AT123112B - Verfahren zur Herstellung von Möbeln und sonstigen unmittelbar lackierten Gegenständen durch einfache Formarbeit. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Möbeln und sonstigen unmittelbar lackierten Gegenständen durch einfache Formarbeit.

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AT123112B
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Robert Weitzel
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Robert Weitzel
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Description


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  Verfahren zur Herstellung von Möbeln und sonstigen unmittelbar lackierten Gegen- ständen durch einfache Formarbeit. 



   Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Möbeln und sonstigen unmittelbar lackierten Gegenständen durch einfache Formarbeit. 



   Gemäss der Erfindung wird die Form zunächst mit Silikagel bestrichen. Dies verhindert das Anhaften der aufzutragenden ersten Schicht. Hierauf werden mehrere   Farb- oder Lackappreturschichten   in die Form eingebracht und mit feiner Leinwand bedeckt. Das Ganze wird   schliesslich   mit mehreren Leinwandschichten bedeckt, die in bekannter Weise mit Gips, Zement, Leim oder sonst einem an der Luft erhärtenden Stoff imprägniert wurden. 



   Ein Ausführungsbeispiel des Verfahrens gemäss der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt. 



  Fig. 1 zeigt im Schnitt und Ansicht einen Tisch, der durch Formen der einzelnen Teile erhalten wurde. 



  Die Fig. 2 und 3 zeigen Ansichten einzelner Teile dieses Tisches in grösserem Massstabe. Fig. 4 zeigt eine Ausführungsform eines Möbelscharniers. 



   Der in Fig. 1 dargestellte Tisch besteht aus einer Oberplatte   5,   unter welcher sich eine Verstärkungsplatte 6 befindet, an welcher durch Bolzen 7 ein Fuss 8 befestigt ist, der oben und unten durch kleine Deckel 9 und 10 verschlossen wird. 



   Zur Herstellung eines solchen Teiles wird erfindungsgemäss eine Form aus einem oder mehreren Stücken und aus einem beliebigen Stoff, wie z. B. Gips oder Zement, hergestellt, deren Hohlraum der Gestalt des zu formenden Teiles entspricht. 



   Die Innenseite dieser Form wird mit einer   Gummilaekschicht   und dann mit einer Schicht eines fetten Appreturmittels überzogen, welches nach wenigen Stunden hart wird. Der Gummilaek hat den Zweck, alle Poren der Form zu verstopfen und das Anhaften des fetten Appreturmittels an der Form zu erleichtern. Dieses Mittel besteht z. B. aus Leinöl (40%), Terpentinöl, Gummi, Harz und einem Trockenmittel. 



   Die so vorbereitete   Formoberfläche   wird dann sorgfältig geschliffen, damit sie möglichst glatt wird. Eine letzte Behandlung der Form besteht darin, dass man mit Hilfe eines Wattebausches, eines Pinsels oder einer Spritzpistole eine sehr feine Schicht eines besonderen Isolierstoffes, wie z. B. Silikagel (eine Aufschlämmung von fein gemahlener Kieselsäure in einer Gelatine-und Glyzerinlösung), aufträgt. 



    Die Kieselsäureaufschlämmung   hat den Zweck, die Wirkung des fetten Appreturmittels zu vervollständigen, um das Anhaften an der Form zu vermeiden. Die Form ist dann gebrauchsbereit. 



   Beim Formverfahren verfährt man wie folgt : In das Innere der Form werden mit Hilfe einer Spritzpistole eine oder mehrere Schichten einer Lackfarbe bzw. eines Lackappreturmittels (Farbe bzw. 



  Appreturmittel mit in Azeton aufgelöstem Zelluloseazetat) aufgetragen. 



   Sobald diese Schichten trocken sind, wird eine sehr feine Leinwand entweder mit einer Zelluloseleimschicht, was gewisse   Vorsichtsmassregeln   erfordert, oder vorzugsweise mit einem fetten leinöl-, benzinund gummihaltige Appreturmittel aufgeleimt. 



   Wenn diese Leinwand und das Appreturmittel vollkommen trocken sind, werden nacheinander mehrere Schichten Leinwand und dann weitere Schichten eines härtefähigen Stoffes, wie z. B. Gips, Zement, Leim u.   dgl.,   aufgetragen ; nach dem Trocknen kann das Stück aus der Form gehoben werden ; 

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 die Anzahl der Leinwandschichten gross genug ist, so erhält man auf diese Weise   Stücke   von sehr grosser Festigkeit und mit einem spezifischen Gewicht, das sieh sehr dem spezifischen Gewicht des Holzes nähert. Wenn das Stück wegen seiner Grösse oder seiner Beanspruchung eine besondere Festigkeit besitzen soll, so werden gewisse Teile dadurch verstärkt, dass man die Leinwand über dieselben umlegt und auf diese Weise T-,   U-oder V-förmige   Profile bildet.

   In dem besonderen in der Zeichnung dargestellten Fall ist die   Tischverstärkungsplatte   6 mit 
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 ist, den Kopf der Bolzen 7 zu versenken. 



   Um die   Verstärkungsplatte   6 im Innern der Oberplatte   5   des Tisches festzuhalten, muss man dafür sorgen, dass die   Verstärkungsleinwand   beim Formen der Oberplatte über den Rand derselben vorspringt. Nach Fertigstellung der Platte 6 wird dieselbe aus der Form gehoben und eingesetzt, worauf   man   den vorstehenden Rand der Leinwand der Oberplatte um   den Rand der Verstäl'kungs1Jlatte   6   umlegt,   wie Fig. 2 zeigt. Nachdem die Leinwandsehiehten trocken sind, wird die   Aussenfläche derselben geschliffen   
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 einsetzt. Nachdem der Boden eingesetzt worden ist, wird die Verbindungsstelle mit   Zement 76 überzogen,   den man mit der Leinwand 15 bedeckt, worauf man diese Leinwand mit Lackfarbe überzieht. 



   Die Befestigung des Tisches an dem Fusse 8 mit Hilfe von Bolzen 7 bietet keine besondere Schwierigkeit. 



   Wenn es sich darum handelt, eine Garnitur mit Hilfe von Schrauben an einem Möbel zu befestigen, wie es beispielsweise zur Anbringung eines Scharniers nötig ist, so wird dies zweckmässig, wie in der Fig. 4 dargestellt ist, durchgeführt. An dem Stück   '/wird mittels der Leinwandschiehten   ein Rand 19 gebildet ; alsdann werden an passender Stelle   Leinwandstüeke   20 angebracht, die in der
Weise bearbeitet werden, dass eine   kleine ! J-förmige Mulde entsteht, die   mit   Holz-,   Fiber-oder Metall- 
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 aufgeleimt, worauf das Ganze aussen lackiert und poliert wird. Die Schrauben 23 des   Scharniers.   18 werden in der aus der Zeichnung ersichtlichen Weise in die Platten 21 eingesetzt. 



   Die für die Befestigung der   Beschläge   vorgesehene Verstärkung könnte ebenfalls bei jedem Teil verwendet werden, der in besonderer Weise beansprucht wird. 



   Endlich könnten auch zwischen den Platten 21 Lamellen aus Gummi, Leinwand oder aus einem sonstigen nachgiebigen Stoff eingesetzt werden, die dem Ganzen eine gewisse Nachgiebigkeit verleihen. 



   Der grosse Vorteil des Verfahrens nach der Erfindung besteht darin, dass aus Gips oder Zement bestehende Gegenstände, auf welchen man sonst nur sehr schwer und durch kostspielige Mittel (aufeinander- folgende Hand-und Schleifarbeiten) eine schöne   Oberfläche   erhalten könnte, aus Lack herstellen kann. 



   Beim Verfahren nach der Erfindung erhält man nach dem Ausheben aus der Form eine sehr chöne
Oberfläche, die aus einem solchen Stoff besteht, dass ein einmaliges Abschleifen genügt, um eine fertige
Oberfläche zu erhalten ; sollen ausserdem noch weitere Lacksehichten aufgetragen werden, so bilden diese durchaus ein Ganzes mit den Lacksehichten, aus welchen die Oberfläche des aus der Form gehobenen
Gegenstandes besteht, und da sie dieselbe Beschaffenheit besitzen, so können sie leicht die bereits vorhandene Oberfläche auflösen und sieh auf diese Weise innig mit derselben verbinden. 



   Es ist zu bemerken, dass die Anwendung von Leinwand zur   Verstärkung   der Lackschichten eine   sinnreiche   Anwendung der bei der technischen Herstellung von   gedrückten Metallteilen verwendeten   Verstärkungsart darstellt. 



   Da die   Leinwandschichten ausserdem   mit Stoffen getränkt werden, die verhältnismässig langsam erhärten, so ist es möglich, die Verbindungen auf ihrer   ganzen Oberfläche besser miteinander   zu vereinigen, als dies bei Metallverbindungen durch Bolzen oder bieten der Fall wäre. 



   In gewissen Fällen, wenn die nachzubildende Fläche verziert ist, kann man zweckmässig den Abdruck bei der Herstellung der Form mitHilfe einer Metallfolie, z. B. Stanniol, nehmen, um das Abschleifen dieser verzierten Stellen der Form zu vermeiden. 



   Die beiden ersten Stufen des beschriebenen Verfahrens können in gewissen Fällen miteinander vertauscht werden. Es wird dann zunächst in der Form ein halbfettes leinöl-,   benzin- und gummihaltigps     Appreturmittel eingebracht, worauf man die   Leinwand mit einerLackappretursehicht zum Anhaften bringt. 



   Durch die Herstellungsweise nach der Erfindung ist es   möglich,   Gegenstände mit einer gewissen Durchsichtigkeit dadurch zu erhalten, dass man in die in der beschriebenen Weise vorbereitete Form Zelluloseleim einbringt, auf welchen eine oder mehrere Schichten durchleuchtender Gewebe aufgebracht werden. 
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   Die Erfindung kann zur Herstellung von Gegenständen, wie z. B. Möbelstücken,   Leuchtkörpern,     Kunstgegenständen,   Überzügen, Schiffskajüten oder Eisenbahnwagenabteilen, verwendet werden ; des- gleichen lässt sie sich auch für die Herstellung von Koffern, Reiseartikeln, Wagenaufbauten,   Telephon-   zellen u. dgl. verwenden. Die erhaltenen Gegenstände weisen stets eine glatte Aussenfläche, u. zw. auch dann auf, wenn die Form dieser Fläche kompliziert ist. Solche Ergebnisse liessen sich nicht mit Hilfe von Holz erzielen ; ausserdem sind die   erfindungsgemäss   erhaltenen Gegenstände gegen atmosphärische
Einflüsse unempfindlich. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung von Möbeln und sonstigen unmittelbar lackierten Gegenständen durch einfache Formarbeit, dadurch gekennzeichnet, dass die Form zunächst mit Silikagel bestrichen wird, um das Anhaften der aufzutragenden ersten Schicht zu verhindern, worauf mehrere Farb-oder
Lackappreturschichten in die Form eingebracht werden, die man mit feiner Leinwand bedeckt, worauf auf das Ganze eine Anzahl von Schichten aus in bekannter Art mit einem erhärtenden Stoff, z. B. Gips,
Zement oder Leim, imprägnierter Leinwand aufgebracht wird.

Claims (1)

  1. 2. Verstärkung für besonders beanspruchte Teile der nach dem Verfahren gemäss Anspruch 1 hergestellten Möbel oder sonstigen Gegenstände, dadurch gekennzeichnet, dass in diesen Teilen U-förmige Schalen oder Rinnen vorgesehen werden, welche innen mit Platten aus Holz oder einem sonstigen Stoff gefüllt sind, und dass die Schale oder Rinne mit Leinwandstücken überzogen ist, die imprägniert sind und nach dem Trocknen lackiert und aussen poliert werden. EMI3.1
AT123112D 1929-02-22 1930-02-20 Verfahren zur Herstellung von Möbeln und sonstigen unmittelbar lackierten Gegenständen durch einfache Formarbeit. AT123112B (de)

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