AT125486B - Verfahren zur Herstellung von antirachitisch wirkenden Präparaten. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von antirachitisch wirkenden Präparaten.

Info

Publication number
AT125486B
AT125486B AT125486DA AT125486B AT 125486 B AT125486 B AT 125486B AT 125486D A AT125486D A AT 125486DA AT 125486 B AT125486 B AT 125486B
Authority
AT
Austria
Prior art keywords
ergosterol
antirachitic
preparations
production
irradiation
Prior art date
Application number
Other languages
English (en)
Original Assignee
Merck Ag E
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Merck Ag E filed Critical Merck Ag E
Application granted granted Critical
Publication of AT125486B publication Critical patent/AT125486B/de

Links

Landscapes

  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)
  • Steroid Compounds (AREA)

Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zur Herstellung von   antirachitisch   wirkenden Präparaten. 



   Es ist bekannt, dass man dem Cholesterin, Sitosterin und Ergosterin durch Bestrahlung mit ultraviolettem Licht antirachitische Eigenschaften verleihen kann (s. z. B. Chemisches Centralblatt 1926,   II.   Bd., S. 2824,   O.   Rosenheim und Th. A.   Webster).   



   Man hatte aber nicht erkannt, dass das Ergosterin die einzige Substanz ist, welche umgewandelt werden kann und welche das wirksame Prinzip in jedem Falle darstellt. Denn selbst wenn bei dem Arbeiten gemäss der Veröffentlichung unbewusst eine Umwandlung des Ergosterins erfolgen würde, so jedenfalls nur bis zu einem Grade, welcher einen chemischen Nachweis der Umwandlung noch nicht gestattet ; hiedurch ist die Erkenntnis und die Möglichkeit verschlossen, einen vom Ergosterin chemisch verschiedenen Körper darzustellen. 



   Demgegenüber beruht die vorliegende Erfindung auf der   überraschenden   Erkenntnis, dass das Ergosterin, im Gegensatz zu den anderen Sterine, deren Bestrahlung zum Zweck der Hervorrufung antirachitischer Eigenschaften vorgeschlagen worden ist, in eine andere Substanz, nämlich Vitamin D, umgewandelt werden kann, wenn die Bestrahlung entsprechend intensiv vorgenommen wird. Dies kann durch Länge der Bestrahlungsdauer, Intensität der Lichtquelle, feine Verteilung des Bestrahlungsgutes oder sonst auf bekannte Art erzielt werden. Wenn man auf diese Art dafür sorgt, dass Ergosterin zumindest bis zu einem solchen Grade umgewandelt wird, dass diese Umwandlung chemisch nachweisbar ist, so gelangt man zu Produkten von einem Vielfachen der Wirksamkeit von bestrahltem Cholesterin, Sitosterin und Phytosterin.

   Im günstigsten Falle ergibt sich ein Produkt von der tausendfachen Wirksamkeit des bestrahlten Cholesterins. Es hat sich gezeigt, dass bei den anderen Sterine, die in der eingangs erwähnten Literaturstelle unter Gleichstellung mit Ergosterin genannt sind, eine Aktivierung durch Bestrahlung nur in jenem Grad erreicht wird, als sie Ergosterin als Verunreinigung enthalten. 



   Statt reines Ergosterin zu bestrahlen, kann man mit Vorteil auch Extrakte verwenden, die das Ergosterin angereichert enthalten, z. B. Hefefett oder Lösungen von Ergosterin. 



   Beispiel : Eine Lösung von 100 g Ergosterin in 50 1 Äthylalkohol wird in einem Behälter der Einwirkung von ultravioletten Strahlen unterworfen, bis eine Probe auf Zugabe einer   1% eigen   Digitonin-Lösung nur noch eine geringe Fällung ergibt. Die ultravioletten Strahlen können z. B. durch eine Quarz-Quecksilberdampflampe erzeugt werden. 



   Die Art und Weise wie bestrahlt wird, kann natürlich eine recht verschiedene sein. Ein gutes Ergebnis erzielt man durch Eintauchen einer gekühlten, ultraviolettes Licht ausstrahlenden Lampe in die besagte Lösung, wobei während der ganzen Dauer der Reaktion Sauerstoff vollkommen ausgeschaltet sein soll. 



   Die alkoholische Lösung wird im Vakuum auf ungefähr   1112   Liter eingedampft. Durch Abkühlen der hiedurch erzielten Flüssigkeitsmenge kristallisieren ungefähr   100/o   unverändertes Ergosterin aus. Nach Abtrennen des kristallisierten Ergosterins wird die alkoholische Lösung vollkommen im Vakuum verdampft. Auf diese Art erhält man das Vitamin in harziger Form, und dieses Vitamin unterscheidet sich vollständig von dem als Ausgangsmaterial benutzten Ergosterin. 

 <Desc/Clms Page number 2> 

 
 EMI2.1 
 Der bedeutendste Unterschied gegenüber dem Ausgangsmaterial besteht darin, dass das Um-   wandlungsprodukt   mit Digitonin keinerlei Niederschlag ergibt. Weiterhin zeigt das bestrahlte Produkt eine andere Absorption des Spektrums im ultravioletten Teil.

   Die alkoholische Lösung des Präparates zeigt, wenn polarisiert, eine leichte Rechtsdrehung, während sich die ErgosterinLösung als linksdrehend erweist. Das Reaktionsprodukt absorbiert begierig Sauerstoff, besonders bei Bestrahlung, und hiedurch entsteht ein Produkt, welches keine antirachitisehe   Wirksamkeit   besitzt. Statt   äthylalkoholische   Lösungen von Ergosterin mit ultravioletten Strahlen zu behandeln. können auch andere Lösungsmittel benutzt werden, wie z. B. andere Alkohole oder Benzol. 



   Die antirachitische Wirksamkeit des neuen Produktes ist der des gewöhnlichen,   aktivierten   Cholesterins bei weitem überlegen, nämlich fast 1000 mal   stärker.   Z. B. beträgt die durchschnittliche tägliche Dosis für rachitische   Kinder 2-4 mg,   während gewöhnliche CholesterinPräparate, die sonst ganz in derselben. Weise vorbehandelt wurden, in diesen   Mengen fiber-   - haupt keine Wirkung zeigen. 
 EMI2.2 


AT125486D 1927-01-14 1927-02-05 Verfahren zur Herstellung von antirachitisch wirkenden Präparaten. AT125486B (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DE125486X 1927-01-14

Publications (1)

Publication Number Publication Date
AT125486B true AT125486B (de) 1931-11-25

Family

ID=5658688

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
AT125486D AT125486B (de) 1927-01-14 1927-02-05 Verfahren zur Herstellung von antirachitisch wirkenden Präparaten.

Country Status (1)

Country Link
AT (1) AT125486B (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DD202581A5 (de) Verfahren zur isolierung von sterolen oder sterolmischungen
DE1617320C3 (de) Hautbehandlungsmittel
EP1054682B1 (de) Verwendung von hyperforin und hyperforinhaltigen extrakten zur behandlung und prophylaxe von demenzerkrankungen
AT125486B (de) Verfahren zur Herstellung von antirachitisch wirkenden Präparaten.
DE4315866C1 (de) Äußerliche Zubereitungen zur Therapie von Hauterkrankungen mit Photosensibilisatoren
CH128598A (de) Verfahren zur Herstellung eines antirachitisch wirkenden Präparates.
DE3149528A1 (de) Mittel auf der grundlage eines in 10-stellung substituierten 1,8-dihydro-9-anthrons zur behandlung von psoriasis
DE634146C (de) Verfahren zur Herstellung von Vitamin D-Praeparaten
DE556716C (de) Verfahren zur Herstellung von haltbaren kolloidalen waessrigen Loesungen des bestrahlten Ergosterins
DE1617500C3 (de) Konservierung von Blutplasma
DE763984C (de) Verfahren zur Herstellung antirachitisch wirksamer Sterinumwandlungsprodukte
AT203639B (de) Verfahren zur Herstellung von elementarem Silber mit hohen bakteriziden Eigenschaften und katalytischer Aktivität
AT113123B (de) Verfahren zur Herstellung antirachitisch wirkender Präparate.
DE600365C (de) Verfahren zur Herstellung eines wirksamen Praeparates aus Dioxyphenylisatin bzw. dessen Substitutionsprodukten und Derivaten
DE2208262C3 (de) Verfahren zum Abtrennen von GIykofrangulinen aus pflanzlichen Rohstoffen
DE2245826C3 (de) Salze von N-Cyano-äthyl-N&#39;-m-chlorphenyl-piperazin
DE601285C (de) Verfahren zur Herstellung aktiven Schwefel enthaltender Produkte
DE492976C (de) Verfahren zur Herstellung bestaendiger und lagerfaehiger, Schwefelwasserstoff entwickelnder Praeparate
AT255025B (de) Verfahren zur Herstellung von Antibiotika-Derivaten
DE1767447C (de) Peroral verabreichbares, lagerfähiges pharmaceutisches Präparat enthaltend 5,6-Benzimidazol-Cobamid-Coenzym als aktiven Bestandteil
DE1804711B2 (de) Riechstoffkomposition
DE577653C (de) Verfahren zur Herstellung von Pflanzenextrakten und deren Weiterverarbeitungsprodukten
AT115388B (de) Verfahren zur Herstellung von bei Berührung mit Wasser Schwefelwasserstoff entwickelnden Präparaten.
DE461004C (de) Verfahren zur Herstellung von waessrigen Lipoidloesungen
AT103715B (de) Verfahren zur Darstellung therapeutisch wirksamer Präparate, welche Glukoside und Metalle kombiniert enthalten.