AT104967B - Anzeigevorrichtung zum selektiven Erkennen einer mit Erdschluß behafteten Zweigleitung eines durch Löschspulen geschützten Hochspannungsnetzes. - Google Patents

Anzeigevorrichtung zum selektiven Erkennen einer mit Erdschluß behafteten Zweigleitung eines durch Löschspulen geschützten Hochspannungsnetzes.

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AT104967B
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    Anzeigevorrichtung zum selektiven Erkennen einer mit Erdschluss behafteten Zweigleitung eines durch Löschspulen geschlitzten Hochspanllungsnetzes.   



    Wenn in einer Zweigleitung eines durch Löschspulen geschützten Hochspannungsnetzes ein Erdschluss auftritt, dann ist es nicht ohne weiteres möglich, an den Spannungen gegen Erde zu erkennen, in welcher Zweigleitung die Fehlerstelle liegt, weil die Netzleiter aller Zweigleitungen sofort das Potential der zugehörigen Netzleiter der vom Erdschluss betroffenen Zweigleitung annehmen. Aus diesem Grunde ist bereits vorgeschlagen worden, die Wattkomponente des an der Fehlerstelle trotz der Abgleichung der Löschspule noch verbleibenden Erdschlussreststromes zum selektiven Erkennen der mit Erdschluss behafteten Zweigleitung zu benutzen.

   In die Netzleiter der Zweigleitungen werden zu diesem Zweck in der Nähe ihres Anschlusses an die Sammelschienen Wattmeter eingebaut, deren Stromspule von dem Fehlerstrom des Netzleiters, deren Spannungsspule aber von der an der Löschspule herrschenden Spannung gespeist wird. Beim fehlerfreien, symmetrischen Netz ist diese Spannung relativ klein und ein Fehlerstrom nicht vorhanden und der Ausschlag des Wattmeters Null, im Erdschlussfalle aber ist ein Fehlerstrom vorhanden und die Spannung an der Löschspule steigt bis zum Wert der vollen Spannung der betroffenen Netzphase. Hiedurch tritt in dem Wattmeter, welches in dem mit Erdschluss behafteten Netzleiter liegt, ein erheblicher Ausschlag ein, während die in den Netzleitern gleicher Phase der andern Zweigleitungen eingebauten Wattmeter einen erheblich geringeren Ausschlag zeigen.

   Diese Einrichtungen haben aber erhebliche Nachteile. Schon der Umstand, dass es sich um Wattmeter handelt, bedingt die Zuführung vieler Spannungsleitungen zu den einzelnen Instrumenten, und da nicht die Hochspannung der Löschspule direkt verwendet werden kann, ist die Verwendung eines oder mehrerer Spannungstransformatoren erforderlich. Aber die sichere Verschiedenheit der Wattmeterausschläge zwischen dem Betrieb bei gesundem und krankem Netz ist nicht vorhanden, wenn die Loschspule auch bei gesundem Netz bereits eine erhebliche Spannung aufweist, wie es z. B. als Folge einer Netzunsymmetrie der Fall sein kann.

   Bei grossen Kapazitätsunsymmetrien und geringen Ableitungsverlusten kann schon im normalen Betrieb die Spannung an der Spule gleich oder sogar grösser als die Phasenspannung des Netzes und ein Fehlerstrom vorhanden sein, und daher ist es möglich, dass schon bei Normalbetrieb des Netzes erhebliche Wattmeterausschläge vorhanden sind, die das selektive Erkennen einer fehlerhaften Zweigleitung sehr erschweren, wenn nicht unmöglich machen. Bei diesem Verfahren wurde, wie bereits erwähnt, die Wattkomponente des an der Fehlerstelle noch verbleibenden Erdschlussreststromes, der einen Teil des kranken   Netzleiters durchfliesst,   zum   selektiven Erkennen der betreffenden Zweigleitung verwendet.

   Nun ist aber eine andere Möglichkeit dadurch gegeben, dass man die ebenfalls im Erdschlussreststrom verbleibende Oberwellenkomponente zu dem genannten Zweck verwendet. Hier kommt keine nach Art eines Wattmeters angeschlossene Anzeigevorrichtung in Frage, sondern Einrichtungen, welche auf die oberharmonische Frequenz ansprechen (z. B. Frequenzmesser), und es sind somit die erwähnten Nachteile vermieden. 



   Gegenstand der Erfindung ist hienach eine Anzeigevorrichtung zum selektiven Erkennen einer mit Erdschluss behafteten Zweigleitung eines durch Löschspulen geschützten Hochspannungsnetzes, bei welcher in die Zweigleitungen auf höhere Harmonische ansprechende Einrichtungen eingeschaltet sind, welche im Erdschlussreststrom enthaltene Harmonische anzeigen. Hier können beispielsweise die bekannten Frequenzmesser mit schwingenden Zungen verwendet werden, welche das gleichzeitige 

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 Vorhandensein mehrerer Wellen verschiedener Frequenz anzeigen.

   Da es aber nur auf das Erkennen der Oberwelle ankommt, ist es zweckmässig, die Frequenzmesser nicht direkt mit dem Leiterstrom, sondern über Stromwandler zu speisen, deren   Sekundärspule   mit der Primärspule lose gekoppelt ist.   Hiedureh   wird die Empfindlichkeit der auf die Oberharmonische ansprechenden Zungen für die   Grundfrequenz   verkleinert. 



   Eine noch wirksamere   Unterdrückung   der Grundwelle im Frequenzmesserstromkreis wird an 
 EMI2.1 
 kurz alle zur induktiven Erdung dienenden Transformatoren und Drosselspulen sein. Auch die zur Herstellung eines künstlichen Netznullpunktes für den Anschluss der Löschspule dienenden Einrichtungen werden eisengesättigt dazu beitragen, dass besonders die dritte Oberharmonische im Erdschlussreststrom verstärkt wird. Erforderlichenfalls kann der Anzeigevorrichtung auch die Eigenschaft eines Schutzrelais z. B. dadurch gegeben werden, dass sie im   Erdschlussfalle   direkt oder indirekt (über andere Relais) Schalter zur Auslösung bringt, welche die kranke Zweigleitung abschalten oder   Signaleinnchtungen   zur   Fernmeldung betätigen.   
 EMI2.2 
 bezeichnet sind.

   In die von den Sammelschienen abgehenden Zweigleiter sind Frequenzmesser   Frai,     FSI, FTr, FFI FSSI, FTII   eingebaut, welche das Auftreten höherer Harmonischer anzeigen. Dieses Schaltbild ist nun durch die den Teilkapazitäten gegen Erde entsprechenden Kondensatoren 0 und durch die den   Ableitungswiderständen   (bzw. totalen   Verlustwiderständen)   entsprechenden Widerstände W ergänzt. Es ist angenommen, dass die Phase T der Zweigleitung I Erdschluss hat, was durch einen Blitzpfeil angedeutet ist. Es besteht somit eine leitende Verbindung im Punkte Q zwischen Leiter TI und Erde   B   und es frägt sich, welcher Art der den Leiter TI   durchfliessende   Reststrom ist.

   Unter der Voraussetzung, dass die   Lösch'3pule   L nahezu auf Resonanz mit den   Teilkapazitäten   des Netzes (in bezug 
 EMI2.3 
 Die Summe aller   Kapazitätsströme (# J@) durchfliesst nicht   die Fehlerstelle, sondern tritt in die Löschspule L ein. Die Summen aller   Verlust- und Oberwellenströme dagegen, also #Jw und #Jo treten   in den Leiter TI ein und fliessen über diesen zur Sammelschine und zum Generator. Während hienaeh 
 EMI2.4 
 liehen gleichphasigen Netzleiter TII nicht der Fall. Während der   Frequenzmesser FTI   das Vorhandensein dieser Stromoberwelle anzeigt, ist am Frequenzmesser FTII kein Ausschlag wahrzunehmen. 



     Fasst man   nun gemäss Fig. 2 die   gleichphasigen   Frequenzmesser zu Gruppen zusammen, dann ergibt sich im Erdschlussfalle folgendes Bild : Von den Frequenzmessern der im Erdschluss befindlichen Phase T 
 EMI2.5 
 gleiche   Ausschläge.   Aus dem Verhalten der Frequenzmesser ist also deutlich und eindeutig zu erkennen, welche Phase und welche Zweigleitung Erdschluss hat. In Fig.   3   ist eine Schaltung zum Anschluss des 
 EMI2.6 
 eine Brücke   B,   welche aus den vier Teilen   LI ! WI, L2, W2 gebildet   ist.

   Die Selbstinduktionen LI und   L2,   wie auch die Widerstände Wu und   W2   sind unter sich gleich und so bemessen, dass bei   Stromdurchgang   durch die Brücke für die Spannung der   Grundfrequenz   die Diagonale MN   phasensenkrecht auf. der   Diagonale UV steht. Schliesst man nun die eine Spule eines anzeigenden Zweispuleninstrumentes Z an die Punkte UV, die'andere an die Punkte   MN   der Brücke an, dann zeigt das Instrument keinen Aus-   schlag, wenn Ströme   der Grundfrequenz durch die Brücke fliessen. Für jede Oberwelle aber steht die 
 EMI2.7 
 und   M     L2   sich mit   w   geändert haben, während die Widerstände   W, tuid W,   ihren Wert behalten.

   Treten also im Leiterstrom Oberwellen auf, so werden diese von dem Anzeigeinstrument gemessen. 



   Eine andere   Ausführungsmöglichkeit   ist folgende : Man schliesst die Klemmen der Sekundärwicklung des Stromwandlers über eine auf Resonanz mit der Grundfrequenz abgestimmte Reihe von Selbstinduktion und Kapazität kurz. Wird an die gleichen Klemmen dann ein Voltmeter angeschlossen, so zeigt es nur Spannungen der Oberwellenfrequenz an. Auch in dieser Weise lässt sich die Grundwelle vondemAnzeigeinstrumentfernhalten. 



   Die beschriebene Anzeigevorrichtung kann auch dazu verwendet werden, von einer langen, einseitig gespeisten Zweigleitung dasjenige Teilstück zu erkennen, in welchem. der Erdschluss liegt. Wenn man nämlich auch in voneinander entfernte Punkte der Zweigleitung einige die Oberwellen anzeigende 

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 Instrumente einbaut, dann zeigen nur diejenigen Instrumente einen Oberwellenstrom an, welche in den Teilen der Zweigleitung liegen, welche sich zwischen Sammelschienen der Zentrale und der Fehlerstelle befinden ;

   darüber hinaus schlagen die Instrumente nicht aus, weil der   Erdschlussreststrom   diese Leiterteile nicht   durchfliesst.   Werden die so verteilten Instrumente als Relais zum Abschalten der Leitung benutzt, dann ist es zweckmässig, sie mit Zeiteinstellung derart wirken zu lassen, dass die Schaltzeiten um so kürzer sind, je weiter das Instrument von den Sammelschienen der Zentrale entfernt liegt. Die selektiven Eigenschaften der Anzeigevorrichtung lassen sich auch bei komplizierterem Leitungsverlauf verwerten, nur muss dem einzelnen Falle die Anordnung der Instrumente sinngemäss angepasst werden. 



   Der Vorteil des selektiven Erkennens liegt in der Möglichkeit, die Fehlerstelle rasch aufzusuchen und den Fehler in kürzester Zeit beseitigen zu können. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Anzeigevorrichtung zum selektiven Erkennen einer mit Erdschluss behafteten Zweigleitung eines durch Löschspulen geschützten Hochspannungsnetzes, dadurch gekennzeichnet, dass in die Zweig- 
 EMI3.1 
 FTII, FSII) eingeschaltet sind, welche im Erdschlussreststrom enthaltene höhere Harmonische anzeigen   (Fig. 1).  

Claims (1)

  1. 2. Anzeigevorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in die Zweigleitungen des Netzes Instrumente eingeschaltet sind, welche das gleichzeitige Vorhandensein mehrerer Wellen verschiedener Frequenz anzeigen.
    3. Anzeigevorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die auf höhere Harmonische ansprechenden Einrichtungen in die Netzleitungen indirekt über Stromwandler mit loser Kopplung eingeschaltet sind, um den Einfluss der Grundwelle zu verringern.
    4. Anzeigevorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das die Oberwellen eines Netzleiters anzeigende Instrument ein Zweispuleninstrument (Z) ist, dessen Spulen je an eine Diagonale EMI3.2 angeschlossen sind, welche direkt oder über einen Stromwandler (T) in Reihe zum Netzleiter (D) liegt und bei welcher die Selbstinduktionen und die Widerstände so angeordnet und bemessen sind, dass im Spannungsdiagramm für die Gnmdfreqeunz die Diagonalen der Brücke aufeinander senkrecht stehen (Fig. 3).
    5. Anzeigevorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als anzeigendes Instrument ein Einspuleninstrument (Volt-bzw. Amperemeter) dient, welches an die Sekundärwicklung eines in Reihe zum Netzleiter liegenden Stromwandlers angeschlossen ist, wobei parallel zum Instrument eine aus Selbstinduktion und Kapazität bestehende, auf Resonanz mit der Grundfrequenz abgestimmte Reihe geschaltet ist.
    6. Anzeigevorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Anzeigevorrichtung gleichzeitig als Schutzeinrichtung dient und zu diesem Zweck als Relais ausgebildet ist, welches im Erdschlussfalle die zugehörige Leitung abschalten oder eine Signalvorrichtung betätigen kann.
    7. Anzeigevorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass an mehreren räumlich voneinander entfernten Stellen eines Leitungsstranges auf harmonische Ströme ansprechende Einrichtungen eingeschaltet sind, welche als Relais mit Zeiteinstellung zum Abschalten des kranken Teiles der Leitung eingerichtet sein können, wobei die Zeiteinstellung der einzelnen Relais eine solche ist, dass die Auslösezeit mit der Entfernung von der Zentrale abnimmt.
AT104967D 1925-06-13 1925-09-22 Anzeigevorrichtung zum selektiven Erkennen einer mit Erdschluß behafteten Zweigleitung eines durch Löschspulen geschützten Hochspannungsnetzes. AT104967B (de)

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