<Desc/Clms Page number 1>
Kesse Ispeisevorrichtullg.
Die Verwendung sehr niedriggespannten Förderdampfes in einer Strahlpumpe zum Fördern gegen einen bestimmten Kesseldruck bedingt zur Erzielung der gleichen Leistung die Aufwendung einer erheblich grösseren Förderdampfmenge als bei Verwendung höher gespannten Förderdampfes in der
Dampfdüse des Strahlapparates, da die vom niedrig gespannten Dampf im Düsensystem entwickelte kinetische Energie viel kleiner ist, als die des hochgespannten Dampfes. Verwendet man z. B. Maschinen- abdamnf von 0'1 bis 0'2 atm. Druck, so entwickelt dieser in der Düse eine Geschwindigkeit von zirka
420 m pro Sekunde, während Kesseldampf von 10 Atm. im Düsensystem der Strahlpumpe eine Geschwin- digkeit von zirka 700 m pro Sekunde annimmt.
Soll also eine bestimmte Wassermenge in einen Kessel von bestimmter Spannung gefördert werden, so muss in einer mit Abdampf betriebenen Strahlpumpe dieser Wassermenge eine grössere Förderdampf- menge beigemengt werden, als wenn hochgespannter Dampf zur Verwendung gelangt. Weil aber die ganze Förderdampfmenge stets in der Strahlpumpe kondensieren muss, so ist ihr bezüglich des Förder- druckes durch die Menge und die Temperatur des Förderwassers eine oberste Grenze gesetzt.
Daraus erklärt es sich, dass man mit einer Strahlpumpe, die nur mit Abdampf von O'l bis 0'2 Atm. betrieben wird, keinen höheren Kesseldruck überwinden kann als 8 bis 10 Atm. Darüber hinaus ist man gezwungen, mit Frischdampfzusatz zu arbeiten, d. h. es wird in das Düsensystem des Strahlapparates ausser Abdampf auch Frischdampf geleitet, der die Wirkung des Abdampfes unterstützt und das Speisen in den Kessel von höherer Spannung als 8 bis 10 Atm. ermöglicht.
Gegenstand der Erfindung ist eine Einrichtung, welche es gestattet, mittels Strahlpumpen mit sehr niedrig gespanntem Dampf (wie Abdampf allein oder Abdampf mit einem wesentlich geringeren Frischdampfzusatz als bisher) gegen höhere Kesseldrüeke, welche über 10 Atm. liegen, zu speisen. Das Wesen dieser Einrichtung liegt darin, dass zwei Dampfstrahlpumpen hintereinander angeordnet werden, von denen die eine der anderen das Förderwasser zubringt, wobei jedoeil das Förderwasser zwischen den beiden Strahlpumpen eine Kühlfläche passiert und dadurch eine Abkühlung erleidet.
Diese Anordnung beruht auf der eingangs erwähnten Feststellung, dass die Temperatur des zu fördernden Wassers mitbestimmend ist für die Höhe des Kesseldruckes, der mit einer bestimmten Förderdampfspannung überwunden werden kann.
Wenn nun dem von der ersten Strahlpumpe geförderten und dabei erwärmten Wasser durch die Kühlfläche Wärme entzogen wird, so gelangt es mit niedriger Temperatur, aber anderseits mit der von der ersten Strahlpumpe stammenden erhöhten kinetischen Energie in die zweite Strahlpumpe und es reicht nun die von der zweiten Strahlpumpe zusätzlich mitgeteilte Energie aus, das Wasser auf eine Geschwindigkeit zu bringen, die, wieder in Druck umgesetzt, den höheren Kesseldruck überwindet.
Das Wesen der Erfindung besteht also in der Energievermehrung durch Verwendung einer zweistufigen Förderung unter Abkühlung des Förderproduktes der ersten Strahlpumpe vor dem Eintritt in die zweite Strahlpumpe. Dadurch ist es möglich, dem Förderwasser eine verhältnismässig grosse Förderdampfmenge zuzuführen und mit ihr auch soviel kinetische Energie, dass auch höhere Kesseldrücke überwunden werden können.
Die Zeichnung veranschaulicht Ausführungsbeispiele des Erfindungsgedankens u. zw. stellt Fig. 1 das Schema der den Erfindungsgegenstand bildenden Einrichtung dar. Fig. 2 zeigt ein Ausführungsbeispiel einer Anlage bei Verwendung auf einer Lokomotive. In den Fig. 3 und 4 sind Strahlapparate
EMI1.1
<Desc/Clms Page number 2>
EMI2.1
apparat 2 Wasser angesaugt und durch die Leitung 5 zunächst einem Kühler 6 beliebiger Natur und dann dem Strahlapparat 3 zugeführt, welcher das Wasser weiter beschleunigt und durch die Leitung 7 in den Kessel 8 fördert.
Der Kühler 6 ist entsprechend der Natur des zur Verfügung stehenden Kühlmittels, wie Wasser, Luft od. dgl. durchgebildet und so bemessen, dass er das Förderprodukt des Strahlapparates 2 in der
EMI2.2
sieren kann, als niedergeschlagen werden könnte, wenn keine Kühlung erfolgt wäre.
Durch diese Einrichtung ist es daher möglich, die kinetische Energie einer verhältnismässig sehr grossen Abdampfmenge der Förderwassermenge zuzuführen und mit sehr niedrig gespanntem Förderdampf erheblich höhere Kesseldrücke als 8 bis 10 Atm. zu überwinden.
In der Fig. 2 ist ein Ausführungsbeispiel einer solchen Anlage auf einer Lokomotive dargestellt.
Es bedeutet 2 einen Ejektor, dem durch die Tenderwasserleitung 4 das Wasser und dessen Düse durch die Leitung-if Zylinderabdampf zugeführt wird. Die Förderleitung J des Ejektors mündet in den Rippenkühler 6, aus welchem das Wasser dem Abdampfinjektor 3 zufliesst, dessen Dampfdüse ebenfalls Abdampf aus der Leitung 1 erhält, das gekühlte Wasser aufnimmt und durch die Leitung 7 dem Kessel zuführt. Die Leitung 8 ist hiebei die Schlabberleitung des Abdamrfinjektors 3.
In der Fig. 3 ist der Ejektor 2 im Schnitt dargestellt. Er besitzt eine Dampfdüse 9, welche von der Leitung 1 mit Abdampf gespeist wird. Bei 4 tritt das Tenderwasser in den Ejektor ein, während bei 10 das Druckrohr 5, welches zum Kühler 6 führt, angeschlossen ist.
Statt eines Ejektors, wie in Fig. 3 gezeichnet, kann natürlich auch irgendein anderer Abdampfstrahlapparat, wie ein Abdampfinjektor irgendeiner gebräuchlichen Konstruktion, Verwendung finden.
In Fig. 4 ist der Abdampfinjektor gezeichnet, der die eigentliche Förderung des Speisewassers in den Kessel vollzieht. Er weist eine Arbeitsdüse 11 auf, die dem niedrig gespannten Dampf entsprechend dimensioniert ist. Das aus dem Kühler 6 kommende, vom ersten Strahlapparat 2 geförderte Wasser wird durch den Stutzen 12 zugeffihrt und in der Fangdüse 13 durch den niedrig gespannten Förderdampf so beschleunigt, dass seine Geschwindigkeit, in der Druckdüse 14 in Druck verwandelt, den hohen Kesseldruck zu überwinden vermag. Bei 15 ist das zum Kessel führende Druckrohr 7 angeschlossen. Mit 16 ist das SchlabberventiI des Injektors 3 bezeichnet.
Statt der in Fig. 4 gezeichneten Abdampfinjektorkonstruktion kann auch ein Abdampfinjektor mit gemischtem Düsensystem für Frischdampf und Abdampf Verwendung finden, so dass eventuell ein kleiner Frischdampfzusatz die Wirkung des Abdampfes unterstützt. Dieser Frischdampfzusatz ist jedoch in jedem Fall wesentlich kleiner als bei den bisher bekannten Anordnungen.