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Verfahren und Brenner zum autogenen Durchlochten und Schneiden.
Das autogene Schneiden von Eisen und Stahl von der Kante oder einem vorhandenen Loch aus mit den bekannten Schneidbrennern bereitet im allgemeinen keine Schwierigkeiten. Es ist nur erforderlich, dass die Vorwärmeflamme und der Sauerstoffschneidstrahl eine der Materialstärke entsprechende Heiz-bzw. Blaswirkuug haben. Es ist dem Fachmann aber zur Genüge bekannt, dass beim Anschneiden im vollen Material mit den üblichen, für die Materialstärke an sich richtigen Schneidbrennern in der Regel unliebsame Schwierigkeiten auftreten.
Daher ist ein vorheriges Durchlochen erforderlich, und hiebei treten Störungen auf, darin bestehend, dass die umherspritzenden Schlackentropfen und bei nichtabgestellter V orw rmeflamme auch viel unverbranntes, nur geschmolzenes Eisen die Öffnung des Vorwärmemundstückes schnell verstopfen oder dass Funken in die Öffnung fliegen und dadurch einen Flammenrückschlag herbeiführen. Selbst wenn die Mundstücköffnung nur teilweise durch angespritzte Tröpfchen verlegt ist, kann das Weiterschneiden schon unmöglich sein. Gegen das Durchlochen bestand aus den genannten Gründen eine Abneigung und häufig wurde es vorgezogen, die Anschnittlöcher mit der Bohrmaschine oder Lochstanze herzustellen.
Die Erfindung beseitigt die genannten Nachteile. Sie besteht darin, dass während des Durchlochens die Mundstücköffnung der Vorwärmeflamme mit oder ohne Abstellung dieser durch Abdecken oder eine geeignete Bewegung dem Bereich der Sprühfunken entzogen wird.
Die Zeichnung veranschaulicht drei Ausführungsbeispiele von zur Ausübung dieses Verfahrens geeigneten Brennern, u. zw. Fig. 1 und 2 eine erste, Fig. 3 und 4. eine zweite und Fig. 5 und 6 eine dritte Ausführungsform je in zwei Stellungen.
Die Fig. 1 und 2 zeigen Schneidbrenner mit einem an sich bekannten konzentrischen Sauerstoffschneidmundstück 1 und dieses umschliessenden Mischgasvorwärmemundstück 2.
Für die Zuleitung des Schneidsauerstoffs durch das Rohr 3 dient das Ventil 4, für die Zuleitung des Mischgases durch das Rohr 5 dienen das Sauerstoffventil 6 und das Brenngasventil 7. Nach der genügenden Vorwärmung des Materials 8 an der zu durchlochenden Stelle werden die Ventile 6 und 7 geschlossen und zugleich mit der den Brenner haltenden Hand die Stange 9 mit der daran befindlichen Schutzplatte 10 in die Stellung nach Fig. 1 gedrückt. Erst dann wird das Schneidsauerstoffventil 4 geöffnet. Die ringförmige Offnung des Vorwärmemundstückes 2 ist in der Stellung nach Fig. 1 abgedeckt, d. h. gegen die aufsprühenden Funken geschützt. Durch eine Bohrung 11 in der Platte 10 kann der Sauerstoffstrahl ungehindert hindurchtreten und das Material nach bekanntem Vorgang verbrennen. Die genaue Einstellung des Schiebers 9, 10 geschieht mit Hilfe des Anschlagringes 12.
Nach dem Durchlochen gibt man die Schieberstange frei, worauf diese unter der Wirkung der Feder 13 selbsttätig in die Stellung nach Fig. 2 zurückkehrt. Werden hierauf die Ventile 6 und 7 wieder geöffnet und alle Handgriffe schnell genug ausgeführt, so kann unmittelbar im Anschluss an das Durchlochen der weitere Schnitt im Material erfolgen.
Statt mittels einer Schubstange kann die Platte 10 auch mittels einer drehbaren Stange oder in anderer geeigneter Weise von und nach der Ringöffnung des Mundstückes. 2 bewegt werden.
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In den Fig. 3 und 4 ist ein Schneidbrennerkopf dargestellt, bei dem Schneidmundstück 14 und Vorwärmemundstück 15 voneinander getrennt angeordnet sind. Die nicht dargestellten rückwärts liegenden Teile sind ebenso ausgeführt wie bei Brennern mit ineinanderliegenden Mundstücken. Auch in der Bedienung beider Brennerformen besteht kein Unterschied.
Zum Abdecken der Öffnung des Vorwärmemundstückes 15 während des Ausbrennens und nach erfolgter Abstellung der Vorwärmeflamme (Fig. 3) dient in diesem Falle eine undurch- lochte Schutzplatte 18, die an einer im Lager 16 drehbaren und verschiebbaren Stange 17 sitzt. Eine Feder 19 drückt die Platte 18 dicht anliegend an das Mundstück. Soll nach dem Durchlochen weitergeschnitten werden, so ist nur eine kleine Drehung der Stange 17 am Knopf 20 nötig, um die Mundstücköffnung für die Vorwärmeflamme wieder freizugeben. Es ergibt sich dann die Einstellung nach Fig. 4.
Das Vorwärmemündstück bei Brennern dieser Bauart kann auch zum Schutz der Mundstücköffnung gegen Sprühfunken selber in seiner Lage verändert werden, wie in den Fig. 5 und 6 dargestellt ist. Der Drucksauerstoff strömt bei geöffnetem Ventil 21 durch das Rohr 22
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und 26 durch das Rohr 27 und ein über das Rohr 27 gas dicht geführtes Winkelstück 28 zum Vorwärmemundstück 29. In'der Stellung des Vorwärmemundstückes 29 zum Schneidmundstück 24 nach Fig. 5 findet entweder das Anwärmen des Materials vor dem Durchlochen oder das normale fortschreitende Schneiden mit Vorwärmung und Brennen statt.
Das Winkelstück 28 ist nun auf dem Rohr 27 drehbar und verschiebbar gelagert und kann mit dem eingeschraubten Mundstück 29 mit Hilfe der Stange 30 während des Durchlochens seitlich geschwenkt oder von der Brennstelle zurückgezogen oder gleichzeitig geschwenkt und fortgezogen werden, wie in Fig. 6 dargestellt. In dieser Stellung ist die Öffnung des Mund- stückes 29 von der Brennstelle abgewandt und kann daher nicht von den Sprühfunken getroffen werden. Es ist nicht erforderlich, die Vorwärmeflamme während des Durchlochens, also in der abgeschwenkten Stellung des Mundstückes, abzustellen. Das Weiterschneiden nach dem Durchlochen kann also erfolgen, wenn das Mundstück 29 durch den einfachen Handgriff des Wiedereinschwenkens die Stellung nach Fig. 5 erhalten hat.
Ein mit einer entsprechenden Ansatzbohrung am Winkelstück 23 in Eingriff zu bringender Zapfen 31 mit Anschlagbund dient zur Führung und genauen Haltung des wiedervorgeschobenen Winkelstückes 28 in der richtigen Endstellung. Erforderlichenfalls kann auch eine Haltevorrichtung des Winkelstückes 28 in der Stellung nach Fig. 6 vorgesehen werden, beispielsweise in Form einer Klinke zwischen Ventilgehäuse und Stange 30. Der drehbare und verschiebbare Teil. des Brenners braucht sich
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den ganzen Vorwärmeteil des Brenners mit Ventilen und Gasmischkammer drehbar und verschiebbar einzurichten, indem eine geeignete bewegliche Verbindung, beispielsweise mittels Gummischlauches, zwischen den starren und beweglichen Teilen vorgesehen wird.
Die beschriebenen und dargestellten Brenner können sowohl als handgeführte sowie auch als Maschinenbreuner ausgeführt werden. Bei letzteren ist es natürlich nötig, die Bauform des Brenners den jeweiligen ganz-oder halbautomatischen Maschinen anzupassen.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum autogenen Durchlochen und Schneiden, wobei das Durchlochen nach Vorwärmung nur mittels des Sauerstoffstrahles, das Schneiden mittels Vorwärmnamme und Sauerstoffstrahl geschieht, dadurch gekennzeichnet, dass das Brennermundstück der Vorwärm- flamme während des Durchlochens abgedeckt oder aus dem Bereich der Sprühfunken herausbewegt wird.