen 32 der Spreizen 9 steht. Ein Umkippen der nur von den Spreizen 9 getragenen Hilfsspriegel 8 ist daher in jeder Spreizenstellung verhütet. Die Hilfsspiegel 8 tragen ferner am äusseren Ende Rollen 33, mit denen sie oben auf den Führungsschienen 3 laufen, wenn sie beim Aufspannen des Verdeckes ihre tiefste Lage erreicht haben (vgl. Fig. 2).
Einige Spreizen 9, u. zw. immer zwei an der rechten bzw. linken Wagenseite einander gegenüberliegende Spreizen, sind in der Länge verstellbar. Zu diesem Zweck sind die vorgenannten Spreizen am vorderen Ende mit Gewinde 34 (Fig. 6) versehen, auf welches mit den Augen 32 gelenkig verbundene Gewindehülsen 35 aufgeschraubt sind. Nach Lösen der Befestigungsschraube am Auge 32 kann durch Drehen der Hülse 35 die Länge der Spreize verändert werden. Diese Verstellbarkeit bietet den Vorteil, dass nach Fertigstellung des Verdeckes durch entsprechende Kürzung der verstellbaren Spreizen das ganze Spreizgerippe fest angespannt werden kann bzw. die Rollen 33 sicher gegen die Führungsschiene 3 gepresst werden können. Infolgedessen ist trotz des unvermeidlichen Spieles in allen Gelenken jedes Klappern vermieden.
Die Einstellung der Hülsen 35 braucht nur einmal vorgenommen zu werden, denn die gewünschte Anspannung wird dann beim jedesmaligen Aufziehen des Verdeckes von selbst erzielt.
Zweckmässig werden je vier an einem Hilfsspriegel 8 angreifende Spreizen 9 in der beschriebenen Weise verstellbar eingerichtet und gleichmässig verstellt, damit nicht der betreffende Hilfsspriegel durch die Längenänderung nur eines Spreizenpaares eine schräge Lage erhält.
Zwischen den beiden hinteren Spriegeln 6 und 7 (Fig. 6) sind an Stelle der vorher beschriebenen Spreizen nur zwei kurze Verbindungsglieder 36 angeordnet, welche durch einen Zapfen 36a aneinander angelenkt sind und den Zweck haben, beim Aufspannen des Verdeckes den Spriegel 7 in die Spannlage zu ziehen. Beim Zurückziehen des Spriegelgerippes klappen die Verbindungsglieder 36 nach oben zusammen.
Auf den Spreizen 9 sind Stoffhalter 12 (Fig. 7) befestigt, z. B. aufgelötet. Der äussere linsenförmige Kopf 12 a dieser Stoffhalter gleitet in einer aus zwei Lederplatten 37, 38 bestehenden Tasche, welche in der Nähe des seitlichen Verdeekrandes innen am Verdeckstoff 10 festgenäht ist. Der mittlere, stangenförmige Teil des Stoffhalters 12 ist durch einen Längsschlitz 39 der Tasche 37, 38 hindurchgeführt. Auf diese Weise ist einerseits ein Gleiten des Verdeckstoffes 10 an dem Halterkopf 12a parallel zur Führungs-
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leichte Auf-und Abknöpfbarkeit des Verdeckstoffes 10 erzielt ist. Beim Aufspannen des Verdeckes werden die Stoffhalter 12 durch die Spreizen 9 nach unten bewegt.
Hiebei werden durch die linsenförmigen Köpfe 12a und ausserdem besonders auch durch die eine gewisse Steifigkeit besitzenden Ledertaschen 37, 38, die durch die Einlagen 40 versteiften Verdeckstoffränder sicher in die zwischen den Abschlussleisten 41 und den Führungsschienen 3 vorgesehenen Rillen 41 a hineingezogen.
In Fig. 6 ist ferner die Ausbildung des an jeder Wagenseite vorgesehenen Schlittens 15"des hintersten Spriegels 7 veranschaulicht. Jeder Schlitten 15"ist unten mit einer Nase 60 versehen, die in der Aufspannstellung des Spriegels gegen einen an der Führungsschiene 3 befestigten, in das Wageninnere hineinragenden Anschlag 61 wirkt, wodurch die Vorwärtsbewegung des ganzen Verdeckes beim Aufspannen begrenzt ist. Die Spriegel 6 und 7 tragen, wie in Fig. 1 angedeutet, ebenso wie die übrigen Spriegel Stoffhalter 13, die in Fig. 6 der Deutlichkeit wegen weggelassen sind.
Während die Spriegel 6 und 7 in der Aufspannstellung (vgl. Fig. 1) durch starke Komponenten der Verdeckstoffspannung gegen die Führungsschienen 3 kräftig angedrückt und infolgedessen gegen
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Klappern gesichert sind, ist bei den mittleren Spriegeln 4 die rechtwinklig zur Schiene. 3 wirkende Komponente der Verdeckstoffspannung fast gleich Null, so dass für diese Spriegel besondere Vorkehrungen zur Verhütung des Klapperns erforderlich sind. Die das Klappern der Spriegel verhindernden Vorrichtungen sind in den Fig. 7 und 8 veranschaulicht.
Auf den im Spriegelschlitten 15 festgeschraubten Zapfen 62 sind neben den Laufrollen 16 gegen das Wageninnere zu Rollen 63 von kleinerem Durchmesser als die Laufrollen 16 drehbar angeordnet.
Ferner sind in den Aufspannstellungen der Spriegel 4 oberhalb der Bahn der Rollen 6. 3 Bügel aus Federstahl an der Führungsschiene J angeordnet. Jeder Bügel 64 ist am einen Ende an der Schiene 3 festgenietet. während er an dem ändern Ende mittels eines Längsschlitzes 65 an dem Niet 65a der Schiene verschiebbar ist, so dass der Bügel eine gewisse Nachgiebigkeit besitzt. Die Bügel 64 werden mit Hilfe von Stellschrauben 66, die an der Schiene 3 angeordnet sind, so weit gespannt, dass sie die Spriegelschlitten unter Vermittlung der Rollen 63 kräftig nach unten bzw. die Laufrollen 16 kräftig gegen die Laufschiene 17 drücken. Auf diese Weise ist das Klappern der Spriegelschlitten bei aufgespanntem Verdeck sicher verhütet.
Da die Rollen 76 unten an der Laufschiene 77 anliegen und oben frei laufen, während die Rollen 6. 3 umgekehrt wirken, erfolgt das Eintreten jedes Spriegels in die Klemmstellung rollend unter gegenläufiger Drehung der Rollen 16 und 63, während eine gleitende Reibung vermieden ist. Infolgedessen ist eine Festklemmung der Spriegelschlitten unter möglichst geringem Bewegungswiderstand gewährleistet.
Die Rollen 68 und die Bügel 64 sind bei den verschiedenen Spriegeln abgestuft, d. h. die Rollen 63 sind beim vordersten Spriegel 4 mit dem geringsten Durchmesser versehen, während die Bügel 64 bei diesem Spriegel am stärksten nach unten gekröpft sind. Nach hinten nimmt der Durchmesser der Rollen 63 zu und die Kröpfungshöhe der Bügel 64 ab, so dass jedes Rollenpaar 63 nur mit dem zugehörigen Bügel 64 in der Endstellung in Berührung kommt, an den andern Bügeln aber ohne Berührung vorbeigeht.
Wie oben erwähnt ist, erfolgt die Vorwärtsbewegung des Spriegelschlittens 15', wodurch das Umlegen des Bügels 11 mit allen zugehörigen Arbeitsvorgängen herbeigeführt wird, durch eine Schleppstange 27, welche an dem in die Kette 20 eingeschalteten Mitnehmer 26 (Fig. 9) angelenkt ist. Würde nun die vorderste Stellung des Spriegels 5 und damit auch die Endstellung des Bügels 11 (Fig. 1) erreicht sein, bevor der Mitnehmer 26 bis zum Kettenrad 22 bewegt ist, so könnte durch die Spannung des Verdeckstoffes 10 der Bügel 11 wieder unter Rückwärtsbewegung der Kette 20 aus der Verriegelungsstellung herausgedrückt werden, sobald die Handkurbel 25 (Fig. 1 und 4) losgelassen wird.
Um diese unbeabsichtigte Rückwärtsbewegung des Bügels 11 zu verhindern, wird der Mitnehmer 26 um das vordere Kettenrad 22 so weit herumbewegt, dass er den vorderen Totpunkt überschreitet und sich schliesslich
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spannlage so sicher und zwangsläufig verriegelt, dass es durch keine äussere Kraft ohne Zerstörung von Verdecksteilen geöffnet werden kann. Ein regelrechtes Zurückklappen ist nur durch rückläufige Bewegung der Kette 20 mit Hilfe'der Handkurbel 25 ermöglicht.
In Fig. 10 ist die Ausbildung der hinteren Kettenumführung veranschaulicht. Die Führungsschiene 3 erweitert sich am hinteren Ende zu einer Geradführung, in welcher ein Schlitten 105 durch eine mit Rechts-und Linksgewinde versehene Stellschraube 106 zur Einstellung der Kettenspannung auf und ab bewegt werden kann. Durch Schrauben 107 kann der Schlitten 105 in der gewünschten Stellung fest gegen die Hinterwand der erweiterten Schiene 3 gezogen werden. Durch die Schraube 107 ist auch ein in Fig. 10 nicht dargestellter, gegen den Beschauer gerichteter, nabenförmiger Deckel 108 (Fig. 4) an dem durch das hintere Ende der Führungsschiene 3 gebildeten Selittengehäuse 3a befestigt.
Dieser Deckel bildet ein Lager für die in Fig. 10 ebenfalls nicht veranschaulichte, das hintere Kettenrad 2. 3 tragende Verbindungswelle 24 (Fig. 4).
Die Kette 20 wird bei ihrer Bewegung um das hintere Kettenrad mit Hilfe einer Nut 109 des Schlittens 105 auch aussen herumgeführt. Da die Ketten 20 bei grösseren Längen Unterschiede bezüglich der Gliedlängen aufweisen und infolgedessen bei unveränderter Achsenentfernung bald straff, bald lose sein würden, und da sie ferner bei Übertragung grosser Kräfte eine gewisse nachgiebige Formveränderung erleiden, so würde die alleinige Führung durch das Antriebskettenrad 23 (Fig. 4) nicht genügen. Die Ketten könnten vielmehr, trotzdem sie stellenweise stark angespannt würden, aus den Kettenrädern herausspringen. Durch die Führungen in der Nut 109 ist ein Herausspringen der Kette aus dem Kettenrad 23 selbst bei loser Kettenspannung sicher verhütet.
Das Gehäuse 3a für den Schlitten 105 ist mit einem Längsschlitz 110 versehen, um das Aufstecken der Kurbel 25 in verschiedenen Höhenlagen des Schlittens 105 zu ermöglichen.
In den Fig. 11 und 12 ist eine von der vorbeschriebenen Anordnung der Spreizen und Spriegel etwas abweichende Einrichtung dargestellt. Gemäss dieser Ausführungsform sind alle Hauptspriegel 4 vollständig weggelassen. Die Spreizen 9 werden unter sich mit ihren Fussstücken 111 und 112 durch Zapfen 62 gelenkig verbunden. Die letzteren tragen innerhalb der Führungsschienen 3 je nur eine Laufrolle 16 und eine Klemmrolle 63, welche mit dem entsprechenden Klemmbügel 64 zusammenarbeitet.
Die vorderste Spreize 9 ist mit ihrem Fussstück 111 mittels Zapfen 62 an den vordersten Spriegelschlitten 15
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spriegeln. Statt der Rollen 33 können auch Gleitschuhe 113 angewendet werden.
Die gemäss Fig. 12 an den Spreizen 9 angebrachten Stoffhalter 12 tragen oberhalb der Schienen Rollen 114. Diese dienen dazu, die Spreizen beim Herumlaufen um die hintere Biegung der Führungschienen 3 zu stützen. Bei dieser Ausführung ist es möglich, beim Aufspannen des Verdeckes die Spriegel einen nach dem andern um die Biegung der Schienen 3 herumzuziehen, wobei dann die Klinke 42, 43 entbehrlich wird.
Wird das Verdeck durch irgendeine andere Kraftquelle als durch den menschlichen Arm bewegt, so kann das Aufspannen und Zurüekwinden ohne weiteres auch während der Fahrt erfolgen, weil alle Vorgänge allein durch das Drehen der Welle 24 (Fig. 4) ausgeführt werden können und keinerlei Nebenhandgriffe erforderlich sind.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Zusammenlegbares Fahrzeugverdeck, insbesondere für Kraftfahrzeuge, mit durch angelenkte Spreizen verbundenen, den Verdeekstoff tragenden Spriegeln, dadurch gekennzeichnet, dass die Spriegel (4) mit entsprechend der Reihenfolge der Spriegel abgestuften Klemmrollen (83) versehen sind, die mit nachgiebigen durch Schrauben einstellbaren, im umgekehrten Sinne abgestuften Klemmbügeln (64) in den Führungsschienen zusammenwirken, um das Klappern der Spriegel zu verhüten.