AT127364B - Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung eines organischen Düngers mit hohem Gehalt an nützlichen Bakterien. - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung eines organischen Düngers mit hohem Gehalt an nützlichen Bakterien.

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AT127364B
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  Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung eines organischen Düngers mit hohem Gehalt an nütz- lichen Bakterien. 



   Die Erfindung betrifft ein Verfahren mit zugehöriger Vorrichtung zur Herstellung eines organischen Düngers mit hohem Gehalt an nützlichen   Bakterien,'namentlich   aus in Sammelbehältern vermischten Kehricht, Kanalschwimmstoffen u. dgl. Abfallstoffen von grösseren Siedlungen, und besteht darin, dass das Mischmaterial durch Regelung der Luftzufuhr bzw. deren Vorwärmung zuerst auf eine Temperatur von zirka   800 C rasch   erhitzt und durch Luftdrosselung bzw. Anfeuehtung sodann auf die Vergärungstemperatur auf zirka 400 herabgesetzt und der Wirkung der Bakterien überlassen wird. Das Kennzeichen der Vorrichtung liegt in einer besonderen Ausgestaltung des Sammelbehälters.

   Gegenüber den bisher bekannten Verfahren zur Herstellung eines organischen Düngers, bei welchen das Mischmaterial in den Sammelbehältern bloss auf die Vergärungstemperatur gebracht und erhalten wird, hat vorliegende Erfindung den Vorteil, dass die rasche Erhitzung des Mischmaterials durch Regelung der Luftzufuhr bzw. deren Vorwärmung zuerst auf eine Temperatur von zirka 80  C und ihre nachfolgende Herabsetzung durch Luftdrosselung bzw. Anfeuchtung auf die Vergärungstemperatur auf zirka 40  C ein rascheres und sicheres Absterben der schädlichen Bakterien nach sich zieht, während die   nützlichen   Bakterien am Leben bleiben. Weiters kann durch dieses Verfahren der Vergärungsprozess je nach Erfordernis auf billigste Art beschleunigt und verlangsamt werden. Die Nährstoff-und Substanzverluste sind auf ein Minimum herabgedrückt. 



   Auf der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel eines Sammelbehälters für die Ablagerung des Mischmaterials im Querschnitt dargestellt und soll an Hand derselben das Verfahren beschrieben werden. 



   Die in den Abwässern enthaltenen festen   Schwimm-und   Treibstoffe werden beispielsweise bei den Ausmündungen der Hauptsammelkanäle mittels rotierender Siebbänder, welche von in den strömenden Abwässern tauchenden Wasserrädern oder andern Kraftmaschine angetrieben werden können, vollständig automatisch, fast kostenlos in grossen Mengen   zurückgewonnen.   Diese   Schwimm-und Treib-   stoffe setzen sich zusammen aus Fäkalien, Gemüse-, Fleisch-, Obst-,   Schlachthausabfällen   usw. und bilden gesammelt eine breiige Masse, welche Pflanzennährstoffe und organische Substanzen enthält. 



  Da der Strassenkehricht und Hausmüll von der Stadtverwaltung beseitigt werden muss, vereinigt man Haus-,   Strassenkehricht   und die aus den Abwässern gewonnene breiige Masse. In einem Sammelbehälter 1 wird abwechselnd Kehricht,'welcher von den unbrauchbaren Bestandteilen gereinigt (gesiebt) wurde, sowie die breiige Mischung der Kanalschwimm-und Treibstoffe ungefähr im Verhältnis 1 : 1 eingebracht. Durch das abwechselnde Einschütten dieser beiden Abfallstoffgemenge wird eine genügende Vermischung erreicht ; das Vermengen kann jedoch auch von Hand aus oder durch maschinelle Einrichtungen verbessert werden.

   Bei der Durchmischung des Materials werden zirka 5% gebrannter Kalk in Staubform zugestreut, wodurch einerseits die Erwärmung des Mischmaterials, anderseits die Verrottung und schliesslich auch das Gedeihen und die Tätigkeit der nützlichen Bakterien gefördert wird. Wenn ein Behälter 1 auf diese Art fast gefüllt ist, wird zuoberst noch eine Schichte nassen Kehrichtes k aufgebracht und die Einschüttöffnung l'geschlossen. Inzwischen ist etwa noch überschüssiges Wasser unter den im Behälterboden eingesetzten Rost 2 abgesickert und durch das Rohr 3 abgeleitet worden.

   Nun wird der Hahn   4   des Wasserablaufrohres 3 geschlossen und durch das Rohr 5 Druckluft so lange eingeblasen, bis eine Probe beim Trichter 6 anzeigt, dass genügend Luft durch die eingelagerte Mischmasse   hochsickert.   Durch die glatte Bodenfläche 7 des Sammelbehälters 1 rings um den Rost wird erreicht, dass die eingepresste Luft nicht seitlich an den Wänden entweicht, während der über den grössten Teil der Bodenfläche reichende Rost ein gleichmässiges Durchsickern der Luft gewährleistet. Durch rechtzeitiges Schliessen des Hahnes 4 

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 kann man das abtropfende oder oben etwa aufgegossene Sickerwasser zeitweise stauen und so auch zeitgerecht und rasch eine Anfeuchtung und Kühlung der vorerst angehitzten Füllung erzwingen.

   Der zuoberst geschichtete feuchte Kehricht k hilft neben den andern beschriebenen Vorkehrungen mit, die Verluste im Dünger während der Aufbereitung auf ein Minimum zu verringern. 



   Durch das Einblasen der Luft werden besonders die vorerst in geringerer Anzahl vorhandenen luftliebenden, nützlichen Bakterien in ihrer Tätigkeit angeregt, sie vermehren sich rasch. Gleichzeitig tritt auch eine schnelle Erwärmung des eingebrachten Mischmaterials auf die erwünschte Temperatur von zirka 70  C ein. Durch stärkeres Anreichern mit Luft und durch im Winter etwa notwendiges Anwärmen der einzublasenden Luft hat man es in der Hand, die Temperatur im Behälter rasch so zu steigern (zirka   80 ),   dass alle schädlichen Bakterien, Pilze und Keime abgetötet werden.

   Durch Unterbrechen der Luftzufuhr und, falls im Sommer notwendig,   durch Übergiessen   mit dem aufgefangenen Sickerwasser lässt sich die Temperatur auf den zur guten Vergärung und Verrottung günstigen Stand von 35 bis   500 rasch   und sicher reduzieren, so dass nur geringe Nährstoff-und Substanzverluste eintreten. Die Temperaturen werden durch eingesteckte Thermometer dauernd überprüft. Auf diese Art kann man den Prozess beschleunigen und verlangsamen, jedenfalls auf billigste Weise vollständig beherrschen. 



   Derart aufbereiteter Dünger ist fast geruchlos, hat eine dunkelbraune Farbe, grossen Gehalt an organischer Substanz, grossen Reichtum an landwirtschaftlich nützlichen Bakterien, ist kurzfaserig, krümelig, mit der Gabel streufähig und wird, wenn man ihn bei niedriger Temperatur nachtrocknet und danach zerkleinert, bei einem sehr geringen   künstlichen   Wärmeaufwand, mit einem Feuchtigkeitsgehalt von zirka   10-15% maschinstreufähig,   ohne dass hiebei die nützlichen Bakterien abgetötet werden. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung eines organischen Düngers mit hohem Gehalt an nützlichen Bakterien, namentlich aus in Sammelbehältern miteinander vermischten Kehricht,   Kanalschwimmstoffen   u. dgl. 



  Abfallstoffen, dadurch gekennzeichnet, dass das Mischmaterial durch Regelung der Luftzufuhr bzw. deren Vorwärmung zuerst auf eine Temperatur von zirka   800 C rasch   erhitzt und durch Luftdrosselung bzw. 



  Anfeuchtung sodann auf die Vergärungstemperatur von zirka 40  C herabgesetzt und der Wirkung der Bakterien überlassen wird.

Claims (1)

  1. 2. Vorrichtung zur Ausübung des Verfahrens nach Anspruch 1, bestehend aus einem Sammelbehälter zur Aufnahme des Mischmaterials mit rostförmigem Boden, unterhalb welchen sowohl eine Wasserabflussrohrleitung als auch eine Druckluftzuleitung mündet, dadurch gekennzeichnet, dass der Rost in einem glattwandigen Bodenrahmen des Behälters eingesetzt ist. EMI2.1
AT127364D 1930-02-21 1930-02-21 Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung eines organischen Düngers mit hohem Gehalt an nützlichen Bakterien. AT127364B (de)

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