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Hilfsmaschine zum Anfahren von Lokomotiven.
Zweck dieser Hilfsmaschinen ist, die Haupttreibmittel der Lokomotive beim Anfahren und Fahren mit niederer Geschwindigkeit zu unterstÜtzen. Sie sind besonders zum Überwinden grosser Steigungen nützlich. Gewöhnlich arbeitet diese Hilfsmaschine auf die Räder des Lokomotivdrehgestelles, welche ein beträchtliches Gewicht, das sogenannte tote Gewicht tragen, da es zur Vergrösserung der Anzugskraft der Lokomotive nicht verwendet werden kann. Die Laufräder unterstützen also den Antrieb der Lokomotive nicht. Dadurch, dass nun die Hilfsmasehine auf diese Laufräder arbeitet, wird die Anfahrzugkraft einer Lokomotive von gegebener Grösse beträchtlich vergrössert.
Vorliegende Erfindung kann nun sowohl in Verbindung mit dieser Anordnung als auch dann verwendet werden, wenn die Antriebskraft der Hilfsmaschine auf eine andere, z. B. eine Tenderaehse über- tragen wird. Die Räder der von der Hilfsmaschine angetriebenen Achsen haben einen beträchtlich kleineren Durchmesser als die Treibräder, weshalb ihre Umdrehungszahl bei hoher Geschwindigkeit beträchtlich höher ist als die der Treibräder. Diese hohe Umdrehungszahl kann durch die Hilfsmaschine nicht mit Sicherheit erreicht werden infolge der geringen Grösse der hin-und herbewegten Teile.
Es ist deshalb wünschenswert, die Hilfsmaschine nur bei relativ geringen Geschwindigkeiten mit den durch sie angetriebenen Achsen zu kuppeln, während sie bei höheren Geschwindigkeiten entkuppelt und zum Stillstand gebracht wird. Diese Forderungen bedingen eine Mitnehmervorrichtung für die Hilfsmaschine in
Verbindung mit einer Drosselklappe zur Übei wachung ihrer Dampfzufuhr.
Die Erfindung besteht in der Anwendung einer dampfgesteuerten Steuervorrichtung für die Hilfsmaschine, welche der letzteren eine geringe Menge niedergespannten Dampfes zum Anfahren und hierauf Dampf von normalem Druck zuführt. Desgleichen ist es Zweck der Erfindung Organe vorzusehen, mittels welcher die vorstehende Vorrichtung unter Kontrolle und in Verbindung mit den Steuereinrichtungen für die Haupttreibmittel der Lokomotive betätigt wird.
In der Zeichnung ist eine beispielsweise Ausführungsform der Erfindung schematisch dargestellt.
Die mit B bezeichnete Hilfsmaschine kann mittels des Zahnrades 1 und des Zwischenrades 2 über das auf der Achse A starr befestigte Zahnrad 3 diese Achse A des Drehgestelles antreiben. Das Zwischenrad 2 ist in einem, um den Zapfen 5 schwenkbaren Lagerkörper 4 gelagert, so dass es durch Schwenken dieses Lagerkörpers in oder ausser Eingriff mit dem Rad 3 kommt, wobei es jedoch immer mit dem Triebling 1 kämmt. Das Dampfleitungsrohr 6 der Hilfsmasehine reicht in den Dom 7 an der Oberseite des Lokomotivkessels 8 und hat in ihrem Verlauf das Drosselventil 9 und die Unterbrechungsvorrichtung F eingeschaltet.
Das Drosselventil 9 wird durch die Vorrichtung D betätigt, die ihrerseits unter
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der Stange 12 und des Winkelhebels 13 öffnet, strömt der Dampf in die Haupttrockendampfleitung. Bevor dieses Drosselventil geöffnet wird, ist der Reversierhebel 14 derart eingestellt, dass die Zylinder durch die Steuerung Volldampf erhalten. Diese Hebestellung wäre beispielsweise rechts im Quadranten 15. Es ist ein Ventil E mit einem federbelasteten Kolben JM derart angeordnet, dass beim Umlegen des Hebels ein Anschlag 17 den Kolben 16 entgegen der Kraft der Feder 18 in das Ventil drückt, so dass die
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kämmen kann, wenn sie die richtige Geschwindigkeit erlangt haben.
Das Ventil. 37 kann derart eingestellt werden, dass jede gewünschte Dampfmenge zu dem Hilfsmaschinenzylinder strömt, so dass das Zahnrad 7 und Zwischenrad 2 auf jede der dem Achsenzahnrad 3 gegebenen Geschwindigkeit eingestellt werden kann. Bis das Achsenzahnrad diese Geschwindigkeit erreicht, kämmt es nicht mit dem Zahnrad 2, sondern rollt sich sozusagen nur auf ihm ab. Im Augenblick, da beide dieselbe Umfangs-
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Kraft der Feder 25 überwindende Kolben 24 drückt die Stange 26 nach rechts, die mittels des Auges 2'/ und des Zapfens 28 am SchwenWager 4 angelenkt ist.
Der Zylinder 29 der Unterbrechungsvorrichtung F ist mit dem Innenraum des Zylinders 23 mittels der Öffnungen 30 und 31 verbunden, welche gewöhnlich geschlossen sind, u. zw. die letztere durch einen Schieber : J2 einer kolbenartigen Konstruktion 3-3 im
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Lokomotivführer den Umkehrhebel 14 auf Volldampf derart, dass das Ventil E die Verbindung zwischen den Leitungen 19 und 20 herstellt. Hierauf öffnet er das Hauptdrosselventil H und Arbeitsdampf gelangt zur Trockendampfleitung 10. Der Dampfdruck dieser Leitung kann sich nun ohne Hindernis zur Betätigungsvorriehtung D für das Drosselventil 9 fortpflanzen, nach deren Betätigung Frisehdampf vom Dom zur Anlassvorrichtung 0 strömt.
Der Dampf strömt nun einerseits durch den Abzweig 36, 8'7 in die Hilfsmasehinenzylinder, anderseits bewegt er den Kolben 24 einen Teil seines Hubes nach rechts oder bis sich die Zahnräder 2 und 3 berühren. Wenn die Lokomotive eine derartige Geschwindigkeit erreicht, dass die Umfangsgeschwindigkeiten der Zahnräder 2 und 8 gleich sind, so beginnen diese zu kämmen.
Die Öffnung 30 wird durch den Kolben 24 freigegeben und die Unterbrechungsvorrichtung F gibt die Zuleitung 6 zu den Hilfsmasehinenzylindern für den Fi ischdampf frei. Die Hilfsmaschine treibt nun so lange die Achse A an, bis der Lokomotivführer den Hebel 14 in eine derartige Lage zurückbringt, die einer mittleren Lokomotivgeschwindigkeit entspricht. Das Ventil E hebt die Verbindung zwischen den Leitungen 19 und 20 auf und der Kolben 21 geht unter dem Einfluss der Feder 22, die die Drosselklappe 9 schliesst, in seine Anfangslage zurück, da der Dampfdruck aufhört.
Wenn das Drosselventil 9 schliesst, werden die Kolben der Anlass- und Unterbrechungsvorrichtung durch ihre zugehörigen Federn in ihre Anfangslage zurückgeführt, in welcher Stellung sie die Öffnungen 30 und 31 abschliessen. Die Hilfsmaschine ist derart ausgerückt und ausser Betrieb gesetzt.
Bei vorstehender Anordnung ist die Einstellung der Geschwindigkeit, bei der die Hilfsmaschine eingerückt werden soll, sehr leicht zu bewerkstelligen.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Hilfsmaschine zum Anfahren von Lokomotiven mit einer mittels Dampf betätigten Steuereinrichtung, dadurch gekennzeichnet, dass diese Steuereinrichtung der Hilfsmaschine eine geringe Menge niedergespannten Dampfes zum Anfahren und hierauf Dampf von normalem Druck zufuhr.