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Elektrischer Zeitschalter.
Die Erfindung soll einen elektrischen Zeitschalter schaffen, der bei genauer und feinstufiger Einstellbarkeit durch Anwendung eines eigenartigen Mittels nur kleinste, die zulässigen Grenzen nicht übersteigende Abweichungen von dem eingestellten Schaltzeitpunkt ergibt.
In dem Zeitschalter nach der Erfindung wird in bekannter Weise vermittels eines durch Elektrolyse bewirkten und geregelten Vergasungsvorgangs von Flüssigkeit Gas erzeugt, das als Treibmittel ein Schaltglied in die das Auslösen des gewollten Sekundärvorgangs (z. B. Stromschluss oder-unterbrechung) bewirkende. Schaltstellung bringt. Erfindungsgemäss erfolgt die Gasentwicklung in einem geschlossenen Raum von konstantem Volumen, bis der angewachsene Gasdruck bei einer ganz bestimmten Druckhöhe die dünnwandige Deckplatte eines zum verschieblichen Sehaltglied hinführenden Kanals entfernt oder zerstört. Hierauf schliesst das freiwerdende Druckgas das Schaltglied plötzlich in die Schaltstellung vor, in der es sodann durch Kontaktschluss momentan die Auslösung des gewünschten Sekundärvorgangs bewirkt.
Die Erzeugung des für jeden gewollten Schaltzeitpunkt in stets gleich grosser Menge erforderlichen Gases erfolgt unter Anwendung der vorgeschlagenen Elektrolyse zeitlich in genauester Abhängigkeit von der Regelung des dem Zeitschalter zugeführten Betriebsstromes.
Die Zeichnung veranschaulicht ein Ausführungsbeispiel der Erfindung für ein Anwendungsgebiet, auf dem sie von Bedeutung ist, nämlich als Zeitzündwerk für Sprengladungen, die zu Sprengzwecken im Bergbau, bei Minen oder auch in Artilleriegeschossen gebraucht werden.
Der Zeitschalter nebst zugehöriger elektrischer Stromquelle ist beispielsweise in einem mit einer Metallbüchse b ausgefütterten Holzkasten a untergebracht. Sein Gaserzeuger besteht aus einem am Boden der Büchse b isoliert gelagerten, starkwandigen Hohlgefäss c aus Glas oder aus einem andern säurebeständigen Material, das zum Schutz gegen Zerstörung durch inneren Überdruck noch von einem Metallmantel Ci umschlossen ist. Seine obere Öffnung ist durch eine schwaehwandige Folie Cs, aus Metall oder sonst geeignetem Material abgedeckt. Die Folie ist mittels eines auf die metallische Schutzhülse el aufgesehraubten Deckels C4 festgespannt, der eine feine, zentrale Bohrung Ca besitzt.
Diese Bohrung ca nimmt in einer oberen zylindrischen Erweiterung einen entgegen dem Druck der Feder Cg axial nach oben verschieblichen und gegenüber dem Metalldeckel C4 isolierten Kontaktstift Css auf. Die Spitze des Kontaktstiftes ragt in eine zentrale Bohrung dl des den Zeitauslöser im Gehäuse festhaltenden Isolationskörpers d hinein. Auf dem Isolationskörper d sitzen zu seiten der Bohrung dl zwei Kontaktlamellen e, die den Kontaktstift c, nach seinem Hervortreten aus der Bohrung dl in einer Einkerbung seines Kopfes fassen und festhalten. Das Glasgefäss o ist mit einem Elektrolyten, z. B. leicht angesäuerter Flüssigkeit, gefüllt.
In seinen Boden sind zwei Elektroden feingeschmolzen. g ist die elektrische Stromquelle, ein galvanisches Element bekannter Ausführung, mit einem besonderen, die Säure zunächst enthaltenden Glasgefäss gl. Die Stromentwieklung setzt erst nach Zertrümmerung des Glasgefässes gl und Überflutung des Elementes g mit der auslaufenden Säure ein. h ist ein aus dem Gehäuse a vorragender Stift, durch dessen Eintreiben von Hand das Glasgefäss gl zertrümmert wird. iist ein Regelwiderstand im Stromkreis von der Stromquelle g zu den Elektroden f des Gaserzeugers. Er dient zur Regelung der Stärke des dem Gaserzeuger zugeführten Stroms und damit zur Bestimmung des Zündzeitpunktes.
Durch Zertrümmerung des Säuregefässes gl wird die Stromerzeugung des Elementes g eingeleitet, und der Strom wird über den vorher auf den gewollten Zündzeitpunkt eingestellten Widerstand i den
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Elektroden/* des Gasentwicklers in ganz bestimmter Stärke zugeführt. Die im Gefäss o befindliche Flüssigkeit wird nun durch die chemische Einwirkung des durchfliessenden Stromes vergast, u. zw. ist die Gasentwicklung in der Zeiteinheit nach Massgabe der eingestellten Stromstärke lebhafter oder schwächer.
Da das Gefäss c geschlossen ist, so steigt der-Gasdruck darin mit der fortschreitenden Gasentwicklung an, bis bei einem ganz bestimmten Gasdruck die die Bohrung ca des Gefässes c abdeckende Folie a2 an dieser Stelle eingedrückt und durchstossen wird. Das Gas strömt hinter die Kolbenfläche des Kontaktstiftes Co und treibt diesen momentan zwischen die Kontakte e. Damit ist das Element g in bekannter Weise durch eine zweite Leitung k über ein in gewisser Entfernung vom Zeitzündwerk befindliches
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detonieren lässt.