AT120307B - Verfahren und Vorrichtung zum Schalten elektrischer Starkströme. - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zum Schalten elektrischer Starkströme.

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AT120307B
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Martin Paul
Paul Dr Wangemann
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Martin Paul
Paul Dr Wangemann
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  Verfahren und Vorrichtung zum Schalten elektrischer   Starkströme.   



   Den Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildet ein Verfahren und eine   Vorrichtung'zum   Schalten elektrischer Ströme unter Verwendung von Elektrolyten. Das Neue und Wesentliche des vorliegenden Verfahrens besteht darin, dass die Metalldampfbildung   beim Abschaltprozess   vermieden wird, weil sie zu oszillatorischen Schwingungen führt, durch die an der Unterbrechungsstelle eine sehr wesent- 
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 stehen bleibt. Besonders gefährlich wirkt eine erhöhte Selbstinduktion. Die Metalldampfbildung beim Abschalten wird nun dadurch völlig vermieden, dass die Elektroden ohne metallischen Kontakt in einen gutleitenden Elektrolyten, bestehend aus den aktiven Säuren und Basen, wie beispielsweise K 0 H-Lauge von annähernd 28-30% eintauchen und alsdann die Elektrolytstrecke zwischen den Elektroden unterbrochen wird.

   Die Unterbrechung der   Elektrolytstrecke   kann entweder dadurch erfolgen, dass man eine der Elektroden aus dem Elektrolyten herauszieht oder die Elektrolytstrecke zwischen den feststehenden 
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 strecke auftritt, sei es nun, dass die eine Elektrode beim Herausziehen aus dem Elektrolyten eine wasserhosenähnliche Einschnürung der hochgerissenen   Flüssigkeitssäule bewirkt,   sei es, dass die Elektrolytstrecke durch Zwischenschalten einer Isolierwand od. dgl. abgedrosselt wird. Infolge der Einschnürung der leitenden Elektrolytstrecke nimmt die Leitfähigkeit der   Elektrolytstrecke   sehr schnell ab, so dass auch bei noch so starken Kurzschlüssen nur noch ein unverhältnismässig kleiner Strom im Augenblicke der Unterbrechung besteht.

   Man hat bereits zum Schalten elektrischer Ströme, insbesondere zum Anlassen von Motoren,   die Verwendung von Sodalösung, Zinkchloridlösung vorgeschlagen, desgleichen auch   bei Ölsehaltern die Verwendung einer angesäuerten Wasserstrecke unterhalb der   Ölschicht.   In allen diesen Fällen handelt es sich um sehlechtleitende Elektrolyten. 



   Ebenso hat man auch bei Unterbrechen und Polarisationszellen die Verwendung von verdünnter   Schwefelsäure schon vorgeschlagen.   Aber bei diesen Unterbrechern wird   die. Stromunterbrechun6 durch   Bildung einer Gasblase bewirkt und nach Entfernung der Gasblase selbsttätig der Strom wieder geschlossen. Bei der vorliegenden Erfindung dagegen wird der Starkstrom endgültig durch eine Relativbewegung zwischen Elektroden und Elektrolyten unterbrochen. 



   Bei der vorliegenden Erfindung werden gutleitende Elektrolyte verwandt. Hiezu gehören vor allem die aktiven Säuren und Basen. Die Verwendung sehleehtleitender Elektrolyten zur Stromabbremsung nach Art der Anlasswiderstände wäre vielleicht naheliegend gewesen, um den Widerstand möglichst schnell mit der   Elektrodenentferhung anwachsen   zu lassen. Es hat sich aber gezeigt, dass im Gegensatz zu der bekannten Verwendung sehleehtleitender Elektrolyten die Schaltleistung bei bestimmten Elektrolytvolumen in starkem Masse mit der guten   Leitfähigkeit des   Elektrolyten anwächst. Dieser Umstand findet seine theoretische Begründung in der Tatsache, dass der Stromfluss zwischen den Elektroden durch zwei verschiedene Komponenten vermittelt werden kann.

   Die eine Komponente stellen die im Elektrolyten vorhandenen Ionen dar, die andere Komponente besteht in einer   Liehtbogenbildung   zwischen den Elektroden. Der   Stromtran, port durch Lid tbogenbildung wird   um so mehr angeregt, je weniger der Elektrolyt mit seiner spezifischen Ionenkonzentration hiezu allein ausreicht. Der Strom wählt sich das Mittel des geringeren Widerstandes.

   Je geringer die Ionenkonzentration des Elektrolyten und je grösser die Strombelastung ist, desto schneller wird der Zustand eintreten, dass der Stromfluss durch den Lichtbogen einen kleineren Widerstand findet als der Stromfluss durch   Vermittlung   der Elektrolytionen. 

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 Aus dieser Betrachtung ist ohne weiteres ersichtlich, dass die   Verwendung gutleitender Elektrolyte   die Voraussetzung zur funkenlosen   Schaltung grosser Leistungen   ist. 



   Auf diese Weise ist es möglich, ausserordentlich starke Ströme von vielen tausend Ampere völlig funkenlos ohne die geringste   Lichterscheinung   abzuschalten. Infolge der Vermeidung der Metalldampf- 
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 leistung geht bei rein induktiver Belastung nicht merklich herab. Bei vielen aufeinanderfolgenden Kurzschlüssen tritt bei dem Erfindungsgegenstand keine Ionisation der Abschaltstrecke ein. Ebensowenig bedarf der vorliegende Schalter eines freien Lichtbogenraumes. Er kann vielmehr überall untergebracht werden. Dazu kommt, dass der Schalter bei noch so hohen Normalleistungen ganz unverhältnismässig kleine Dimensionen besitzt, ausserordentlich betriebssicher, äusserst einfach und infolgedessen sehr preiswert ist.

   Das Verfahren wird in der Weise ausgeübt, dass man in bekannter Weise parallel zu einem gewöhn-   lichen Metallschalter den vorliegenden Elektrolytschalter   anordnet, wobei die Elektroden ohne metallischen 
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 da der Widerstand der Elektrolytstrecke ausserordentlich gering ist. Sodann kann man die Abschaltung dadurch bewirken, dass man die   Elektrolytstrecke zwischen   den   E'ektroden   unterbricht, sei es durch Herausziehen einer der Elektroden oder durch   Abdrossehl11g der Elektrolytstrecke.   



   Das Herausziehen der einen Elektrode aus dem   Eek1rolyten   hat den Vorteil der zwangläufigen Fithrung. Dagegen hat das Verfahren, den Elektrolyten zwischen feststehenden Elektroden zu entfernen, den Vorteil, dass die Masse des Elektrolyten geringer ist   und   infolge der geringeren Massenbeschleunigung der Schaltprozess schneller ausgeführt werden kann. Von besonderem Vorteil hiebei ist es, die Elektrolytstrecke abzudrosseln, weil in dem Falle die Massenbeschleunigung ein Minimum ist und die Abdrosselung der Elektrolytstrecke auf nur sehr geringe Strecken am schnellsten auszuführen ist. Von besonderem Vorteil in dieser Beziehung ist es, den Strom über einem Isolierwiderstand zum Abreissen zu bringen, insbesondere, wenn man denElektrolytspiegel senkt, bis eine zwischengeschaltete Isolierwand heraustritt. 



  Ebenso ist es auch möglich, Widerstandskörper in die Elektrolytstrecke einzubauen, durch die der Widerstand sprunghaft erhöht wird, so dass im Augenblicke des Abschaltens nur minimale Ströme bei noch so grossen anfänglichen   Kurzschlussströmen   bewältigt zu werden brauchen. Von besonderem Vorteil ist eine Ausführungsform des Verfahrens, bei welcher zwischen die Elektroden   Abdeckgloeken   eingesenkt werden, welche nicht nur als Isolierwand wirken, sondern gleichzeitig auch den Elektrolyten entfernen, so dass auf diese Weise eine doppelte Sicherung gegen Stromübergang erzielt wird. 



   Auf den anliegenden Zeichnungen sind einige   AusfÜhrungsformen   der Erfindung dargestellt : Fig. 1 zeigt eine Vorrichtung, bei der die Elektroden aus Platten bestehen ; in Fig. 2 sind die Elektroden   ringförmig   ausgebildet ; Fig. 3 zeigt die Anordnung der Fig. 2 mit hochgehobenen Elektroden, Fig. 4 zeigt einen Schalter mit feststehenden Elektroden und einen Abzug für den Elektrolyten. Fig. 5 ist eine verbesserte Ausführungsform mit feststehenden Elektroden und abfliessende Elektrolyten ; Fig. 6 zeigt eine Anordnung mit Drosselvorrichtung für die Elektrolytstrecke, Fig. 7 ist eine veränderte Ausführungform der Fig. 6 mit Drosselwirkung und Entfernung des Elektrolyten mittels Druckluft. 



   In Fig. 1 bedeutet a ein beliebiges Isolationsgefäss, an dessen Boden eine feststehende Elektrode b und ihr gegenüber eine bewegliche Elektrode e angeordnet ist. Vorteilhaft werden die Elektroden b und c in Platten b',   b'bzw.   in Platten   c',   c'unterteilt. Das Isoliergefäss a ist bis zum Flüssigkeitsspiegel   f !   mit einem gutleitenden Elektrolyten angefüllt. Die Schaltung erfolgt in der Weise, dass die bewegliche Elektrode c mit ihren Elektrodenplatten c'aus dem Elektrolyten herausgezogen wird.

   Um den Widerstand zwischen   V und c'im Augenblick   des Abschaltens zu erhöhen, werden vorteilhaft Isolierstücke e-e oberhalb der Elektrodenplatten   V und zwischen   die Elektrodenplatten c'angeordnet, um bestimmt abgegrenzte leitende Elektrolytstrecken zwischen den Isolierplatten e zu bilden. 



   In Fig. 2 ist beispielsweise eine veränderte Anordnung mit einer ringförmigen, feststehenden Elek- 
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 zwei Isolierringe   e-e'angeordnet,   die vorteilhaft über die Ränder der feststehenden   Elektrodenringe b'   greifen und diese überdecken. Ebenso empfiehlt es sich, zur Vermeidung von Wehnelt-Effekten den unteren Rand der Elektroden mit einem Wulst zu versehen. 



   Fig. 3 zeigt den Ring c'im Augenblick des Verlassens des Elektrolyten d. 



   In Fig. 4 ist eine Anordnung dargestellt, bei welcher die Elektroden bund c innerhalb eines Gefässes a feststehen. Die Schaltung erfolgt durch die Entfernung des Elektrolyten d durch eine   Abflussöffnung 1'.   Zur Beschleunigung des Abflusses kann entweder bei offenem Gefäss ein Unterdruck an der   Öffnung f   oder bei geschlossenem Gefäss ein Überdruck benutzt werden, der beispielsweise durch ein Ventil g gesteuert wird. Um den inneren Widerstand der Elektrolytstrecke im Augenblick des Abreissens zu vergrössern, kann   ein Einsatzstüek h benutzt   werden (Fig. 2).   Ist der Flüssigkeitsspiegel bis zum Aussenrand   des 

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 gelangen. 



   In Fig. 6 ist   zwischen   den Elektroden   b und e   ein Isolierrohr k angeordnet, welches im Augenblick des abschalten bis auf den Boden des Gefässes a herabgelassen wird, so dass die   Elektroltystrecke zwischen   b und c durch dieses Rohr k abgedrosselt wird. Jetzt erst erfolgt die   Stromunterbrechung   entweder durch Ablassen des Elektrolyten d oder durch Entfernung einer der Elektroden b oder c aus dem Elektrolyten. 



   Vorteilhaft kann die Anordnung nach Fig. 6 in der Weise geändert werden, dass das Isolierrohr k 
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   Vorteilhaft wird ein   Bodenstück. ! mit   einer Ringnut l'in das Gefäss a eingesetzt, in dessen Ringnut der untere Rand der Haube k eindringt und damit auch einen mechanischen   Abschluss   zwischen den Elektroden bund e bewirkt. 



   Bei der vorliegenden Anordnung findet also das Abschalten auf eine kombinierte Weise statt, einmal durch Abdrosseln und Zwischenschieben einer Isolierwand, gleichzeitig aber auch durch Herabdrücken des Flüssigkeitsspiegels, bis die innere Elektrode c nicht mehr von den Elektrolyten berührt wird. 



   Der grundlegende Erfindungsgedanke kann in den weitesten Grenzen geändert werden, ohne dass die Erfindung dadurch irgendwie berührt wird. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfabren zum Abschalten elektrischer Starkströme mittels Elektrolyten, bei welchem der Stromkreis durch Relativbewegung zwischen Elektroden und Elektrolyten geöffnet wird, dadurch   gekenn-   zeichnet, dass   die Metalldampfbildung durch Verwendung   von gutleitenden Elektrolyten mit einem spezifischen Widerstand von weniger als 30   ss/cm   unter Fortfall jeglichen metallischen Kontaktes zwischen den Elektroden vermieden wird.

Claims (1)

  1. 2. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch l, gekennzeichnet durch die Verwendung der gutleitenden aktiven Säuren und Basen, insbesondere 28% iger XO. H-Lauge.
    3. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch l, dadurch gekennzeichnet, dass die Elektrolytstrecke zwischen den Elektroden abgedrosselt wird.
    4. Ausführungsform des Verfahrens nach Ampruch l, dadurch gekennzeichnet, dass der Elektrolyt (d) zwischen feststehenden Elektroden (b und e) entfernt wird.
    5. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Elektrolytstrecke über die Kanten eines Isolierkörpers J zum Abreissen gebracht wird.
    6. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass durch diese Isolierkörper bei Veränderung des Elektrolytspiegels der Widerstand sprunghaft erhöht wird. EMI3.3 trolyt (cl) zwischen den Elektroden (b und e) durch Abdeckglocken (k) gleichzeitig entfernt und gedrosselt wird.
    8. Vorrichtung für das Verfahren nach Anspruch l, dadurch gekennzeichnet, dass die Elektroden bzw. die Elektrolyten durch Zwischenwände (e) parallel zur leitenden Elektrolytstrecke unterteilt sind.
    9. Vorrichtung für das Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch Elemente für die Drosselung des Querschnittes der Elektrolytstrecke zwischen den Elektroden.
    10. Vorrichtung für das Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch feststehende Elektroden (b und e) und einer Vorrichtung zum Entfernen des Elektrolyten.
    11. Vorrichtung für das Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch bewegliche Isolerwände (k) zwischen den feststehenden Elektroden.
    12. Vorrichtung für das Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine Glocke zwischen den Elektroden, welche gleichzeitig als Isolierwand dient und den Elektrolytspiegel absenkt.
AT120307D 1929-03-28 1929-03-28 Verfahren und Vorrichtung zum Schalten elektrischer Starkströme. AT120307B (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1029072B (de) * 1952-02-16 1958-04-30 Lear Inc Elektrischer Fluessigkeitsschalter und Elektrolyt zur Verwendung bei Fluessigkeitsschaltern

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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