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LederkonservierungsmitteI.
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Die Erfindung betrifft Lederkonservierungsmittel, die aus den genannten Bestandteilen oder Teilen derselben hergestellt werden, die sich aber durch eigenartige Zusammensetzung der Gewichtsverhältnisse auszeichnen, wodurch sie besonders geeignet sind, einerseits Sohlenleder vollständig wasserdicht und mechanisch widerstandsfähig zu machen, auch wenn es anstatt der altbewährten Grubengerbung einer sogenannten Sehnellgerbung unterzogen wurde, anderseits Oberleder zu konservieren und wasserdicht zu machen und dabei gleichzeitig im Gegensatz zu den bekannten Mitteln eine Glanzwirkung zu erzielen gestatten, die der durch die bekannten nicht abdichtenden Schuhcremes erzielten nicht nachsteht.
Bei der Verwendung als Sohlenimprägniermasse verhindert das Lederkonservierungsmittel gemäss
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eingetrockneten Zellkernleims, wodurch dem Sehwammigwerden und weiteren Wasseransaugen der Sohle vorgebeugt wird. Die Lederfasern werden mit einer elastischen Schichte umgeben und die Widerstandsfähigkeit der Sohlen gegen mechanische Abnutzung sehr erhöht.
Die Sohlenimprägniermasse gemäss der Erfindung setzt sieh wie folgt zusammen :
80 Gewichtsteile Lärchenterpentin, 30 Gewichtsteile Firnis, 4 Gewichstteile Birkenteeröl. 2 Ge- wichtsteile Gelatine, 16 Gewichtsteile Terpentinöl, 10 Gewichtsteile Rindstalg.
Die Bereitung dieser Masse erfolgt am besten in der Weise, dass zuerst eine Schmelze a, wie folgt, hergestellt wird : Lärehenterpentin und Firnis sowie Rindstalg werden in einem durch einen Deckel dicht verschlossenen Gefäss zum Schmelzen gebracht und auf 110-115 C erhitzt. Sobald kein Schaum mehr vorhanden ist, lässt man diese Schmelze auf 350 C abkühlen lmd setzt in dünnen Strahlen unter fortwährendem Umrühren der Schmelze das Birkenteeröl zu. Diese Masse wird dann wiederum auf 1000 C gebracht und, sobald sie schaumfrei geworden ist, auf 300 C abgekÜhlt.
Hierauf wird eine Lösung b in folgender Weise erzeugt : Gelatine wird in 12 Gewiehtsteilen Wasser erweicht und durch Erhitzen auf 100 C in demselben restlos aufgelöst, worauf diese Lösung auf zu C abuhlen gelassen'wird.
Ein Drittel der ebenfalls 30 igen Schmelze a wird nun der Lösung b unter fortwährendem Rühren beigemengt. Gleichzeitig mit. der Schmelze a wird auch Terpentinöl in Strahlen zugesetzt, dessen Temperatur zwischen 15 und 25 C liegen soll. Falls erwünscht, kann nun auch ein Parfümierungsmittel beigemischt werden.
Das so behandelte Drittel der Schmelze a mit eingertihrter Lösung b wird nun den restlichen zwei Dritteln der Schmelze a unter gleichzeitigem Zusetzen des restlichen Terpentinöls unter Rühren beigemischt und sodann abgekühlt.
Die Sohlenimprägniermasse kann auch folgende Zusammensetzung aufweisen :
80 Gewichtsteile Lärchenterpentin, 30 Gewichtsteile Firnis, 6 Gewiehtsteile Rindstalg, 4 Gewichtsteile Birkenteeröl.
Lärehenterpentin und Firnis sowie Rindstalg werden in einem durch einen Deckel dicht verschlossenen Gefäss zum Schmelzen gebracht und auf 1100-1150 C erhitzt.} Ian lässt nun diese Schmelze. sobald kein Schaum mehr vorhanden ist, auf 35 C abkühlen und setzt dann in dünnen Strahlen unter fortwährendem Umrühren der Schmelze das Birkenteeröl zu. Diese Masse wird nun wiederun auf 100 C gebracht und, sobald sie schaumfrei ist, abgekühlt und gegebenenfalls mit einem Parfümierungsmittel versetzt.
Für die Anwendung auf Oberleder eignet sich besonders die folgende Zusammensetzung des Konservierungsmittels :
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Nach Abkühlen dieser Schmelze auf 60 'C wird das Knoehenöl zugesetzt, hierauf wiederum auf 110 C erhitzt, auf welcher Temperatur die Schmelze nun so lange gehalten wird, bis sie schaumfrei wird, worauf sie auf 300 C abge1. iihlt wird. Es wird nun das Birkenteeröl in dünnen Strahlen zugesetzt und dann, sobald, Twieder Schaumfreiheit eingetreten ist, abgekühlt. Während des Schmelzens ist die Masse öfters umzurühren.
Die auf diese Weise hergestellte Ledersalbe ist ein vorzügliches Lederkonservierungsmittel, das sich gut in den Poren hält, das Sehuhzeug dauernd weich erhält und wasserdicht macht. Selbst schlechtes Leder wird wasserundurchlässig und unempfindlich gegen Tau und Schnee. Durch die ,,Ernährung"
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des Leders wird mehrfache Haltbarkeit erzielt, selbst bei sparsamstem Gebrauch des Mittels. Auch wird jedes Schimmeln des Leders bei Aufbewahrung der Schuhe verhindert.
Zur Verengung mit einer an sich bekannten Schuhglanzcreme eignet sich vor allem die folgende Zusammensetzung des Lederkonservierungsmittels :
44 Gewichtsteile Lärchenterpentin, 30 Gewichtsteile Rindstalg, 8 Gewichtsteile Knoehenöl, 20 Gewichtsteile Birkenteeröl.
Die Herstellung des Konservierungsmittels erfolgt wie oben angegeben. Bis zu 30 Gewichtsteile dieser Masse können mit dem Rest auf 100 Gewichtsteile einer Schuhcreme vermischt werden, ohne dass deren Glanzwirkung beeinträchtigt wird, ja selbst bei 50 zu 50 Gewichtsteilen ist die Glanzwirkung noch nicht aufgehoben. Dieser Effekt einer gleichzeitigen Konservierungs-und Glanzwirkung ist zum erstenmal durch den Gegenstand der Erfindung erzielt worden.
Schuhcremes aus Karnaubawachs, Paraffin, Schellackwachs, Terpentinöl und Teerfarbstoff sind bekannt. Als sehr geeignet zur Mischung mit dem Konservierungsmittel hat sich folgende Zusammensetzung erwiesen :
10 Gewichtsteile Karnaubawachs, gelbgrau, 10 Gewichtsteile Paraffin, Schmelzpunkt 58, 21, 5 Ge-
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Die gesamten festen Bestandteile wie Karnaubawachs, Paraffin und Sehellackwachs schmilzt man und erwärmt diese Schmelze auf 1000 C. Sobald sie schaumfrei wird, wird der fettlösliche Teerfarbstoff zugesetzt und durch Umrühren die Lösung desselben befördert. Nach Abkühlen der Masse auf 70 C wird die Hälfte des Terpentinöls in dünnen Strahlen zugesetzt. Es wird nun das Gewicht der Cremeschmelze festgestellt und das Gewicht des noch nicht zugesetzten Terpentinöls hinzugerechnet. Die auf diese Art errechnete Gesamtgewichtszahl wird durch 70 geteilt, wodurch man die Schlüsselzahl für die Beimengung des Konservierungsstoffes erhält, die mit 30 multipliziert wird, um das beizumengende Gewicht dieses Zusatzstoffes zu erhalten.
Der auf 25 C erwärmten oder auf dieser Temperatur erhaltenen Gesamtmenge der Cremeschmelze wird die laut vorerwähntem Schlüssel errechnete Gewichtsmenge Konservierungsstoff, welcher ebenfalls eine Temperatur von 25 C haben soll, zugesetzt und langsam auf 90 C erwärmt.
Die mit Creme vermischte Konservierungsmasse ist wie jede andere Schuhcreme zu gebrauchen, es ist jedoch von Vorteil, Schuhwerk, das früher mit andern Pasten behandelt wurde, vorher mit einem in Terpentin getauchten Lappen gut abzureiben, wodurch das anhaftende Wachs entfernt wird. Auch ist es vorteilhaft, wenn die Paste einige Sekunden auf dem Schuh trocknet, bevor mit der Bürste geglänzt wird. Sehr dünnes Auftragen ist günstig und bewirkt sparsamen Gebrauch.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Lederkonservierungsmittel, welches im wesentlichen Lärchenterpentin, Rindstalg und Birkenteeröl enthält, gekennzeichnet durch eine Mischung von 18 bis 32 Gewichtsteilen Lärchenterpentin mit 45 bis 55 Gewichtsteilen Rindstalg, 18 bis 27 Teilen Knochenöl und 8 bis 14 Teilen Birkenteeröl.