AT126770B - Verfahren zur Vergütung von Acetatseide. - Google Patents

Verfahren zur Vergütung von Acetatseide.

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  Verfahren   zut vergütung   von   Acetatseide.   



   Es ist bekannt, dass Faserstoff durch Tränken mit Schwellmitteln und darauffolgendes Strecken n gewisser Hinsicht verbesserte Eigenschaften erhalten. So wird durch Tränken von Baumwolle mit - 7% iger Natronlauge und Auswaschen unter Spannung (Mercerisieren) ein Material erhalten, das sich m wesentlichen durch höheren Glanz auszeichnet. Ferner hat man   Acetatseidefäden   durch Strecken   1m   etwa 15 bis 25% mit einem Schwellmittel wie Aceton, Äthylalkohol, Formaldehyd und Glycerin   mchbeständig   gemacht. 



   Es wurde nun gefunden, dass sich durch eine weit grössere Streckung von Acetatseidefäden eine   ; ans   besondere Wirkung erzielen lässt. Solche Streckungen, die das zehnfache als oben erwähnte betragen, lassen sich nur durch Anwendung von verdünnten organischen Säuren erzielen, während bei Streckung mit den bekannten Schwellmitteln die Fäden schon bei einer Streckung um   30%,   (meistens bei einer viel geringeren Streckung) reissen und schon bei noch kleinerer Streckung grosse Titerschwankungen zeigen, die dadurch entstehen, dass schon vorhandene oder neu gebildete dünnere Stellen des Fadens beim Strecken immer dünner und dünner werden. 



   Die bis jetzt nach dem Trockenspinnverfahren hergestellten Kunstseidefäden aus Acetylcellulose haben eine durchschnittliche Festigkeit von 100 bis   120 g   pro 100 Deniers, in Ausnahmefällen wurden Festigkeiten von höchstens 150 g pro 100 Deniers erzielt. Behandelt man nun Acetatseide mit verdünnten organischen Säuren, etwa Ameisensäure, Essigsäure, Propionsäure oder deren Gemische, in geeigneter Konzentration, streckt die so beladene Seide und entfernt dann die Säure eventuell unter erhöhtem Zug, so kann eine Streckung von über   200%   erzielt werden. Die so behandelten Fäden bekommen eine sehr viel höhere Reissfestigkeit und der Titer derselben wird in hohem Masse verfeinert und damit werden alle Vorteile, die ein feinerer Titer bringt, auf einfache Weise erhalten. 



   Beispiel 1 : Ein Strang, nach dem in der Literatur bekannten Trockenspinnverfahren hergestellte Acetatseide mit einer
Trockenfestigkeit   100 g   pro 100 Deniers,   Nassfestigkeit   50g pro 100 Deniers,
Einzeltiter des Fadens 7 Deniers wird mit 40% iger Essigsäure getränkt, durch Spannung auf seine dreifache Länge ausgestreckt, unter Aufrechterhaltung bzw. Erhöhung der Spannung mit immer dünner werdender Essigsäure und schliesslich mit Wasser ausgewaschen und wie üblich getrocknet. Die so behandelten Fäden haben jetzt eine
Trockenfestigkeit von über 200 pro 100 Deniers,   Nassfestigkeit   von über   100g pro   100 Deniers,
Einzeltiter des Fadens von etwa 2,2 Deniers. 



   Beispiel 2 : Ein Strang Ausgangsacetatseide, wie in Beispiel   1,   wird mit   35% iger   wässriger   Ameisensäure getränkt,   dann um   200%   seiner Länge gleichmässig gestreckt, sodann wird die Säure des Stranges unter Aufrechterhaltung der Spannung bzw. unter erhöhtem Zug stufenweise durch Wasser verdrängt. Man erhält auf diese Weise eine Seide mit denselben guten Eigenschaften wie in Beispiel 1. 



   Das Verfahren lässt sich naturgemäss mit dem Spinnverfahren vereinigt verwenden, indem der Einzelfaden beim Spinnen dem Verfahren entsprechend behandelt wird, es lässt sich (wie in den Beispielen beschrieben) am gezwirnten oder ungezwirnten Strang durchführen und ist ebenso geeignet für eine Nachbehandlung fertiger Gewebe. 

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Claims (1)

  1. PATENT-ANSPRUCH : Verfahren zur Vergütung (Erhöhung der Trockenfestigkeit, Erhöhung der Nassfestigkeit, Verfeinerung des Titers) von Acetatseide, dadurch gekennzeichnet, dass die Seide mit einer organischen Säure, wie Ameisensäure, Essigsäure oder Gemischen solcher Säuren, beladen, über etwa 50% gestreckt und die Säure unter Aufrechterhaltung bzw. Steigerung des Zuges zweckmässig stufenweise, entfernt wird. **WARNUNG** Ende CLMS Feld Kannt Anfang DESC uberlappen**.
AT126770D 1928-04-12 1929-03-22 Verfahren zur Vergütung von Acetatseide. AT126770B (de)

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