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Fördervorrichtung für Öl aus Holz und Verfahren zu deren Herstellung.
Die Erfindung betrifft einen Holzdübel zum Fördern von Öl oder ähnlichen Schmiermitteln zu Lagerflächen. Solche Dübel, gewöhnlich aus weichem Holz, werden in die Zuführungskanäle oder-öffnungen von Drehlagern od. dgl. eingesteckt, um das Schmieröl zu den Lagerflächen in geeigneten Mengen fortlaufend zu fördern. Es hat sich aber gezeigt, dass es ausserordentlich schwierig ist, ein Holz zu finden, das diese Förderwirkung gleichmässig durch lange Zeit nach Einlegen des Dübels in den Förderkanal ausübt. Die Erfindung erkennt, dass diese Schwierigkeiten in der Hauptsache von dem natürlichen Gehalt des Holzes an Harzen
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nach der Herkunft des Holzes in diesem vorhanden sind.
Die Erfindung setzt sich daher die Aufgabe, diese nachteiligen Eigenschaften des Holzes als Fördermittel für Öle und andere ähnliche Schmiermittel zu beseitigen, und besteht darin. dass das Holz einer Behandlung unterworfen wird, welche es zur gleichmässigen, fortgesetzten, ununterbrochenen Förderung von Öl in gewünschten Mengen geeignet macht. Im besonderen besteht die Behandlung gemäss der Erfindung darin, dass das Holz von Pech, Teer, Harz,
Feuchtigkeit und/oder sonstigen andern Substanzen, welche die Poren des Holzes sonst ver- schliessen könnten, befreit wird, also die Poren des Holzes für den Durchtritt des Öles od. dgl. geöffnet und so behandelt werden, dass sie auch dauernd offen bleiben.
In Durchführung der Erfindung kann das Holz weiterhin auch so behandelt werden, dass seine Poren geöffnet und mit dem gewünschten Schmiermittel gefüllt werden.
Wird dann ein Holz erfindungsgemäss behandelt, so wird es zu einer Speisevorrichtung umgewandelt, welche durch ihre Kapillarwirkung das Schmiermittel zu den Lagerflächen fördert, und die Harze, Feuchtigkeit oder sonstigen Füllstoffe des Holzspeisers sind ersetzt durch ein
Schmiermittel. Ein solcher Speiser für Öl lässt das letztere kontinuierlich durchtreten in den gewünschten Mengen, hält aber anderseits etwaige unerwünschte Beimengungen in dem Schmieröl gerade wegen seiner engen Kapillaren zurück. Eine solche Holzspeisevorrichtung gemäss der
Erfindung wirkt also dann gleichzeitig als Speiser und als eine Art Filter.
Ein Durchführungsbeispiel der Erfindung sei im folgenden beschrieben zur Behandlung von Holz, um aus ihm einen Kapillarspeiser für Öl zu machen.
Natürlich ist es von Vorteil, auch eine besonders geeignete Holzsorte auszuwählen, die dann der Behandlung unterworfen werden soll. Die Erfindung hat festgestellt, dass langfaseriges
Holz besonders geeignet ist, in welchem die Fasern auch geradlinig parallel zur Achse des
Stammes verlaufen. Offenbar ist diese besondere Eignung. dieser Holzarten dadurch zu erklären, dass die Förderleistung des Holzes durch den Querschnitt seiner Poren mitbestimmt ist, u. zw, den kleinsten vorhandenen Querschnitt dieser Poren, der gleichsam drosselnd wirkt, und dass ferner die Kontinuität der Förderung von einem Ende des Dübels zum andern gleichfalls davon abhängt, dass die Poren einen zusammenhängenden Durchtrittsweg zwischen diesen beiden
Enden letzten Endes ergeben.
Wird darum Holz verwendet, das möglichst geradlinig verlaufende und lange Fasern besitzt, dann werden viele Poren vorhanden sein, welche von einer Stirnseite des Dübels zur andern verlaufen, während nur wenige Poren oder gar keine eine Art Sack- gasse bilden oder zu Stellen hinführen, an denen keine Schmierung erwünscht ist.
Gemäss der Erfindung wird das Holz beispielsweise in Streifen oder Dübel zerschnitten, derart, dass die Schnittfläche möglichst parallel zur Richtung der Fasern verläuft. Sodann wird das so erhaltene Holzstück ausreichend erhitzt oder gekocht in einer geeigneten Flüssigkeit, beispielsweise in Öl. Die Temperatur dieser Hitzebehandlung soll so hoch getrieben werden, dass mit Sicherheit Harze, Feuchtigkeit usw. aus den Poren des Holzes getrieben werden ; es muss aber darauf geachtet werden, dass die Hitze nicht so hoch getrieben wird, dass das Holz selbst versengt oder gar verkohlt wird. Vorteilhaft wird das Holz durch geeignete Mittel unter der Oberfläche der Flüssigkeit gehalten, in der es erhitzt wird.
Die wirkungsvollsten und schnellsten Ergebnisse werden aber anscheinend dadurch erzielt, dass das Holz sogleich in jene Gestalt und Grösse geschnitten wird, in der es für die spätere Verwendung bestimmt ist.
Als besonders geeignet hat sich für die Zwecke der Erfindung die amerikanische Weymouths-
Kiefer erwiesen. Sobald die Stoffe. welche die Poren des Holzes füllen, ausreichend ausgetrieben sind, kann das Holz entweder für die spätere Verwendung bereitgestellt oder aber weiter- behandelt werden, indem es mit einem geeigneten Öl als Schmieröl gefüllt wird, insbesondere einem Öl, das späterhin zum Schmieren der Lagerflächen benutzt werden soll.
Das Holz kann dann in dieser Schmierflüssigkeit eingetaucht erhalten bleiben bis zu seiner praktischen Ver- wendung, oder es kann in eine andere Flüssigkeit eingelegt werden, die also von dem bei
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der praktischen Verwendung zu fördernde Öl verschieden, aber jedenfalls so beschaffen ist, dass die geöffneten Poren des Holzes nicht wieder verschlossen werden ; so kann beispielsweise ein anderes reines Öl als Aufbewahrungsflüssigkeit verwendet werden. Das Holz kann in dem Öl beliebig lange Zeit liegen gelassen werden, so dass es sich mit dem Öl vollsaugt, oder es kann nach kurzer Zeit aus ihm entfernt werden und unmittelbar anschliessend oder aber beliebige Zeit später als Ölfördervorrichtung benutzt werden.
Das Holz. dessen Poren mit dem Öl gefüllt sind, zeigt die Eigenschaft, einerseits Öl anzusaugen, falls ihm solches irgendwo an einer Stirnseite zugeführt wird, und anderseits an die Lagerfläche oder einen sonstigen Entnehmer in regelmässigen Mengen wieder abzugeben. Im übrigen kann das Holz mit den geöffneten Poren trocknen gelassen und beliebige Zeit später zur Förderung von Öl verwendet werden ; das letztere kann wiederum nach vorangehendem längerem oder kürzerem Einlegen des Holzes in ein Ölbad erfolgen.
Ölfördervorrichtungen aus Holz gemäss der Erfindung haben sich in der Praxis ausserordentlich bewährt. Sie liefern ununterbrochen und störungsfrei die gewünschten Ölmengen an die Lagerflächen ab. Das Öl besitzt ausserdem grösste Reinheit, da es gleichsam in dem Holz gefiltert wird. Infolgedessen sind die so geschmierten Lagerflächen dauernd mit der erforderlichen Ölschicht bedeckt und bleiben frei von allen Ablagerungen aus dem Öl, Schmutz und sonstigen unerwünschten Stoffen.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Fördervorrichtung für Öl aus Holz, insbesondere Holzdübel,-pfropfen oder-streifen, gekennzeichnet durch die Verwendung möglichst geradfaserigen Holzes, wie z. B. Kiefer, das vor seiner Anwendung als Fördervorrichtung einer Sonderbehandlung unterworfen ist, um seine Fördereigenschaften zu erhöhen und zu vergleichmässigen.