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Elektrischer Geschcsszünder.
Die elektrischen Geschosszünder nach dem Patente Nr. 112696 enthalten zwei mit Mitteln zur Spannungsänderung ihrer Speicherenergien gegeneinander versehene Kondensatoren, deren allmählich auf Zündspannungsgrösse anwachsende Spannungsdifferenz zur Entzündung des Zündmittels benutzt wird. Für solche Zünder, deren Kondensatoren von einer vom Geschoss getrennten Stromquelle aus vor oder beim Abschuss aufgeladen werden, sieht die Erfindung Sicherungsmittel vor, die eine vorzeitige
Bildung der Zündspannung zwischen den beiden Kondensatoren verhindern, d. h. bevor sich das Geschoss nach dem Abschuss in Bewegung befindet, was andernfalls bei einem Nachbrennen der Treibladung oder
Versagen deren Zündung zu Früh-oder gar Rohrkrepierern führen könnte.
Erfindungsgemäss ist der zur Erzielung der Zündspannung dienende, über einen hoehohmigen Widerstand führende Entladestromkreis des einen der beiden Kondensatoren und gegebenenfalls zugleich auch der über das Zündmittel führende Ausgleichsstromkreis (Zündstromkreis) zwischen den beiden
Kondensatoren vor dem Abschuss durch einen Schalter unterbrochen, der in Ausbildung als Trägheitsoder Fliehkraftschalter erst bei oder nach dem Abschuss, also durch den Abfeuerungsstoss oder durch die Geschossrotation selbsttätig geschlossen wird.
Zweckmässig werden diese Schalter als Wechselschalter ausgebildet, derart, dass sie in der einen Schaltstellung vor dem Abschuss die äusseren. zum Anschliessen an die Stromquelle dienenden Aufladekontakte des Zünders mit den Zünderkondensatorpolen verbinden, dadurch aber auch den Entladestromkreis des einen Kondensators und den Zündstromkreis zwischen den beiden Kondensatoren unterbrechen, während sie nach ihrer selbsttätigen Überführung in die zweite Schaltstellung bei oder nach dem Abschuss die äusseren Ladekontakte von den Kondensatorpolen abschalten und zugleich den Entladestromkreis des einen Kondensators und den Ausgleieh-ziündstromkreis zwischen den beiden Kondensatoren sehliessen. Damit ist für elektrische Zünder mit Kondensatoren als Zündstromspeicher,
die ihre Energie von entfernter Stelle aus zugeführt erhalten, in einfacher Weise eine weitgehende Sicherheit einmal gegen vorzeitige Entzündung, zum andern auch gegen ein uner- wünschtes und zu Blindgängern führendes Rückentladen der Kondensatorspannungen über den Aufladekreis bei einem unvorhergesehenen Kurzschluss geschaffen, der beispielsweise während des Geschossfluges durch atmosphärische Wasserniedersehläge oder sonstige auftreffende und die Aufladepole überbrückende elektrisch leitfähige Gegenstände entstehen könnte.
Die Zeichnung veranschaulicht das Schaltbild eines Geschosszeitzünders nach der Erfindung.
Der als Kopfzünder ausgebildete Zünder (er kann natürlich auch ein Bodenzünder sein) enthält in bekannter Weise die beiden Kondensatoren e und (l, deren gleichnamige Pole cl, t'l über den Zünder-
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ungleichmässigen Spannungsänderung seiner Speicherenergie gegenüber der des Kondensators e über die Leitung e und einen hochohmigen Widerstand q in sieh entladen.
Die Zündungsenergie erhält der Zünder bei Gebrauch in einer Ladevorrichtung vor dem Abschuss, gegebenenfalls unmittelbar beim Abschuss im Geschützrohr selbst von einer von ihm getrennten, hier
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zu der Kondensatorbelegung c2 führt. Der Minuspol der Stromquelle wird sodann beim Laden mit dem Zünderkörper und damit mit den beiden Kondensatorbelegungen d1 und Cl in Kontakt gebracht.
Erfindungsgemäss ist ein beispielsweise aus einem Federdraht mit daran befestigter Kontnktkugel bestehender Fliehkraftschalter s2 derart zwischen den äusseren Ladekontakt k2 die Kondensatorbelegung c2 und die über das Zündmittel m führende Verbindungsleitung o geschaltet, dass er in der Normalruhelage vor dem Abschuss des Geschosses die Leitung o zwischen den Belegungen d2 und c2 der beiden Kondensatoren unterbricht, zugleich aber den äusseren Ladekontakt k2 an die Kondensatorbelegung c2 schliesst.
Ausserdem hält ein zweiter, ebenso ausgebildeter Fliehkraftschalter Si vor dem Abschuss die Verbindung zwischen dem äusseren Ladekontakt k1 und der Belegung d2 des einen Kondensators d aufrecht, während er zugleich den über den hochohmigen Widerstand q führenden Entladestromkreis e unterbricht. Im Transportzustande des Zünders sind demnach seine äusseren Ladekontakte , mit den Kondensatorene, d geschlossen, dagegen ist der Zündstromkreis o und der Entladestromkreis e des einen Kondensators d unterbrochen.
Es ist daher sowohl während des Aufladens der Kondensatoren die Bildung einer zur Zündung ausreichenden Spannung zwischen den Kondensatorbelegungen d2 und c2 über das Zündmittel m ausgeschlossen, ferner aber auch das Anwachsen einer Spannung auf Zündspannungsgrösse nach einem etwaigen Abnehmen der Ansehlusskontakte der Stromquelle von den Ladekontakten k1 und k2, solange sich das Geschoss aus irgendwelchen Gründen noch nicht in Drehung befindet.
Nach dem Abschuss zu Beginn der Gesehossdrehung schwingen die Fliehkraftschalter s1, und s2 infolge der Zentrifugalkraft nach aussen, schalten dadurch selbsttätig die äusseren Ladekontakte kl und k2 des Zünders von den Kondensatoren c und ab und schliessen ferner den Ausgleiehszündstromkreis o zwischen den beiden Kondensatoren über das Zündmittel m und den Entladestromkreis e des einen Kondensators d über den hochohmigen Widerstand q.
Erst jetzt setzt durch den Schluss des Kondensators d dessen ungleichmässige Entladung gegenüber dem zweiten Kondensator c ein und es bildet sieh entsprechend der durch das Aufladen in die Kondensatoranordnung hereingegebenen Spannung im
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Durchschlagen der Edelgasröhre p und damit zum Stromfluss über das Zündmittel m und zu seiner Entzündung ausreichende Zündspannung.
Werden während des Gesehossfluges vor Auftreten dieser Zündspannung durch auftreffende leitende Körper (beispielsweise durch Regen) die beiden Ladekontakte k1 und k2 miteinander in leitende Verbindung gebracht, so kann ein Ausgleich der bis dahin zwischen den beiden Kondensatoren und c angewachsenen Spannungsdifferenz unter Umgehung des Zündstromkreises o über die Aufladeleitung nicht eintreten.
Die Sicherheitsschalter nach der Erfindung, die wechselweise entweder die äusseren Ladepole des Zünders oder den Zündstromkreis an die Zünderkondensatoren anschliessen, sind vorteilhaft für sämtliche mit Kondensatoren irgendwelcher Art und Anordnung versehene elektrische Zünder.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Elektrischer Gesehosszünder nach Patent Nr. 112696 mit zwei gegeneinander geschalteten
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hochohmigen Widerstand geschlossen ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Entladestromkreis (e) des einen Kondensators und gegebenenfalls der über das Zündmittel (m) führende Ausgleielhszündstromkreis (o) zwischen den beiden Kondensatoren (e, d) durch Schalter (Trägheits-, Fliehkraft- sehalter Si, % od. dgl. ) erst bei oder nach dem Abschuss selbsttätig geschlossen wird.
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