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Verfahren zum Walzen von Rohren aus einem Hohlblock und Vorrichtung zur Aus- übung dieses Verfahrens.
Es ist bereits bekannt (z. B. österr. Patent Nr. 106424), Rohre dadurch herzustellen, dass man einen Hohlblock der Einwirkung eines Systemes von Walzenpaaren unterwirft, die in einem Abstande von der Achse des Hohlbloekes um diesen herum angeordnet sind, wobei von jedem Walzenpaare eine Walze vom Inneren und eine vom Äusseren des Hohlbloekes aus auf seine Wandung einwirkt. Die Walzen haben verschiedene Kalibrierungen, durch die vom ersten Paare eine Nut in den Baustoff des Hohlblockes eingeschnitten wird, die von den folgenden Paaren erweitert wird, so dass ein vom ersten Paare abgeschnürter Materialteil allmählich nach dem einen Ende des Hohlblockes hin ausgestreckt wird.
Die Walzen stehen dabei mit ihren Achsen schräg zur Achse des Hohlbloekes und wirken dadurch nicht allein formverändernd, strecken, sondern auch nach Art eines Sehneckenantriebes fortbewegend.
Die Fortbewegung des Hohlbloekes setzt jedoch erst mit beginnender Formänderung ein ; es macht sich dabei nun störend bemerkbar, dass der zu walzende Hohlblock durch irgendwelche äussere Hilfsmittel in die Walzen hineingeschoben werden muss, die die Formänderung auszuführen haben. Erschwerend wirkt es dabei, dass die Walzen wegen der Schrägstellung ihrer Achsen auf dem Innen-und Aussenmantel des Hohlblockes nach einer Schraubenlinie angeordnet sind und so nur nacheinander zum Eingriff kommen können.
Die äussere Kraft, die den Hohlbloek in die formgebenden Walzen einschiebt, muss deshalb so stark sein, dass sie den Widerstand des ersten Walzenpaares soweit überwindet, dass der Hohlblock bis in den Wirkungsbereich des zweiten Walzenpaares kommt, um dieses an der Fortbewegung des Hohlbloekes gleich mitwirken zu lassen und dadurch Überlastung und Bruch des ersten Walzenantriebszapfen zu vermeiden.
Das neue Verfahren gemäss der Erfindung schafft einen Ausweg aus dieser Schwierigkeit, indem die formgebenden Walzen nach der Einlaufseite hin verlängert worden sind und in diesem Teile Durchmesser haben, die so gewählt sind, dass bei der Stellung der Walzen, die erforderlich ist, die gewünschte Formänderung durch den formändernden Teil zu bewirken, der nach dem Einlaufende hin verlängerte Walzenteil den Hohlblock von aussen und innen erfasst und ihn bei Drehung der Walzen fortbewegt und in den formändernden Teil der Walzen einführt. Die Verlängerung der Walzen nach der Einlaufseite hin wird zweckmässig so ausgeführt, dass der Hohlbloek, sobald er an diese Verlängerungen herankommt, von allen Walzenpaaren zugleich erfasst wird.
Die fortbewegende Wirkung dieser nach dem Einlaufende hin verlängerten Walzenteile kann noch dadurch verstärkt werden, dass man sie je mit einem oder mit mehreren Wülsten versieht, die dann zweckmässig vom formgebenden Teile der Walzen und voneinander einen Abstand haben, der der Steigung der Schraubenlinie entspricht, nach der die Walzenpaare auf dem Innen- bzw. Aussenmantel des Hohlblockes angeordnet sind.
Das neue Verfahren und die zu seiner Ausführung dienende Vorrichtung können in verschiedener Weise angewandt und ergänzt oder vervollkommnet werden. So kann man z. B. die besondere Massnahme treffen, dass die fortbewegende Wirkung der Walzen dadurch verstärkt wird, dass diese auch über den formändernden Teil hinaus nach der Auslaufseite hin verlängert werden und dass die Durchmesser in diesem Falle so gewählt sind, dass der zum Rohre ausgestreekte Hohlbloek auch nach der Streckung von aussen und innen gefasst und fortbewegt wird.
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In der Zeichnung ist in Fig. 1 und 2 das im österr. Patent Nr. 106424 beschriebene Verfahren mit Walzen einfachster Bauart veranschaulicht worden, während in Fig. 3 und 4 das neue, verbesserte Verfahren mit Walzen der neuen Bauart erläutert ist.
A bezeichnet den formgebenden Teil der Walzen ; B bedeutet den nach dem Einlaufende hin verlängerten Teil der Walzen ; C ihren nach der Auslaufseite hin verlängerten Teil. D ist der zum Rohre auszuwalzende Hohlblock. Ein weiterer Nachteil der einfacheren Ausführungsform des Verfahrens zum Auswalzen von Hohlblöcken zu Rohren mittels eines Systems von aussen und innen einwirkenden Walzen-
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Winkel, den man zweckmässig für die Schraubenlinie wählt, nach der die'Walzenpaare auf dem Aussenund Innenmantel des Hohlblockes angeordnet sind, und bei der möglichst grossen Eindruekstiefe (die man möglichst gross wählt, um mit einem Durchgang durch das System eine möglichst grosse Streckung zu erzielen) der hohe und schmale abgeschnürte Materialteil die Neigung hat, sich unter der Einwirkung des formändernden Teiles der Walzen umzulegen.
Auf diese Weise umgelegtes Material kann schwere Fehler des fertigen Rohres verursachen, da es von den folgenden Walzen fest angewalzt werden kann und Überwalzungen in-der Rohrwand bilden kann, die tief in das Material hineingehen und die Rohrwand bis auf einen Bruchteil ihrer eigentlichen Stärke schwächen.
Auch diesen Nachteil beseitigt das neue Verfahren, u. zw. dadurch, dass in einem Abstande von dem formändernden Teile der Walzen ein Anschlag B vorgesehen ist, gegen den sich der abgeschnürte und zu streckende Baustoff legt und durch den er verhindert wird, sich umzulegen, wie es beispielsweise ohne diesen Anschlag B erfolgen kann (vgl. z. B. Fig. 2). Der Hohlraum in den Walzen zwischen dem formändernden Teile und dem Anschlage ist so bemessen, dass er dem abgeschnürten Baustoffteile gerade die Bewegung gestattet, die ihm der formändernde Teil zu geben bestimmt ist.
Die Erfahrung hat nun gezeigt, dass die vorstehend genannten Mittel des neuen Verfahrens noch nicht in allen Fällen genügen, um dem Walzvorgange in der gewünschten Weise einen störungsfreien Verlauf zu sichern. Wenn man mit einmaligem Durchlauf des Hohlblockes durch die Walzen eine möglichst starke Streckung erreichen will, so muss man einen tiefen Eingriff des formändernden Teiles der Walzen in den Baustoff des Hohlblockes vornehmen ; weiter muss man, um mittels des ersten Walzenpaares nur einen so grossen Teil des Baustoffes abzuschnüren, wie ihn die folgenden Walzenpaare bei einmaligem Umlauf des Blockes ausstrecken können, einen nicht zu grossen Winkel für die
Steigung der Schraubenlinie wählen, nach der die Walzenpaare auf der Aussen-und der Innenseite des Hohlblockes angeordnet sind.
Beides, der zweckmässig gross gewählte Eindruck des formändernd wirkenden Teiles der Walzen und der zweckmässig klein gewählte Steigungswinkel der Schraubenlinie der Walzenanordnung erschweren, besonders beim Beginn der Walzung, den gewünschten gleichmässigen Verlauf des Vorganges. Die Einlaufkante des Hohlblockes läuft gegen den formändernd wirkenden Ansatz der Walzen und hemmt die Fortbewegung des Blockes. Die fortbewegend wirkenden Verlängerungen der Walzen an der Einlaufseite können oft diese Hemmung nicht überwinden und die formändernd wirkenden Ansätze der ersten Walzen streifen an der Einlaufkante des Blockes vorbei, ohne in den Baustoff in der gewünschten Weise eindringen zu können.
Aufrauhen der Walzen, wie es bei andern Walzungen üblich ist, führt hier nicht mit genügender Sicherheit zu gleichmässigem Verlauf des Walzvorganges, da nur verhältnismässig kurze Längen der Walzen vorhanden sind, die fortbewegend wirken können.
Für das neue Verfahren ist nun ausser den oben bereits erwähnten neuen Massnahmen vorgesehen, dass die formändernd wirkenden Teile der Walzen des ersten Paares an der Einlaufseite mit rippen- ähnlichen Ansätzen versehen sind, die sich beim Anlauf der Einlaufkante des Blockes gegen den form- ändernd wirkenden Teil der ersten Walzen auf die Kante des Blockes legen, diese bei weiterer Drehung niederdrücken und die es so dem formändernd wirkenden Teil der ersten Walzen ermöglichen, in den Baustoff einzudringen und die eigentliche Walzung einzuleiten.
In der Zeichnung ist in den Fig. 5 und 6 die Auswalzung eines Hohlblockes in einem System mit vier Walzenpaaren dargestellt, dabei sind in Fig. 5 nur die drei sichtbaren äusseren Walzen eingezeichnet, um das Bild deutlich zu erhalten. Fig. 7 zeigt die Stellung der Walzen zur Einlaufkante des Hohlbloekes, wobei wiederum nur die äusseren Walzen eingezeichnet sind, u. zw. sind das Walzensystem und der Hohlblock in der Abwicklung dargestellt. D bezeichnet den Hohlblock, während G, H, J und K die vier äusseren Walzen bezeichnen. Mit or ist der Steigungswinkel der Schraubenlinie bezeichnet, nach der die vier Aussenwalzen auf dem Umfange des Hohlblockes angeordnet sind.
Die rippenähnlichen Ansätze an den ersten Walzen, die das Material des Hohlblockes niederdrücken und die dem formändernd wirkenden Teile der Walzen das Eindringen in den Baustoff ermöglichen, sind in allen drei Figuren mit F bezeichnet.
Ferner kann es bei dem bekannten Verfahren (österr. Patent Nr. 106424), auch wenn man nach den vorstehend beschriebenen neuen Ausführungsformen des Verfahrens arbeitet, in manchen Fällen vorkommen, dass unter der Einwirkung des formgebenden Teiles der Walzen Wellen und Unebenheiten in der Rohrwand entstehen, die bisher nicht ohne weiteres in einem sich unmittelbar an die Rohr-
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und verteuert die Herstellung der Rohre.
Die besondere Ausgestaltung des neuen Verfahrens soll ein solches Übergehen auf eine neue Maschine unnötig machen. Die Glättung etwa vorhandener Wellen und Unebenheiten soll dadurch erfolgen, dass man den formgebenden Walzen nach der Auslaufseite hin eine Verlängerung gibt, deren Durchmesser so gewählt sind, dass der zum Rohre ausgewalzte Hohlblock, nachdem die axiale Streckung beendet ist, im Durchmesser aufgeweitet wird, und dass der gestreckte und aufgeweitete Teil des Rohres von den Walzen Druck erhält, ohne dass dabei eine weitere Formänderung erfolgt.
In Fig. 8 und 9 der Zeichnung ist eine Ausführungsform des durch das Patent Nr. 106424 geschützten Verfahrens schematisch veranschaulicht und der soeben beschriebenen besonderen Ausführungsform des neuen Verfahrens gegenübergestellt, die in den Fig. 10 und 11 mit den dazu erforderlichen Walzen schematisch erläutert ist. A ist der formändernde Teil der Walzen, D ist der zum Rohre auszuwalzende Hohlblock, L ist der Teil der Walzen, der aufweitend auf das gewalzte Rohr wirkt und M ist der Teil der Walzen, in dem das Rohr noch einen Druck erhält ohne eine Formänderung zu erhalten.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum Walzen von Rohren aus Hohlblöeken durch Strecken derselben in haupt- sächlich axialer Richtung mittels eines Systems von Walzenpaaren mit aussen und innen angreifenden Walzen, deren Achsen zur Achse des Hohlblockes schräg stehen, dadurch gekennzeichnet, dass der Hohlblock schon, bevor er von dem formändernd wirkenden Teile der Walzen erfasst wird, von Verlängerungen derselben ergriffen, in axialer Richtung unter Drehung vorgeschoben und in den formändernden Teil der Walzen eingeführt wird.