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Plastische Kinematographie.
Gegenstand vorliegender Erfindung ist ein Verfahren zur kinematographischen Aufnahme und
Vorführung der unter dem Namen Wunderschatten"bekannten Erscheinung. Dieses Phänomen beruht auf dem stereoskopischen Sehen nach dem Prinzip der Anaglyphe.
Der Schatten eines Körpers wird mit Hilfe zweier komplementär gefärbten Lichtquellen, deren horizontaler Abstand ungefähr der Augendistanz entspricht, auf eine durchscheinend Wand geworfen und vom Zuseher auf der andern Seite der Wand durch je ein korrespondierendes Filter in der Farbe der Lichtquellen vor jedem Auge betrachtet. Der Schatten scheint dann plastisch aus der Wand heraus- zutreten, u. zw. nähert sich dem Zuseher um so mehr, je mehr der Körper sich den Lichtquellen nähert.
Da dieses Phänomen nur in durchfallender Projektion möglich ist, welche nicht in jedem Raume durchführbar ist, verfolgt die vorliegende Erfindung die Absicht, diese Erscheinung auf kinematographischem
Wege durch auffallende Projektion zu verwirklichen.
Die Ausführung des Verfahrens teilt sich in zwei Teile :
1. die Aufnahme,
2. die Wiedergabe.
1. Die Aufnahme erfolgt in der Weise, dass auf einem Filmbande die beiden parallaktisch ver- schiedenen Schattenbilder immer hintereinander alternierend aufgenommen werden. Es sind zwei
Methoden der Aufnahme möglich : a) Man kann die beiden Schatten, wie bei der normalen Vorführung in komplementären Farben auf eine Wand projizieren, auf deren anderen Seite der l6nematographische Aufnahmeapparat sich befindet.
Die Aufnahme erfolgt dann durch korrespondierend den Lichtquellen gefärbte
Filter unter Farbenwechsel bei jedem Bilde, was durch ein mitlaufendes den Einzelbildern entsprechend abwechselnd komplementär gefärbtes durchsichtiges Band oder günstiger in der
Weise geschieht, dass die rotierende Blende pro Bild nur eine halbe Umdrehung macht, also zwei
Ausschnitte erhält, welche mit entsprechenden Farbfiltern versehen sind. Der Film wird zweck- mässig den Filterfarben entsprechend sensibilisiert werden. Die Farben der Lichtquellen sind so zu wählen, dass sie bei grösster Komplementwirkung grösste Aktivität besitzen.
Bei dieser
Methode ist es zweckmässig, in der Ebene der Projektionswand eine oder zwei durchsichtige, in der Farbe der Lichtquellen gefärbte Marken anzubringen, um die Farbe jedes Teilbildes leicht bestimmen zu können. b) Bei der zweiten Methode werden die Lichtquellen nicht verschieden gefärbt, sondern alternierend im Rhythmus der Aufnahme abgeblendet, dass man also auf jedem Bilde entweder den durch die rechte oder die linke Lichtquelle erzeugten Schatten, u. zw. abwechselnd aufnimmt. Das Resultat der Aufnahme wird dasselbe sein, wie bei Methode a).
Die Kupplung zwischen Aufnahmsapparat und der Abblendvorrichtung der Lichtquellen kann mechanisch oder elektrisch gemacht werden.
Im ersten Falle wird z. B. zweckmässig eine im Verhältnis 1 : 2 zur Blende des Aufnahmapparates ins langsame übersetzte rotierende Blende mit zwei hellen Sektoren vor beiden Lichtquellen rotierend, so dass immer eine der Lichtquellen verdunkelt, eine frei ist. Die Kupplung kann nach Wahl durch starre oder biegsame Wellen, Zahnräderübersetzungen etc. erfolgen.
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Bei elektrischer Kupplung sind auch verschiedene Ausführungen möglich, es, kann etwa durch den Aufnahmsapparat bei jedem Bildwechsel ein Stromstoss in eine Leitung gesendet werden, welche am Orte der Lichtquellen ein elektromagnetisches Pendel betätigt, welches entweder direkt die Blendung bewirkt, oder durch eine Hemmvorrichtung eine angetriebene Sektorenscheibe zu ruekweiser Bewegung zwingt, wobei jeweils nur eine Lichtquelle freigegeben wird.
2. Die Wiedergabe des Filmes kann auch nach verschiedenen Methoden erfolgen. Am einfachsten ist die Anbringung einer einfachen Vorrichtung am Projektor selbst, indem die Blendenwelle des Projektors mittels einer Zahnradübersetzung eine mit ihr konaxiale Blendenscheibe, jedoch mit der halben Tourenzahl antreibt. Diese Scheibe erhält dann zwei helle Sektoren, welche mit zueinander komplementären Farbenfiltern versehen werden, so dass bei der Projektion des Filmes jedes Bild schwarz auf hellem farbigem Grunde erscheint. Durch die Farbenfilter, durch die der Zuseher blickt, wird dann für jedes Auge immer ein Bild vollkommen verschwinden, da es schwarz auf schwarz erscheint.
Um die Projektoren flimmerfrei zu gestalten, kann neben der Farbblendscheibe, die normale mit doppelter Tourenzahl rotierende Blendenscheibe belassen werden, oder es wird diese entfernt und die Farbensektoren erhalten dunlde Unterbrechungen um die Lichtfrequenz zu erhöhen.
Es sind jedoch zur Projektion auch andere Methoden möglich, bei welchen keinerlei Vorrichtungen am Projektor nötig sind. So die Verwendung von Filtern in Bandform wie sub a) beschrieben, oder man kann die Gelatine der Bilder alternierend komplementär färben, wodurch derselbe Effekt erzielt wird, wie bei der vorbeschriebenen Methode, oder man kann das Silber des Bildes auf bekannten chemischen Wegen der Pinatypie oder Uvachromie durch Farbfilter ersetzen, welche dann, durch das komplementäre Filter betrachtet, schwarz erscheinen, während die übrige Gelatine farblos bleibt.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Mnematographischen Aufnahme von durch zwei komplementär gefärbte Lichtquellen hervorgebrachten plastischen Schatten, dadurch gekennzeichnet, dass die kinematographische Aufnahme auf einem Filmbande derart erfolgt, dass die einzelnen Bilder abwechselnd durch Farbenfilter aufgenommen werden, welche den Farben der Lichtquellen entsprechen.
2. Verfahren zur kinematographisch : n Aufnahme plastisch erscheinender Schattenbilder, dadurch gekennzeichnet, dass die Schatten durch gleichgefärbte Lichtquellen in beliebiger horizontaler Entfernung erzeugt werden und die Aufnahme auf einem Filmbande durch alternierende Abblendung je einer der beiden Lichtquellen erfolgt, wobei der Rhythmus der Abblendung vom Aufnahmerhythmus mechanisch oder elektrisch abhängig gemacht wird.