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Vorrichtung zum Nivellieren von Schienenträgern u. dgl.
Die Instandhaltung von Eisenbahnstrecken u. dgl. erfordert von Zeit zu Zeit ein Heben der
Unterlage gewisser Reihen von Schienenschwellen od. dgl., um eine entsprechende Nivellierung der
Strecke zu erhalten.
Die gebräuchlichen Verfahren zur Ermittlung des notwendigen Ausmasses der Hebung der
Schwellen sind rein empirisch, denn man verfügt nicht über Hilfsmittel, die die Höhe, um die jede Schwelle zu heben ist, mit wünschenswerter Genauigkeit zu bestimmen gestatten.
Um eine genaue Nivellierung auszuführen, muss man nicht nur die bleibende augenscheinliche
Senkung gewisser Teile der Strecke, wenn diese nicht befahren ist, in Rechnung ziehen, sondern auch den
Betrag, um den sich gewisse Schwellen od. dgl. senken, wenn eine beladene Achse über sie hinweggeht.
Bei den bisher angewendeten Verfahren hat man jedoch hinsichtlich keines dieser beiden Faktoren ein Mittel zur genauen Grössenbestimmung desselben.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist eine Messapparatur, die mit Genauigkeit den Betrag der einen dieser beiden Senkungen-u. zw. der bleibenden bei nicht befahrener Strecke-zu bestimmen gestattet ; während der Betrag, um den sich gewisse Schwellen od. dgl. senken, wenn eine beladene Achse über sie hinweggeht, durch eine zweite, den Gegenstand einer weiteren österr. Patentanmeldung bildende Apparatur, das sogenannte Dansometer", gemessen wird.
Diese so, zudem auf sehr einfache Weise, erhaltenen Wertangaben ermöglichen es den mit der Nivellierung der Strecke Betrauten, die Menge des Schotters oder Steinschlages anzugeben, die unter jede Schwelle einzubringen ist.
Die Erfindung besteht in einer Nivelliereinrichtung, die aus einer schwenkbaren Visiervorrichtung mit einem horizontalen Faden, einem Nivellierschirm und einer durchbrochenen Messplatte mit mehreren Teilen zusammengesetzt ist, von welchen Bestandteilen jeder mit federnden Klemmbacken zum Aufsetzen auf die Schienen od. dgl. und einer Grundwaage (Libelle) zum Einstellen versehen ist.
In den Zeichnungen sind als Beispiele besonders einfache Ausführungsformen dieser Vorrichtungen gemäss der Erfindung dargestellt : Fig. 1 ist eine Gesamtansicht der auf einer Schiene angebrachten Einrichtung zum Messen der bleibenden augenscheinlichen Senkung ; Fig. 2,3 und 4 sind Schnitte in den Ebenen A-A bzw. B-B bzw. (der Fig. I, die die drei die Nivelliereinricl1tung bildenden Bestandteile zeigen. Fig. 5 gibt eine Ansicht einer Ausführungsform der Visiervorrichtung, die mit zwei Zwingen ausgerüstet ist. Fig. 6 ist eine Ansicht einer Befestigungszwinge und Fig. 7 schliesslich ist eine Ansicht einer durchbrochenen Nivellier-oder Messplatte.
Die in den Fig. l-4 beispielsweise veranschaulichten Apparate dienen dazu, um bei nicht befahrener Strecke die bleibende Senkung eines Punktes eines Schienenstranges in bezug auf die durch zwei andere zu beiden Seiten des ersteren liegende Punkte gehende Visierlinie zu messen.
Das Visier ist von einem Fernrohr 12 gebildet, das als Netz einen waagrechten Faden aufweist.
Das Fernrohr wird auf der Schiene 13 parallel zu dieser mittels Träger mit federnden Klemmbacken 14 befestigt, die sieh gegen die Flanken des Schienenkopfes stützen. Jede Klemme besitzt eine zentrale Abrundung, die auf der Lauffläche der Schienen aufzuruhen kommt. Eine Grundwaage (Libelle) 15 geeigneter Art ermöglicht, die optische Achse in die durch die Schienenachse gehende senkrechte Ebene (Ebene der Fig. 3) durch leichtes Schwenken des Fernrohres auf seinen Trägerbacken einzustellen. Das
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senkrechten Ebene um eine Achse 18 des Ständers leicht drehbar.
Der Nivellierschirm besteht aus einem rechteckigen Blechschirm 19, 19', der zwei übereinanderliegende Flächen verschiedener Farbe (z. B. blau und weiss) zeigt, die durch eine waagrechte Linie 20,20 voneinander getrennt sind. Der Schirm ist von einem Träger mit federnden Backen 21, 21, gleich dem des Fernrohres, getragen. Der Schirm ist senkrecht zur Achse seines Trägers angebracht. Eine Grundwaage 22 gestattet, die Trennungslinie der zwei verschiedenfarbigen Flächen 19, 19'in eine streng waag- rechte Lage zu bringen. Zu diesem Zwecke genügt es, den Schirm leicht auf seinen Trägerbaeken zu schwenken, ohne dass die zentrale Abrundung derselben die Lauffläche der Schiene 13 verlässt.
Der senkrechte Abstand der waagrechten Linie 20, 20 von der Lauffläche der Schiene ist gleich dem senkrechten Abstand der optischen Achse 22,22 des Fernrohres von der Schienenlauffläche, wenn die beiden Apparate, wie erwähnt, auf der Schiene aufruhen und das Fernrohr auf den Schirm gerichtet ist, d. h. der waagrechte Faden im Gesichtsfeld des Fernrohres mit dem Bild der waagrechten Linie des Schirmes zusammenfällt.
Die durchbrochene, mit Teilungen versehene Nivellic. platte bildet eine Zwischenmessvorrichtung.
Sie besteht aus mehreren senkrechten geteilten Streifen 23 (z. B. vier), die durch rechteckige Öffnungen 24
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voneinander getrennt sind. Diese Streifen liegen in einer zur Achse der Schiene senkrechten Ebene, da die Platte auf der Schiene mittels eines Trägers : 25 mit federnden Backen, wie die früher beschriebenen, befestigt ist. Die Grundwaage 26 ermöglicht das verlässliche Senkrechtstellen der Messteilungen durch leichtes Schwenken der Messplatte mit ihren Trägerbacken. Die Teilungen der Messplatte erstrecken sich in wünschenswerter Weise nach beiden Seiten von der Nullinie. Diese geht durch die Visierlinie 20,20 (Fernrohr-waagrechte Schirmlinie) hindurch, wenn die drei Stützpunkte der drei Apparate (Fernrohr, Schirm, Messplatte) selbst auf derselben geraden Linie liegen.
Um eine Messung durchzuführen, verfährt man folgendermassen : Wenn es sich z. B. darum handelt, die augenscheinliche Senkung einer Schwelle in der Lage D in bezug auf zwei als gut befundene, zu beiden Seiten von D auf demselben Schienenstrang gelegene Messpunkte E, F zu messen, so stellt man den Nivellierschirm in E, das Visierfernrohr in F und die Nivellier-oder Messplatte in D auf. Dann richtet man, nachdem alle Grundwaagen zum Einspielen gebracht worden sind, das Fernrohr auf die waagrechte Schirmlinie 20,20 und dreht das Fernrohr mittels seiner Stellschraube um die Achse 18, bis der waagrechte Faden im Fernrohr mit der waagrechten Linie 20,20 des Schirmes zusammenfällt. Nachher visiert man, ohne die Stellschraube zu betätigen, die Messplatte und liest auf derselben unmittelbar, z.
B. in Millimetern, den Betrag der bleibenden Senkung des Punktes D, d. h. der zu prüfenden Schwelle selbst, ab.
Das Vorhandensein mehrerer Teilungen 23 auf der Messplatte erleichtert das Ablesen auf den Schienensträngen in den Kurven der Strecke.
Die zwei nacheinander mit dem"Dansometer"und mit der Nivelliereinrichtung ausgeführten Messungen geben rasch und mit bequemer Ablesung die zwei Faktoren, die die Höhe bestimmen lassen, um die die Unterlage jeder Schwelle zu heben ist, und in weiterer Folge die Menge des Schotters oder Steinsehlages, der unter die betreffende Schwelle zu bringen ist, um die richtige Nivellierung der Strecke zu gewährleisten.
Die Fig. 5 und 6 zeigen die Befestigungszwingen des Fernrohrträgers auf einer Schiene. Jede dieser Zwingen besteht aus einem federnden Teil 46 und einem mit diesem vernieteten starren Teil 47, der mit einer Einstellschraube 48 versehen ist.
Wie schon erwähnt, wird die Visiervorrichtung nach der Grundwaage (Libelle) 15 so eingestellt, dass die Visierebene des Fernrohres lotrecht, d. h. der Netzfaden im Fernrohr vollkommen horizontal stehe.
Mit der oben beschriebenen Vorrichtung werden die Messungen in Kurven durchgeführt, indem man das Gesichtsfeld des Fernrohres ausmtzt und die Aufstellungspunkte desselben vermehrt.
Dank den Zwingen ist es möglich, durch Betätigung jeder der beiden Schrauben 48 in entsprechendem Sinne ein für allemal die lotrechte Visierebene des Fernrohres der Sehne der Kurve entsprechend einzustellen. Die Grösse der durchbrochenen Messplatte gestattet es, ohne an das Fernrohr zu rühren, Messungen hinsichtlich jedes Punktes auf der Kurve durchzuführen. wobei der Schirm am Ende der Sehne aufgestellt ist. Unter diesen Verhältnissen sind die Aufstellungspunkte des Fernrohres auf eine Mindestzahl gebracht.
Die in Fig. 7 veranschaulichte Messplatte enthält fünf senkrechte Teilungen 23 und vier rechteckige Durchbrechungen 24. Die Ziffern der Teilungen sind verkehrte, damit sie im Fernrohr ohne Mühe richtig abgelesen werden können. Jede Teilung wird durch den Nullstrich in zwei nach oben bzw. unten zunehmend bezeichnete Abschnitte geteilt, von denen der erstere die positiven und der andere die negativen Korrekturen gibt. Um jeden Irrtum des Beobachters zu verhüten, ist der letztere Teil-z. B. rot-gefärbt, so dass, falls eine Ablesung z. B. im roten Teil erfolgt, die Korrektur ohne weiteres als
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PATENT-ANSPRÜCHE :
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Vorrichtung zum Nivellieren von Schienenträgern u. dgl., dadurch gekennzeichnet, dass sie aus einer schwenkbaren Visiervorriehtung mit einem horizontalen Faden, einem Nivellierschirm und einer durchbrochenen Messplatte mit mehreren Teilungen zusammengesetzt ist, von welchen Bestandteilen jeder mit federnden Klemmbacken zum Aufsetzen auf die Schienen und einer Grundwaage (Libelle) zum Einstellen versehen ist.