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Verfahren und Einrichtung zum Ansaugen und Befördern von Materialien aller Art in Rohrleitungen mittels Pressluftdüsen auf beliebig grosse Entfernungen, insbesondere zum Verblasen von Versatzgut in Bergbauen u. dgl.
Vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und die dazu gehörigen Einrichtungen zum Ansaugen und Befördern von Materialien aller Art, z. B. Staub, Sa. nd, Flugasche, Kohlenklein, Hobelspäne, Getreide usw., mittels Pressluftdüsen, welche den ganzen Rohrquerschnitt für den Materialdurchgang freilassen. Insbesondere dient diese Erfindung dazu, Versatzgut in Bergbauen und in allen Fällen, wo Hohlräume dicht und tragfähig gemacht werden sollen, auf grosse horizontale oder vertikale Längen bzw. auf grosse Längen mit abwechselndem Steigen und Fallen bis zu dem auszufüllenden Hohlraum zu verblasen, wobei das Material ohne Verwendung einer Schleuse angesaugt wird.
Hier sollen im besonderen Verfahren und Einrichtung für Zwecke des Blaseversatzes im Bergbau geschildert werden.
Das Verblasen von Versatzgut durch Rohrleitungen geschieht nach dem Stande der bisherigen technischen Entwicklung des Blaseversatzes in der Weise, dass das Versatzgut durch eine Schleuse (Zellenrad od. dgl.) in eine Förderleitung eingebracht wird, in welche gleichzeitig Pressluft zugeleitet wird. Die lebendige Kraft der Pressluft wird unmittelbar zum Fortbewegen des Materiales verwendet. Trotz grosser Rohrquerschnitte, welche die durch Reibung entstehenden Druckverluste herabsetzen, sowie trotz hoher
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betrieb ein Verblasen auf 1200-1500'In erfordert. Vorliegende Erfindung beseitigt diese Unzulänglichkeit und gestattet das Verblasen selbst bei wechselndem Steigen und Fallen der Förderleitungen und bei vielen Krümmern auf jede beliebige Länge.
Gemäss der Erfindung wird die Fortbewegung des Materiales in beiderseits vollständig offenen
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Ansaugen und Fortblasen des Materiales der volle Rohrqueischnitt zur Verfügung steht und durch Unterbrechung der Rohrleitungen beliebig viele Düsen eingeschaltet werden können, wodurch bei Ver- wendung entsprechend zahlreicher Düsen auch beliebig lange Förderwege erreicht werden können.
Die Versorgung der Düsen mit Pressluft erfolgt aus einer Pressluftleitung P (s. Fig. l), welche parallel mit der Förderleitung F mitgeführt wird durch absperrbare Verbindungsstutzen. Die Trennung der Rohr- leitungen und Pressluftleitung ist bekannt ; doch erfolgte bisher das Zublasen von Pressluft unterwegs in die geschlossene Förderleitung.
Solche Einrichtungen haben sich in der Praxis nicht bewährt. Die
Menge der in der Förderleitung enthaltenen Luft, die schon durch Druckverluste an Volumen zunimmt, kann durch Zublasen in die geschlossene Leitung über ein gewisses Mass nicht vermehrt werden, weil sonst zu grosse Luft-und Materialgeschwindigkeiten auftreten, durch welche die Reibungswiderstände derart vermehrt werden, dass schliesslich das Versatzgut liegen bleibt und das Rohr verstopft und am
Rohrende nur die entspannte Luft herauskommt. Die vorliegende Erfindung, laut welcher zwecks An- saugens von Förderluft die Rohrleitung beliebig oft unterbrochen werden kann, gestattet das Austreten der verbrauchten Luft, ohne dass dabei die Bewegung des Versatzgutes gehemmt oder gar aufgehalten wird.
Vielmehr wird die entspannte Luft am Rohrende ohne Zwischenschaltung einer Schleuse durch die nächst-
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folgende Düse mit Zusatzluft aus der Umgebung wieder angesaugt und erhält durch die Düse einen neuen Impuls, der das Versatzgut je nach Steigungen und Krümmungen wieder auf eine gewisse Länge vorwärts treibt. Am Ende dieser Länge wiederholt sich derselbe Vorgang, so dass beliebige Förderlängen erreicht werden können. Die Düse kann (Fig. 1) entweder am Anfange 81 einer Rohrlänge L2 mit kurzem Saug-und langem Druckweg, oder in der Mitte 82 mit gleichem Saug-und Druckweg oder aber 83 am Ende der Länge L2 mit langem Saug-und kurzem Druckweg angeordnet werden.
Der notwendige Impuls, den die Düse dem Gemische von Luft und Versatzgut zu geben hat, ist verschieden nach Länge und Steigung des Rohrstranges F. Dieser Impuls muss daher zwecks Erreichung der grössten Wirkung einstellbar sein. Dies geschieht durch Veränderung der Spaltweite der Umfangsschlitze s (Fig. 2). Die Veränderlichkeit der Spaltweite wird bei dem in der Fig. 2 dargestellten Beispiel durch Drehen des
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Umfangssehlitz mit Verstellbarkeit der Schlitzbreite ist neu, ebenso der beabsichtigte Effekt den Impuls zu vermindern oder zu verstärken.
Bei Rohrsträngen mit geringen Reibungswiderständen geht das Ansaugen der Luft bei A (Fig. 2) anstandslos vor sich ; bei grösseren Reibungswiderständen in der Rohrleitung tritt aber bei A eine Wirbelbildung oder ein Rückstau auf. Dies kann dadurch verhindert werden, dass in der Förderrichtung hinter der Düse gemäss dieser Erfindung das Rohr zwecks Austrittes der überschüssigen Luft ein Loch oder einen Abblasstutzen C'erhält. Die Entfernung I des Loches oder Abblasstutzens U von dem Umfangsschlitze s ist gleichfalls verstellbar, indem man über die schraubenlinienförmig angebrachten Löcher eine drehbare Hülse schiebt, die nur ein Loch frei lässt oder indem man mehrere Abblasstutzen anordnet, von denen jeweilig nur einer offen gelassen wird.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum Ansaugen und Befördern von Materialien aller Art in Rohrleitungen mittels Pressluftdüsen auf beliebig grosse Entfernungen, insbesondere zum Verblasen von Versatzgut in Bergbauen u. dgl., dadurch gekennzeichnet, dass die Fortbewegung des Materiales in beiderseits vollständig offenen Rohrsträngen mittelbar durch einen mittels Pressluftdüsen erzeugten Luftstrom erfolgt, wobei zum Ansaugen und Fortblasen des Materiales der volle Rohrquerschnitt zur Verfügung steht und durch Unterbrechung der Rohrleitungen beliebig viele Düsen eingeschaltet werden können, wodurch bei Verwendung entsprechend zahlreicher Düsen auch beliebig lange Förderwege erreicht werden können.